DGUF-Newsletter vom 12.4.2019

DGUF-Newsletter vom 12.4.2019


1. DGUF-Nachrichten
1.1. Deutscher Archäologiepreis der DGUF 2019 geht an Dr. Maria Effinger & Dr. Katrin Bemmann
1.2. "Connecting Archaeological Associations in Europe" - EAA und DGUF erstellen ein europaweites Register archäologischer Organisationen
1.3. Jetzt Vortrag anmelden: DGUF-Jahrestagung "Die Selbstorganisation von Archäologie. Rollen und Bedürfnisse, Verantwortlichkeiten und Legitimierungen" (Bonn, 20.-23. Juni; CfP bis 23.4.)
1.4. Bücher zur Rezension: Liste gründlich aktualisiert
1.5. Unter den DGUF-Rezensionsangeboten: Vera Hubensack, Das Bestattungsverhalten in Gräberfeldern und Siedlungen des Aunjetitzer Kultur in Mitteldeutschland

2. Tagungen und Veranstaltungen
2.1. "Ruling an Empire in a Changing World. Studies on Origin, Impact, and Reception of the Notitia Dignitatum" (Freiburg, 20.-23.11.)
2.2. EuroScience Open Forum: science at the service of citizens (Triest, 5.-9.7.2020; CfS bis 15.6.)
2.3. 2nd International Conference of Tourism Management & Heritage Conservation (Zarqa/Jordanien, 23.-26.7.)
2.4. "Mesolithic Art - Abstraction, Decoration, Messages" (Halle, 19.-21.9.)
2.5. "Man Makes Himself: Archaeological Narratives of the Past" (Leipzig, 12.-13.9.; CfP bis 15.6.)
2.6. 12th Annual Conference of the Society for the Study of Childhood in the Past (Sheffield, 30.10-1.11.; CfP bis 31.7.)

3. Forschung
3.1. Neu im Early View der "Archäologischen Informationen"
3.2. Aktuelle Ausgrabungen in den Medien
3.3. Aktuelle Forschung in den Medien
3.4. Archäologie & Statistik: "was läuft?"
3.5. "Wegweisende Überlegungen zum Wissenstransfer": Rezension zu: Heitz, C. & Stapfer, R. (eds.). Mobility and Pottery Production. Archaeological and Anthropological Perspectives
3.6. Das Mädchen von Egtved kam doch nicht aus dem Schwarzwald
3.7. Rezension zu: Werner E. Stöckli: Twann: Ausgrabungen 1974-1976, Auswertungen 1976-1982, Schlussbericht von 1981/1982, Kommentar von 2017
3.8. "Homo Luzoniensis" - wieder eine bislang unbekannte Menschenart von den Philippinen?
3.9. Reste eines rheinischen Tragaltars des 12. Jh. in Göttingen?
3.10. Das prähistorische Herz Mittel- und Nordeuropas: Doggerland

4. Kulturgutschutz
4.1. Aktuelles rund um Kulturgutschutz in den Medien
4.2. "Schaffen Auswärtiges Amt und GroKo die Ratifizierung der UNESCO-Konvention?" Tagungsbericht "Underwater Cultural Heritage Forum" (Berlin, 4.12.2018)

5. Studium, Job-Themen und Personalia
5.1. "Geisteswissenschaftler kämpfen am Arbeitsmarkt mit strukturellen Problemen"
5.2. Empfehlungen, wie Aktivitäten und Erfolge in nicht-traditioneller archäologischer Arbeit bei Stellenbesetzungen gewürdigt werden können
5.3. Großbritannien: Archäologischer Arbeitsmarkt auf Wachstumskurs
5.4. Bericht von der Mitgliederversammlung des Deutschen Verbands für Archäologie, DVA (Würzburg, 3.4.)
5.5. Rücktritt von Erika Pieler beim österreichischen Bundesdenkmalamt (BDA)

6. Berufsverband
6.1. Bis 5.5.: Aufruf zur Kommentierung der CIfA-Deutschland-Firmenregistrierung
6.2. "Viele wertvolle Gespräche": CIfA Deutschland auf der Tagung von WSVA & MOVA (Würzburg, 1.-5.4.)
6.3. Bis 3.5.: Ausschreibung der Geschäftsführerstelle von CIfA Deutschland
6.4. CIfA Deutschland: Erneuerung der Mitgliedschaft und Mitgliedsbeiträge

7. Open Access & Open Data
7.1. Academia.edu verlassen! - meint der Historiker Marko Demantowsky
7.2. Probleme mit Open Access und Publikationsgebühren? Dort finden Sie Rat und oft auch Tat

8. Bürger und Archäologie & Citizen Science
8.1. Wie können Archäologen erfolgreich politischen Einfluss ausüben?

9. Ausstellungen und Museen
9.1. "The World Between Empires: Art and Identity in the Ancient Middle East" (New York, 18.3.-23.6.)

10. Und sonst …
10.1. Weltkulturerbe "Book of Kells" jetzt auch online
10.2. Nachvollziehbare Daten speichern: Neue Open-Source-Software "Data Curator"
10.3. Archäologische Vereinigungen in Europa miteinander verknüpfen: ein Vorschlag
10.4. Schlechter Wissenschaftsjournalismus: Die aktuelle Lokalberichterstattung um Kalkriese
10.5. Wieder mal: ein Beitrag zum Untergang des p-Wertes
10.6. "Propylaeum-VITAE": Ein neues biographisches Informationssystem zu Persönlichkeiten, die durch ihre Leistungen in der Archäologie und in den Altertumswissenschaften hervorgetreten sind
10.7. "Räuberischer Verlag" Omics Int. zu 50 Mio. Strafe wegen unlauteren Wettbewerbs verurteilt
10.8. "Archäologie trägt zur wirtschaftlichen Entwicklung bei": Kurzer Bericht von der Jahrestagung der Archäologischen Gesellschaft Sachsen-Anhalt e.V. (Huy, 5.-7.4.)
10.9. Einen DNA-Test bei Ancestry und Co machen? Lieber erst dieses Video anschauen
10.10. Au weia! Am 24. Oktober treffen Asterix und Obelix eine Pubertierende

11. Impressum und Redaktionshinweise


1. DGUF-Nachrichten
1.1.
Deutscher Archäologiepreis der DGUF 2019 geht an Dr. Maria Effinger & Dr. Katrin Bemmann
Maria Effinger und Katrin Bemmann werden im Juni 2019 für ihre Verdienste um die Einführung und den Ausbau eines modernen offenen Publikationswesens in der deutschsprachigen Archäologie mit dem Deutschen Archäologiepreis ausgezeichnet. Die Preisträgerinnen haben an der UB Heidelberg den Fachinformationsdienst "Propylaeum" nicht nur aufgebaut, sondern in den 2010er Jahren zu dem Schwerpunkt des Open-Access-Publizierens in der deutschen Archäologie gemacht. Das Portal versammelt inzwischen 30 namhafte Zeitschriften und 14 Monografienreihen, die dort betreut werden. Effinger und Bemmann haben ein weit über die Archäologie hinausweisendes Modell des wissenschaftlichen Publizierens und eine ebenso erfolgreiche wie sichtbare Alternative zu den derzeitigen Bemühungen von DEAL geschaffen. Die Preisverleihung wird am 21./22.6. im Rahmen der Jahrestagung der DGUF in Bonn stattfinden.
https://www.dguf.de/487.html

1.2.
"Connecting Archaeological Associations in Europe" - EAA und DGUF erstellen ein europaweites Register archäologischer Organisationen
Über ganz Europa hinweg gibt es viele archäologische Organisationen, mit unterschiedlichsten Geschichten, Funktionen, Aufgaben und Zielen. Das wissen wir alle und überlegen daher bei passender Gelegenheit: "Damit müsste doch jemand Erfahrungen haben! Nur: wer?" oder "Da müsste man mal die richtigen Institutionen zusammenspannen". Wer hat diese Schlagworte im Kontext von archäologischer Wissenschaft und von Fachpolitik noch nicht gehört? Doch wenn es an die Praxis des Vernetzens geht, klemmt es schon sehr bald, und zwar an ganz banalen praktischen Details: Wer sind für ein konkretes Anliegen die möglichen Partner? Diejenigen, die mitmachen könnten; diejenigen, die ihre Mitglieder schnell und umfassend erreichen würden? Diejenigen, die mit einem Ansatz schon Erfahrungen gesammelt haben und beratend helfen könnten? EAA und DGUF wollen vor diesem Hintergrund ein europaweites Register archäologischer Organisationen aufbauen: Wer macht was, mit welchen Zielen, mit welchen Erfolgen? Der Start des Projekts erfolgte Ende März als öffentlich zugänglicher Fragebogen. Alle Kollegen, die sich für "ihre" Organisation verantwortlich fühlen, sind eingeladen, diese dort einzutragen. Innerhalb der ersten sieben Tage nach Start der Befragung hatten sich bereits mehr als 80 Organisationen eingetragen. Anfang September 2019 wird auf der Jahrestagung der EAA in Bern eine erste Bilanz gezogen. Anschließend soll das Register öffentlich und nachhaltig gemacht werden, indem es in eine wiki-artige Plattform übertragen wird, die kollektiv vervollständigt und vor allem nachhaltig aktuell gehalten werden kann.
Mehr zum Projekt: https://dguf.de/ConAAE.html
Belford, P. & Wait, G. (2019). Connecting Archaeological Associations in Europe. Archäologische Informationen 42, Early View, published online 19 March 2019. https://dguf.de/fileadmin/AI/ArchInf-EV_Belford_Wait.pdf
Zum Fragebogen: https://www.soscisurvey.de/ConAAEu/

1.3.
Jetzt Vortrag anmelden: DGUF-Jahrestagung "Die Selbstorganisation von Archäologie. Rollen und Bedürfnisse, Verantwortlichkeiten und Legitimierungen" (Bonn, 20.-23. Juni; CfP bis 23.4.)
In vielen europäischen Ländern sieht sich die Archäologie mit politischen und ökonomischen Veränderungen konfrontiert, die andere Prioritäten setzen als allein für das kulturelle Erbe und dessen Erforschung Sorge zu tragen. Gesellschaftliche Erwartungen an die Archäologie, an die Denkmalpflege und die Museen verändern sich stark. Viele Archäologie-Institutionen und in der Archäologie Tätige haben jedoch jenseits des Tagesgeschäfts kaum mehr Ressourcen für eine effektive Lobbyarbeit und bessere Kommunikation mit Bürgern und Politikern. Beides wäre heute wichtiger und komplexer denn je – aber oft müssen Chancen ungenutzt bleiben, weil wir Archäologen beruflich anderweitig fest eingespannt sind. Dennoch leistet sich das Fach bzw. das Berufsfeld Archäologie mancherlei Doppelarbeit, weil Rollen und Aufgaben nicht abgestimmt sind. So verstreicht z. B. kostbare Zeit mit dem Abklären von Zuständigkeiten und Kompetenzen, oder man übergeht von einer Entscheidung Betroffene, weil man für diese Personengruppe keinen Ansprechpartner, z. B. in einer Vereinigung, weiß. Resultierende Fehlentscheidungen zu korrigieren, erweist sich später als sehr mühsam und zeitaufwändig. Auch Eigensüchteleien finden mehr Platz, als es angesichts der sehr knappen Ressourcen geboten wäre. Die junge Archäologen-Generation fordert klare Berufsperspektiven, transparente professionelle Standards und Regeln für gute Arbeitsbedingungen, und noch mehr ein allgemeines Einhalten solcher Regelwerke, damit sie ihr Berufsleben planen und würdig gestalten kann. Angesichts der vorherrschenden Umstände orientiert sich so manches große junge Talent jedoch beruflich anders und geht der Archäologie verloren.

