DGUF-Newsletter vom 9.12.2016

DGUF-Newsletter vom 9.12.2016

1. DGUF-Nachrichten
1.1. Archäologische Informationen erscheinen ab Jg. 40 (2017) unter der Lizensierung CC BY 4.0
1.2. Recently published: Guide "Buying antique objects on the internet?" by the working group Cultural Heritage Protection of the German Society of Pre- and Protohistory (DGUF)
1.3. DGUF moniert die geplante Streichung der Denkmalfördermittel in Sachsen
1.4. Die DGUF freut sich auf Einreichungen für den Deutschen Studienpreis für Archäologie 2017
1.5. DGUF-Mitglied werden – jetzt auch zur Probe und zum Verschenken

2. Tagungen und Veranstaltungen
2.1. Save the date: DGUF-Jahrestagung 2017 "Berufsverband" (Mainz, 4.7.2017)
2.2. Jahrestagung der AG Werkzeuge & Waffen (Landau a. d. Isar, 20.-23.7.; CfP bis 31.3.)
2.3. "Museums and the Internet" (MAI-Tagung; Bonn, 15.-16.5.; CfP bis 13.1.)
2.4. "ARCHAEOskills" (Marburg, 28.-30.4.)

3. Forschung
3.1. Neu im Early View der "Archäologischen Informationen"
3.2. Aktuelle Ausgrabungen in den Medien
3.3. Aktuelle Forschung in den Medien
3.4. Warum endete die wikingische Besiedlung Grönlands?
3.5. König Arthurs Burg? Neue Befunde von Tintagel, Cornwall, Großbritannien
3.6. Ein Archäologentraum ist Wirklichkeit: Die Datenbank InterArch-Steiermark zum archäologischen Erbe der österreichischen und slowenischen Steiermark
3.7. Sollen und wollen wir das Aussterben von Spezies wie dem Wollhaarmammut rückgängig machen?
3.8. Berliner Einstein-Zentrum "Chronoi" erforscht Zeit und Zeitbewusstsein in den Gesellschaften der Alten Welt

4. Kulturgutschutz
4.1. Aktuelles rund um Kulturgutschutz in den Medien
4.2. USA und Ägypten vereinbaren Import-Restriktionen für ägyptische Kulturgüter in die USA
4.3. "Wie ein Mensch mit verbranntem Gesicht" – Palmyra nach dem IS
4.4. 100 Mio. US-Dollar für den Schutz bedrohten kulturellen Erbes. Fünf Nobelpreisträger und hochrangige Vertreter von über 40 Ländern rufen zum Schutz von Kulturgut auf

5. Ausbildung, Job-Themen und Personalia
5.1. Gut 50 Stunden Arbeit/Woche, ca. 450 Euro/Monat "Stipendium", keine Arbeitslosen- und keine Sozialversicherung – woran bloß übt die DGUF da Kritik? Reaktion auf das DGUF-Monitum zum "Stipendium" in Hessen
5.2. DGUF äußert sich zur Beschäftigungssituation von Archäologen in Baden-Württemberg
5.3. Auszeichnung des ehrenamtlichen Engagements: Archäologie-Preis Baden-Württemberg 2016 verliehen
5.4. Britischer Berufsverband CIfA vereinbart enge Kooperation mit Irischem Berufsverband für Archäologie (IAI)
5.5. Ein persönlicher Erfahrungsbericht mit einem Volontariat im Museum
5.6. Berufsverband Archäologie: ein Vergleich USA und Großbritannien

6. Open Access & Open Data
6.1. Lohnt Open Access für Monografien in der Archäologie? Erfahrungen mit den "Archäologischen Berichten"
6.2. BMBF macht Open Access (fast) verbindlich
6.3. Universität Konstanz: Rechtsstreit um Zwang zum (Grünen) Open Access
6.4. ETH Zürich macht Digitalisate von Rara und Handschriften frei nutzbar
6.5. Verhandlungen mit Elsevier zwecks pauschalem Open Access stecken fest
6.6. FAZ stichelt erneut wider den Open Access

7. Bürger und Archäologie & Citizen Science
7.1. "Goldene Schaufel" des Archäologischen Landesamts Schleswig-Holstein für die Detektorgruppe Schleswig-Holstein
7.2. Die Beteiligung von "citizen archaeologists" in der Bodendenkmalpflege - Chancen und Probleme
7.3. Mecklenburg-Vorpommern: "Initiative pro Archäologisches Landesmuseum" (IPAL) erreicht 10.000 Unterschriften
7.4. Aktuelles Sonderthema von "Open Archaeology": Metallsuche durch Laien im europäischen Vergleich
7.5. "Probleme werden nicht dadurch gelöst, dass man neue anhäuft": Rainer Schreg kommentiert einen Beitrag Raimund Karls zur Metallsuche durch Nicht-Archäologen

8. Ausstellungen und Museen
8.1. "Das Museum als Diskussionsraum öffnen": Doreen Mölders (smac) über Soziale Netzwerke
8.2. "Informative und edel anmutende Sonderausstellung": Ausstellung "Neues Gold aus Kalkriese" (Kalkriese, 12.11.-15.1.)
8.3. Hubertus Kohle über das Analoge und das Digitale im Museum

9. Und sonst …
9.1. Unkonventionell: Deutschlands erster "Antiquity Slam"
9.2. "Shared Heritage" – Das Humboldt-Forum und die Kulturgüter der Menschheit
9.3. Wie verändern digitale Technologien die geisteswissenschaftliche Forschung und ihre Gegenstände? Tagungspublikation erschienen, Rezensenten gesucht
9.4. Debatte um Für und Wider der CC-Lizensierung unter Geschichtswissenschaftlern
9.5. Höhlenlandschaft der Schwäbischen Alb: ab 2017 Weltkulturerbe – oder doch nicht?
9.6. Start des Portals wissenschaftskommunikation.de
9.7. "The Roman Empire was effectively destroyed by immigration": Brexit-Treiber Arron Banks "erklärt" der Althistorikerin Prof. Mary Beard den Fall des Römischen Reiches
9.8. US-Amerikanische Anthropologen / Archäologen nehmen Stellung zur Politik
9.9. "Portus Virtual Tour": Digitaler Rundgang durch den anderen Hafen Roms
9.10. Hessen novelliert Denkmalschutzgesetz
9.11. Verband der Landesarchäologen in der Bundesrepublik Deutschland plädiert für Verbandsklagerecht im Denkmalschutz

10. Impressum und Redaktionshinweise


1. DGUF-Nachrichten
1.1.
Archäologische Informationen erscheinen ab Jg. 40 (2017) unter der Lizensierung CC BY 4.0
Das für gedruckte Publikation übliche Copyright bedarf bei einer reinen oder parallelen Online-Publikation zusätzlicher Regelungen, insbesondere, wenn diese unter den Bedingungen des Open Access erfolgt. Die DGUF veröffentlicht daher die Archäologischen Informationen neu ab Jg. 40, 2017 unter dem Lizenzmodell CC BY 4.0. Das bedeutet: Alle Beiträge dürfen von Dritten ohne Rückfrage beim Verlag oder den Autoren ganz oder in Teilen weiterverwendet werden, aber nur dann, wenn bei jeder Weiterverwendung der Autor/die Autoren, die Quelle und die Lizensierung ausdrücklich genannt werden. Es ist jenes Lizenzmodell, das führende Wissenschaftsorganisationen in Deutschland, u. a. die DFG, für Open-Access-Publikationen empfehlen. Indes: die DGUF gibt ihren Autoren die Freiheit, auch andere Varianten der CC-BY-Lizensierung zu wählen oder das konventionelle Copyright beizubehalten. Das jeweils gewählte Lizenzmodell wird auf der ersten Seite der Aufsätze in der Fußzeile aufgeführt. Die Redaktionsrichtlinien der Archäologischen Informationen wurden im Oktober 2016 entsprechend überarbeitet, Autoren dient die neue DGUF-Handreichung "Copyright und CC-Lizenz: Handreichung für die Lizenzierung wissenschaftlicher Publikationen" zur weiteren Orientierung.
http://www.dguf.de/416.html

1.2.
Recently published: Guide "Buying antique objects on the internet?" by the working group Cultural Heritage Protection of the German Society of Pre- and Protohistory (DGUF)
Several months after it was published in German language, the English-language version "Buying antique objects on the internet?" is out now. Written for archaeo-enthusiastic citizens it explains what to consider if one finds archaeological objects on internet platforms and would love to buy one or two of them. Where do these objects come from? What is the problem with illegally excavated and traded archaeological objects? How can one find out whether the object which she or he is interested in, is traded legally? In conclusion the DGUF offers a simple recommendation: "Since the legality of antiques often is not provable and it is difficult to solve the networks of illegally operating antique dealers, we recommend a clear line: Don’t buy antiques. Never." The guide does not stop here, though, and gives a couple of ideas how to get close to archaeology anyway. The DGUF invites all readers to distribute this guide – which is offered under a CC BY 4.0 license – into their international networks so it will reach as many people as possible.
Guide "Buying antique objects on the internet?" (DGUF, November 2016): http://www.dguf.de/fileadmin/user_upload/Arbeitskreise/Kulturgutschutz/Handreichungen/DGUF-Dok_Guide_Buying_antique_objects_on_the_internet.pdf
"Antike Objekte im Internet kaufen? Ein Wegweiser der DGUF" (DGUF, Dezember 2015/Oktober 2016): http://www.dguf.de/fileadmin/user_upload/Arbeitskreise/Kulturgutschutz/Handreichungen/DGUF-Dok_Handreichung_Antikenkauf_im_Internet.pdf

1.3.
DGUF moniert die geplante Streichung der Denkmalfördermittel in Sachsen
Sachsen sieht eine vollständige Streichung der Fördermittel zum Erhalt von (Bau-) Denkmälern vor. So jedenfalls die Zahlen im Plan, der statt 5 Mio. Euro für das Jahr 2016 für die Jahre 2017 und 2018 keine Mittel (null Euro) ausweist. Die DGUF hat am 13.11. zum geplanten Sparkurs Stellung genommen. Antworten aus der Politik an die DGUF lassen nun hoffen, dass der Sparplan nicht verfolgt werden wird.
http://www.dguf.de/417.html

1.4.
Die DGUF freut sich auf Einreichungen für den Deutschen Studienpreis für Archäologie 2017
Die DGUF hat derzeit wieder den Deutschen Studienpreis für Archäologie ausgeschrieben, Einreichungsfrist ist der 20.2. Mit dem Preis zeichnen wir besondere Leistungen von Studierenden aus und fördern damit den wissenschaftlichen Nachwuchs. Die ausgezeichnete Studienleistung wird von der DGUF nach Möglichkeit in den von ihr herausgegebenen Schriften im Open Access veröffentlicht. Wir unterstützen dies auch durch ein bis zu vierstündiges Publikations-Coaching durch einen der – sehr netten! – Herausgeber bzw. Redakteure der DGUF-Schriften, das der Preisträgerin bzw. dem Preisträger bei Bedarf hilft, der Arbeit den letzten Schliff zu geben. Der Preis ist ansonsten undotiert. Preiswürdige Studienleistungen können Seminar- oder Abschlussarbeiten wie auch Veröffentlichungen sein, die zum Zeitpunkt der Einreichung nicht älter als zwölf Monate sind und in deutscher oder englischer Sprache verfasst wurden. Vorschläge können durch Studierende und Dozenten einer deutschen Hochschule oder Mitglieder einer deutschen archäologischen Gesellschaft eingereicht werden. Preisträger des vergangenen Studienpreises der DGUF war Rashida Hussein-Oglü M.A. aus Münster. Ihre Arbeit behandelt die Grabfunde Westfalens in der Zeit von ca. 1200 bis 600 v. Chr. unter dem eminent wichtigen Aspekt der zeitlichen Gliederung und mittels der grundlegenden Methode einer Typengliederung. Die Arbeit wird 2017 in der Monographienreihe der DGUF "Archäologische Berichte" im Open Access publiziert.
Deutscher Studienpreis für Archäologie, Ausschreibung 2017: http://www.dguf.de/Studienpreis.html

1.5.
DGUF-Mitglied werden – jetzt auch zur Probe und zum Verschenken
Dieser Newsletter, unser Engagement für würdige Arbeitsbedingungen in der Archäologie, unsere Zeitschrift im Platinum Open Access: drei aktuelle Beispiele dafür, wie sich DGUF für die Anliegen der Ur- und Frühgeschichte und angrenzender Wissenschaften stark macht - seit mehr als 45 Jahren und oft mit Erfolg. Wir tragen zur Klärung und Weiterentwicklung von Berufs-, Fach- und Studienfragen bei, und wir wirken in die Institutionen ebenso wie in Gesellschaft und Politik hinein. Wenn Sie im zurückliegenden Jahr unsere Arbeit wertgeschätzt haben und noch nicht Mitglied sind, freuen wir uns sehr, von Ihnen zu hören! Mitglieder sind für uns eminent wichtig, denn mit Ihren Beiträgen können wir die realen Kosten unserer Arbeit abdecken, und unsere Mitgliederzahl gibt uns politisches Gewicht. Das heißt, auch wenn Sie "nur" Mitglied sind und für weitergehendes Engagement keine Zeit haben, unterstützen Sie schon allein dadurch aktiv unsere Arbeit. Auch als Nicht-Archäologe können Sie der DGUF übrigens beitreten. Unsere Mitgliedschaft ist jetzt auch als "Probemitgliedschaft" für ein Jahr möglich, und Sie können eine DGUF-Mitgliedschaft nun auch an jemanden verschenken, der sich darüber freuen würde.
Die DGUF-Mitgliedschaft und die Anmeldung: http://www.dguf.de/index.php?id=4
Die DGUF-Mitgliedschaft ausprobieren (oder verschenken): http://www.dguf.de/index.php?id=418


2. Tagungen und Veranstaltungen
2.1.
Save the date: DGUF-Jahrestagung 2017 "Berufsverband" (Mainz, 4.7.2017)
Die nächste Jahrestagung der DGUF wird sich um das Thema "Berufsverband für die Archäologie" drehen. 500 Rückläufe auf die Umfrage der DGUF zum Thema zeigen mit ihren zahlreichen Anmerkungen das hohe Interesse an der Thematik. Die Tagung wird im Rahmen des nächsten Deutschen Archäologie-Kongresses am 4.7. in Mainz stattfinden. Weitere Informationen zum Tagungsthema wird die DGUF im Januar veröffentlichen.