Die DGUF-Tagung 2019 - wir feiern zugleich unser 50-Jähriges! - soll dazu dienen, uns gemeinsam alle zu hinterfragen und aus unterschiedlichsten Perspektiven die Rollen, Bedürfnisse und Verantwortlichkeiten in der deutschen Archäologie zu untersuchen und zu debattieren. Was sind die Rollen, Bedürfnisse und Verantwortlichkeiten von, beispielsweise, staatlicher Archäologie, von Verbänden, Fachgesellschaften, Firmen, NGOs oder einem Berufsverband? Wir wollen herausarbeiten, wo Aufgaben und Rollen von außen vorgegeben sind, wo sie fachintern bereits gut geklärt sind, sodass Synergieeffekte vor Kräfte bindendem Konkurrenzstreben stehen. Wir wollen gemeinsam identifizieren, was weniger rund läuft, wo Ergänzungs- und Verbesserungspotenziale schlummern. Wie viele unserer sehr begrenzten Ressourcen werden genutzt, um "eigenes Terrain" zu schützen, anstatt sich in einer gut geplanten und harmonisierten Weise mit dem externen Druck zu befassen? Wo gehen wichtige Bereiche und Bedürfnisse unter, weil es ihnen an einer wirksamen Stimme fehlt? Wie stark wirkt eine Silo-Mentalität, bei der eine hochspezialisierte Disziplin fragmentiert ist und nicht in der Lage (oder nicht willens), das Gesamtgefüge zu betrachten? Macht uns eine vielstimmige Archäologie stärker – oder eine, die z. B. in die Politik mit einer Stimme spricht? Passt die historisch gewachsene Selbstorganisation der Archäologie noch zu den laufenden und absehbaren gesamtgesellschaftlichen Herausforderungen? Gemeinsam wollen wir den Ist-Zustand beleuchten („Wer macht was?“) und ausloten, wo sich das Fach aus eigener Kraft noch besser aufstellen könnte.

Die Tagung wird bewährte Elemente bisheriger DGUF-Tagungen fortführen und neben Vorträgen (ca. 15 min) samt deren Debatte (ca. 10 min) auch stärker partizipative Formate umfassen ("Podium+"; World Café), um allen Tagungsteilnehmern eine aktive Mitwirkung an der Erarbeitung von Ergebnissen zu ermöglichen. Wir laden alle Interessierten herzlich ein, sich den Termin zu notieren und an der Tagung teilzunehmen. Noch mehr laden wir dazu ein, persönlich aktiv zum Programm beizutragen. Melden Sie einen Vortrag an, um Ihre persönliche oder institutionelle Sicht auf die Selbstorganisation der deutschen Archäologie zu entwickeln und in die fachöffentliche Debatte zu stellen. Ausdrücklich begrüßen wir die perspektivische Vielfalt hierbei, das heißt: von Studierenden, allen Arbeitnehmern und Freiberuflern, aus Landesarchäologien und Firmen, aus Universitäten und herzlich gerne auch mit dem Blick "von außen", z. B. aus einer Lokalpolitik heraus. Vortragsanmeldungen erbitten wir bis zum 23.4. an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. PS für alle DGUF-Mitglieder: Die 50-Jahresfeier findet am Do., 20.6., statt, die Mitgliederversammlung am So., 23.6.
Tagungswebsite inkl. Anmeldung: https://dguf.de/50-jahre-dguf.html. Dort demnächst auch fortlaufend die bereits angemeldeten und angenommenen Vorträge.

1.4.
Bücher zur Rezension: Liste gründlich aktualisiert
Wir haben unsere Liste der Bücher, die wir zur Rezension anbieten, gründlich aktualisiert, und es ist vieles dabei: Bronzezeit, Mesolithikum, Todesriten, Public Engagement, GIS, Theorie, Wikinger usw. Falls unter den Neuigkeiten von mehr als 25 Verlagen Ihr künftiges Lieblingsbuch dabei ist und Sie es gerne rezensieren wollen, melden Sie sich herzlich gerne!
Bücher zur Rezension (DGUF.de, 11.4.): https://www.dguf.de/fileadmin/user_upload/publikationen/AI/DGUF-Dok_Arch-Inf_Rezensionsangebote.pdf

1.5.
Unter den DGUF-Rezensionsangeboten: Vera Hubensack, Das Bestattungsverhalten in Gräberfeldern und Siedlungen des Aunjetitzer Kultur in Mitteldeutschland
Unter den zahlreichen Bänden, welche die Herausgeber der "Archäologischen Informationen" zur Rezension ausschreiben, sei diesmal der am 18.12.2018 bei Beier & Beran erschienene Band von Vera Hubensack "Das Bestattungsverhalten in Gräberfeldern und Siedlungen des Aunjetitzer Kultur in Mitteldeutschland" hervorgehoben. Aus dem Klappentext: "Die Grundlage dieser Arbeit bildet die Materialvorlage der frühbronzezeitlichen Bestattungsbefunde Mitteldeutschlands (Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen) seit 1990, die an die umfangreiche Zusammenstellung aller Aunjetitzer Befunde von B. Zich anknüpft. Die Neuaufnahme hat insgesamt mindestens 381 frühbronzezeitliche Grabbefunde an 74 Fundorten vor allem um den Harz und im Thüringer Becken ergeben, während im östlichen Sachsen nur wenige neue Fundstellen entdeckt wurden. Bislang schien das Bestattungsverhalten in der Aunjetitzer Kultur Mitteldeutschlands relativ einheitlichen Regeln zu folgen, im Rahmen dieser Arbeit konnten jedoch die 'Bestattungen in Siedlungsgruben' als eine gesonderte Befundkategorie herausgestellt werden, deren unterschiedliche Interpretationsmöglichkeiten diskutiert werden. Neben der Materialvorlage sind umfassende anthropologische Untersuchungen der vorhandenen Skelette durchgeführt worden, um geschlechts- und alters spezifische Besonderheiten beim Grabbau und hinsichtlich der Beigabensitten zu überprüfen. Dabei kamen unter anderem auch Isotopen- und DNA-Analysen zum Einsatz. Drei Beiträge zur Anthropologie ergänzen daher diese Studie." Wenn Sie Interesse an einer Rezension haben, richten Sie bitte Ihre Anfrage mit Ihrer vollständige Postanschrift sowie einer kurzen Begründung, weshalb Sie dieses Werk besprechen wollen, an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.
Alle Rezensionsangebote der "Archäologischen Informationen" mit weiteren Informationen zu Modalitäten und Ablauf: http://www.dguf.de/fileadmin/user_upload/publikationen/AI/DGUF-Dok_Arch-Inf_Rezensionsangebote.pdf


2. Tagungen und Veranstaltungen
2.1.
"Ruling an Empire in a Changing World. Studies on Origin, Impact, and Reception of the Notitia Dignitatum" (Freiburg, 20.-23.11.)
According to the organisers this conference is the first such event in 45 years to focus on this document which remains crucial for a thorough understanding of Late Antiquity. Digitisation of all known fragments and manuscripts of the Notitia has enabled scholars to critically examine and compare all extant manuscripts, challenging interpretations that have been built upon use of fewer manuscripts. Moreover, due to its many illustrations, the Notitia Dignitatum is a unique document necessitating interdisciplinary collaboration between various study fields of antiquity. Speakers from 13 different countries will present their research in the disciplines of Ancient History, Epigraphy, Papyrology, Archaeology of the Roman Provinces, Archaeology of Late Antiquity, Art History, and Medieval History. The conference is free to attend for all interested individuals.
https://www.provroem.uni-freiburg.de/forschung/notitia-dignitatum/ruling-an-empire-in-a-changing-world

2.2.
EuroScience Open Forum: science at the service of citizens (Triest, 5.-9.7.2020; CfS bis 15.6.)
The EuroScience Open Forum (ESOF) is the largest interdisciplinary pan-European meeting dedicated to scientific research and innovation. During the forum, more than 5.000 leading scientists, young researchers, policy makers, science communicators and citizens will discuss new research and debate the direction research is taking in the sciences, humanities and social sciences. The ESOF scientific programme is built on nine main macro-themes: Blue Planet, Sustainable Future, Nourishing the Planet, Live Long and Prosper, Compute Therefore I Am, Breaking Frontiers in Science and Knowledge, Science and Society, Science for Policy / Policy for Science, and The Smart City. Therefore, the conference will discuss water, food, energy, health, the environment, frontier research and innovation, big data and also HPC systems so as to improve the capacity and speed of knowledge and process management. In addition, the relationship between science and society, which concerns the dynamics and the multiple interactions between citizens and science, will also be considered. Proposals for session can be submitted up to 15 June 2019 by citizens, researchers, organizations, associations and companies. ESOF is an event of discussion, exchange and dialogue – therefore, proposals for international, multidisciplinary and transversal sessions should be preferably advanced, and not single-issue proposals more typical of a scientific conference.
https://www.esof.eu/en/home.html

2.3.
2nd International Conference of Tourism Management & Heritage Conservation (Zarqa/Jordanien, 23.-26.7.)
The objectives of this event is to introducing recommendations to maximize benefits of tourism to economy as well as local communities, also to solve current issues as damage of heritage sites, local displacement, environmental problems and child labor. Other topics also include: women empowerment in tourism, interpretation in tourism and heritage sites, implementing scientific methods in conserving tourism and heritage sites, also managing visitors and different tourism impacts.
http://www.hu.edu.jo/tourismconference/page.aspx?pid=23

2.4.
"Mesolithic Art - Abstraction, Decoration, Messages" (Halle, 19.-21.9.)
In the Late Glacial and early Postglacial period the naturalistic figurative graphic depictions of animals flourishing in Ice Age Europe disappeared more or less completely. A new style - abstract and geometric - emerged, carried out using fine incisions as well as pricked and drilled dots. The motifs and patterns are limited in number and often occur regionally and supra-regionally, possibly including symbols, information and communications. The conference aims to investigate the new significant and distinctive style of the Late Palaeolithic and Mesolithic hunter-fisher-gatherers. The congress will try to explore the possible reasons for its creation; its meaning, function and possible indications of the early origin of writing.
Tagungsprogramm: https://www.lda-lsa.de/fileadmin/pdf/Tagungen/MesoArt_2019_Conference_Programme.pdf
Anmeldung: https://www.lda-lsa.de/fileadmin/pdf/Tagungen/MesoArt_2019_Conference_Registration.pdf
Organisatorische Informationen: https://www.lda-lsa.de/fileadmin/pdf/Tagungen/MesoArt_2019_Conference_venue.pdf

2.5.
"Man Makes Himself: Archaeological Narratives of the Past" (Leipzig, 12.-13.9.; CfP bis 15.6.)
The organisers of the 6th Annual Conference of the Central European Theoretical Archaeology Group invite participants to discuss the general nature of archaeological narrativity. They would like to debate, where narrativity is present in our everyday research and whether it can or should be avoided. Is there still a need for grand narratives of mankind in modern societies? Furthermore, they would like to explore whether the increased use of methods from natural sciences affects the nature of archaeological narratives. Complementary, the structures of our narratives should be investigated. Finally, they welcome contributions discussing public and/or political conceptions of the past. Are there master narratives of the past that exist outside of archaeology and if so, how should archaeologists respond? Do archaeological narratives change as they are incorporated in public discourses or do archaeologists deliberately modify their narratives to a certain degree when they communicate with the public? Proposals for presentations are welcome until 15 June and should be addressed to to Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.
Facebook-Seite der Central European Theoretical Archaeology Group mit aktuellen Informationen zur Tagung sowie ausführlichem CfP: https://www.facebook.com/pages/category/Science-Website/Central-Europe-Theoretical-Archaeology-Group-CE-TAG-322408878365419/

2.6.
12th Annual Conference of the Society for the Study of Childhood in the Past (Sheffield, 30.10-1.11.; CfP bis 31.7.)
"Rebels Without a Cause? Accessing and Exploring Adolescents/Adolescence in the Past" is the focus of the 2019 SSCIP Conference. It seeks to explore the many facets of adolescence, and how scholars from diverse fields of research offer nuanced insight into the lives of those occupying this unique stage in the life course in the past. Papers are sought from researchers working on adolescence across the Humanities and Social Sciences (e.g. Archaeology, Art History, Anthropology, History, English literature etc.). Suggested topics include, but are not limited to: What is an adolescent in the past perspective? Methodological approaches to studying adolescents in the past. The role of adolescents in the community. The role of adolescents in the home. What did adolescents do? The liminality of adolescence. Health in adolescence. The material culture of adolescence (e. g. dress as markers of identity). The education of adolescents. Adolescent resistance (e. g. did/how adolescents resist societal norms?).
https://childhoodbioarchaeology.org/2019/03/22/12th-annual-conference-of-the-society-for-the-study-of-childhood-in-the-past/


3. Forschung
3.1. Neu im Early View der "Archäologischen Informationen"
Becker, N. (2019). Rezension zu: Brandherm, D., Heymans, E. & Hofmann, D. (2018) (eds.). Gifts, Goods and Money. Comparing currency and circulation systems in past societies. Oxford: Archaeopress. Archäologische Informationen 42, Early View, online publiziert 12. April
2019.
Hofmann, D. (2019). Rezension zu: Stöckli, W. E. (2018): Twann: Ausgrabungen 1974-1976, Auswertungen 1976-1982, Schlussbericht von 1981/1982, Kommentar von 2017. (Die neolithischen Ufersiedlungen von Twann, 21; Hefte zur Archäologie im Kanton Bern, 3). Bern: Archäologischer Dienst des Kantons Bern. Archäologische Informationen 42, Early View, online publiziert 4. April 2019.
Döhlert-Albani, N. (2019). Rezension zu: Donat, P. (2018). Häuser der Bronze- und Eisenzeit im mittleren Europa. Eine vergleichende Untersuchung. (Weimarer Monographien zur Ur- und Frühgeschichte, 43). Langenweißbach: Beier & Beran. Archäologische Informationen 42, Early View, online publiziert 2. April 2019.
Rau, A. (2019). Rezension zu: Könemann, P. (2018). Die kaiserzeitlichen Bunt- und Edelmetallfunde von Kamen-Westick. Verarbeitung römischer Metallimporte in einer germanischen Siedlung. (Der Anschnitt, Beiheft 37. Veröffentlichungen aus dem Deutschen Bergbau-Museum Bochum, 222). Rahden /Westf.: Leidorf. Archäologische Informationen 42, Early View, online publiziert 21. März 2019.
Belford, P. & Wait, G. (2019). Connecting Archaeological Associations in Europe. Archäologische Informationen, Early View, published online 19 March 2019.
Schmidt, S. C. (2019). Rezension zu: Heitz, C. & Stapfer, R. (eds.) (2017). Mobility and Pottery Production. Archaeological and Anthropological Perspectives. Leiden: Sidestone Press. Archäologische Informationen 42, Early View, online publiziert 16. März 2019.
Piele, A.-K. (2019). Schaffen Auswärtiges Amt und GroKo die Ratifizierung der UNESCO Konvention zum Schutz des Unterwasserkulturerbes im Jahr 2019? Tagungsbericht "Underwater Cultural Heritage Forum. Internationales Forum zum Kulturerbe unter Wasser." Berlin, 4.12.2018, Auswärtiges Amt. Archäologische Informationen, Early View, online publiziert 15. März 2019.
Hines, J. (2019). Review of: Soulat, J. (2018). Le mobilier funéraire de type franc et mérovingien dans le Kent et sa péripherie. (Europe Médiévale, 13). Drémil-Lafage: Editions Mergoil. Archäologische Informationen 42, Early View, published online 12 March 2019.
http://www.dguf.de/earlyview.html

3.2.
Aktuelle Ausgrabungen in den Medien
"Sensation zwischen Wittenberg und Coswig Archäologen finden Eisenzeit-Gewerbepark" (Mitteldeutsche Zeitung, 11.4.): https://www.mz-web.de/wittenberg/sensation-zwischen-wittenberg-und-coswig-archaeologen-finden-eisenzeit-gewerbepark-32362004
3.600 Jahre alt: "World’s oldest shipwreck found in Mediterranean, say officials" (Hurriyet Daily News, 10.4.): http://www.hurriyetdailynews.com/worlds-oldest-shipwreck-found-in-mediterranean-say-officials-142544
"Ägypten: Forscher öffnen 2500 Jahre alten Sarkophag - live im Fernsehen" (Spiegel, 9.4.): https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/aegypten-forscher-oeffnen-2500-jahre-alten-sarkophag-a-1261965.html
"Archäologen graben hinter Jenas Klosterruine um" (Ostthüringer Zeitung, 4.4.): https://jena.otz.de/web/jena/startseite/detail/-/specific/Archaeologen-graben-hinter-Jenas-Klosterruine-um-1568164005
"Pompeji: Imbissbude mit Fresken gefunden" (Spektrum, 4.4.): https://www.spektrum.de/news/imbissbude-mit-fresken-gefunden/1637116
Ägypten: "Außergewöhnliche Entdeckungen in Sakkara: Neues Grab und der Name einer bisher unbekannten Königin" (Selket’s Blog, 3.4.): https://blog.selket.de/aus-der-archaeologie/aussergewoehnliche-entdeckungen-in-sakkara-neues-grab-und-der-name-einer-bisher-unbekannten-koenigin
"Riesige Eisenwerkstatt der Kelten am Siegener Gerhardsseifen" (Westfalenpost, 2.4.): https://www.wp.de/staedte/siegerland/riesige-eisenwerkstatt-der-kelten-am-siegener-gerhardsseifen-id216811045.html
Ägypten: "Sarkophag mit zwei Mumien in Qesna entdeckt" (Selket’s Blog, 1.4.): https://blog.selket.de/aus-der-archaeologie/sarkophag-mit-zwei-mumien-in-qesna-entdeckt
"Découverte d’une chaussure d’enfant du XIVe siècle à Saint-Ursanne" (Kanton Jura, 28.3.): https://www.jura.ch/CHA/SIC/Centre-medias/Communiques-2019/Decouverte-d-une-chaussure-d-enfant-du-XIVe-siecle-a-Saint-Ursanne.html
"Wolgast: Archäologe geht Stadtmauer auf den Grund" (Ostsee-Zeitung, 27.3.): http://www.ostsee-zeitung.de/Vorpommern/Usedom/Archaeologe-geht-Stadtmauer-in-Wolgast-auf-den-Grund
"Archäologische Funde in Erding: Überreste aus der Steinzeit" (Süddeutsche, 21.3.): https://www.sueddeutsche.de/muenchen/erding/archaeologische-funde-in-erding-ueberreste-aus-der-steinzeit-1.4377980
"Unique 1,700-year-old Greek inscription unearthed at Incense Route city in Negev. Discovery is first in situ proof of ancient Nabatean trade hub Halutza; found by German-Israeli team using trailblazing technology to virtually plumb the depths" (The Times of Israel, 13.3.): https://www.timesofisrael.com/unique-1700-year-old-greek-inscription-unearthed-at-incense-route-city-in-negev/
Warstein/Meschede: "NS-Verbrechen an Zwangsarbeitern im Sauerland 1945. LWL gräbt nach Spuren der über 200 Ermordeten" (LWL; 8.3.): https://www.lwl.org/pressemitteilungen/nr_mitteilung.php?urlID=47415

3.3.
Aktuelle Forschung in den Medien
"Sachsen-Anhalt: Archäologen bestimmen 3.000 Jahre alten Kalkmörtel" (Deutschlandfunk, 10.4.): https://www.deutschlandfunk.de/sachsen-anhalt-archaeologen-bestimmen-3-000-jahre-alten.2850.de.html?drn%3Anews_id=99557989
"Stone Circles Ringed House That May Have Belonged to the Neolithic 'One Percent'" (LiveScience, 10.4.): https://www.livescience.com/65195-ancient-home-in-avebury-stone-circle.html
Archaeologists identify first prehistoric figurative cave art in Balkans (University of Southampton, 10.4.): https://www.eurekalert.org/pub_releases/2019-04/uos-aif041019.php
"Scientists ‘confident’ that they can extract cells to clone 42,000 year old extinct foal" (The Siberian Times, 8.4.): https://siberiantimes.com/science/casestudy/news/scientists-confident-that-they-can-extract-cells-to-clone-42000-year-old-extinct-foal/
Meganthropus palaeojavanicus: "Mysteriöser Menschenaffe aus Java entlarvt" (Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen, 8.4.): http://www.senckenberg.de/root/index.php?page_id=5206&PHPSESSID=bhmmiihl7igbbbej2v61r1arn7&kid=2&id=5041
"Woolly mammoths and Neanderthals may have shared genetic traits" (Phys.org, 8.4.): https://phys.org/news/2019-04-woolly-mammoths-neanderthals-genetic-traits.html
"Declassified U-2 spy plane photos are a boon for aerial archaeology" (Science Magazine, 5.4.): https://www.sciencemag.org/news/2019/04/declassified-u-2-spy-plane-photos-are-boon-aerial-archaeology
"A 5,000-year-old barley grain discovered in Finland changes understanding of livelihoods. New findings reveal that hunter-gatherers took to farming already 5,000 years ago in eastern Sweden, and on the Aland Islands, located on the southwest coast of Finland" (University of Helsinki, 3.4.): https://www.eurekalert.org/pub_releases/2019-04/uoh-a5b040319.php
"Baumringe als Zeugen menschlicher Geschichte: Bäume in Amazonien offenbaren vorkoloniale menschliche Einflussnahme" (Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte, 3.4.): https://www.shh.mpg.de/1247814/brazil-nut-tree
"Raub, Erpressung, Fälschung. Wie die Wikinger an die Hightech-Waffen des Mittelalters kamen. Im frühen Mittelalter war keine Waffe so begehrt wie das Ulfberht-Schwert. Doch ein Großteil der Funde entpuppt sich als Fälschung. Nun haben Archäologen neue Hinweise auf die Produktpiraten" (Spiegel, 2.4.): https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/wikinger-produktpiraterie-im-mittelalter-die-gefaelschten-ulfberht-schwerter-a-1259875.html
"Foreigners may have conquered ancient Egypt without invading it. An analysis of teeth suggests the Hyksos dynasty arose from outsiders marrying into power" (Science News, 2.4.): https://www.sciencenews.org/article/mysterious-hyksos-dynasty-conquered-ancient-egypt-marriage
Finnland und Karelien: "Fur discoveries in Iron Age graves testify to respect for animals" (University of Helsinki, 28.3.): https://www.eurekalert.org/pub_releases/2019-03/uoh-fdi032819.php
"DNA Clues to an Ancient Canary Islands Voyage. The islands’ pioneers likely arrived centuries before European conquest, as part of a large-scale movement of people from North Africa" (The New York Times, 21.3.): https://www.nytimes.com/2019/03/21/science/canary-islands-indigenous-dna.html
"Researchers shed new light on the origins of modern humans. The work, published in Nature, confirms a dispersal of Homo sapiens from southern to eastern Africa immediately preceded the out-of-Africa migration" (University of Huddersfield, 20.3.): https://www.eurekalert.org/pub_releases/2019-03/uoh-nrs032019.php
"Complex societies gave birth to big gods, not the other way around. Big data analyses suggest that moralizing gods are rather the product than the drivers of social complexity" (Complexity Science Hub Vienna, 20.3.): https://www.eurekalert.org/pub_releases/2019-03/cshv-csg032019.php
"A rather odd figure: The so-called Kilisik Sculpture from Adıyaman, Turkey" (The Tepe telegrams, 20.3.): https://www.dainst.blog/the-tepe-telegrams/2019/03/20/a-rather-odd-figure-the-so-called-kilisik-sculpture-from-adiyaman-turkey/
"A pet monkey was buried some 4,000 years ago with same rites as humans. Rhesus macaque, perhaps an elite gift, was interred with a type of pottery also found in human graves" (Nature, 19.3.): https://www.nature.com/articles/d41586-019-00889-1
"Die ersten Anatolischen Bauern waren lokale Jäger-und-Sammler, die die Landwirtschaft übernahmen. Die ersten Bauern aus Anatolien, die die Landwirtschaft nach Europa brachten und einen großen genetischen Beitrag zu den heutigen Europäer leisteten stammen direkt von lokalen Jägern und Sammlern ab, die eine landwirtschaftliche Lebensweise annahmen" (Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte, 19.3.): https://www.shh.mpg.de/1237022/anatolia-neolithic-transition
"Tools for pioneers: Use-wear analysis of the lithic assemblage from LGM Mohelno-Plevovce site (southern Moravia, Czech Republic)" (Arkeobasque, 18.3.): https://arkeobasque.wordpress.com/2019/03/18/tools-for-pioneers-use-wear-analysis-of-the-lithic-assemblage-from-lgm-mohelno-plevovce-site-southern-moravia-czech-republic/
"Hepatitis B virus sheds light on ancient human population movements into Australia" (University of Melbourne, 17.3.): https://www.eurekalert.org/pub_releases/2019-03/uom-hbv031719.php
"The genomic history of the Iberian Peninsula reconstructed. The findings, published in Science, show an invasion of steppe descendants who replaced almost all men 4,000 years ago" (CSIC, 15.3.): https://www.eurekalert.org/pub_releases/2019-03/snrc-tgh031519.php und "Einzigartige genetische Geschichte der Iberischen Halbinsel durch zwei Studien offenbart" (Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte, 14.3.): https://www.shh.mpg.de/1232189/iberian-peninsula
"Und nun doch: Scans enthüllen Anomalien nahe Tutanchamuns Grab" (Selket’s Blog, 15.3.): https://blog.selket.de/aus-der-forschung/und-nun-doch-scans-enthuellen-anomalien-nahe-tutanchamuns-grab
"Neandertaler und moderne Menschen hatten ähnliche Speisezettel. Internationale Studie findet mehr gemeinsame Nahrungsvorlieben als angenommen ‒ Rätselhafte Spuren von Kannibalismus" (Universität Tübingen, 14.3.): https://bit.ly/2TSklvc
"Veränderte Essgewohnheiten begünstigten die Entstehung neuer Sprachlaute" (Universität Zürich, 14.3.): https://www.media.uzh.ch/de/medienmitteilungen/2019/Sprachlaute.html
"Der Steingebrauch von Seeottern hinterlässt markante archäologische Beweise. Das Forschungsteam nutzt einen interdisziplinären Ansatz, der Ökologie und archäologische Methoden kombiniert, um das Verhalten von Seeottern zu untersuchen" (Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte, 14.3.): https://www.shh.mpg.de/1231031/sea-otters-tool-use
"Archaeologists discovered a flintstone workshop of Neanderthals in the southern Poland; it is approx. 60,000 years old" (Science in Poland, 13.3.): http://scienceinpoland.pap.pl/en/news/news%2C33186%2Carchaeologists-discovered-flintstone-workshop-neanderthals-southern-poland-it
"Thanks to pig remains, scientists uncover extensive human mobility to sites near Stonehenge. Multi-isotope analysis reveals that feasts in the Stonehenge environs and across Wessex drew people and animals from throughout Britain" (AAAS, 13.3.): https://www.eurekalert.org/pub_releases/2019-03/aaft-ttp031119.php
"Testing the DNA in Museum Artifacts Can Unlock New Natural History, but Is it Worth the Potential Damage? Museums house a wealth of rare animal specimens, such as arctic clothing, medieval parchment and Viking drinking horns, but DNA testing can be destructive" (Smithsonian Magazine, 13.3.): https://www.smithsonianmag.com/science-nature/testing-dna-museum-artifacts-unlock-natural-history-worth-potential-damage-180971697/
"Changes in rat size reveal habitat of 'Hobbit' hominin. A new glimpse into the shifting ecology of Homo floresiensis" (Emory Health Sciences, 13.3.): https://www.eurekalert.org/pub_releases/2019-03/ehs-cir031319.php
Hort de la Bequera: "Researchers find a piece of Palaeolithic art featuring birds and humans. An exceptional milestone in European Palaeolithic rock art" (Universitat de Barcelona, 11.3.): https://www.eurekalert.org/pub_releases/2019-03/uob-rfa031119.php
"Hominids may have hunted rabbits as far back as 400,000 years ago. Small game was on the menu surprisingly early for members of the human genus in Western Europe" (ScienceNews, 6.3.): https://www.sciencenews.org/article/hominids-hunt-rabbits-stone-age