2.2.
Jahrestagung der AG Werkzeuge & Waffen (Landau a. d. Isar, 20.-23.7.; CfP bis 31.3.)
Die 10. Internationale Jahrestagung der Archäologischen Arbeitsgemeinschaft Werkzeuge & Waffen findet vom 20.-23.7. im Niederbayerischen Archäologiemuseum in Landau a. d. Isar statt. Unter dem Titel "Fischers Fritz fischt frische Fische… Rund ums Wasser" sollen Themen wie Bootsbauwerkzeuge, Fanggeräte (Widerhakenspitzen, Harpunen, Reusen, Angelhaken etc.), aber auch generellere Aspekte wie die Nutzung von Feuchtgebieten behandelt werden. Ein chronologischer Schwerpunkt ist nicht gesetzt. Geplant sind ein "Regionalblock", Museums- und Stadtführungen sowie eine Exkursion. Die Einreichung von Vortragsvorschlägen ist bis zum 31.3. möglich.
https://www.academia.edu/29828197/Call_for_papers_AG_Werkzeuge_und_Waffen_Tagung_Landau_a.d._Isar_2017_DEUTSCHE_VERSION

2.3.
"Museums and the Internet" (MAI-Tagung; Bonn, 15.-16.5.; CfP bis 13.1.)
Die MAI-Tagungen thematisieren Innovationen im Bereich internetbasierter Museumspräsentationen und –dienste. Im kommenden Jahr soll es vor allem um die Visualisierung von Daten-Weitergabe und Nachnutzung von Daten-Zusammenführung und Anreicherung von Daten gehen, außerdem um den Einsatz von Virtual Reality in Ausstellungen. Auf der Tagungswebsite finden sich darüber hinaus zahlreiche weitere Themen-Vorschläge. Einreichungen für (Kurz-)Vorträge, Poster und Workshops sind bis 13.1. möglich.
http://www.mai-tagung.lvr.de/de/programm_1/inhaltsseite.html

2.4.
"ARCHAEOskills" (Marburg, 28.-30.4.)
Der Dachverband Archäologischer Studierendenvertretungen (DASV) organisiert die 6. Folge ARCHAEOskills, dieses Mal in Marburg. Es werden Workshops zu u.a. folgenden Themen angeboten: Grabungsdokumentation, Journalismus, Archäobotanik, experimentelle Archäologie, Structure from Motion und wissenschaftliches Publizieren. Weitere Informationen sowie zur Anmeldung folgen lt. DASV "in Kürze".
http://www.dasv-ev.org/archaeoworks-2017.html


3. Forschung
3.1.
Neu im Early View der "Archäologischen Informationen"
Gringmuth-Dallmer, E. (2016). Die Überführung der DDR-Archäologie in das bundesdeutsche Wissenschaftssystem – Erfolgsstory oder Desaster? Archäologische Informationen, Early View, online publiziert 8. Dez. 2016.
Kotsakis, K. (2016). Review of: Alram-Stern, E. & Dousougli-Zachos, A. (2015). Die deutschen Ausgrabungen 1941 auf der Visviki-Magula /Velestino. Die neolithischen Befunde und Funde (Beiträge zur ur- und frühgeschichtlichen Archäologie des Mittelmeer-Kulturraumes 36). Bonn: Habelt. Archäologische Informationen, Early View, online publiziert 5. Dez. 2016.
Siegmund, F. (2016). Rezension zu: Kars, M., Theuws, F. & de Haas, M. (2016). The Merovingian cemeteries of Sittard-Kemperkoul, Obbicht-Oude Molen and Stein-Groote Bongerd (Merovingian Archaeology in the Low Countries 3). Bonn: Habelt. Archäologische Informationen, Early View, online publiziert 1. Dez. 2016.
Winghart, St. (2016). Heilsbringer oder Sündenbock? Archäologische Denkmalpflege in der Wahrnehmung der Landespolitik. Archäologische Informationen, Early View, online publiziert 10. Nov. 2016.
Bartelheim, M. (2016). Rezension zu: Ballmer, A. (2015). Topografie bronzezeitlicher Deponierungen. Fallstudie Alpenrheintal (Universitätsforschungen zur prähistorischen Archäologie 278). Bonn: Habelt. Archäologische Informationen, Early View, online publiziert 9. Nov. 2016.
http://dguf.de/index.php?id=9

3.2.
Aktuelle Ausgrabungen in den Medien
"Archäologen entdecken älteste Steinzeitdörfer im Westallgäu" (Pressemeldung Landesdenkmalpflege Baden-Württemberg, 1.12.): http://www.denkmalpflege-bw.de/service/presseoeffentlichkeitsarbeit/pressemitteilungen/pressemitteilungen/?no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=684&cHash=4e50384c2ad6ed354d308149b3094654
Sutton Hoo: "Bitumen from Middle East discovered in 7th century buried ship in UK" (Pressemeldung PLOS, 1.12.): https://www.eurekalert.org/pub_releases/2016-12/p-bfm112316.php
Wismar: "Mittelalterliche Schiffswracks werden geborgen" (NDR, 23.11.): https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/Mittelalterliche-Schiffswracks-werden-geborgen,kogge146.html und "Diese Schiffe begründeten die Macht der Hanse" (Welt, 1.12.): https://www.welt.de/geschichte/article159880564/Diese-Schiffe-begruendeten-die-Macht-der-Hanse.html
"Mexico archaeologists find temple to wind god beneath supermarket" (The Guardian, 30.11.): https://www.theguardian.com/world/2016/nov/30/mexico-temple-wind-god-archaeology-supermarket
"New discoveries unearthed at Terracotta Warriors site" (China Daily, 28.11.): http://news.xinhuanet.com/english/china/2016-11/28/c_135863600.htm
"Une cité et une nécropole vieilles de 7.000 ans découvertes en Egypte" (Le Monde, 24.11.): http://www.lemonde.fr/archeologie/article/2016/11/24/une-cite-et-une-necropole-vieilles-de-7-000-ans-decouvertes-en-egypte_5036855_1650751.html
Regensburg: "Kleine Sensation in der Erde am Dörnberg" (Mittelbayerische, 23.11.): http://www.mittelbayerische.de/region/regensburg-stadt-nachrichten/kleine-sensation-in-der-erde-am-doernberg-21179-art1455304.html
Irschen (Oberkärnten): "Spätantike Höhensiedlung freigelegt" (ORF, 23.11.): http://kaernten.orf.at/news/stories/2810706/
"Stash of Sun King's valuables found close to Arctic in Siberia" (The Siberian Times, 17.11.): http://siberiantimes.com/science/others/news/n0789-stash-of-sun-kings-valuables-found-close-to-arctic-in-siberia/
Chichén Itzá (Mexiko): "Pyramide unter Pyramiden entdeckt" (Spiegel, 17.11.): http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/mexiko-archaeologen-finden-unter-kukulcan-pyramide-zweite-pyramide-a-1121756.html
Schweden/Mesolithikum: "Underwater Stone Age settlement mapped out" (Pressemeldung Lund University, 14.11.): http://www.lunduniversity.lu.se/article/watch-underwater-stone-age-settlement-mapped-out
"Windisch: Geheimnisvoller Fund von 22 Öllampen beschäftigt die Archäologen" (Aargauer Zeitung, 14.11.): http://www.aargauerzeitung.ch/aargau/brugg/geheimnisvoller-fund-von-22-oellampen-beschaeftigt-die-archaeologen-130717243
Lkr. Reutlingen: "Mächtige frühkeltische Befestigungsmauern und Hausgrundriss auf der »Große Heuneburg« entdeckt" (Archäologie Online, 13.11.): http://www.archaeologie-online.de/magazin/nachrichten/maechtige-fruehkeltische-befestigungsmauern-und-hausgrundriss-auf-der-grosse-heuneburg-entdeckt/
Schwarzes Meer: "'We Couldn’t Believe Our Eyes’: A Lost World of Shipwrecks Is Found" (The New York Times, 11.11.): http://www.nytimes.com/2016/11/12/science/shipwrecks-black-sea-archaeology.html?_r=0
Ägypten: "Causeway discovered in ancient Aswan tomb" (Ahram Online, 8.11.): http://english.ahram.org.eg/NewsContent/9/40/248580/Heritage/Ancient-Egypt/Causeway-discovered-in-ancient-Aswan-tomb-.aspx
"Archäologie in Jordanien: Wehrhafte Gärtner in der Wüste" (Tagesspiegel, 4.11.): http://www.tagesspiegel.de/wissen/archaeologie-in-jordanien-wehrhafte-gaertner-in-der-wueste/14791088.html
"Bedeutende bronzezeitliche Stadt im Nordirak entdeckt" (Pressemeldung Universität Tübingen, 3.11.): http://www.uni-tuebingen.de/aktuelles/pressemitteilungen/newsfullview-pressemitteilungen/article/bedeutende-bronzezeitliche-stadt-im-nordirak-entdeckt.html
Hallig Nordstrandischmoor: "Urlauber finden Steinzeit-Beil im Watt" (NDR, 27.10.): http://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Urlauber-finden-Steinzeit-Beil-im-Watt,sensationsfund100.html

3.3.
Aktuelle Forschung in den Medien
Orkney- und Shetland-Inseln: "Archaeologists uncover clues to life of Iron Age man" (BBC, 6.12.): http://www.bbc.com/news/uk-scotland-north-east-orkney-shetland-38207134
Israel: "Ancient leftovers show the real Paleo diet was a veggie feast" (New Scientist, 5.12.): https://www.newscientist.com/article/2115127-ancient-leftovers-show-the-real-paleo-diet-was-a-veggie-feast/
"Researchers uncover evidence of malaria in Italy during height of Roman Empire" (Pressemeldung McMaster University, 5.12.): http://dailynews.mcmaster.ca/article/researchers-uncover-evidence-of-malaria-in-italy-during-height-of-roman-empire/
Jordanien: "Researchers may have found first polluted river from before Bronze Age" (Pressemeldung University of Waterloo, 2.12.): https://uwaterloo.ca/news/news/researchers-may-have-found-first-polluted-river-bronze-age und "World's first polluted river was contaminated by Neolithic humans learning to smelt 7,000 years ago" (CBC News, 5.12.): http://www.cbc.ca/news/canada/kitchener-waterloo/polluted-river-southern-jordan-smelting-copper-waterloo-1.3882242
"Analysis of Iron Age ceramics suggests complex pattern of Eastern Mediterranean trade" (Pressemeldung PLOS, 30.11.): https://www.eurekalert.org/pub_releases/2016-11/p-aoi112316.php
"New evidence that Lucy, our most famous ancestor, had superstrong arms" (The Washington Post, 30.11.): https://www.washingtonpost.com/news/speaking-of-science/wp/2016/11/30/new-evidence-that-lucy-our-most-famous-ancestor-had-super-strong-arms/?utm_term=.726271f338d3
"Neandertaler: Moderner als gedacht. Urmenschen passten ihre Überlebensstrategien aktiv an" (Pressemeldung Universität Tübingen, 28.11.): https://www.uni-tuebingen.de/newsfullview-landingpage/article/neandertaler-moderner-als-gedacht.html
Dmanisi (Georgien): "Meet the frail, small-brained people who first trekked out of Africa" (Science Mag, 22.11.): http://www.sciencemag.org/news/2016/11/meet-frail-small-brained-people-who-first-trekked-out-africa
"Archaeological excavation unearths evidence of turkey domestication 1,500 years ago" (Pressemeldung Field Museum, 21.11.): https://www.fieldmuseum.org/about/press/archaeological-excavation-unearths-evidence-turkey-domestication-1500-years-ago
"Autism and human evolutionary success" (Phys.org, 15.11.): http://phys.org/news/2016-11-autism-human-evolutionary-success.html
"Widespread evidence of prehistoric dairying discovered along the Mediterranean coast" (Pressemeldung University of Bristol, 15.11.): http://www.bristol.ac.uk/news/2016/november/prehistoric-dairying.html
"How farming changed the dog" (Science Mag, 8.11.): http://www.sciencemag.org/news/2016/11/how-farming-changed-dog
"Evolution purged many Neanderthal genes from human genome" (Pressemeldung PLOS, 8.11.): https://www.eurekalert.org/pub_releases/2016-11/p-epm110316.php
"Prehistoric Greenlanders ate bowhead whales to survive 4,000 years ago" (International Business Times, 8.11.): http://www.ibtimes.co.uk/prehistoric-greenlanders-ate-bowhead-whales-survive-4000-years-ago-1590532
Dänemark: "Archaeologists discover a Viking toolbox" (ScienceNordic, 4.11.): http://sciencenordic.com/archaeologists-discover-viking-toolbox
"Humans arrived in Australian interior 49,000 years ago, archaeologists believe" (The Guardian, 2.11.): https://www.theguardian.com/science/2016/nov/02/humans-arrived-in-australian-interior-49000-years-ago-archaeologists-believe-flinders-ranges