3.4.
Archäologie & Statistik: "was läuft?"
Ja "damals" - da war die Welt noch übersichtlich in der Szene derer, die Archäologie und Statistik miteinander verknüpften. Man traf sich einmal jährlich in übersichtlicher Runde von ca. 20-30 Teilnehmern zur Tagung der 1981 gegründeten "Arbeitsgemeinschaft Quantitative Methoden in der Archäologie", wobei der Medizin-Statistiker Prof. Peter Ihm (Marburg) eine verlässlich präsente und ansprechbare fachliche Autorität war. Wenn man ein Treffen verpasst hatte, las man ersatzweise die Tagungsberichte in den "Archäologischen Informationen". Doch um die Jahrtausendwende wurden die Berichte unstet, z. T. aber gewichtige Bücher. Gleichwie, die 2005 in "AG CAA" umgetaufte Gruppe trifft sich immer noch und unterhält eine informative Website - das nächste Treffen ist ein Workshop im September in Wilhelmshaven, zu dem das CfP bereits läuft (Deadline 26.7.). Die internationale CAA - die 1973 in Birmingham gegründete "Computer Applications & Quantitative Methods in Archaeology" - unterhält ebenfalls eine informative Website, tagt 2019 in Krakow (23.-27.4.) und 2020 in Oxford, und gibt seit 2018 eine neue Open-Access-Zeitschrift heraus (ubiquity press, London), das "CCA Journal of Computer Applications in Archaeology" mit einem beeindruckenden Board. Spannende Artikel finden sich dort, wie z. B. die Übersicht "Recent Trends and Long-standing Problems in Archaeological Remote Sensing", doch eine gemeinsame Richtung, ein allgemeiner Trend dessen, was aktuell die Szene bewegt, ist (noch) schwer abzulesen. Aber schreiben die Experten noch in archäologischen, d. h. anwendungsbezogenen Kontexten? Oder blickt man nicht längst in die Fachliteratur z. B. im Kontext R: Das R Journal, das Journal of Statistical Software, die lebendige Seite der R-Bloggers. Das Bündeln von Expertise unter dem Hut der Archäologie (wie z. B. die Archäoinformatik in Kiel) ist heute selten geworden, eher findet sie sich heute in umfassenderen, interdisziplinären Gefäßen wie z. B. DARIAH-DE und mainzed. Einen guten Überblick, an welchen Standorten Archäologie & Statistik noch enger verknüpft sind, gibt die weiterhin stetig aktualisierte Zusammenstellung der einschlägigen Lehrangebote, die sich auf der IANUS-Website findet. Sie lässt erkennen: viel Visualisierung, 3D und etwas GIS, wenig Statistik im engeren Sinne.
"Arbeitsgemeinschaft Computer-Anwendungen und Quantitative Methoden in der Archäologie" (Wikipedia, 26.10.2018): https://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitsgemeinschaft_Computer-Anwendungen_und_Quantitative_Methoden_in_der_Arch%C3%A4ologie
"Archäoinformatik" (Wikipedia, 2.2.2019): https://de.wikipedia.org/wiki/Arch%C3%A4oinformatik
Website der AG CAA: http://ag-caa.de/
Website der CAA International: https://caa-international.org/
"CCA Journal of Computer Applications in Archaeology": https://journal.caa-international.org/
Journal of Statistical Software: https://www.jstatsoft.org/index
The R Journal: https://journal.r-project.org/archive/2018-2/
R-bloggers: https://www.r-bloggers.com/
Archäoinformatik CAU Kiel: https://www.ufg.uni-kiel.de/de/professuren-bereiche/ai
"mainzed" Mainzer Zentrum für Digitalität in den Geistes- und Kulturwissenschaften: http://mainzed.org/de/
"DARIAH-DE" Digitale Forschungsinfrastruktur für die Geistes- und Kulturwssenschaften: https://de.dariah.eu/
"Sammlung von Lehrangeboten mit archäoinformatischen Inhalten" (IANUS): https://www.ianus-fdz.de/it-empfehlungen/lehrangebote

3.5.
"Wegweisende Überlegungen zum Wissenstransfer": Rezension zu: Heitz, C. & Stapfer, R. (eds.). Mobility and Pottery Production. Archaeological and Anthropological Perspectives
Sophie Schmidt rezensierte das 2017 bei Sidestone Press erschienene Buch und schreibt: "Der Band gibt mit seiner interdisziplinären Ausrichtung viele Anregungen für Archäologen, die sich mit Keramik, Mobilität, Mensch-Ding-Beziehungen und kulturtheoretischen Ansätzen beschäftigen. Wegweisend sind Überlegungen zum Wissenstransfer und die in einigen Arbeiten sehr klare Darstellung von Modellen, deren Nachvollziehbarkeit und Zugänglichkeit für Fachfremde besonders betont werden soll." Das Buch eröffne spannende neue Perspektiven auf die Keramikproduktion vergangener & rezenter Gesellschaften und sei ein Must Read für Keramologen. Spoiler alert: Alles & alle sind mobil.
Schmidt, S. C. (2019). Rezension zu: Heitz, C. & Stapfer, R. (eds.) (2017). Mobility and Pottery Production. Archaeological and Anthropological Perspectives. Leiden: Sidestone Press. Archäologische Informationen 42, Early View, online publiziert 16. März 2019. https://dguf.de/fileadmin/AI/ArchInf-EV_Schmidt.pdf

3.6.
Das Mädchen von Egtved kam doch nicht aus dem Schwarzwald
Archäologen haben sich spätestens in den 2010er Jahren daran gewöhnen müssen: Die Wahrheit kommt aus dem Labor! Konventionelles archäologisches Handwerk, bewährte geisteswissenschaftliche Methodik oder schlicht der Sachverstand erfahrener Praktiker zählen nicht mehr, entscheidend sind heutzutage die Daten aus dem Labor. So ging es auch dem weithin bekannten "Mädchen von Egtved" aus der jütländischen Bronzezeit, das im Jahr 2015 anhand von Isotopendaten als Kind aus dem Schwarzwald herausgestellt wurde - ein peer-reviewter Aufsatz in "Nature", der viel Wirbel machte und große öffentliche Resonanz erfuhr. Auch der DGUF-Newsletter vom 2.6.2015 Punkt 3.7. berichtete darüber, erlaubte sich indes, dezent und begründet Zweifel an den gehypten Labor-Ergebnissen und deren Interpretation anzumelden. Wie sehr die Isotopen-Ergebnisse bald zum Allgemeinwissen wurden, unterstrich z. B. eine gut gemachte ARTE-Dokumentation vom Februar 2018 (DGUF-Newsletter vom 9.3.2018 Punkt 11.8.). Nun meldet sich die Laborarchäologie am 13.3. - selbstverständlich ebenfalls peer-reviewt- erneut zum Thema und befindet: viel Lärm um nichts! Eine Studie hat die Isotopenverhältnisse, die als Referenz für die Egtved-Studie zur Erfassung des in der Region Üblichen dienten, hinterfragt, und stellt fest, dass diese niedrigen Werte auf den Eintrag von Kalkdünger durch die moderne Landwirtschaft einhergehe. In nicht landwirtschaftlich genutzten Gebieten ca. 10 km bachaufwärts zu Egtved werden Isotopenverhältnisse gemessen, die denen der Egtved-Bestattung entsprechen. Wieder mal muss die Geschichte umgeschrieben werden, und zwar wieder mal so, wie es die konventionelle Archäologie bereits zuvor beschrieb.
Thomsen, E. & Andreasen, R. (2019). Agricultural lime disturbs natural strontium isotope variations: Implications for provenance and migration studies. Science Advances 5(3), eaav8080 (13.3.2019): http://advances.sciencemag.org/content/5/3/eaav8083
"Teenage Priestess from the Bronze Age Was Probably No Globetrotter" (LiveScience, 18.3.): https://www.livescience.com/65017-priestess-probably-not-world-traveler.html
"New Thoughts on Egtved Girl and Skrydstrup Woman" (archaeology.org, 18.3.): https://www.archaeology.org/news/7480-190318-denmark-isotopes-farming

3.7.
Rezension zu: Werner E. Stöckli: Twann: Ausgrabungen 1974-1976, Auswertungen 1976-1982, Schlussbericht von 1981/1982, Kommentar von 2017
Gut 35 Jahre nach Ende der richtungsweisenden Ausgrabungen neolithischer Ufersiedlungen in Twann legt der Projektleiter Werner E. Stöckli 2018 seinen langerwarteten Abschlussbericht vor. Neben vielen neuen Erkenntissen durchzieht "das Pfahlbauproblem" den Band. "Nebenbei finden sich forschungsgeschichtliche Schmankerl und Kommentare, die zum Überdenken eingefahrener Positionen einladen." meint Rezensentin Daniela Hofmann.
Hofmann, D. (2019). Rezension zu: Stöckli, W. E. (2018): Twann: Ausgrabungen 1974-1976, Auswertungen 1976-1982, Schlussbericht von 1981/1982, Kommentar von 2017. (Die neolithischen Ufersiedlungen von Twann, 21; Hefte zur Archäologie im Kanton Bern, 3). Bern: Archäologischer Dienst des Kantons Bern. Archäologische Informationen 42, Early View, online publiziert 4. April 2019. https://dguf.de/fileadmin/AI/ArchInf-EV_Hofmann.pdf

3.8.
"Homo Luzoniensis" - wieder eine bislang unbekannte Menschenart von den Philippinen?
Am 10.4. veröffentlichte ein Team um den französischen Paläoanthropologen Florent Détroit in der Zeitschrift Nature den Aufsatz "A new species of Homo from the Late Pleistocene of the Philippines", der einschlägige Reste aus der Callao-Höhle auf der Insel Luzon vorstellt. Die Funde sind ca. 67.000 Jahre alt und - nicht überraschend - spärlich: ein paar Zähne, ein Fingerknochen, ein Fußknochen, die wohl von zwei Erwachsenen und einem Jugendlichen stammen. DNA-Erhaltung ist nicht gegeben. Man erinnert sich an den "Homo Floresiensis", man erinnert sich an 700.000 Jahre alte Steinartefakte aus der Region und ist mehr als gespannt. Die Beurteilung der Reste aus der Callao-Höhle ist schwierig: Sie deuten auf sehr kleine Individuen hin (Inselverzwergung?), weisen neben modernen Merkmalen auch sehr alte Merkmale auf, wie etwa die Tatsache von Prämolaren mit drei Wurzeln, wie man sie vom Homo erectus kennt. Der deutlich gebogene Fingerknochen erinnert sogar an Australopithecus afarensis ("Lucy"). Sprich: man sollte vorsichtig sein, die ausnehmend seriös vorgestellten Reste sogleich als neue Menschenart einzuordnen, sondern als Statusmeldung eher eintragen: "Es ist kompliziert". Die philippinische Insel Luzon ist - wie auch das 2.000 km südlich gelegene Flores - vom Festland durch einen sehr tiefen Meeresarm getrennt, bei dem sich auch während der Eiszeiten bei sehr tiefem Meeresspiegel keine trockene Landbrücke ergibt. Unter der reichen Berichterstattung über den Nature-Aufsatz in den Medien weisen wir vor allem auf den Beitrag des Anthropologen John Hawks im digitalen Wissenschaftsmagazin "Sapiens" hin, der die Befunde verständlich beschreibt und nachvollziehbar einordnet.
Détroit, F., Mijares, A. S., Corny, J., Daver, G., Zanolli, Cl., Dizon, E., Robles, E., Grün, R. & Piper, Ph. J. (2019). A new species of Homo from the Late Pleistocene of the Philippines. Nature 568, 181-186. https://www.nature.com/articles/s41586-019-1067-9
Jan Dönges: "Homo luzonensis: Eine neue Art Mensch" (Spektrum.de, 10.4.): https://www.spektrum.de/news/eine-neue-art-mensch/1638164
Carl Zimmer: "An Ancient Human Species Is Discovered in a Philippine Cave" (New York Times, 10.4.): https://www.nytimes.com/2019/04/10/science/homo-luzonensis-philippines-evolution.html
John Hawks: "New Hominin Shakes the Family Tree — Again. What does the discovery of Homo luzonensis mean for our understanding of humanity’s history?" (Sapiens.org, 10.4.): https://www.sapiens.org/evolution/homo-luzonensis-discovery/

3.9.
Reste eines rheinischen Tragaltars des 12. Jh. in Göttingen?
Das Kunstquartier "Kuqua" ist seit Jahren ein lokales Aufregerthema in Göttingen: der Neubau einer großen Galerie in der südlichen Innenstadt. Nun denn: Im Sommer 2018 wurde die Stadtarchäologie und die beauftragte Grabungsfirma "Streichardt und Wedekind Archäologie" tätig. Jetzt - nach Abschluss der Feldarbeiten - vermeldet die Stadtarchäologin Betty Arndt einen "Sensationsfund" - so das Göttinger Tageblatt -, der beim Waschen und Aufarbeiten der Grabungsfunde erkannt wurde: Eine etwa 9 cm große, figürliche Schnitzerei aus Elfenbein. Sie zeigt zwei Personen; der vordere Mann trägt eine Decke, der hintere zwei Vögel. Nach Vergleichsstücken handelt es sich um eine Schnitzerei aus der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts, am ehesten aus dem Rheinland, am ehesten Teile eines Tragaltars. Ein Fund, der nicht so recht in das Göttinger Nikolaiviertel passt, das seinerzeit ein ärmliches Stadtquartier war.
"'Sensationsfund': Schnitzerei aus Walross-Elfenbein?" (Göttinger Tageblatt, 10.4.): http://www.goettinger-tageblatt.de/Die-Region/Goettingen/Walross-Elfenbein-Stadtarchaeologie-findet-Schnitzerei-aus-dem-12.-Jahrhundert-auf-Kuqua-Gelaende
"Tief in der Stadtgeschichte" (Göttinger Tagblatt, 3.9.2018): http://www.goettinger-tageblatt.de/Thema/Specials/Thema-des-Tages/Archaeologen-untersuchen-Kuqua-Gelaende-in-Goettingen

3.10.
Das prähistorische Herz Mittel- und Nordeuropas: Doggerland
Über die einstige Landfläche "Doggerland" in der heutigen Nordsee hat Hubert Filser in der "Süddeutschen" einen lesenswerten Artikel verfasst, der gerade auch Einsteigern ein lebendiges Bild von der Vergangenheit und der aktuellen Forschung dazu gibt. Mehr als 100.000 Quadratkilometer groß war die Gegend zwischen Nordengland bis zur Nordspitze Dänemarks, durchzogen von Höhenzügen, Flüssen, Sümpfen und grünen Tälern. Heute liegt Doggerland durchschnittlich 13 Meter unter der Wasseroberfläche, einzig die Insel Helgoland ragt noch als sichtbarer Rest aus dem Wasser. "Helgoland bot damals als gut sichtbarer, rot leuchtender Sandsteinfelsen inmitten einer weiten Graslandschaft einen sicherlich imposanten Anblick, ähnlich dem Ayers Rock im heutigen Australien", zitiert Filser die Archäologin Ursula Warnke. Vor 8.150 Jahren ereignete sich dann die so genannte Storegga-Rutschung: Auf einer Länge von einigen hundert Kilometern rutschten etwa 3.000 Kubikkilometer Schlamm aus den Flachwasserzonen ab und dann die steilen Unterseehänge hinunter. Das löste einen gewaltigen Tsunami mit bis zu 20 Meter hohen Flutwellen aus, der die Küsten verwüstete – das Ende von Doggerland.
Hubert Filser, "Der erste Brexit" (Süddeutsche, 5.4.): https://www.sueddeutsche.de/wissen/doggerland-archaeologie-1.4397840


4. Kulturgutschutz
4.1.
Aktuelles rund um Kulturgutschutz in den Medien
"Graffiti scrawled on Ring of Brodgar standing stone in Orkney" (BBC, 11.4.): https://www.bbc.com/news/uk-scotland-north-east-orkney-shetland-47893307
Peru: "Millionenstrafe für Baufirma nach Zerstörung von Inka-Mauern" (NZZ, 6.4.): https://www.nzz.ch/panorama/millionenstrafe-fuer-baufirma-nach-zerstoerung-von-inka-mauern-ld.1473269
Cadbury: "Werbung für die Zerstörung archäologischer Quellen" (Archaeologik, 20.3.): https://archaeologik.blogspot.com/2019/03/werbung-fur-die-zerstorung.html
"Culture Under Fire: the ground-breaking report on the relationship between armed non-state actors and the protection of cultural heritage" (The Hague University, 18.3.): https://www.thehagueuniversity.com/about-thuas/thuas-today/events-and-activities/details/2019/03/18/default-calendar/culture-under-fire-the-ground-breaking-report-on-the-relationship-between-armed-non-state-actors-and-the-protection-of-cultural-heritage
"Kulturminister einigen sich auf Umgang mit kolonialem Erbe. Die Einrichtungen in Deutschland, welche Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten bewahren, werden aufgefordert, ihre Bestände zu erforschen" (RBB, 14.3.): https://www.kulturradio.de/nachrichten/2019/03/Kulturminister-einigen-sich-auf-Umgang-mit-kolonialem-Erbe.html

4.2.
"Schaffen Auswärtiges Amt und GroKo die Ratifizierung der UNESCO-Konvention?" Tagungsbericht "Underwater Cultural Heritage Forum" (Berlin, 4.12.2018)
Am 4.12.2018 fand in Berlin das "Underwater Cultural Heritage Forum" statt, zu dem das Auswärtige Amt und die Generaldelegation der Regierung Flanderns in Deutschland eingeladen hatten. Anne-Kathrin Piele berichtet von den Debatten über aktuelle Fragen zum Schutz des Unterwasser-Kulturerbes und die in Deutschland hängige Ratifizierung der UNESCO-Konvention. Vorträge zu verschiedenen Projekten aus den europäischen Nachbarländern zeigten, wie ein Beitrag zum Schutz des Unterwasserkulturerbes aussehen könnte und wie in Zukunft Wracks bzw. Fundstellen in situ per Unterwassertechnik erforscht werden können, ohne sie weiter antasten zu müssen. Piele resümiert: "Man darf gespannt sein, wie viel von der UNESCO-Konvention 2001 bei der Umsetzung in deutsches Recht inhaltlich übernommen werden wird und ob Teile eine Einschränkung ähnlich wie in der Schweiz erfahren werden."
Piele, A.-K. (2019). Schaffen Auswärtiges Amt und GroKo die Ratifizierung der UNESCO Konvention zum Schutz des Unterwasserkulturerbes im Jahr 2019? Tagungsbericht "Underwater Cultural Heritage Forum. Internationales Forum zum Kulturerbe unter Wasser." Berlin, 4.12.2018, Auswärtiges Amt. Archäologische Informationen, Early View, online publiziert 15. März 2019. https://dguf.de/fileadmin/AI/ArchInf-EV_Piele.pdf


5. Studium, Job-Themen und Personalia
5.1.
"Geisteswissenschaftler kämpfen am Arbeitsmarkt mit strukturellen Problemen"
Viele Geisteswissenschaftler findet man "da, wo es schwierig ist. Die Medienbranche erodiert, der Kulturbereich lebt von zeitlich begrenzten Projektgeldern, und im öffentlichen Sektor herrschen Sparzwang und hohe Befristungsquoten. Das sind alles Lieblingsbranchen der Geisteswissenschaftler! Viele arbeiten überdies zu Beginn frei oder übernehmen Projektaufträge." Die "Zeit" zur Frage, ob Berufseinsteiger sich unter Wert verkaufen und ob Freude an der Arbeit wichtiger ist als ein dickes Gehalt.
"Chancengleichheit: Sind Germanisten selber schuld?" (Zeit Campus, 11.3.): https://www.zeit.de/campus/2019/s1/chancengleichheit-berufseinstieg-arbeitsmarkt-geisteswissenschaft-naturwissenschaft

5.2.
Empfehlungen, wie Aktivitäten und Erfolge in nicht-traditioneller archäologischer Arbeit bei Stellenbesetzungen gewürdigt werden können
Empfehlungen, wie Aktivitäten und Erfolge in nicht-traditioneller archäologischer Arbeit bei Stellenbesetzungen gewürdigt werden können
Seit Herbst 2015 hat eine Gruppe von sieben nordamerikanischen Archäologinnen und Archäologen an "Guidelines for Promotion and Tenure for Archaeologists in Diverse Academic Roles" gearbeitet. Die Ergebnisse liegen nun in einem Bericht vor, der Empfehlungen gibt, wie Aktivitäten und Erfolge in nicht-traditioneller archäologischer Arbeit bei Stellenbesetzungen gewürdigt werden können. Die Aktivitäten der Arbeitsgruppe fußten auf der Erkenntnis, dass akademische Kennzahlen, die gewöhnlicherweise insbesondere im universitären Kontext bei der Personalauswahl zu Grunde gelegt werden, wichtige Leistungen in der archäologischen wissenschaftlichen Arbeit nicht ausreichend würdigen. Das Dokument hebt ab auf die sehr spezifische Situation in Nordamerika, dennoch lohnt ein Blick auch durch die europäische Brille, denn die dort ausführlich aufgeschlüsselten Aktivitätsfelder tauchen immer häufiger auch in Stellenbeschreibungen hierzulande auf.
Driver, Jon, Ted Goebel, Lynne Goldstein, P. Nick Kardulias, Fred Limp, Heather Richards-Rissetto, und LuAnn Wandsnider. „Report of the SAA Task Force on Guidelines for Promotion and Tenure for Archaeologists in Diverse Academic Roles“. Society for American Archaeology (SAA), 12. Februar 2019. https://documents.saa.org/container/docs/default-source/doc-careerpractice/promotion-and-tenure-white-paper-02-12-19-web.pdf?sfvrsn=8a5815cd_4.