3.4.
Warum endete die wikingische Besiedlung Grönlands?
Unter Erik dem Roten besiedeln im Jahr 985 n. Chr. Wikinger, d. h. europäische Viehzüchter und Bauern, die Insel Grönland. Eine Expedition im Jahr 1721 findet ihre beiden Siedlungszentren, die sog. Westsiedlung und Südsiedlung, verlassen vor. Was ist geschehen? - fragen Wissenschaftler seitdem. Beliebt war die These eines gewaltsamen Endes durch die jägerisch lebenden Inuit, die Grönland von Norden her besiedelten. Jared Diamond in seinem vielgelesenen Buch "Collapse" vermutet, dass die Wikinger sich durch sukzessive Umweltzerstörung ihre eigene Lebensgrundlage nahmen. Am 11.11. berichtet "ScienceMag" über die Ergebnisse des Projekts "North Atlantic Biocultural Organisation" (NABO). Danach endeten die beiden Siedlungskomplexe lt. 14C-Daten um 1400 bzw. 1450 n. Chr., und zwar ohne Anzeichen äußerer Gewalt entlang der damaligen Klimaveränderungen, welche die bisherige Subsistenz immer schwieriger machten. So nimmt der Anteil aquatischer Nahrung seit etwa 1250 stark zu. Die NABO-Forscher halten aufgrund ihrer Grabungen die Jagd auf Walrosse, genauer: das Erbeuten und Exportieren von Walross-Elfenbein, für eine wesentliche Grundlage der späten grönländischen Wikinger-Ökonomie. Das Ende der Siedlungen sei friedlich verlaufen, im Sinne einer Rückwanderung, eines allmählichen Rückzugs aus einer stetig ungemütlicher werdenden Umwelt.
"The lost Norse. Why did Greenland’s Vikings disappear?" (ScienceMag, 10.11.): http://science.sciencemag.org/content/sci/354/6313/696.full.pdf

3.5.
König Arthurs Burg? Neue Befunde von Tintagel, Cornwall, Großbritannien
Auf der Halbinsel Tintagel vor der Nordküste Cornwalls unweit der Burg aus dem 13. Jahrhunderts sind Reste von Steingebäuden aus dem 5.-7. Jh. n. Chr. zum Vorschein gekommen. Diese sind von großer wissenschaftlicher Bedeutung, weil es kaum Steingebäude aus dieser Epoche gibt. Gleichzeitig hat der Fund aber auch den legendären Verbindungen König Arthurs mit diesem Ort – er soll hier u. a. gezeugt worden sein – wieder neuen Auftrieb gegeben. Bei waghalsigen geophysikalischen Untersuchungen im steil abfallenden Gelände hatte es erste Hinweise auf Bebauungsreste gegeben. Diesen Sommer wurde eine erste dreiwöchige Grabung unternommen. Zwei der gefundenen Grundrisse haben meterdicke Steinmauern und sind mit 11 m x 4 m relativ groß; zudem hat es Treppenansätze und mit Schiefer geplasterte Oberflächen. Anhaltspunkte für die Datierung liefern Fragmente von Importwaren, darunter spätrömische Amphoren, Glasgefäße und Feinkeramik aus Kleinasien, so genannte phokäische Ware. Eine zusätzliche absolute zeitliche Einordnung sollen Radiokarbondaten von Tierknochen, Mollusken und anderen organischen Resten aus Bodenproben liefern. Das auf fünf Jahre angelegte Forschungsprojekt verspricht einzigartige Einblicke in eine Zeit nach dem Ende der römischen und vor Beginn der angelsächsischen Herrschaft über Großbritannien; eine Zeit, über die es bisher – archäologisch wie historisch - nur wenig gesicherte Erkenntnisse gibt, aber dafür hochpopuläre Legenden wie die Artussage. Bis 2019 will English Heritage für die annähernd 200.000 Besucher, die Tintagel jährlich besuchen, übrigens eine spektakuläre Brücke für 4 Mio. Pfund bauen.
"Ist das der Königspalast von König Artus?" (Stern, 5.8.): http://www.stern.de/politik/geschichte/koenig-artus--sensationeller-fund-in-cornwall---wurde-hier-sein-palast-entdeckt--6994960.html
"Archaeologists Unearth the Secrets of Tintagel This Summer" (English Heritage, 28.7.): http://www.english-heritage.org.uk/about-us/search-news/archaeologists-secrets-of-tintagel
"Geophysics at Tintagel Castle: Non-invasive work ahead of the excavations" (Day of Archaeology, 7.8.): http://www.dayofarchaeology.com/geophysics-at-tintagel-castle-non-invasive-work-ahead-of-the-excavations/
"Palace Found at Tintagel, Fabled Birthplace of King Arthur" (New Historian, 5.8.)
http://www.newhistorian.com/palace-found-tintagel-fabled-birthplace-king-arthur/6998/
"Public to have say on Ney and William Matthews' Tintagel Bridge plans" (The Architects' Journal, 16.11.): https://www.architectsjournal.co.uk/news/public-to-have-say-on-ney-and-william-matthews-tintagel-bridge-plans/10014862.article

3.6.
Ein Archäologentraum ist Wirklichkeit: Die Datenbank InterArch-Steiermark zum archäologischen Erbe der österreichischen und slowenischen Steiermark
Wer kennt diesen alten Archäologentraum nicht: Einen Suchbegriff in eine Online-Datenbank eingeben – und schon erhält man eine Auskartierung der verschiedenen Fundstellen und eine Liste der vorhandenen Objekte. Entweder über die Fundstelle auf der Karte oder über die Objektliste lässt sich ein Datenbankeintrag des Fundes samt Foto(s) – mit Wasserzeichen - anzeigen, außerdem Archivalien zur Fundstelle und Informationen zu den Maßnahmen, die an der entsprechenden Fundstelle durchgeführt wurden. Aber leider grassiert in ganz Europa die Offline-Datenbankitis. In ganz Europa? Nein! Eine von unbeugsamen Archäologen bevölkerte Region im Herzen des Kontinents hört nicht auf, ihre Informationen online bereitzustellen Im Rahmen der Projekte "InterArch-Steiermark" (Interaktives archäologisches Erbe der österreichischen und slowenischen Steiermark, Laufzeit 2010-2013) und "BorderArch-Steiermark" (Register von archäologischen Fundstellen entlang der österreichisch-slowenischen Grenze, Laufzeit 2014-2015) wurden die Fund- und Archivalienbestände des Grazer Universalmuseums Joanneum der Jahre 1811-1941 aus der österreichischen und slowenischen Steiermark aufgearbeitet, digitalisiert, in ein GIS eingebunden (die Koordinatengenauigkeit variiert je nach Aktenlage) und online gestellt. Erfasst sind nahezu 10.000 Funde vom paläolithischen Höhlenbärenknochen bis zum neuzeitlichen Knopf von mehr als 2.000 Fundstellen sowie mehr als 3.500 Archivalien. Finanziert werden die Projekte aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE). Über das Resultat der zwei abgeschlossenen Projekte können sich jetzt nicht nur steirische und slowenische Archäologen freuen, deren Zusammenarbeit lange Jahre erschwert war, sondern eben auch alle anderen. Hier wird sehr deutlich, wie wertvoll Open Access und Open Data sind! Falls man einwenden will, es handle sich lediglich um Altfunde: Nun, genau diese sind in der Regel noch viel schwerer zugänglich als Neufunde! Wie der Projektleiter, Marko Mele, der DGUF-Newsletterredaktion erklärte, wurde überdies am 1.10. ein weiteres, auf drei Jahre angelegtes Folgeprojekt, "PalaeoDiversiStyria" (Die Paläolandschaft der Steiermark und ihre Biodiversität von der Urgeschichte bis zu Entdeckung der Neuen Welt) gestartet. Damit sollen die Daten zum archäologischen Erbe mit Forschungen zur Naturlandschaft in der Vergangenheit ergänzt werden, die ebenfalls mit den InterArch-Tools aufbereitet werden. Man darf gespannt sein!
Datenbank "InterArch-Steiermark": http://www.interarch-steiermark.eu/datenbank.html
Informationen zum Projekt "InterArch-Steiermark": http://www.interarch-steiermark.eu/ueber-interarch-steiermark.html
Informationen zum Projekt "BorderArch-Steiermark": http://www.interarch-steiermark.eu/ueber-borderarch-steiermark.html
Informationen zum Projekt "PalaeoDiversiStyria": https://www.museum-joanneum.at/archaeologiemuseum-schloss-eggenberg/ueber-uns/forschung/palaeodiversistyria

3.7.
Sollen und wollen wir das Aussterben von Spezies wie dem Wollhaarmammut rückgängig machen?
Zwischen 30 und 160 Arten sterben derzeit aus - pro Tag. Das schreibt der Journalist David Shultz im Science Magazine. Er fragt, was wäre, wenn das Aussterben ausgewählter Tierarten rückgängig gemacht würde. Die Forschung sei so weit, dass über "de-extinction" seriös nachgedacht werden könne. Es sei zu überlegen, welche Tiere man eventuell zurückbringen könne und welche am besten für das jeweilige Ökosystem seien, das sie bei ihrem Aussterben zurückließen. Unter den Tierarten, die am meisten zur Debatte stehen, ist auch das Wollhaarmammut. Nach Ansicht von mit dem Thema sehr vertrauten Wissenschaftlern sei es nur noch eine Frage der Zeit, bis es möglich wäre, das Aussterben des Mammuts rückgängig zu machen. Der Artikel legt gut verständlich die Sachstände dar, z. B.: Warum sollte man das Aussterben von Tierarten rückgängig machen? Wie würde es funktionieren? Wie weit ist die Forschung derzeit? Was sind die Risiken?
David Shultz, "Should we bring extinct species back from the dead?" (Science Magazine, 23.9.): http://www.sciencemag.org/news/2016/09/should-we-bring-extinct-species-back-dead

3.8.
Berliner Einstein-Zentrum "Chronoi" erforscht Zeit und Zeitbewusstsein in den Gesellschaften der Alten Welt
Am 16.11. wurde in Berlin das erste geisteswissenschaftliche Einstein-Zentrum in einem feierlichen Festakt eröffnet. Das von der Einstein-Stiftung geförderte interdisziplinäre Forschungszentrum des Berliner Antike-Kollegs wird seine Arbeit zwar erst 2018 vollumfänglich aufnehmen, aber die Forschungsagenda wird ab jetzt vorbereitet. Der thematische Schwerpunkt des Zentrums liegt auf der Erforschung von Zeit und Zeitbewusstsein in den Gesellschaften der Alten Welt, untersucht wird die Wahrnehmung von Zeit sowie Konzepte und Organisation von Zeit im Altertum. Neben der historischen Perspektive sollen auch Forschende aus den Sozial-, Natur- und Lebenswissenschaften integriert werden. Kernstück des Einstein-Zentrums "Chronoi" ist ein Fellow-Kolleg für Gastwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus aller Welt. Das Einstein-Zentrum ist eine Kooperation von FU und HU Berlin, der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, dem Deutschen Archäologischen Institut, dem Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.
"Gute Zeit für das Einstein-Zentrum Chronoi" (Stiftung Preußischer Kulturbesitz, 18.11.): https://www.preussischer-kulturbesitz.de/news-detail/news/2016/11/18/gute-zeit-fuer-das-einstein-zentrum-chronoi.html
"‘Chronoi‘ – Neues Einstein-Zentrum in den Altertumswissenschaften beschäftigt sich mit Zeit und Zeitbewusstsein" (Pressemeldung FU Berlin, 7.9.): http://www.fu-berlin.de/presse/informationen/fup/2016/fup_16_293-einstein-zentrum-chronoi-altertumswissenschaften-berliner-antike-kolleg/index.html


4. Kulturgutschutz
4.1.
Aktuelles rund um Kulturgutschutz in den Medien
"Gestohlene Kulturgüter: Artefakte aus Palmyra im Genfer Zollfreilager entdeckt"I (NZZ, 2.12.): http://www.nzz.ch/wissenschaft/archaeologie/gestohlene-kulturgueter-artefakte-aus-palmyra-im-genfer-zollfreilager-entdeckt-ld.132252
"Vormarsch gegen Daesh (Syrien/ Irak im November 2016)" (Archaeologik, 2.12.): http://archaeologik.blogspot.de/2016/12/vormarsch-gegen-daesh-syrien-irak-im.html
"Italien: Militär gegen die Plünderung von Kulturgut" (Archaeologik, 23.11.): http://archaeologik.blogspot.de/2016/11/italien-militar-gegen-die-plunderung.html
Irak: "Der Ziggurat von Nimrud wurde einplaniert!" (Archaeologik, 13.11.): http://archaeologik.blogspot.de/2016/11/der-ziggurat-von-nimrud-wurde.html
"How Daesh Turns Illicit Digs Into Dollars" (The Antiquities Coalition, Nov. 2016): https://theantiquitiescoalition.org/blog-posts/how-daesh-turns-illicit-digs-into-dollars/
"Louvre to offer shelter for world treasures rescued from war zones" (The Guardian, 1.11.): https://www.theguardian.com/world/2016/nov/01/louvre-safe-haven-world-treasures-rescued-war-zones-secure-facility-hollande

4.2.
USA und Ägypten vereinbaren Import-Restriktionen für ägyptische Kulturgüter in die USA
Am 29.11. gab das State-Department der USA bekannt, dass die Außenminister der USA und Ägyptens am 30.11. ein Kulturgutschutzabkommen unterzeichnen. Danach sollen Importe von ägyptischen Kulturgütern in die USA starken Restriktionen unterliegen, wenn sie aus der Zeit 5200 v.Chr. bis 1517 n.Chr. stammen. Es handelt sich um das erste Abkommen dieser Art, das die USA mit einem Staat im Vorderen Orient schließen, und erst die 16. Vereinbarung der USA zum Kulturgutschutz weltweit.
U.S. Department of State: "Secretary Kerry Signs Cultural Property Protection Agreement With Egypt" (30.11.): http://www.state.gov/r/pa/prs/ps/2016/11/264632.htm
"Secretary Kerry and Egyptian Foreign Minister Shoukry Sign Cultural Protection MOU" (US Department of State, 1.12.; Video, 3:42 Min.): https://www.youtube.com/watch?v=p3G8rPpmg7M

4.3.
"Wie ein Mensch mit verbranntem Gesicht" – Palmyra nach dem IS
Was geschah in der berühmten Ruinenstadt nach der Herrschaft des IS? Mit dieser Frage im Gepäck reiste ein Autorenteam der "Zeit" im Sommer 2016 zehn Wochen lang durch Syrien. Sie trafen Menschen, die nun mit der Situation umgehen müssen (z. B. den Direktor der Syrischen Antikenverwaltung M. Abdulkarim) und beleuchten die Bedeutung Palmyras im Spiel unterschiedlicher Interessengruppen. Es wird deutlich: Die Ruinenstadt ist vieles - nur nicht einfach ein Haufen alter Steine. Die Autoren brachten keinen nüchternen Zustandsbericht mit nach Hause, sondern einen Artikel, der in szenischen Momenten die Stimmung in der augenblicklichen Situation einfängt. Prädikat: lesenswert.
"Im Reich Assads" (Zeit, 28.11.): http://www.zeit.de/feature/palmyra-syrien-islamischer-staat-antike-kulturschaetze