5.3.
Großbritannien: Archäologischer Arbeitsmarkt auf Wachstumskurs
Mitte März hat der Berufsverband CIfA turnusgemäß seine rückblickende Marktstudie über die britische Archäologie veröffentlicht. Danach ist der Arbeitsmarkt Archäologie im Jahr 2017-18 nach allen Parametern gewachsen: Anzahl der Beschäftigten, Umsatz wie auch Gewinn. Ca. 6.800 Kolleginnen und Kollegen waren als Archäologen beschäftigt, davon mehr als 13 % aus dem EU-Ausland. Die Masse der Finanzen stammt aus dem nicht-staatlichen Sektor, nämlich 83 %. Die Mehrheit der Firmen plane für 2019 Investitionen und Expansion. Seit 2017 sagen Analysen für Großbritannien einen dramatischen Fachkräftemangel in er Archäologie vorher (zuletzt DGUF-Newsletter vom 22.1.2019 Punkt 5.5.).
"The latest Archaeological Market Survey report is now available" (CIfA, 13.3.): https://www.archaeologists.net/news/latest-archaeological-market-survey-report-now-available-1552483041

5.4.
Bericht von der Mitgliederversammlung des Deutschen Verbands für Archäologie, DVA (Würzburg, 3.4.)
Im Kontext der gemeinsamen Jahrestagung von WSVA und MOVA in Würzburg fanden auch die Vorstandssitzung und v. a. die Mitgliederversammlung des Deutschen Verbandes für Archäologie (DVA) statt. Im Kern beider Versammlungen standen die vier Themen DVA-Website, CIfA Deutschland, Nationale Forschungsdateninfrastruktur und "Archäologie & Schule". Betreffs der DVA-Website stellte Diane Scherzler (DGUF) ihre auf Bitten des DVA zum Herbst 2018 unternommene Analyse des Ist-Zustandes der DVA-Website und ihre gemeinsam mit Martin Trautmann (GfA) im Herbst 2018 konkretisierten Vorschläge für eine zeitgemäße Renovierung des Website nochmals vor. Der DVA-Präsident Alfried Wieczorek dankte für das Engagement und kündigte auf der Mitgliederversammlung an, einen Relaunch der DVA-Website im Sommer 2019 zu realisieren. - Der weitere Umgang des DVA mit CIfA Deutschland ist im Verband offen; während der Präsident großen Wert darauf legt, CIfA Deutschland wertzuschätzen und zu integrieren, stehen dem einzelne Mitglieder des DVA skeptisch gegenüber; sie vertreten die Auffassung, zu den vom CIfA behandelten Themenfeldern gebe es in Deutschland keine wirkliche Problemlage. Daher traf die Mitgliederversammlung zum Thema CIfA keine Beschlüsse. Die nächste DVA-Mitgliederversammlung im Herbst 2020 anlässlich des Deutsche Archäologiekongresses in Kiel soll genutzt werden, sich erneut über CIfA auszusprechen. - Kerstin Hofmann berichtete als IT-Expertin des DVA über das große Vorhaben "NFDI - Nationale Forschungsdateninfrastruktur", bei dem die DFG Digitale Infrastrukturen mit jährlich ca. 90 Mio. Euro fördern will. Der DVA habe beschlossen, sich nicht an bestehenden Verbünden wie z. B. NFDI4culture zu beteiligen, sondern - stark unterstützt durch das Engagement des DAI - mit NFDI4objects ein eigenes archäologisches Vorhaben aufzugleisen. Der DVA habe hierbei - ob kurzer, drängender Antragsfristen - für die gesamte deutsche Archäologie den Lead übernommen und einen (vorläufigen) Antrag "NFDI4objects" bei der DFG eingereicht. Alle Archäologen seien nun eingeladen, sich an den DVA zu wenden, ihre spezifischen Belange und Bedürfnisse einzubringen und an der Weiterentwicklung des Vorhabens mitzuwirken. - Ausführlich berichtete Gunter Schöbel über die Aktivitäten des DVA-Fachausschusses "Archäologie und Schule", der sich für ein Mehr an Archäologie im Schulunterricht und eine höhere Qualität der schulischen Lehrmaterialien stark machen will. Der Fachausschuss bereite eine Website mit Übersichten und Lehrmaterialien vor. - Über weitere Aktivitäten des DVA-Vorstandes wurde nicht ausführlicher berichtet. Eine angefragte Stellungnahme des DVA zum Thema Verbandsklagerecht kam nicht zustande, weil sich verbandsintern ob der Kürze der Zeit kein Konsens in der Sache finden ließ.
Website Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI): https://www.forschungsdaten.org/index.php/Nationale_Forschungsdateninfrastruktur_-_NFDI und https://www.dfg.de/foerderung/programme/nfdi/

5.5.
Rücktritt von Erika Pieler beim österreichischen Bundesdenkmalamt (BDA)
Die Chefin des österreichischen Bundesdenkmalamts (BDA), Erika Pieler, trat am 19.3. von ihrem Fünfjahresvertrag zurück. Sie lege ihr Amt aus persönlichen Gründen zurück, hieß es. Pieler hatte das Amt im Januar 2019 angetreten. Kulturminister Gernot Blümel (ÖVP) betonte, er nehme die Entscheidung mit Bedauern zur Kenntnis. Die Position ist derzeit mit Bewerbungsfrist 20.4. neu ausgeschrieben. Erika Pieler bleibe bis zur Übergabe in ihrem Amt, gab das Kulturministerium auf Nachfrage bekannt.
"Erika Pieler tritt als Chefin des Bundesdenkmalamts zurück" (Die Presse, 19.3.): https://diepresse.com/home/panorama/wien/5598540/Erika-Pieler-tritt-als-Chefin-des-Bundesdenkmalamts-zurueck
"Bis zur Übergabe bleibt Pieler im Amt. Pieler-Nachfolge beim Bundesdenkmalamt ausgeschrieben" (Südtirol-News, 20.4.): https://www.suedtirolnews.it/unterhaltung/kultur/pieler-nachfolge-beim-bundesdenkmalamt-ausgeschrieben


6. Berufsverband
6.1.
Bis 5.5.: Aufruf zur Kommentierung der CIfA-Deutschland-Firmenregistrierung
In den vergangenen Monaten hat CIfA Deutschland ein System zur bundesweiten Zertifizierung bzw. Registrierung archäologischer Fachfirmen erarbeitet. Dazu wurden die bestehenden Regeln des Berufsverbands CIfA (Chartered Institute for Archaeologists) zur "Registrierung von Organisationen" so angepasst, dass die in Großbritannien und Irland bewährten Verfahren von CIfA weiterhin gänzlich mit der deutschen Variante der Zertifizierung kompatibel sin und damit auch international verwendbar bleiben. Durch die eingebrachten Neuerungen ist das System der Firmenregistrierung nun auch in Deutschland rechtssicher und kann z. B. als Bestandteil der Anforderungen bzw. zur Erfüllung dieser bei Ausschreibungen und Vergabeverfahren verwendet werden. Die Zertifizierung verleiht registrierten Firmen ein öffentlich vorzeigbares Gütesiegel und sichert deren Auftraggebern, aber auch den Angestellten der registrierten Firmen das Einhalten von fachlichen und sozialen Mindeststandards. Zusätzlich bietet es allen Involvierten geordnete Wege, gegen Verstöße vorzugehen, falls ein Verdacht auf Nicht-Einhalten der während der Zertifizierung geprüften bzw. für registrierte Firmen obligatorischen Standards besteht. Zusammengefasst: Mit der Registrierung erklärt sich das Unternehmen bereit, seinen Betrieb nach dem Regelwerk des CIfA (Verhaltenskodex, Richtlinien zu ethisch korrektem, sozialverträglichem und nachhaltigem Handeln etc.) auszurichten und kommuniziert dies mit dem vom CIfA verliehenen Siegel. Nach erfolgreichem Durchlaufen des Registrierungsprozesses wird das Unternehmen in die Liste der vom CIfA zertifizierten Unternehmen aufgenommen. - Bevor das System der "Registrierten Organisationen" bzw. der Firmenregistrierung abgeschlossen, verabschiedet und veröffentlicht wird, soll es durch eine fachöffentliche Konsultation eingehend geprüft werden. CIfA Deutschland lädt deshalb alle interessierten Fachkollegen herzlich dazu ein, sich daran zu beteiligen, das Papier "Ein Gütezeichen für archäologische Fachfirmen" sorgfältig zu prüfen und Kommentare sowie Verbesserungsvorschläge bis zum 5.5. per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! einzubringen.
"Ein Gütezeichen für archäologische Fachfirmen. Entwurf zur öffentlichen Konsultation" (CIfA Deutschland, 21.3.): https://www.archaeologists.net/sites/default/files/CIfA_Deutschland_Firmenregistrierung.pdf

6.2.
"Viele wertvolle Gespräche": CIfA Deutschland auf der Tagung von WSVA & MOVA (Würzburg, 1.-5.4.)
CIfA Deutschland hat sich auf der gemeinsamen Jahrestagung der beiden Altertumsverbände WSVA und MOVA in Würzburg vom 1.-4.4. mit einem eigenen Stand präsentiert und Interessierten die Möglichkeit geboten, persönlich informiert und beraten zu werden. CIfA-Vorstandsmitglied und Firmenleiter Sascha Piffko, der den Stand führte, zeigte sich nach der Tagung sehr zufrieden: "Die Flyer sind vergriffen. Ich konnte viele wertvolle Gespräche führen und habe dadurch zahlreiche Anregungen für die weitere Arbeit von CIfA gewinnen können. Vier neue Mitglieder haben noch am Stand ihren Antrag verbindlich unterschrieben, bei circa acht Kollegen bin ich nach den Gesprächen sehr zuversichtlich, dass ihr Mitgliedsantrag bald eingeht." Aus der Sicht eines teilnehmenden Beobachters war die Atmosphäre am CIfA-Stand entspannter "als auch schon" und mehr von offenem Interesse als von Ablehnung oder gar Anfeindung geprägt.

6.3.
Bis 3.5.: Ausschreibung der Geschäftsführerstelle von CIfA Deutschland
Die vom internationalen CIfA finanzierte, auf 7,5 Stunden pro Woche angelegte Stelle einer/s Geschäftsführers/in ist mit Bewerbungsfrist bis zum 3.5. und Arbeitsbeginn zum 1.6.2019 ausgeschrieben. In der Startphase von CIfA Deutschland hatte Michaela Schauer in Doppelfunktion die Aufgabe als Gründungspräsidentin und Geschäftsführerin inne. Mit der jetzt erfolgenden Trennung wird die Konsolidierung des Start-Ups CIfA Deutschland fortgeführt. Michaela Schauer widmet sich ihren Aufgaben als Präsidentin, während die Verwaltung an die neue Geschäftsführung übergeben wird. Profil der Stelle, Aufgaben, Gehalt etc. auf der Website von CIfA: https://www.archaeologists.net/news/senior-coordinator-deutschland-opportunity-cifa-1553767439

6.4.
CIfA Deutschland: Erneuerung der Mitgliedschaft und Mitgliedsbeiträge
Wer je - auch weit vor jeder Brexit-Debatte - beruflich mit Großbritannien zu tun hatte, weiß es: Die Zahlungsgewohnheiten auf der Insel sind anders als das, was Mitteleuropäern selbstverständlich ist. So sind etwa Schecks, die in Deutschland seit etwa zwei Jahrzehnten ausgestorben sind, in Großbritannien weiterhin üblich. Das Zusammenkommen zweier Kulturen - in diesem Fall Zahlungskulturen - bereichert CIfA UK wie seine deutschen Mitglieder um Erfahrungen, die schrittweise auch in Verbesserungen der Praxis umgesetzt werden. Auf Drängen der deutschen Mitglieder hat CIfA jetzt ein Euro-Konto eröffnet, womit Wechselgebühren entfallen und SEPA-Überweisungen möglich sind. Die Zahlungsoptionen Kreditkarte wie auch PayPal (komfortabel) bestehen fort. Alles Nötige ist nun in einer Handreichung nachzulesen. Das CIfA-Beitragsjahr geht von 1.4. bis 1.4.: Mitglieder, die vergessen haben, ob sie schon gezahlt haben oder noch offene Posten bestehen, loggen sich mit ihren Mitgliederdaten auf der CIfA-Website ein, folgen dem Link "Subscriptions"; => "renew your 2019/2020 subscription"; => "individual renewal payment" und landen auf einer Seite, die alles Nötige zeigt und die elektronische Zahlung ermöglich.
Handreichung "Hinweise zur Beitragszahlung" (CIfA): https://www.archaeologists.net/sites/default/files/CIfA%20Deutschland%20Hinweise%20Beitragszahlung.pdf