4.4.
100 Mio. US-Dollar für den Schutz bedrohten kulturellen Erbes. Fünf Nobelpreisträger und hochrangige Vertreter von über 40 Ländern rufen zum Schutz von Kulturgut auf
Repräsentanten von mehr als 40 Ländern haben sich Anfang Dezember bei der Tagung "Safeguarding Endangered Cultural Heritage" (Abu Dhabi, 2.-3.12.) darauf geeinigt, 100 Mio. US-Dollar für den Schutz bedrohten kulturellen Erbes zur Verfügung zu stellen, allein 30 Mio. werden von Frankreich kommen. Die Mittel sollen die weltweite Initiative "Unite for Heritage" und die Bemühungen der UNESCO um den Schutz von Kulturgut im bewaffneten Konflikt unterstützen. Der Kronprinz der Vereinigten Arabischen Emirate Scheich Mohammed bin Zayed und der französische Staatspräsident François Hollande riefen auf der Tagung zu weltweiter Einigkeit auf, wenn es darum gehe, Kulturgut vor Terrorismus und illegalem Antikenhandel zu schützen. Während der Tagung wiesen die fünf Nobelpreisträger Aung San Suu Kyi, Kofi Annan, Ellen Johnson Sirleaf, Orhan Pamuk und Mario Vargas Llosa in einem gemeinsamen Statement auf den irreversiblen Verlust von Kulturgut hin, den Fanatiker betrieben, um die Hoffnung auf eine Zukunft zu unterminieren. Nun müsse gehandelt werden, die Zeit für hilflose Empörungs-Statements sei vorüber. Eine auf der Veranstaltung veröffentlichte "Abu Dhabi Declaration" thematisiert außerdem sichere, zeitweilige Aufbewahrungsorte für bedrohtes Kulturgut. Die Weltzollorganisation (WCO) begrüßte die Deklaration bereits. In der auf der Website des französischen Außenministerium veröffentlichten Erklärung heißt es: "Heritage is a vehicle for closer relations, tolerance, freedom, and respect. Its destruction is a threat to peace, as is the illicit trafficking of cultural property that often emerges in times of crisis." An der Veranstaltung nahmen Vertreter aus mehr als 40 Ländern teil, darunter waren die Generaldirektorin der UNESCO Irina Bokova, Aschraf Ghani, der Präsident Afghanistans, der jemenitische Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi, der Präsident Malis Ibrahim Boubacar Keïta und der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras.
"Conference on Safeguarding Endangered Cultural Heritage, Abu Dhabi (2-3 December 2016)" (Pressemeldung mit ausführlichen Materialien, Französisches Außenministerium, o. D.): http://www.diplomatie.gouv.fr/en/french-foreign-policy/cultural-diplomacy/events/article/conference-on-safeguarding-endangered-cultural-heritage-abu-dhabi-02-03-12-16
Abu Dhabi Declaration (Französisches Außenministerium, 3.12.): http://www.diplomatie.gouv.fr/en/french-foreign-policy/cultural-diplomacy/events/article/conference-on-safeguarding-endangered-cultural-heritage-abu-dhabi-declaration
"In Abu Dhabi, UNESCO Director-General calls for renewed commitment to protect heritage under attack" (Pressemeldung UNESCO, 3.12.): http://www.unesco.org/new/en/media-services/single-view/news/in_abu_dhabi_unesco_director_general_calls_for_renewed_comm/
"WCO welcomes Abu Dhabi Declaration on the protection of endangered cultural heritage" (Pressemeldung Weltzollorganisation WCO, 3.12.): http://www.wcoomd.org/en/media/newsroom/2016/december/wco-welcomes-abu-dhabi-declaration-on-the-protection-of-endangered-cultural-heritage.aspx
"Abu Dhabi conference reflects international alarm over destruction of ancient artifacts" (Saudi Gazette, 3.12.): http://saudigazette.com.sa/world/mena/abu-dhabi-conference-reflects-international-alarm-destruction-ancient-artifacts/
"UNESCO-Konferenz: Ein sicherer Hafen für bedrohte Kulturschätze" (Deutschlandradio Kultur, 4.12.): http://www.deutschlandradiokultur.de/unesco-konferenz-ein-sicherer-hafen-fuer-bedrohte.1013.de.html?dram%3Aarticle_id=373113
"Impact & Relevance: World Leaders from over 40 Nations announce $100 million fund to protect endangered cultural heritage via Abu Dhabi Declaration at the International Safeguarding Endangered Cultural Heritage Conference in UAE" (Ismailimail, 5.12.): https://ismailimail.wordpress.com/2016/12/05/impact-relevance-world-leaders-from-over-40-nations-announce-100-million-fund-to-protect-endangered-cultural-heritage-via-abu-dhabi-declaration-at-the-international-safeguarding-endangered-cul/


5. Ausbildung, Job-Themen und Personalia
5.1.
Gut 50 Stunden Arbeit/Woche, ca. 450 Euro/Monat "Stipendium", keine Arbeitslosen- und keine Sozialversicherung – woran bloß übt die DGUF da Kritik? Reaktion auf das DGUF-Monitum zum "Stipendium" in Hessen
Anfang November hatte die DGUF – wie bereits 2014 – die Vergabe eines "Stipendiums" zur Aufarbeitung einer Grabung in Ober-Roden (Hessen) kritisch hinterfragt, weil das Stipendium aus DGUF-Sicht unterdotiert und unangemessen ist (DGUF-Newsletter vom 2.11.2016 Punkt 5.1.; DGUF-Newsletter vom 19.6.2014 Punkt 5.3.). Dazu schrieb die DGUF die drei sich in der Presse als verantwortlich Darstellenden und sich öffentlich feiern Lassenden am 2.11. an und bat um Stellungnahme. Im öffentlichen Dienst gilt: Eingegangene Briefe werden binnen drei Wochen beantwortet, zumindest mit einer Eingangsbestätigung. Wie also sieht es gut einen Monat später aus? Der Hessische Landesarchäologe Dr. Udo Recker und der Bürgermeister der Stadt Rödermark, Roland Kern (Die Grünen), haben auf das Schreiben der DGUF nicht reagiert. Völlige Hilflosigkeit? Nichtbegreifen der Kritik? Arroganz der Macht? Man weiß es nicht. Am 21.11. schrieb uns allerdings der dritte Angeschriebene Dr. Frank Verse als Vorsitzender der "Kommission für Archäologische Landesforschung in Hessen e. V." (KAL). Sie firmiert als förmliche Vertragspartnerin der Stipendiatin, ist somit formal die hauptverantwortliche Institution. Nach Verses Ansicht gibt es keinen Anlass zur Kritik: Das ausgelobte Stipendium sei immerhin höher als das vom BMBF vergebene "Deutschlandstipendium" in Höhe von 300 Euro monatlich. Hm. Wer’s jetzt gerade nicht präsent hat: Das Deutschlandstipendium ist jenes nach Ansicht vieler (u. a. des Bundesrechnungshofes) dysfunktionale, 2011 eingerichtete Stipendium, mit dem die Bundesregierung hoch begabte Studierende (!) zusätzlich (!) zum BAföG unterstützt. Zum Mitrechnen: Der BAföG-Höchstsatz liegt z. Zt. bei 670 Euro monatlich, macht plus Deutschlandstipendium max. 970 Euro monatlich - für Studierende. Hier jedoch vergibt die KAL ein "Stipendium" in Höhe von 400 oder 500 Euro monatlich (die Angaben widersprechen einander) an eine hochqualifizierte Doktorandin, die über einen akademischen Abschluss verfügt. Aus Sicht der KAL, schreibt Dr. Frank Verse, sei das Stipendium natürlich "nicht ausreichend um den Lebensunterhalt der Stipendiatin abzudecken". "Ihre Probleme, das von uns vergebene Stipendium als solches anzusehen, sind uns daher unverständlich", schreibt er. Verse stellt der DGUF ein Ensemble an Gegenfragen, welche vom monierten Fall wegführen und bisher weder von Landesregierungen oder gar der Bundesregierung gelöst werden konnten, beispielsweise rund um die Probleme mit der "chronischen Unterfinanzierung der akademischen Bildungs- und Wissenschaftslandschaft in Deutschland". Er überliest leider das konkrete Anliegen der DGUF: Die Verantwortlichen, darunter Herr Dr. Verse selbst, hätten für das Forschungsvorhaben vorab Drittmittel einwerben müssen, um die Promovendin wie üblich mit einer 50%-Stelle nach TV-L 13 entlohnen zu können. Das könnte übrigens auch noch jetzt erfolgen. Dass es einen solchen (erfolglosen) Versuch gegeben hätte, schreibt die KAL nicht. Wir halten das "Stipendium" weiterhin für einen Skandal und meinen unverändert, es verstößt gegen die fachliche Ethik. Dr. Verse räumt nun ein, dass das "Stipendium" für die Sicherung des Lebensunterhalts nicht ausreiche. Die von der Promovendin zu bearbeitende Fundmenge und die ihr zusätzlich auferlegte Aufgabe, Öffentlichkeitsarbeit für das Projekt zu betreiben, werden sie nach fachlicher Einschätzung der DGUF zwei Jahre lang mindestens Vollzeit auslasten. Die Dissertation kommt wie üblich unbezahlt dazu. Also liegt die wöchentliche Arbeitszeit, die für all das anfällt, dauerhaft bei mindestens 50 Stunden. Wann kann dann die Stipendiatin noch für ihren Lebensunterhalt sorgen, und das kontinuierlich über zwei Jahre hinweg, so dass sie gesund bleibt und der erfolgreiche Abschluss des Projekts gesichert ist? Hierauf erbitten wir derzeit von Dr. Verse eine Antwort. Da die KAL ein e. V. ist, übernimmt mit der Entlastung des Vorstandes auf der nächsten Mitgliederversammlung letztlich jedes einzelne der 62 persönlichen Vereinsmitglieder die gemeinsame Verantwortung. "Übrigens enthält unser Stipendium keine Ausschließlichkeitsklausel, so dass selbstverständlich weitere Unterstützer willkommen sind", schreibt uns Verse außerdem. Nur Spötter lesen daraus den Vorschlag, dass doch Andere die Zeche, für die sich die KAL feiert, mitfinanzieren sollen. Wir haben da einen praktikablen Alternativvorschlag: Wenn jedes einzelne der 62 KAL-Mitglieder mit 10 Euro monatlich für die Sache einstünde, ergäbe sich mit plus 620 Euro monatlich, also gesamt 1.020 bis 1.120 Euro, tatsächlich ein Stipendium, dass man feiern könnte. Wir wären die Ersten, die hierauf anstoßen!
"DGUF moniert unangemessenes 'Stipendium', vergeben durch die hessische Landesarchäologie" (DGUF.de, 2.12.): http://www.dguf.de/413.html
Zum Deutschlandstipendium z.B. http://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/bundesrechnungshof-kritisiert-deutschlandstipendium-a-987146.html und http://www.zeit.de/2015/27/deutschlandstipendium-begabte-engagierte-studenten
und http://www.sueddeutsche.de/politik/deutschlandstipendium-erfolgsgeschichte-oder-rohrkrepierer-1.2899635

5.2.
DGUF äußert sich zur Beschäftigungssituation von Archäologen in Baden-Württemberg
Arbeitnehmer, die dauernd gebraucht werden, sollten nicht ständig befristet angestellt werden und damit in beruflicher Unsicherheit leben müssen. Vielmehr sollten sie nach einer gewissen Anzahl von Projektverträgen dauerhaft angestellt werden. Diese an sich gute Absicht hat das Teilzeit-/Befristungsgesetz. Die baden-württembergische Archäologie hat es in den vergangenen zwei Jahren allerdings so umgesetzt, dass Überleitungen in unbefristete Beschäftigungsverhältnisse nicht stattfinden, sondern dass Mitarbeiter trotz hoher Qualifikation und Erfahrung für weitere befristete Verträge "verbrannt" sind - denn sie könnten sich einklagen auf Stellen, die nicht vorgesehen sind. Für viele Archäologen heißt es demnach: eine der seltenen festen Planstellen bekommen, oder nie wieder als Archäologe bei der Landesarchäologie in Baden-Württemberg arbeiten können. Da Grabungsfirmen in Baden-Württemberg so gut wie nicht existieren, sprechen manche von einem Berufsverbot, das grabende Archäologen faktisch in Baden-Württemberg bekommen, sobald sie lange genug für das Amt gearbeitet haben. Für das Landesamt heißt die Situation, dass die benötigten Fachkräfte fehlen und man sich Hände ringend auf die Suche nach Ersatz machen muss (siehe DGUF-Newsletter vom 30.8.2016 Punkt 6.4.). "Absurd!" nennt das die Fernsehnachrichtensendung "Landesschau aktuell Baden-Württemberg". Die Reporter haben mit der betroffenen Archäologin Lisa Deutscher und der DGUF-Vorsitzenden Diane Scherzler gesprochen. Das Landesamt für Archäologie sei nicht zu einer Stellungnahme bereit gewesen.
"Die Beschäftigungssituation von Archäologen in Baden-Württemberg" (Landesschau aktuell Baden-Württemberg, 7.12.; Video in der ARD-Mediathek, Min. 17:37-21:11. Video online verfügbar und herunterladbar bis 13.12.): http://www.ardmediathek.de/tv/Landesschau-aktuell-Baden-W%C3%BCrttemberg/Sendung-19-30-Uhr/SWR-Baden-W%C3%BCrttemberg/Video?bcastId=254078&documentId=39398438
"Viel Arbeit, viel Geld, aber wenig Personal" (Stuttgarter Zeitung, 22.7.): http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.esslingen-viel-arbeit-viel-geld-aber-wenig-personal.e0353008-a6f7-421a-87fd-de0383ebf8d5.html
"Große Krise in der Archäologie" (Stuttgarter Zeitung, 18.8.): http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.baden-wuerttemberg-grosse-krise-in-der-archaeologie.c7581ed6-c905-400c-a7df-4863dd5ad45f.html

5.3.
Auszeichnung des ehrenamtlichen Engagements: Archäologie-Preis Baden-Württemberg 2016 verliehen
Hermann Glatzle (Herbrechtingen, Lkr. Heidenheim) und Ferdinand Pfannstiel (Trochtelfingen, Lkr. Reutlingen) wurden am 9.11. für ihr ehrenamtliches Engagement mit dem 8.000 Euro dotierten Archäologie-Preis Baden-Württemberg 2016 ausgezeichnet. Der pensionierte Lehrer Hermann Glatzle entdeckte im Lone- und Hürbetal mehr als 100 unbekannte Fundstellen des Paläo- und Mesolithikums, wodurch er zum Vorschlag "Höhlen der ältesten Eiszeitkunst" auf der Schwäbischen Alb als UNESCO-Weltkulturerbe beitrug. Pfannstiel, ebenfalls ein pensionierter Lehrer, leistete mit seinen Publikationen, Begehungen und Baubegleitungen einen wertvollen Beitrag zur vor- und frühgeschichtlichen Besiedlung auf der Schwäbischen Alb. Seit dem Frühjahr 2016 ist sein Projekt von der Streichung befristeter Anstellungen innerhalb der Landesdenkmalpflege Baden-Württemberg betroffen. Der mit 4.000 Euro dotierte Nachwuchs-Förderpreis ging an den Archäologiestudenten Jeff Klotz (Remchingen, Enzkreis), insbesondere für die Konzeption des Römermuseums Remchingen und der Initiation des Verbandes "Museumslandschaft Nordschwarzwald". Die Erforschung, die Pflege, der Schutz und die Vermittlung des kulturellen Erbes, sei eine wichtige gesamtgesellschaftliche Aufgabe, sagte Ministerialdirektor Hubert Wicker anlässlich der Preisverleihung. Auch Joachim E. Schielke, Vorsitzender der Wüstenrot-Stiftung, die den Preis stiftet, verwies darauf, dass eine Archäologie ohne Bürgerbeteiligung kaum vorstellbar sei. Zur Unterstützung des wertvollen Ehrenamtes wären daher zukünftig feste Ehrenamtsbeauftragte, z. B. nach dem bayerischen Vorbild "Archäologie und Ehrenamt", ein wünschenswerter Ansatz.
"Archäologie-Preis Baden-Württemberg 2016 verliehen" (Pressemeldung Land Baden-Württemberg, 9.11.): https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/archaeologie-preis-baden-wuerttemberg-2016-verliehen/
Ferdinand Pfannstiel: "Trochtelfinger erhält Archäologiepreis des Landes" (Reutlinger General-Anzeiger, 30.11.): http://www.gea.de/region+reutlingen/ueber+die+alb/trochtelfinger+erhaelt+archaeologiepreis+des+landes.5091936.htm
"Der Höhlensucher Hermann Glatzle: Detektiv der Alb" (Stuttgarter Zeitung, 31.3.): http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.der-hoehlensucher-hermann-glatzle-detektiv-der-alb.1ba46c5d-69d1-4742-8e17-d00b4124bd7f.html

5.4.
Britischer Berufsverband CIfA vereinbart enge Kooperation mit Irischem Berufsverband für Archäologie (IAI)
Am 22.11. hat das mehr als 3.000 Mitglieder starke britische "Chartered Institute for Archaeologists" (CIfA) mit dem "Institute of Archaeologists of Ireland" (IAI) eine Vereinbarung mit geschlossen. Darin vereinbaren die beiden Berufsverbände eine enge Kooperation, um ihre Ziele gemeinsam besser verfolgen und durchsetzen zu können. Neben vielerlei Worten über gemeinsame Ziele, mehr Kommunikation, mehr Austausch von Informationen und regelmäßige Treffen der Funktionäre geht es im Kern des drei Seiten langen Memorandums um den Versuch, die Akkreditierungsregeln beider Verbände für Individuen wie Fachfirmen zu harmonisieren. Da derzeit in Deutschland viele Kollegen den Bedarf nach einem wirksamen Berufsverband für die Archäologie debattieren - ein Thema auch der DGUF-Tagung am 4. Juli 2017 in Mainz (siehe Punkt 2.1. in diesem Newsletter) -, ist es auch für deutsche Archäologen relevant, diesen Vertrag und die weitere Entwicklung aufmerksam zu beobachten. Denn erstmals tritt hier das in Großbritannien starke und erfolgreiche CIfA aus den Grenzen des eigenen Staates heraus und kooperiert im europäischen Ausland eng mit einem bereits existierenden, wenn auch wohl noch weniger fest etablierten Berufsverband. Das 2001 gegründete "Institute of Archaeologists of Ireland" (IAI) vertritt Archäologen aus der Republik Irland und aus Nordirland; derzeit hat das IAI etwas mehr als 300 Mitglieder. Im April 2015 verabschiedete der irische Berufsverband einen Dreijahresplan, um in seiner Entwicklung und Wirksamkeit weiter zu kommen. Ziele sind u. a.: mehr Mitglieder, die Weiterentwicklung von Standards und Regeln sowie deren verbindlichere Durchsetzung, klarere Akkreditierung der Mitglieder und naheliegenderweise auch mehr öffentliche Wahrnehmung und eine Finanzierung auch jenseits der Mitgliedsbeiträge von z.Zt. 100 Euro/Jahr.
CIfA Chartered Institute for Archaeologists: "CIfA sign memorandum of understanding with the Institute of Archaeologists of Ireland" (CIfA, 23.11.): http://archaeologists.net/news/cifa-sign-memorandum-understanding-institute-archaeologists-ireland-1479892119
"Memorandum of understanding: The Institute of Archaeologists of Ireland (IAI) & Chartered Institute for Archaeologists (CIfA)" (22.11.): http://archaeologists.net/sites/default/files/news/MEMORANDUM%20OF%20UNDERSTANDING%2026%20October%20CIFA%20IAI.pdf
IAI Institute of Archaeologists of Ireland: "IAI Three-Year Strategic Plan (2015-2018)" (April 2014): http://www.iai.ie/strategy/
Wait, G. (2016). Das "Chartered Institute for Archaeologists": Der systematische Aufbau von Professionalität, Macht und Einfluss in Archäologie und Denkmalpflege. Archäologische Informationen, Early View, online publiziert 27. Aug. 2016. http://www.dguf.de/9.html

5.5.
Ein persönlicher Erfahrungsbericht mit einem Volontariat im Museum
Im Blog der Museumsvolontäre schreibt die Volontärin Iris Haist über die Erfahrungen mit ihrem Job, angefangen mit dem Unverständnis des Umfeldes wie auch Arbeitsamtes ob des (letztlich irreführenden) Begriffs "Volontariat", über die Inhalte eines Volontariats bis hin zu dessen Nützlichkeit und Prestige für den weiteren Berufsweg. Realistisch, desillusionierend, lesenswert!
Iris Haist: "'Lass das doch den Prakti… äh, den Volontär machen.' – Was ist das wissenschaftliche Volontariat am Museum eigentlich noch Wert? (Blog Museumsvolos, 17.11.): https://museumsvolos.wordpress.com/2016/11/17/lass-das-doch-den-prakti-aeh-den-volontaer-machen-was-ist-das-wissenschaftliche-volontariat-am-museum-eigentlich-noch-wert/

5.6.
Berufsverband Archäologie: ein Vergleich USA und Großbritannien
In den USA steht das "Register of Professional Archaeologists" (RPA) für eine Organisation, die eine Registrierung / Zertifizierung von Archäologen zum Zwecke der Qualitätssicherung archäologischer Arbeit durchführt, in Großbritannien ist es das "Chartered Institute for Archaeologists" (CIfA). Beide Organisationen sind (ähnlich) groß, und beide operieren leicht unterschiedlich. Daher bemühen sich CIfA und RPA in jüngster Zeit, voneinander zu lernen, um ihre Praxis und ihre Regularien ggf. zu verbessern. Eine Session auf der jüngsten Jahrestagung des CIfA in Leicester, die sich mit diesem Thema befasst hat, soll in den USA (Orlando) wiederholt werden. Dank der Video-Dokumentation von Doug Rocks-Macqueen können Interessierte die vier wichtigsten Vorträge (je ca. 15-30 min) auch ohne weite Reise verfolgen. ...und sich so auch auf die DGUF-Tagung am 4. Juli 2017 einstimmen und vorbereiten, die das Thema Berufsverband für die deutsche Archäologie debattieren möchte (siehe Punkt 2.1. in diesem Newsletter).
Doug Rocks-Macqueen: Session "Across the Atlantic: professionalism in archaeology over here and over there" (Videos; 9.11.): https://dougsarchaeology.wordpress.com/2016/11/09/across-the-atlantic-professionalism-in-archaeology-over-here-and-over-there/


6. Open Access & Open Data
6.1.
Lohnt Open Access für Monografien in der Archäologie? Erfahrungen mit den "Archäologischen Berichten"
Vor gut vier Jahren hat die DGUF begonnen, vergriffene Bände ihrer gedruckten Monografienreihe "Archäologische Berichte" frei zugänglich als Digitalisat online zu stellen (DGUF-Newsletter vom 30.3.2012 Punkt 1.3). Vor zwei Jahren haben wir einen ersten neuen Band parallel als gedrucktes Buch und als Open-Access-Ausgabe veröffentlicht (DGUF-Newsletter vom 26.11.2014 Punkt 3.4.); seitdem wurden weitere, noch im Druck lieferbare Bände schrittweise online gestellt. Lohnt das denn? Unsere Erfahrungen zeigen: Ja. Wir haben zwei Jahre nach unserem ersten Druck- & Open-Access-Band (Arch. Ber. 25) die Zahl der Downloads gesichtet. Im Mittel wurde jeder Band 75 Mal heruntergeladen, mit einer Spannweite von 0 bis 188. Dabei finden die beiden jüngsten Bände, Archäologische Berichte 24 und 25, naheliegenderweise die stärkste Nachfrage. Bedenkt man, dass die Druckauflagen von Monografien im Bereich der deutschsprachigen Archäologie oft bei 100 bis 300 Exemplaren liegen, zeigen diese Zahlen - wenn auch nicht ganz vergleichbar -, dass das Online-Stellen in einem gut gepflegten und bibliographisch registrierten Archiv den Autoren ein deutliches Mehr an Wahrnehmung einbringt.
Online-Präsenz der Archäologischen Berichte: http://books.ub.uni-heidelberg.de/propylaeum/catalog/series/archber

6.2.
BMBF macht Open Access (fast) verbindlich
Am 3.11. hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) wieder einmal ein Projekt innerhalb eines Rahmenprogramms ausgeschrieben und lädt ein, Anträge einzureichen. Neu darin sind unter "6 Sonstige Zuwendungsbestimmungen" die Regularien betreffs der aus dem Projekt resultierenden Publikationen: Zeitschriftenaufsätze sollen im Goldenen Open Access oder - bei Publikation zunächst in einer traditionellen Zeitschrift - nach einjähriger Sperrfrist im Grünen Open Access erscheinen. Bei Monographien wird "ausdrücklich die Open Access-Zweitveröffentlichung" begrüßt. Das ist inhaltlich klar und setzt die jüngste Absichtserklärung des BMBF (dazu DGUF-Newsletter vom 2.11.2016 Punkt 6.2.) nun auch exakt und verbindlich in dessen Förderpraxis um. Im Ergebnis entsprechen die Regularien des BMBF nun den Vorgaben der EU für die EU-geförderten Projekte oder etwa denen des FWF in Österreich. Wobei anzumerken ist, dass dies betreffs der Zeitschriften schlicht die geltende Gesetzeslage abbildet, wonach für Publikationen in Periodika Sperrfristen höher als ein Jahr nicht zulässig sind - danach dürfen die Autoren sie in elektronischen Archiven zweitveröffentlichen. Dennoch ist dies eine wichtige Klarstellung zum Open Access von einem der großen Forschungsförderer in Deutschland, der zudem zusichert, dass die hierfür ggf. entstehenden Kosten in die Anträge eingestellt werden können. Soweit, so erfreulich. Doch als Geisteswissenschaftler schaut man natürlich beim Thema Monographien besonders genau hin, und hier bietet die butterweiche Formulierung des BMBF eine Öffnung größer als jedes Scheunentor, weiterhin *nicht* im Open Access zu publizieren. Nicht zu vergessen dabei: auch Aufsätze in Monografien, die als Sammelwerke erscheinen wie z. B. Tagungsberichte oder Festschriften, gelten als Monographien. Für die geisteswissenschaftlichen Projekte im BMBF bedeutet das also: Losfahren in Richtung Open Access mit leicht angezogener Handbremse.
BMBF: "Bekanntmachung: Richtlinie zur Förderung der Maßnahme 'Migration und gesellschaftlicher Wandel' im Rahmen des Forschungsrahmenprogramms 'Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften'. Bundesanzeiger vom 15.11.2016." (BMMF, 3.11.): https://www.bmbf.de/foerderungen/bekanntmachung-1272.html
Heinz Pampel: "BMBF verankert Open-Access-Richtlinie (wisspub.net, 16.11.): https://wisspub.net/2016/11/16/bmbf-verankert-open-access-richtlinie/
Stefan Schmeja: "BMBF wird beim Thema Open Access konkreter" (TIB Blog, 17.11.): http://blogs.tib.eu/wp/tib/2016/11/17/bmbf-wird-beim-thema-open-access-konkreter/