7. Open Access & Open Data
7.1.
Academia.edu verlassen! - meint der Historiker Marko Demantowsky
In seinem Blogbeitrag beschreibt der heute in der Schweiz tätige und Social-Media-aktive Neuzeithistoriker seinen - den üblichen - Weg zu und bei Academia.edu, d.h. die Nutzung des Portals seit 2011 zur Bekanntmachung und Distribution seiner "Sonderdrucke". Doch mit der Zeit stört es ihn, die Nutzungsrechte an seinen Texten einem mehr und mehr kommerziell werdenden Unternehmen zu überlassen. Andererseits erwägt er, gegen Bezahlung Premium-Nutzer zu werden, um die dort angebotenen vertieften Informationen über seine Leserschaft zu gewinnen. Doch er zögert, und Academia.edu-Kritiker weisen ihn auf alternative Repositorien hin, deren Dienste ebenso gut, aber zuverlässig nicht kommerziell seien, z. B. Zenodo.org, Halshs.archives-ouvertes.fr, Philarchive.org und Hcommons.org. "Ich schaute mir alles genau an, und meine Wahl fiel auf Letzteres." So zieht er von Academia.edu zu Humanities Commons (HC) um, weil diese Plattform frei von jeglicher kommerzieller Nutzung sei. Für Academia.edu-Nutzer, die ähnliche Bedenken wie Demantowsky haben, regt sein Beitrag nach dem Nachdenken an und bietet wertvolle Hinweise auf interessante Alternativen. Die Newsletter-Redaktion hat beim Stöbern durch HC sogar diverse archäologische Gruppen dort entdeckt: Neuzeitarchäologie, die Swiss TAG, usw. Oft wird das Archiv für Preprints genutzt, und es nimmt auch Präsentationen etc. auf. Doch leider führt Demantowsky jenseits des obigen Zitats keine Argumente an, weshalb seine Wahl auf HC fiel und nicht z. B. auf das von der Europäischen Kommission via OpenAIRE finanzierte und beim CERN gehostetet Zenodo. Wiewohl es zu diesem Thema durchaus eine lesenswerte Debatte gäbe, weshalb wir unten einige weitere Links hinzufügen.
Marko Demantowsky: "Bei Academia.edu etc. bleiben? Wissenschaftliche Textrepositorien haben auch ihre Geschichte" (Blog Digital Bumanities am DHIP, 8.3.): https://dhdhi.hypotheses.org/5861
Archiv Humanities Commons: https://hcommons.org/
Sophie Schmidt (Beitrag ohne Titel, aber gut informiert; 22.11.2017): http://archaeoinformatics.net/academia-edu-and-its-problems/
Sarah-Mai Dang: "Zenodo, SocArXiv oder GitHub? Preprints in den Geisteswissenschaften" (12.10.2017): http://www.oabooks.de/zenodo-socarxiv-oder-github-preprints-in-den-geisteswissenschaften/
Ulrich Herb: "Welches Open Access Repository sollte man in der Bibliotheks- und Informationswissenschaft nutzen?" (scinoptica, 16.3.2017 - Updates beachten!): https://scinoptica.com/2017/03/welches-open-access-repository-sollte-man-in-bibliotheks-informationswissenschaft-nutzen/
Camilla Smith: "Alternative routes to scholarly articles and research outputs" (openaccess.blog, 1.7.2018): https://openaccess.blogg.kb.se/2018/07/01/alternative-routes-to-scholarly-articles-and-research-outputs/(aufgeführt wegen der Umkehrung der Blickrichtung: wie wird man gesucht?)

7.2.
Probleme mit Open Access und Publikationsgebühren? Dort finden Sie Rat und oft auch Tat
Die Initiative oa2020.de hat als Service eine Zusammenstellung veröffentlicht, die alle ihr bekannten Universitäts- und Forschungsstandorte aufzeigt, wo Open Access unterstützt wird, sei es durch einen als Ratgeber ansprechbaren "Open-Access-Beauftragten", sei es durch einen Publikationsfonds. Publikationsfonds dienen dazu, jene Autoren finanziell zu unterstützen, die für eine Veröffentlichung Publikationsgebühren / APCs bezahlen sollen, aber über keine eigenen Projektmittel verfügen, die dies tragen können. Im Jahr 2018 endeten fast alle Publikationsfonds in Deutschland übrigens mit einem Plus, d. h. die dort eingestellten Mittel waren höher als von Autoren abgerufen.
"Übersicht der Open-Access-Beauftragten an deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen" (oa2020.de, 5.3.): https://oa2020-de.org/pages/uebersichtoabeauftragte/


8. Bürger und Archäologie & Citizen Science
8.1.
Wie können Archäologen erfolgreich politischen Einfluss ausüben?
Wenn Archäologen mit Politikern oder Bürgern sprechen, können sie leicht in die Falle tappen - schreibt Kenneth Aitchison -, von vergangenem Leben zu erzählen, anstatt zu erläutern, was die Bedürfnisse jenes vergangenen Lebens für Gegenwart und Zukunft sind. Wie können Archäologen politischen Einfluss ausüben? Der Artikel untersucht und vergleicht Ansätze der Arbeit durch Interessengruppen und Lobbying im Hinblick auf die Europäische Kommission.
Aitchison, K. (2019). Listen to me! Lobbying for archaeology. Archäologische Informationen 42, Early View, published online 17 March 2019. https://dguf.de/fileadmin/AI/ArchInf-EV_Aitchison.pdf


9. Ausstellungen und Museen
9.1.
"The World Between Empires: Art and Identity in the Ancient Middle East" (New York, 18.3.-23.6.)
Archäologie-Ausstellungen seien wie Eisberge, schreibt Kunstkritiker und Pulitzerpreisträger Holland Cotter in der New York Times: Was man sehe, sei die Spitze eines Berges von Geschichte, der eingetaucht sei in einen Ozean aus Zeit. Die Ausstellung "The World Between Empires" im New Yorker Metropolitan Museum of Art sei genau so: Eine umfangreiche Schau voller Überraschungen und gleichermaßen verbunden mit der Vergangenheit wie mit der Gegenwart. Man sehe zunächst die alten Supermächte Rom im Westen und das Reich der Parther im Osten. Aber tatsächlich gehe es um den Flickenteppich an Kulturen, die sich dazwischen befanden und grob den heutigen Ländern Irak, Israel, Jordanien, Libanon, Syrien und Jemen entsprechen. Museen neigen dazu, schreibt Cotter, Konflikte zu ästhetisieren und das Chaos und die Zerstörung zu beschönigen, die sie erzeugen können. Diese Ausstellung mache das nicht und zeige die Jahrtausende währende kulturell gezielte Gewalt, von der Vergangenheit bis in die Gegenwart. Ein zweites Thema sei der Kulturgutschutz und das Bestreben von Museen, Kulturgut zu bewahren, es zu dokumentieren und zu kontextualisieren – und das in einer Zeit, in der Fragen rund um die Rückgabe von Kulturgut in der Luft liegen. Sollten Gegenstände zurückgegeben werden, auch wenn die Rückgabe sie in Gefahr bringen könnte?
Holland Cotter: "See Ancient Trade Route Treasures at the Met. 'The World Between Empires,' linking present and past, celebrates the distinctive art from all the cultures of the Middle East" (The New York Times, 14.3.): https://www.nytimes.com/2019/03/14/arts/design/world-between-empires-review-metropolitan-museum-of-art.html
Ausstellungs-Website: https://www.metmuseum.org/exhibitions/listings/2019/world-between-empires-art-and-identity-ancient-middle-east


10. Und sonst …
10.1.
Weltkulturerbe "Book of Kells" jetzt auch online
Das "Book of Kells" wurde jüngst neu digitalisiert und steht über die Webpräsenz des Trinity College Dublin zur freien Einsicht zur Verfügung. Der Copyright-Vermerk erlaubt die freie akademische Nutzung, die Verwendung zur Übersetzung und Publikation bedarf jedoch der Zustimmung der Bibliothek. Die kostbare, um 800 n. Chr. vermutlich in Schottland gemalte, nahezu 700 Seiten umfassende Handschrift ist eine der berühmtesten Buchmalereien der Karolingerzeit, sie gilt als *das* Beispiel insularer Buchmalerei. Das Book of Kells enthält die vier Evangelien mit ganzseitigen Abbildungen u. a. von Christus und Maria, die Textkapitel beginnen jeweils mit ausnehmend prächtigen Initialen.
"The Medieval Masterpiece, the Book of Kells, Is Now Digitized & Put Online" (Open Culture, 6.3.): http://www.openculture.com/2019/03/the-medieval-masterpiece-the-book-of-kells-is-now-digitized-put-online.html
"Book of Kells" - Trinity College Dublin "IE TCD MS 58": https://digitalcollections.tcd.ie/home/index.php?DRIS_ID=MS58_003v

10.2.
Nachvollziehbare Daten speichern: Neue Open-Source-Software "Data Curator"
Ein Großteil digitaler archäologischer Datenbestände sind schlichte Tabellen. Eigentlich kann es keine Festplatte einer Archäologin oder eines Archäologen geben, die nicht eine erhebliche Anzahl von Dokumenten aus Tabellenkalkulationsprogrammen speichert. Ebenso gewohnt ist aber die Erfahrung im archäologischen Alltag, dass Tabellen anderer Projekte oder von Kolleginnen und Kollegen kaum zu verstehen sind: Die Spaltenüberschriften sind seltsame Akronyme, die Inhalte der Zellen enthalten Werte, die unverständlich sind. Wer schon einige Zeit länger Tabellen erzeugt, wird mitunter sogar feststellen, dass auch die eigenen Daten nicht immer nachvollziehbar sind. Mit dem Problem ist die Archäologie nicht alleine. Rufus Pollock, einer der Erfinder von "Open Data", gründete vor einigen Jahren das Projekt "Frictionless Data", um insbesondere Daten der öffentlichen Verwaltungen analysieren zu können. Bisher war "Frictionless Data" eine Sammlung technischen Dokumente, in denen die Speicherung von Tabellendaten in einer Art Daten-Container beschrieben sind. Dazu standen auch Softwarebibliotheken für das Lesen und Schreiben dieser Container bereit. In diesen "Data Packages" sind zusätzlich die Informationen gespeichert, die zum Verständnis und zur Verarbeitung der Tabellendaten notwendig sind. Das Potenzial der "Frictionless Data Packages" liegt damit auf der Hand: Jeder Tabelle sind Metadaten mitgegeben, die zumindest rudimentäre Informationen enthalten und das Verständnis der gespeicherten Daten erheblich erleichtern. Seit kurzem ist eine Open-Source-Software für Windows und MacOS verfügbar, mit der Jeder seine Tabellen in solche "ausdrucksstarken" Datencontainer verwandeln und die Packages Anderer öffnen kann: der Data Curator. Das Programm ist so einfach zu bedienen, dass es kaum einer Einführung bedarf. Wer also Wert darauf legt, dass die eigenen Daten Anderen zugänglicher werden bzw. einem selbst auch in Zukunft verständlich bleiben, sollte anfangen, damit zu arbeiten (der Data Curator importiert übrigens problemlos auch Excel-Tabellen).
"Data Curator – share usable open data" (Open Knowledge International Blog, 14.3.): https://blog.okfn.org/2019/03/14/data-curator-share-usable-open-data/
"Case Study: Data Curator" - Informationen zur Software (Frictionless Data, o. D.): https://frictionlessdata.io/articles/datacurator/
Github Repository mit Installationspaketen der Version 1.0.0 für Windows/MacOS: https://github.com/ODIQueensland/data-curator/releases/tag/v1.0.0
Spezifikationen Frictionless Data (für Entwickler und digitale Enthusiast): https://frictionlessdata.io/specs/