6.3.
Universität Konstanz: Rechtsstreit um Zwang zum (Grünen) Open Access
An ihren Publikationen in wissenschaftlichen Closed-Access-Zeitschriften, die in mindestens zwei Heften pro Jahr erscheinen, haben Autoren nach einem Jahr ein Recht zur nicht-kommerziellen Zweitveröffentlichung. Viele Autoren nutzen dies, um ihre Publikationen auf Plattformen wie Acedemia.edu oder ResearchGate freiwillig allgemein verfügbar zu machen - man nennt dies Grünen Open Access. Im Dezember 2015 hat die Universität Konstanz für ihre Professoren aus der Möglichkeit die Pflicht zur Zweitveröffentlichung gemacht: Alle diese Aufsätze müssten auf dem einschlägigen Archivserver der Universität nach einem Jahr in den Open Acces gegeben werden. Die dem Open-Access-Gedanken gegenüber ablehnende FAZ hatte darüber im Dez. 2015 ausführlich berichtet. Nun haben 17 Konstanzer Lehrende aus zwei Fachbereichen Klage gegen ihre Universität eingereicht gegen einen Zwang zur Zweitveröffentlichung im Open Access. Damit läuft nun vor dem Konstanzer Verwaltungsgericht ein Prozess, dessen Ausgang weit über Konstanz hinaus von hoher Relevanz sein wird.
"Konstanzer Professoren klagen gegen ihre eigene Universität" (Südkurier, 23.11.2916): http://www.suedkurier.de/region/kreis-konstanz/konstanz/Konstanzer-Professoren-klagen-gegen-ihre-eigene-Universitaet;art372448,9013200
"Open Access: Der Geist gehört dem Staat" (FAZ, 30.12.2015): http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/forschung-und-lehre/baden-wuerttemberg-entrechtet-seine-wissenschaftlichen-autoren-13988149.html

6.4.
ETH Zürich macht Digitalisate von Rara und Handschriften frei nutzbar
Die Bibliothek der ETH Zürich stellt ihre digitalisierten Rara und Handschriften (vorwiegend 17.-19. Jh.) ab sofort bis auf Ausnahmen generell unter die Lizenz "Public Domain Mark 1.0" oder "CC BY-SA 4.0". Hm, denk, grübel: sind bei Rara und Handschriften nicht die Urheberrechte per se zumeist abgelaufen, die Werke daher gemeinfrei? Handelt es sich somit mehr um einen Aufmerksamkeit heischenden Gag? Nicht ganz, wie die juristischen Auseinandersetzungen zwischen der Wikimedia und den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim zeigen, wo die REM Rechte an den Reproduktionen geltend machen. Die ETH verzichtet nun genau darauf und möchte bei einer Weiterverwendung "nur" als Quelle genannt werden.
ETH Zürich: "Open Data jetzt auch bei gedruckten und handschriftlichen Quellen" (1.12.): https://www.ethz.ch/content/associates/services/de/news-und-veranstaltungen/intern-aktuell/archiv/2016/12/open-data-jetzt-auch-bei-gedruckten-und-handschriftlichen-quellen.html
"e-rara.ch, die Plattform für digitalisierte Drucke aus Schweizer Bibliotheken": http://www.e-rara.ch/
"e-manuscripta.ch, die Plattform für digitalisierte handschriftliche Quellen aus Schweizer Bibliotheken und Archiven": http://www.e-manuscripta.ch/

6.5.
Verhandlungen mit Elsevier zwecks pauschalem Open Access stecken fest
Seit mehreren Monaten verhandeln der große Wissenschaftsverlag Elsevier und die Allianz der Wissenschaftsorganisationen miteinander, um durch Zahlung einer pauschalen Lizenzsumme für die deutsche Wissenschaft eine generelle Open-Access-Lösung für die Publikationen des Elsevier-Verlags zu erreichen. Hintergrund ist das Projekt "DEAL – bundesweite Lizenzierung von Angeboten großer Wissenschaftsverlage", das die Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen auf Anregung der Hochschulrektorenkonferenz ins Leben gerufen hat. Verhandlungen mit den Verlagen Springer und Wiley sollen ab Januar folgen. Nun tritt die Allianz mit einer deutlichen Kritik am Verhandlungspartner an die Öffentlichkeit: Trotz einer gegebenen Umsatzrendite von bereits jetzt 40 Prozent fordere Elsevier Summen, die gegenüber den jetzigen Zahlungen auf eine weitere Preissteigerung hinausliefen. Elsevier lehne transparentere Geschäftsmodelle ab, die auf der Publikationsleistung basieren und Publikationen offener zugänglich machen würden.
"Allianz der Wissenschaftsorganisationen kritisiert Lizenz-Angebot von Elsevier" (Pressemitteilung Leopoldina, 2.12.): http://www.leopoldina.org/de/presse/nachrichten/allianz-stellungnahme-deal/
Leonhard Dobusch: "Deutsche Universitäten 2017 im digitalen Ausnahmezustand: Kämpfen oder Kapitulieren?" (Netzpolitik.org, 6.12.): https://netzpolitik.org/2016/deutsche-universitaeten-2017-im-digitalen-ausnahmezustand-kaempfen-oder-kapitulieren/

6.6.
FAZ stichelt erneut wider den Open Access
"Open Access läuft auf ein Kontrollsystem hinaus, das jeden Schritt von Wissenschaftlern überwacht. Die Politik verschenkt die Arbeit der Forscher an private Investoren", schreibt Uwe Jochum (Bibliothekar an der Univ. Konstanz) in der FAZ. Die Zeitung wird nicht müde, gegen den Open Access zu polemisieren. Tatsachen führt der Autor nicht an, sondern stellt in den schwärzesten Farben Vermutungen an, wie es werden könnte. Mit den vielen Wissenschaftsautoren, die angesichts der offensichtlichen Vorteile freiwillig im Open Access publizieren *wollen*, scheint er keinen Kontakt zu haben. So fährt die FAZ unermüdlich fort, sich für die traditionellen Wissenschaftsverlage inklusive deren hohen Gewinnen sowie den exklusiven Zugang zum Kulturgut Wissenschaft einzusetzen.
Uwe Jochum: "Digitale Wissenschaftskontrolle" (FAZ, 23.11.): http://plus.faz.net/evr-editions/2016-11-23/L5fW0vO3WYOe977Y7bxrwIb?GEPC=s3


7. Bürger und Archäologie & Citizen Science
7.1.
"Goldene Schaufel" des Archäologischen Landesamts Schleswig-Holstein für die Detektorgruppe Schleswig-Holstein
"Den persönlichen Einsatz und die herausragenden Verdienste" der Mitglieder der Detektorgruppe Schleswig-Holstein hat das Archäologische Landesamt Schleswig-Holstein am "Tag der Archäologie 2016" (5.11.) mit der "Goldenen Schaufel" geehrt. 2005 als kleine Gruppe der Sondengänger entstanden, die mit der Denkmalbehörde zusammenarbeiten wollen, ist die Detektorgruppe mit heute rund 150 Mitgliedern "als fest verankertes und von bürgerlichem Engagement getragenes Element der Landesarchäologie nicht mehr wegzudenken", schreibt der schleswig-holsteinische Landesarchäologe Prof. Dr. Claus von Carnap-Bornheim auf der Urkunde. Jedes einzelne Mitglied der Gruppe trage zur Entdeckung unzähliger unbekannter Fundstellen bei. Durch das Wirken der Detektorgruppe änderten sich Fundlandschaften signifikant. Gesellschaftliche Verpflichtung, Verantwortungsbewusstsein und die Bereitschaft zur Unterstützung prägten die Gruppe heute als Ganzes, so der Landesarchäologe. Das "Schleswiger Modell" gilt als ein Vorreiter im kooperativen Umgang mit Sondengängerinnen und Sondengängern.
"Tag der Archäologie 2016" (Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein): http://www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/ALSH/_startseite/artikel/TdA_Kurztext_Homepage.html
von Carnap-Bornheim, C., Ickerodt, U. & Siegloff, E. (2015). Einige Bemerkungen zu Christoph Huths Beitrag "Vom rechten Umgang mit Sondengängern" – die Schleswig-Holsteinische Perspektive. Archäologische Informationen 38, 232-330. http://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/arch-inf/article/view/26198

7.2.
Die Beteiligung von "citizen archaeologists" in der Bodendenkmalpflege - Chancen und Probleme
Im Rahmen der Jahrestagung des britischen Chartered Institute of Archaeology, die vom 20.-22.4. in Leicester stattfand, wurde eine Session zum Thema "The future of community archaeology" abgehalten. Ziel dieser Vortragsreihe und der Diskussionen war es, denkmalpflegerische Projekte in Großbritannien, die von "citizen archaeologists" getragen werden, unter folgenden Fragenstellungen zu beleuchten: Wie nachhaltig sind solche Unternehmungen? Was sind die Erfahrungen und die Auswirkungen? Welche Motivationen stehen dahinter? In welchen Zusammenhängen fanden und finden solche Projekte statt? Der Blogger Doug Rocks-Macqueen veröffentlichte nun in seinem Blog "Doug's Archaeology" Videos der fünf Vorträge dieser Session.
https://dougsarchaeology.wordpress.com/2016/11/16/adopting-archaeology/

7.3.
Mecklenburg-Vorpommern: "Initiative pro Archäologisches Landesmuseum" (IPAL) erreicht 10.000 Unterschriften
Die "Initiative pro Archäologisches Landesmuseum" (IPAL) hat am 17.11. die 10.000ste Unterschrift für die Wiedereinrichtung eines Archäologischen Landesmuseums in Mecklenburg-Vorpommern erhalten. Trotz der in den Wahlprüfsteinen von DGUF, IPAL und DEGUWA gewonnenen Zusagen der Parteien im Vorfeld der Landtagswahl - auch denjenigen der jetzigen Regierungsfraktionen - findet sich der Beschluss zur Wiedereinrichtung eines Archäologischen Landesmuseums nicht im Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern wieder (DGUF-Newsletter vom 2.11.2016 Punkt 8.3.). Dennoch: das beharrliche Sammeln von Unterschriften und Werben in der Sache hält den Druck auf die Politik aufrecht, das Durchbrechen der magischen Zahl 10.000 ist dabei ein wichtiger Meilenstein.
Website der IPAL mit Link zur Unterschriftenaktion: http://ipal-mv.de/tpl/index.inc
"Landesmuseum: OB signiert für Initiative" (SVZ, 7.12.): http://www.svz.de/lokales/rostock/landesmuseum-ob-signiert-fuer-initiative-id15543856.html
"Wahlprüfsteine ‚Archäologie‘ zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern am 4. September 2016" (DGUF): http://www.dguf.de/403.html

7.4.
Aktuelles Sonderthema von "Open Archaeology": Metallsuche durch Laien im europäischen Vergleich
Im thematischen Teil der Online- & Open-Access-Zeitschrift "Open Archaeology" widmen sich Autoren aus verschiedenen europäischen Ländern dem Thema der Metallsuche durch Laien; behandelt werden Dänemark, England und Wales, Finnland, Flandern/Belgien, Frankreich, Norwegen, Österreich, Polen, Schottland und Spanien. Damit verbunden ist ein Aufruf von einer der HerausgeberInnen dieses Thementeils, künftig transnationale Forschungen zu diesem Thema anzustellen, um die noch weitgehend fehlende, verlässliche Grundlage für Vergleiche zwischen den national und regional verschiedenen Lösungsversuchen für das Metallsucherproblem zu finden. Die Beiträge stellen jeweils die Vor- und Nachteile verschiedener nationaler Lösungen und Praktiken vor. Für am Thema Interessierte bietet diese Sammlung von Artikeln eine gute Möglichkeit, bestehende regionale resp. nationale Kenntnisse um eine internationale Perspektive zu erweitern.
"Topical Issue on Aspects on Non-professional Metal Detecting in Europe" (Open Archaeology 2(1), 2016): https://www.degruyter.com/view/j/opar.2016.2.issue-1/issue-files/opar.2016.2.issue-1.xml

7.5.
"Probleme werden nicht dadurch gelöst, dass man neue anhäuft": Rainer Schreg kommentiert einen Beitrag Raimund Karls zur Metallsuche durch Nicht-Archäologen
Rainer Schreg hat auf seinem Wissenschaftsblog "Archaeologik" einen ausführlichen, abwägenden Kommentar zur Diskussion um Sondengänger eingestellt, der als Antwort auf Raimund Karls Beitrag "Facharchäologische Argumente gegen die Metallsuche durch Laien" von 2014 gedacht ist. Karls Gastbeitrag auf Schregs Blog, der nach gut zwei Jahren einer am meisten angeklickten Beiträge auf Archaeologik ist, hat - so Schreg - wider Erwarten nicht zu einer lebhaften Diskussion geführt, sondern wird von Sondengängern gerne als Rechtfertigung für ihre illegale Tätigkeit zitiert. Schreg vollzieht zunächst einmal Karls Argumentation nach. Dieser hatte zunächst die wesentlichen Punkte aufgelistet, die von den zuständigen Fachbehörden dafür angeführt werden, Nicht-Archäologen die unkontrollierte Suche nach archäologischen Fundgut zu verbieten, und dann auf die Realität der Denkmalpflege aufmerksam gemacht, die selbst ihre hohen Ziele im Alltag oft verfehle. Karls Vorwürfe kulminierten in den Aussagen, Funddepots seinen nur "eine andere Form von Mülldeponie", von der Zerstörung archäologischer Kulturgüter profitierten die Archäologen wirtschaftlich selbst am meisten, und das Verbot der Metallsuche sei bloß "Ausdruck der asymmetrischen Machtverhältnisse". Rainer Schreg gibt Raimund Karl in einigen Punkten recht: Auch er hat schon vergeblich in Museumsdepots nach Funden gesucht oder ärgert sich über die Praxis, bei Grabungen den Pflughorizont maschinell abzutragen, obwohl durch systematisches Absuchen der Oberfläche – auch mit Sonden – viele wichtige Informationen gewonnen werden könnten. Die Misstände auf Seiten der Facharchäologie dürfen aus Schregs Sicht aber nicht als Argument dafür herhalten, dass Sondengänger deshalb auch das Recht hätten, das Kulturerbe zu zerstören. Auch für Schreg ist der "bisherige pauschal restriktive Umgang mit Sondengängern kein Lösungsweg". Er wünscht sich, dass man ein Miteinander findet, denn das Gegeneinander lähme die Kräfte und verschlimmere die Situation.
Rainer Schreg, "Facharchäologische Argumente gegen die Metallsuche durch Laien – Anspruch und Realität" (Archaeologik, 13.11.): http://archaeologik.blogspot.de/2016/11/facharchaologische-argumente-gegen-die.html


8. Ausstellungen und Museen
8.1.
"Das Museum als Diskussionsraum öffnen": Doreen Mölders (smac) über Soziale Netzwerke
"Nirgendwo sonst kommen wir leichter mit Interessierten in Kontakt als in den Sozialen Medien. Dort stellen wir uns aber auch der Kritik." Das sagt Dr. Doreen Mölders vom Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz (smac). Im Interview mit "Zukunft Museum" spricht sie über ihre Erfahrungen mit Sozialen Netzwerken und warum im smac Kuratoren twittern. Das smac ist neben seiner Website aktiv auf einem Blog, auf Facebook, Twitter und Instagram. Dabei achten Mölders und ihre Kollegen darauf, welche Kanäle sie bedienen, und entscheiden das immer wieder neu. Das Interview ist besonders lehrreich und empfehlenswert, weil hier eine erfahrene Archäologin mit hohem Engagement für Soziale Netzwerke und sehr professionellem Umgang damit reflektiert und offen aus dem Nähkästchen plaudert.
"#museum – Social-Media im Museum" (Zukunft Museum, 1.12.): http://zukunft-museum.de/hashtag-museum/

8.2.
"Informative und edel anmutende Sonderausstellung": Ausstellung "Neues Gold aus Kalkriese" (Kalkriese, 12.11.-15.1.)
Echt jetzt: Wegen 8 Münzen extra nach Kalkriese fahren? Ja, für auf Münzen und ihre Aussagemöglichkeiten Neugierige schon. Am 8.6.2016 wurden bei einer Routineuntersuchung in Kalkriese acht augusteische Goldmünzen gefunden. Es handelt sich um je etwa 8 Gramm schwere und knapp 2 cm messende Aurei vom Typ Gaius/Lucius, die 2/1 v. Chr. in Lugdunum/Lyon geprägt wurden. Sie gehören damit zu den jüngeren Münzen der umfangreichen Kalkrieser Münzserie, ändern aber an den bestehenden Modellen zur Datierung und Deutung des Platzes nichts. In einer sehr aktuellen "Kabinettausstellung" werden die neuen Funde nun der Öffentlichkeit präsentiert: nüchtern, ansprechend, informierend und ohne sensationsheischend zu sein. Im inzwischen schon fast traditionellen Kalkrieser Stil: dunkle Räume, in denen bei sehr guter Ausleuchtung der Funde mit starken Hell-Dunkel-Kontrasten gearbeitet wird. Die acht Goldmünzen werden sehr gut sichtbar präsentiert, und um sie herum erfährt der Besucher alles Wissenswerte: Wie die Münzen gefunden wurden, wie Fachleute die Münzbilder lesen, was die einzelnen Bildelemente auf ihnen bedeuten, wie alt die Münzen genau sind, an welchen Orten solche Münzen sonst gefunden wurden, wie in römischer Zeit Münzen geprägt wurden und was ein Aureus - gemessen in verschiedenen Waren - damals wert war. Eine ebenso informative wie edel anmutende Sonderausstellung, mit der das Museum interessierte Bürger sehr zeitnah über die Neufunde unterrichtet.
Ausstellungs-Website: http://www.kalkriese-varusschlacht.de/museum/ausstellung-neues-gold-aus-kalkriese/
"Acht Goldmünzen in Kalkriese gefunden - Archäologen vermelden herausragenden Fund auf antikem Schlachtfeld" (Pressemeldung Universität Osnabrück, 27.6.): https://www.uni-osnabrueck.de/presse_oeffentlichkeit/presseportal/archiv_pressemeldungen/monatsarchiv/pressemeldung/artikel/acht-goldmuenzen-in-kalkriese-gefunden-archaeologen-vermelden-herausragenden-fund-auf-antikem-schlac.html

8.3.
Hubertus Kohle über das Analoge und das Digitale im Museum
Die Auswirkung der Digitalisierung in den Museen ist das Thema des Kunsthistorikers Hubertus Kohle, Lesern der "Archäologischen Informationen" bekannt durch seinen Ausfatz "Publish first, filter later". Ausgehend von der These, dass das Besondere des Digitalen etwas anderes ist als das Besondere der analogen Dinge im Museum, lotet er - immer anhand konkreter Beispiele - die aus seiner Sicht fortbestehenden Stärken der analogen Objekte und Räume aus, und ebenso die besonderen Stärken der Digitalisate und digitalen Angebote. Es gebe inzwischen viele Beispiele, wo es gelinge, über digitale Medien und Kanäle in den Museen zu einem Mehr an Beteiligung zu führen und Museen (wieder) zu einem Element von Kulturbildung und Partizipation zu machen.
Hubertus Kohle: "Ein viel umfassenderes Wahrnehmen" (perlentaucher.de, 30.11.): https://www.perlentaucher.de/essay/museen-und-digitalisierung-zukunftshoffnung-oder-selbstaufgabe.html


9. Und sonst …
9.1. Unkonventionell: Deutschlands erster "Antiquity Slam"
Am 2.11. fand zum allerersten Mal in Deutschland ein "Antiquity Slam" statt, und zwar im griechischen Hof des Neuen Museums in Berlin vor ausverkauftem Haus. Dem Science Slam entlehnt, stellten bei diesem Format explizit Altertumswissenschaftler ihre Forschungen in 10-minütigen Beiträgen auf durchaus unkonventionelle Weise einer bunt gemischten Menge vor. Ein Slam per se hat einen Wettbewerbscharakter, und so entschied auch hier am Ende das Publikum per Applaus, wer zum Gewinner gekürt wurde. Die Spannweite der Beiträge reichte von Kunstgeschichte über Philologie bis hin zur Archäologie. Neben der üblichen Präsentationsweise mittels PowerPoint kamen auch Utensilien zum Einsatz, vor allem beim Slam der Wissenschaftsjournalistin Angelika Franz. Mit Axt, Pflock, Seil, Backstein und Feuerzeug bewaffnet, demonstrierte sie sehr lebhaft an einer Gummipuppe, wie man vermeintliche Untote und Wiedergänger noch bis ins Jahr 2005 zu bannen versuchte. In die Rolle von Sherlock Holmes schlüpfte der Philologe Konrad Löbcke: Während Detektive Zeugenaussagen gegeneinander aufwiegen, um den Täter auf die Schliche zu kommen, vergleichen Editoren die Lesarten verschiedener Versionen eines Textes, um sich dem mutmaßlichen Original anzunähern. Ganz klassisch kam der Beitrag des Prähistorikers Jens Notroff über die Monumentalanlage von Göbekli Tepe daher. Dennoch konnte er mit seiner These "Sesshaft dank Bier" die Zuschauer am meisten überzeugen und ging als Sieger hervor. Auf dem Portal L.I.S.A. ist der komplette Slam übrigens als Video zu finden. Der Erfolg dieses Events lässt auf eine Etablierung des Formats hoffen. Im Rahmen des 9. Deutschen Archäologiekongresses vom 3.-8.7.2017 in Mainz soll als Abendveranstaltung ein Antiquity Slam stattfinden, der vom DArV durchgeführt wird.
Der Antiquity Slam vom 2.11. im Video (L.I.S.A., 5.12.; Video, 1:40:02 Std.): http://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/antiquityslam
Facebook-Seite zum Antiquity-Slam in Berlin mit vielen Fotos: https://www.facebook.com/Antiquity-Slam-172426616513227/?fref=ts

9.2.
"Shared Heritage" – Das Humboldt-Forum und die Kulturgüter der Menschheit
Im Zusammenhang mit der Ausstellung "Deutscher Kolonialismus" im Deutschen Historischen Museum in Berlin erläuterte Hermann Parzinger, Mitglied der Gründungsintendanz des Humboldt-Forums, Mitte Oktober in der FAZ den Leitgedanken des "Shared Heritage". Parzinger postuliert, dass wir die "Kulturgüter der Menschheit gemeinsam verwalten" und auch "die Nationen an ihnen teilhaben lassen, die wir einst als Kolonien unterworfen haben". So wie z. B. die Marshall-Inseln heute ihr deutsches Kolonialerbe touristisch vermarkten, solle ein traditionelles Männerhaus aus Palau von 1905 aus der Sammlung des Ethnologischen Museums Berlin für die Ausstellung im Humboldt-Forum von Einwohnern des Inselstaats mit alten Techniken neu gedeckt werden. Im Shared Heritage sieht Parzinger ein postnationales Programm zur Dekolonialisierung und Demokratisierung der Museen. Eine Voraussetzung für die Zusammenarbeit mit den Herkunftsländern sind dabei für ihn die Provenienzforschung und ein "Maximum an Transparenz über die Erwerbungsumstände". Als schwierigste, aber unabdingbare Aufgabe sieht Parzinger es dabei an, auch die Kolonialverbrechen aufzuarbeiten. Museen und Kultureinrichtungen könnten damit, so schließt Parzinger hoffnungsvoll, etwas gegen die Fremdenfeindlichkeit hierzulande in die Waagschale werfen und ihren Besuchern Toleranz und Respekt gegenüber anderen Kulturen vermitteln. Parzinger reagiert mit diesem Beitrag – ohne es ausdrücklich zu erwähnen – auf Kritiker, die ihm und Neil MacGregor, dem ehemaligen Leiter des Britischen Museums und jetzigen Leiter der Gründungsintendanz des Humboldt-Forums, vorwerfen, mit dem Begriff "Shared Heritage" eine antiquierte Herangehensweise an außereuropäische Kulturen zu beschönigen. Bernd Scherer, der Intendant des Hauses der Kulturen der Welt in Berlin, fordert ein Gesamtkonzept aller beteiligten Institutionen. Er befürchtet, dass der historische Ausgangspunkt für das Humboldt-Forum, die Wunderkammer des früheren Schlosses, dem Projekt zum Verhängnis werden könnte. FAZ-Autor Mark Siemons kritisiert, das Gremium vertrete ein Interpretationsmonopol, bei dem Geschichte weiterhin von Europa aus erzählt werde und dort "ihren legitimen Richter" habe. Siemons wünscht sich, "Intellektuelle aus der ganzen Welt könnten in den wechselnden Ausstellungen anhand der europäischen und außereuropäischen Sammlungen des Preußischen Kulturbesitzes wieder die Grundfragen stellen, ohne auf die üblichen Ein- und Zuordnungen Rücksicht nehmen zu müssen: Was ist Kunst, Fortschritt, Geschichte?".
Hermann Parzinger, "Shared Heritage – Geteiltes Erbe ist doppeltes Erbe" (FAZ, 16.10.): http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/shared-heritage-geteiltes-erbe-ist-doppeltes-erbe-14481517.html
Ausstellung "Deutscher Kolonialismus - Fragmente seiner Geschichte und Gegenwart" (berlin, bis 14.5.): https://www.dhm.de/ausstellungen/deutscher-kolonialismus.html
Mark Siemons: "Humboldt-Forum: Die Krux mit dem Kolonialismus" (, FAZ, 6.8.2015)
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/shared-heritage-humboldt-forum-verzettelt-sich-13735747.html
Bernd Scherer: "Humboldt-Forum - Wunderkammer und Labor" (Der Tagesspiegel, 12.6.2015): http://www.tagesspiegel.de/kultur/humboldt-forum-wunderkammer-und-labor/11905912.html

9.3.
Wie verändern digitale Technologien die geisteswissenschaftliche Forschung und ihre Gegenstände? Tagungspublikation erschienen, Rezensenten gesucht
Vom 26.-29.5.2016 fand in der Villa Vigoni am Comer See das DFG-geförderte Symposium "Digitalität - Theorien und Praktiken des Digitalen in den Geisteswissenschaften" statt - ein für die per se IT-affine Archäologie zentrales Thema ihrer weiteren Entwicklung und Zukunftsfähigkeit. Die Tagungsbeiträge werden nun in einem Blog publiziert, Interessierten sind eingeladen, dort Fragen zu den Beiträgen stellen und sie kommentieren. Die "Archäologischen Informationen" suchen unabhängig davon einen Rezensenten, der diese Tagungspublikation unter archäologischen Blickwinkel bespricht. Interessenten melden sich bitte bei editor[at]dguf.de.
1. Symposium "Digitalität – Theorien und Praktiken des Digitalen in den Geisteswissenschaften": http://digitalitaet-geisteswissenschaften.de/veranstaltungen/symposienreihe/1-symposium
Digitale Tagungspublikation: http://digigeist.hypotheses.org/

9.4.
Debatte um Für und Wider der CC-Lizensierung unter Geschichtswissenschaftlern
Die Skepsis gegenüber CC-Lizenzen sei unangebracht, meint der Blogger und Archivar Klaus Graf in Reaktion auf einen aktuellen Beitrag von Rick Anderson im Newsmagazin der "American Historical Association". Dort zeigt Anderson auf, dass bei der zunehmend häufiger benutzten CC-BY-Lizensierung, zu der inzwischen beispielsweise Examenskandidaten für ihre Abschlussarbeiten hie und da kraft Unistatut oder Examensordnung gezwungen seien, vielfältige unerwünschte Missbrauchsmöglichkeiten eröffneten, insbes. durch Weiterverwendung der Werke. Unter Bezug auf seinen Aufsatz aus dem Jahr 2012 (Graf & Thatcher 2012) fragt Graf in seinem Blog nach, wie häufig es denn solch vielbeschworenen Missbrauch tatsächlich gebe - nach seinen Erfahrungen nämlich bislang nicht - und inwieweit die üblichen Wissenschaftsautoren denn bei einer restriktiveren Lizensierung tatsächlich in der Lage seien, ihr real gegebenes Recht - etwa zur Abwehr eines Raubdrucks - auch juristisch durchzusetzen.
Rick Anderson: "Open Access, Copyright, and Licensing for Humanists: What Historians Need to Know" (Perspectices on History, Nov. 2016): https://www.historians.org/publications-and-directories/perspectives-on-history/november-2016/open-access-copyright-and-licensing-for-humanists-what-historians-need-to-know
Graf, K. & Thatcher, S., (2012). Point & Counterpoint: Is CC BY the best Open Access license? Journal of Librarianship and Scholarly Communication. 1(1), p.eP1043. DOI: http://doi.org/10.7710/2162-3309.1043
Klaus Graf: "Skepsis gegenüber CC-Lizenzen unangebracht" (Archivalia, 18.11.): http://archivalia.hypotheses.org/60758