10.3.
Archäologische Vereinigungen in Europa miteinander verknüpfen: ein Vorschlag
Über Europa hinweg gibt es viele archäologische Organisationen, mit unterschiedlichsten Geschichten, Funktionen, Aufgaben und Zielen. Einige von ihnen – wie beispielsweise die Society of Antiquaries in London oder die Ungarische Historische Gesellschaft (Magyar Történelmi Társulat) – sind seit dem 19. Jahrhundert etablierte und in ihren Ländern hochrenommierte Vereine. Andere Gesellschaften haben eine internationale Ausrichtung oder z. B. eine bestimmte Periode der Urgeschichte im Fokus. Viele dieser Gesellschaften – vielleicht sogar die Mehrheit von ihnen – beschäftigen sich mit einem spezifischen Raum wie einem Staat, einer Region oder einer Stadt. Daneben gibt es Gesellschaften, die sich auch mit der Praxis der Archäologie beschäftigen, wie beispielsweise die DGUF in Deutschland oder CIfA in Großbritannien. Dabei kommt es unübersehbar zu Überschneidungen und auch Doppelungen im Aufwand, und nicht alle Gesellschaften kommunizieren wirksam miteinander. Der Beitrag von Paul Belford und Gerry Wait skizziert einige dieser Themen und schlägt ein Projekt vor, das im Ergebnis eine bessere Vernetzung der archäologischen Gesellschaften in Europa erreichen könnte.
Belford, P. & Wait, G. (2019). Connecting Archaeological Associations in Europe. Archäologische Informationen, Early View, published online 19 March 2019. https://dguf.de/fileadmin/AI/ArchInf-EV_Belford_Wait.pdf
"Connecting archaeological associations in Europe" (Paul Belford Blog, 21.3.): https://paulbelford.blogspot.com/2019/03/connecting-archaeological-associations.html

10.4.
Schlechter Wissenschaftsjournalismus: Die aktuelle Lokalberichterstattung um Kalkriese
Der seinerzeit aus Köln nach Osnabrück berufene Provinzialrömische Archäologe Salvatore Ortisi hatte 2015-16 die für Kalkriese zuständige Professur inne und mit studentischen Teams kleine Grabungen in Kalkriese getätigt, Grabungen, die er nach seinem Ruf an die LMU München fortführte. Seit längerem ist seine Expertise seitens der Presse immer dann gefragt, wenn Neufunde zutage kommen, wie z. B. im Jahr 2018 ein kleines Konvolut von acht Goldmünzen. In einem aktuellen Interview mit der Osnabrücker Zeitung versucht der Journalist Burkhard Ewert beharrlich, Ortisi zu Aussagen der Art "es war alles ganz anders" und "die Geschichte muss umgeschrieben werden" zu bewegen, während Ortisi ebenso beharrlich wie sachlich antwortet, dass die bisherige, traditionelle Deutung der Funde und Befunde in Kalkriese weiterhin die am meisten wahrscheinliche Lösung ist. Gut, dass ein Fachmann es nochmals erläutert hat. Wie man allerdings vom Interview aus die Überschrift des Zeitungsartikels "Korrigierte Sicht auf Kalkriese" ableiten kann, darf in jedem sorgsam Lesenden durchaus Verwunderung hervorrufen - eine Überschrift, die dann sogleich eifrig in die Sozialen Medien waberte.
Burkhard Ewert: "Korrigierte Sicht auf Kalkriese. Varusschlacht-Forscher: 'Wir stehen am Anfang, nicht am Ende'" (Osnabrücker Zeitung, 10.3.): https://www.noz.de/deutschland-welt/kultur/artikel/1673744/varusschlacht-forscher-wir-stehen-am-anfang-nicht-am-ende

10.5.
Wieder mal: ein Beitrag zum Untergang des p-Wertes
Der p-Wert beschreibt als statistische Maßzahl die Wahrscheinlichkeit, inwieweit ein Ergebnis signifikant ist. Ein Werkzeug von Profis für Profis, um sich über statistische Kennwerte und deren Unterschiede austauschen zu können. Ein p-Wert kleiner 0,05 ist "signifikant" = gut = "ich habe ein Ergebnis"; ein größerer p-Wert führt in der Regel dazu, dass beobachtete Unterschiede als nicht-signifikant verworfen werden. Rein fachlich wendet sich die Kritik genau gegen dies: die leichtfertige Interpretation möglicher Unterschiede als nicht-signifikant. Denn hier könnten wertvolle Beobachtungen allzu früh verworfen werden. Würde man, so die Kritiker, beispielsweise nach einem sich andeutenden, aber eben (noch) nicht signifikanten Effekt eine Studie gezielt vergrößern, die Messgenauigkeit erhöhen o. ä., könnten sich sehr wohl signifikante Ergebnisse ergeben. So weit, so gut, in Fachpublikationen auf diese fachlich unzulänglichen Interpretationen einer statistischen Maßzahl hinzuweisen. Doch der Gedanke, Wissenschaft könne irren, und gerade: Statistik könne irren, ist allzu reizvoll, weshalb die - fachlich sinnvolle! - Kritik am leichtfertigen Umgang mit dem p-Wert gerne bis in die Tagespresse aufgegriffen wird. Jüngst der Guardian, was dann sogleich wieder die Runde bei Twitter und Facebook macht. Was tun? Gerne mal in den ironisierenden "p-value song" hineinhören, vor allem aber die einschlägigen Fachartikel mit Verstand lesen statt sich denjenigen anzuschließen, die das Ende aller Empirie und Tatsachenbefunde herbeireden wollen.
The Guardian Editorial: "The Guardian view on statistics in sciences: gaming the (un)known". (The Guardian, 24.3.): https://www.theguardian.com/commentisfree/2019/mar/24/the-guardian-view-on-statistics-in-sciences-gaming-the-unknown
"The P-Value Song" (Statistical Songs, 14.7.2015; Video, 4:43 Min.): https://www.youtube.com/watch?v=yy4nsEvKh2E
Wasserstein, R. L. & Lazar, N. A. (2016). The ASA's Statement on p-Values: Context, Pro-cess, and Purpose. The American Statistician 70(2), 129-133. DOI: 10.1080/00031305.2016.1154108 (preprint:) https://www.stat.ncsu.edu/people/bloomfield/courses/st370/The%20ASA%20s%20statement%20on%20p%20values%20context%20process%20and%20purpose.pdf
Amrhein, V., Greenland, S. & McShane, B. (2019). Nature comment: Scientists rise up against statistical significance. Nature 567, 305-307 (20.3.2019): https://www.nature.com/articles/d41586-019-00857-9
The American Statistician 73(1), 2019, Suppl. 1: https://www.tandfonline.com/toc/utas20/73/sup1

10.6.
"Propylaeum-VITAE": Ein neues biographisches Informationssystem zu Persönlichkeiten, die durch ihre Leistungen in der Archäologie und in den Altertumswissenschaften hervorgetreten sind
Die Röm.-German. Kommission in Frankfurt und das Portal Propylaeum an der UB Heidelberg haben die Beta-Version ihres gemeinsamen Projekts "Archäologenlexikon" online gestellt. Propylaeum-VITAE ist ein biographisches Informationssystem zu Persönlichkeiten, die durch ihre Leistungen in der Archäologie und in den Altertumswissenschaften hervorgetreten sind. Im Unterschied zu gedruckten biographischen Lexika ist es dynamisch gestaltet und wird online kontinuierlich fortgeschrieben. Propylaeum-VITAE will mehr sein als ein Personenlexikon. Zum Einsatz kommt die mit Förderung der DFG entwickelte und auf dem CMS DRUPAL aufsetzende Software WissKI, deren semantisches Ontologienmodell die Nutzung von CIDOC-CRM (ISO-Norm 21127), aber auch projektspezifische Anwendungsontologien vorsieht. Kontrollierte Vokabulare und Normdaten wie GND und iDAI.gazetteer werden eingebunden.
https://sempub.ub.uni-heidelberg.de/propylaeum_vitae/

10.7.
"Räuberischer Verlag" Omics Int. zu 50 Mio. Strafe wegen unlauteren Wettbewerbs verurteilt
Nach einem Bericht in der New York Times hat ein US-amerikanischer Richter den indischen Verlag Omics International wegen unlauteren Wettbewerbs zu einer Strafe von 50 Mio. US-Dollar verurteilt. Omics ist ein Insiderkreisen weithin bekannter "räuberischer Verlag", der in den zahlreichen von ihm herausgegebenen "wissenschaftlichen" Zeitschriften gegen Zahlung von Publikationsgebühren eingereichte Aufsätze publiziert. Die US-amerikanische Handelsbehörde, welche die Klage eingereicht hatte, hatte vor Gericht die Geschäftspraktiken von Omics dargelegt. Danach werde von den Omics-Zeitschriften eine wissenschaftsübliche Qualitätssicherung behauptet, die tatsächlich nicht durchgeführt werde - was als Betrug in großem Umfang einzuordnen sei. Zudem sei die Artikelakquise seitens Omics nicht fair. Omics hat Berufung gegen das Urteil eingelegt.
"The Price for ‘Predatory’ Publishing? $50 Million" (New York Times, 3.4.): https://www.nytimes.com/2019/04/03/science/predatory-journals-ftc-omics.html

10.8.
"Archäologie trägt zur wirtschaftlichen Entwicklung bei": Kurzer Bericht von der Jahrestagung der Archäologischen Gesellschaft Sachsen-Anhalt e.V. (Huy, 5.-7.4.)
Im Landkreis Harz stellt die Archäologie schon lange kein Konfliktfeld mehr dar. Das sagte der Landrat des Landkreiseses, Martin Skiebe, zur Begrüßung der Jahrestagung der Archäologischen Gesellschaft Sachsen-Anhalt am 5.4. auf der Huysburg. Im Gegenteil: Archäologie trage zur wirtschaftlichen Entwicklung bei, helfe, etwas Besonderes zu entwickeln und bringe Standortvorteile. Skiebe sei heute sehr froh, dass Archäologie "einfach dazugehört".
"Archäologie bringt Standortvorteile" (Halle-Spektrum, 8.4.): https://hallespektrum.de/nachrichten/bildung/archaeologie-bringt-standortvorteile/342402/

10.9.
Einen DNA-Test bei Ancestry und Co machen? Lieber erst dieses Video anschauen
Sie möchten wissen, ob Dschingis Khan Ihr Vorfahre war und ob Sie auch irisches Blut in Deinen Adern haben? Falls Sie aktuell mit einem DNA-Test liebäugeln, schauen Sie vorher ein aktuelles Video von "Walulis" an. Denn der erklärt Ihnen, warum hier keine Wissenschaftler am Werk sind, sondern eher Kaffeesatzleser.
"Entschlüsselt: So genau sind die DNA- Tests zum Selberspucken" (Walulis, 5.4.; Video, 8:47 Min.): https://www.youtube.com/watch?v=hMAJDJL_Tz4

10.10.
Au weia! Am 24. Oktober treffen Asterix und Obelix eine Pubertierende
Der Egmont-Verlag lüftet ein lange gehütetes Geheimnis und kündigt für den 24.10. den neuen Asterix-und Obelix-Comic an. Der Titel: "Die Tochter des Vercingetorix". Worum soll es gehen? "Wir haben versucht, die Geschichte einer Teenagermädchens zu erzählen, das in einem Dorf auftaucht, das vor allem aus Machos besteht", erzählte Autor Jean-Yves Ferri am 10.4. bei der Vorstellung des neuen Heftes. Der (erfundene) Nachwuchs des historisch verbürgten Arvernerhäuptlings Vercingetorix vereitelt Asterix‘ und Obelix‘ Traum von etwas Ruhe im beschaulichen Aremorica, denn – so viel hat der Verlag verraten – das Mädchen und zwei sie begleitende Arvernerhäuptlinge sind auf der Flucht vor niemand geringerem als Julius Caesar. "Die Tochter des Vercingetorix" wird die vierte Asterix-Geschichte, die Jean-Yves Ferri und Didier Conrad betreuen, nachdem sie die Reihe 2012 von Albert Uderzo übernommen hatten. Zuletzt erschien im Jahr 2017 der Band "Asterix in Italien".
"Neues Asterix-Comicheft heißt ‚Die Tochter des Vercingetorix‘" (Göttinger Tageblatt, 11.4.): http://www.goettinger-tageblatt.de/Nachrichten/Kultur/Weltweit/So-heisst-das-neue-Asterix-Album
"38. Comicabenteuer: Im Oktober trifft Asterix eine Pubertierende" (Spiegel, 10.4.): https://www.spiegel.de/kultur/literatur/asterix-trifft-die-tochter-des-vercingetorix-band-38-kommt-am-24-oktober-a-1262187.html


11. Impressum und Redaktionshinweise
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