9.5.
Höhlenlandschaft der Schwäbischen Alb: ab 2017 Weltkulturerbe – oder doch nicht?
2017 könnten sechs Höhlen auf der Schwäbischen Alb zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt werden, auf der Vorschlagsliste sind sie immerhin schon. Archäologen haben in der Region einige der ältesten Kunstwerke und Musikinstrumente der Menschheit ausgegraben, darunter ist die Venus vom Hohle Fels, die mit 40.000 Jahren älteste figürliche Darstellung der Welt. Die Entscheidung dürfte im Juli 2017 fallen. Doch drei geplante Windkraftanlagen der EnBW könnten die Ernennung verhindern. Denn für die Bewertung der UNESCO ist auch die Landschaft als Abbild prähistorischer Jagd- und Siedlungsgebiete um die Höhlen herum von entscheidender Bedeutung. Die fast 230 Meter hohen Industrieanlagen erfüllen aber geradezu die Ausschlusskriterien der UNESCO "technische Überprägung, visuelle Dominanz und Maßstabsverlust". Kritik richtet sich jetzt auch gegen das Denkmalamt: Gegen den Plan der EnBW hatte es seinerseits keinen Einspruch eingelegt. Das Energieunternehmen bewegt sich somit auf sicherem rechtlichen Boden, und die Ernennung zum Weltkulturerbe scheint in unerreichbare Ferne gerückt zu sein.
"Windkraft oder Welterbe – eins muss weichen" (Stuttgarter Zeitung, 23.11.): http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.konflikt-auf-der-alb-windkraft-oder-welterbe-eins-muss-weichen.e86e02db-7368-479a-90f9-3120dbd32a9b.html
Rainer Schreg, "Energiewende und Bodendenkmalpflege" (Archaeologik, 11.6.): http://archaeologik.blogspot.de/2016/06/energiewende-und-bodendenkmalpflege.html
"Zurück in die Steinzeit – Die Wiege der Kultur liegt auf der Schwäbischen Alb" (Stuttgarter Zeitung, 4.11.): https://stzn.atavist.com/zurueck-in-die-steinzeit

9.6.
Start des Portals wissenschaftskommunikation.de
Die Wissenschaftskommunikation hat sich im zurückliegenden Jahrzehnt stark verändert. Insbesondere dialogisch orientierte Formate stellen Kommunikatoren und Wissenschaftler vor neue Herausforderungen. Das am 5.12. gestartete Portal wissenschaftskommunikation.de will als Informations- und Diskussionsplattform für Öffentlichkeitsarbeiter, Wissenschaftler, Wissenschaftsjournalisten und allgemein Interessierte dienen. wissenschaftskommunikation.de reflektiere aktuelle Trends und Themen und wolle Unterstützung für die alltägliche Arbeit in der Branche bieten. Das schreiben die Portalbetreiber: Wissenschaft im Dialog (WiD), das Nationale Institut für Wissenschaftskommunikation (NaWik) und der Abteilung Wissenschaftskommunikation am Institut für Germanistik des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Gefördert wird das Portal vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Klaus Tschira Stiftung.. Nachwuchskräfte finden Informationen über Wege
http://www.wissenschaftskommunikation.de/

9.7.
"The Roman Empire was effectively destroyed by immigration": Brexit-Treiber Arron Banks "erklärt" der Althistorikerin Prof. Mary Beard den Fall des Römischen Reiches
Wenn ein Mann, der von einem bestimmten Thema wenig versteht, einer Frau, die darüber wirklich Bescheid weiß, hartnäckig Erläuterungen aufdrängt und dabei ihre Expertise ignoriert oder leugnet, spricht man von "Mansplaining". Meistens dreht es sich um uninformierte Meinung versus Fakten. Klar, dass die Archäologie da nicht verschont bleibt: Jetzt hat der britische Geschäftsmann und Kopf der Leave.EU-Kampagne Arron Banks der Althistorikerin Mary Beard, Professor of Classics in Cambridge, mal via Twitter erklärt, wie das mit dem Fall des Römischen Reichs und den Immigranten war. Banks berief sich dabei u. a. auf Russell Crowes Hollywood-Schinken "Gladiator". Bühne frei! "Ukip Donor Mansplains Fall Of Roman Empire To Classicist Mary Beard" (Huffington Post, 5.12.): http://www.huffingtonpost.co.uk/entry/ukip-arron-banks-mary-beard-rome_uk_5845c2d5e4b07ac7244927f6
"Mansplaining: Erklär mir mein Leben" (Zeit, 25.5.): http://www.zeit.de/kultur/2016-05/mansplaining-gender-sexismus-gleichberechtigung-linguistik

9.8.
US-Amerikanische Anthropologen / Archäologen nehmen Stellung zur Politik
Die berühmte "American Anthropological Association" (AAA) mit ihren etwa 10.000 Mitgliedern hat - ausdrücklich angesichts des Ergebnisses der Präsidentschaftswahlen - am 30.11. eine Resolution veröffentlicht. Darin weist sie auf das um sich greifende Propagieren von Rassismus und Gewalt hin und auf vieles mehr von dem, was der Wahlgewinner Donald Trump im zurückliegenden Wahlkampf äußerte. Die AAA fordert die Aufrechterhaltung von Freiheit, Gleichheit und würdevollem Umgang miteinander ein. Ein bemerkenswerter Text.
"A Resolution on Behalf of the American Anthropological Association in the Wake of the 2016 National Elections" (AAA, 30.11.): http://www.americananthro.org/ParticipateAndAdvocate/AdvocacyDetail.aspx?ItemNumber=20963

9.9.
"Portus Virtual Tour": Digitaler Rundgang durch den anderen Hafen Roms
Wer Rom-Fiumicino anfliegt kann Portus, den zweiten Hafen Roms nach Ostia, aus der Luft studieren. Das geht neu nun auch mit einem virtuellen Rundgang, den man online besuchen und als Tourguide verwenden kann. Die University of Southampton gräbt seit 2007 in Portus und hat dort nicht nur für die römische Epoche, sondern auch für das Frühmittelalter spannende Ergebnisse zutage gefördert. Diese Weiternutzung im 5.-7. Jahrhundert gibt den Forschern um Simon Keay Rätsel auf, weil man bisher immer annahm, der Hafen sei zu diesem Zeitpunkt schon versandet gewesen. Die virtuelle Tour entstand in Zusammenarbeit mit der British School of Rome und dem Soprintendenza Speciale per il Colosseo und soll die Ergebisse und Fragen dieses Projekts der Öffentlichkeit, vor allem aber auch den zahlreichen Touristen näherbringen, die jedes Jahr Rom überfluten. Wer noch mehr über das römische Portus wissen will, kann ab Ende Januar beim zum wiederholten Mal angebotenen Massive Open Online Course (MOOC) "Archaeology of Portus" mitmachen. Was der Tour und dem MOOC fehlt, ist die Umweltgeschichte Roms und der Tibermündung, speziell die Entwicklung des Meeresspiegels und der Küstenlinie über die Epochen hinweg. Wer daran interessiert ist, dem sei der jüngste Beitrag von Geoarchäologin Antonia Arnoldus-Huyzendveld zur Landschaftsgeschichte Roms in der Antike in der Festschrift Panella empfohlen.
"Portus Virtual Tour" (auf Englisch und Italienisch abrufbar): http://tour.portusproject.org/en/
"Archaeology of Portus: Exploring the Lost Harbour of Ancient Rome" (Kostenloser MOOC, angeboten von Future Learn, Kursbeginn 30.1.): https://www.futurelearn.com/courses/portus
Arnoldus-Huyzendveld, A. 2016. "Aspects of the landscape environment of Rome in antiquity; changes of landscape, shift of ideas" in "Le regole del gioco, tracce, archeologi, racconti; studi in onore di Clementina Panella", a cura di A. F. Ferrandes & G. Pardini; Lexicon Topographicum Urbis Romae, Supplementum VI, Edizioni Quasar, pp. 177-202. Die ersten beiden Seiten sind auf Academia.edu zugänglich: https://www.academia.edu/24838648/2016_-_Aspects_of_the_landscape_environment_of_Rome_in_antiquity._Changes_of_landscape_shift_of_ideas

9.10.
Hessen novelliert Denkmalschutzgesetz
Auf seiner 87. Plenarsitzung am 22.11. hat der Hessische Landtag gemäß der Anträge der (Regierungs-) Fraktionen CDU und Die Grünen das Hessische Denkmalschutzgesetz (HDSchG) novelliert. Das eigentlich bereits im Jahr 2015 notwendige Gesetzgebungsverfahren hatte sich sehr lange hingezogen (DGUF-Newsletter vom 17.11.2015 Punkt 1.3.; vom 28.12.2015 Punkt 1.5.). Doch wer ob der langen Vorbereitungszeit den großen Wurf erwartet hatte, wurde enttäuscht: Das neue Gesetz entspricht bis auf wenige Änderungen den bisherigen Regelungen. Indes: das Schatzregal und das Verursacherprinzip sind nun auch im HDSchG klar verankert - eine begrüßenswerte Anpassung an den bundesdeutschen und an internationale Standards. Die in der Entwurfsphase des verabschiedeten Textes informell deutlich werdenden Bemühungen, den Denkmalschutz in Hessen zu schwächen, finden sich im nun verabschiedeten Gesetz nicht wieder. Andererseits lagen den Abgeordneten zahlreiche gut begründete Verbesserungsvorschläge am Gesetzentwurf vor, die nicht berücksichtigt wurden, nicht zuletzt solche der DGUF und des Hess. Heimatbundes. Wer die Stellungnahmen der Experten und Verbände zum Gesetzentwurf und die öffentliche Anhörung sorgfältig mit dem nun verabschiedeten Gesetz vergleicht, sieht, wie folgenlos die versammelte Expertise blieb. Insbesondere wurde der Vorschlag nicht aufgegriffen, das Verbandsklagerecht im Denkmalschutz einzuführen - wie es auch die Fraktion Die Linke beantragt hatte. Die von DGUF und Hess. Heimatbund angestrebten klareren Formulierungen zur Stärkung des Ehrenamtes im Denkmalschutz, zur klareren rechtlichen Situierung der Denkmalfachbehörde als Obere Denkmalschutzbehörde sowie zur Durchführung fachlicher Arbeiten in der Archäologie finden sich im nun verabschiedeten Gesetz nicht wieder. Offenbar war der nach einem ausnehmend langwierigen Ringen zustande gekommene Regierungsentwurf der beiden Regierungsfraktionen CDU und Die Grünen ein mühsamst errungener Kompromiss, an dem Verbesserungen politisch nicht mehr durchsetzbar waren, weil sonst das Gesetzgebungsverfahren (wie schon 2015) gescheitert wäre. So wurde in Hessen die Chance vertan, ein vorbildlich modernes DSchG zu verabschieden.
Das novellierte DSchG stand bei Redaktionsschluss noch nicht online. Der vom Parlament am 22.11. angenommene Gesetzesentwurf und ein ebenfalls angenommener Änderungsantrag finden sich dort: http://starweb.hessen.de/cache/DRS/19/0/03570.pdf und http://starweb.hessen.de/cache/DRS/19/6/04096.pdf

9.11.
Verband der Landesarchäologen in der Bundesrepublik Deutschland plädiert für Verbandsklagerecht im Denkmalschutz
In der öffentlichen Anhörung zur Novellierung des Hessischen Denkmalschutzgesetzes am 6.10. - das Protokoll ist jetzt erst öffentlich verfügbar - nahm neben der DGUF auch der Verband der Landesarchäologen (VLA), hier vertreten durch seinen Vorsitzenden Prof. Dr. M. Rind, zum Gesetzesentwurf Stellung. Die Fraktion Die Linke hatte zum gemeinsamen Gesetzentwurf der beiden Regierungsfraktionen CDU und Die Grünen einen Änderungsantrag eingebracht, der darauf abzielte, das Verbandsklagerecht im hessischen Denkmalschutz einzuführen. DGUF und Hessischer Heimatbund hatten sich in ihren schriftlichen Stellungnahmen ebenfalls für diesen Schritt ausgesprochen. Nun sagte der Vorsitzende des VLA bei der mündlichen Anhörung: "Zu dem Änderungsantrag der Fraktion DIE LINKE zu § 9, dem Verbandsklagerecht: Wir finden, dass man das berücksichtigen sollte, weil es dem europäischen Rechtsgedanken entspricht und das kulturelle Erbe einschließt." Auch wenn der Änderungsantrag in dem aktuellen Gesetzgebungsverfahren schlussendlich nicht zum Tragen kam, zeugt diese Äußerung von einer gravierenden Änderung der Haltung des VLA, denn bislang war es im Fach allein die DGUF, die die Einführung des Verbandsklagerechts forderte.
Hessischer Landtag (19. Wahlperiode): "Stenografischer Bericht, öffentliche Anhörung, 26. Sitzung des Ausschusses für Wissenschaft und Kunst, 6. Oktober 2016": http://starweb.hessen.de/cache/KB/19/WKA/WKA-KB-026.pdf (das Zitat findet sich auf S. 14 des langen Dokuments).
Alle Dokumente zur Novellierung des Hess. Denkmalschutzgesetzes (2016): http://starweb.hessen.de/starweb/LIS/servlet.starweb?path=LIS/PdPi_FLMore19.web&search=WP%3d19+and+R%3d11025
DGUF-Standpunkt: "Verbandsklagerecht im Denkmalschutz verankern" (DGUF.de): http://www.dguf.de/254.html


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