DGUF-Newsletter vom 24.5.2016

DGUF-Newsletter vom 24.5.2016

1. DGUF-Nachrichten
1.1. Deutscher Studienpreis für Archäologie 2016 geht an Rashida Hussein-Oglü M.A.
1.2. Nachberichte, Videos und Social-Media-Kommentare zur DGUF-Tagung 2016 "Archäologie und Macht" (Berlin, 5.-8.5.)
1.3. "Tübinger Thesen zur Archäologie" als Video erklärt
1.4. An unsere Mitglieder: DGUF-E-Mails und Ihr Spam-Ordner
1.5. Hinweis: DGUF-Newsletter stets auch als PDF verfügbar

2. Tagungen und Veranstaltungen
2.1. "Big Men or Women? Neue interdisziplinäre Ansätze der Frauen- und Geschlechterforschung für die Eisenzeit Mitteleuropas" (Berlin, 20.-21.5.)
2.2. "Kulturelle Bildung und gesellschaftliche Verantwortung im Freilichtmuseum" (Berlin, 25.-27.9.; CfP bis 1.7.)
2.3. Summer School Mosaic 2016: "Modelling Spheres of Interaction" (Kiel, 5.-9.9.; Bewerbung bis 31.5.)
2.4. Kolloquium "Gewalt und Wirtschaft in antiken Gesellschaften" (Bonn 19.-20.5.)
2.5. EXAR-Jahrestagung "Die Experimentelle Archäologie in Wissenschaft und Vermittlung 2016" (Mistelbach/Österreich, 29.9.–2.10; CfP bis 15.6.)
2.6. "Migration und Integration von der Urgeschichte bis zum Mittelalter" (Halle, 20.-22.10.; CfP bis 31.5.)
2.7. 26. Winckelmann-Cup (Tübingen, 24.-26.6.)

3. Forschung
3.1. Neu im Early View der "Archäologischen Informationen"
3.2. Aktuelle Ausgrabungen in den Medien
3.3. Aktuelle Forschung in den Medien
3.4. Valcamonica (Italien): Projekt "3D-Pitoti" - Archäologie meets Creative Media
3.5. Sehr gut erhaltene 1.500 Jahre alte Körperbestattung in mongolischem Hochgebirge entdeckt
3.6. Macht Vorfreude auf die Tagungspublikation: Bericht zur Tagung "Theoderich der Große und das gotische Königreich in Italien" (München, 18. – 20.2.)
3.7. Tagungsband "Students Archaeology Symposium of Bamberg (SABA 16)" (31.3.-3.4.) online verfügbar
3.8. Spätantiker Münzschatz in Tomares, Südspanien, entdeckt
3.9. Wohl doch keine verborgenen Kammern im Grab von Tutanchamun

4. Kulturgutschutz
4.1. Aktuelles rund um Kulturgutschutz in den Medien
4.2. Was wurde eigentlich aus ... der Idee, Baudenkmäler in NRW via Kreditvergabe zu erhalten?
4.3. Koldewey-Gesellschaft zur Rekonstruktion kriegszerstörter Monumente im Nahen Osten
4.4. Gesetz zum Kulturgutschutzrecht: Zur Anhörung am 13.4.
4.5. "Vienna Statement 2016": Stellungnahme für Kulturgutschutz in Nahem Osten und Nordafrika
4.6. Statue der Sekhemka wird nach USA ausgeführt?
4.7. Erstes Projekt des "Archaeological Heritage Network": "Stunde Null – Eine Zukunft für die Zeit nach der Krise"
4.8. Außenminister Frank-Walter Steinmeier bezeichnet Händler und Käufer von illegalen Antiken als "gewissenlos"
4.9. Reiches Multimedia-Angebot als Nachklapp der Tagung "Kunst in Zeiten des Krieges" (Tutzing, 15.-17.4.)

5. Ausbildung, Job-Themen und Personalia
5.1. "Wissenschaftsprekariat: Erst Ivy League, nun Hartz IV"
5.2. Dr. Kerstin P. Hofmann zur Zweiten Direktorin der RGK gewählt
5.3. Wie umgehen mit Attacken aus den Social Media?
5.4. Eine "Wall of Shame" - Sammlung der unanständigsten Stellenangebote
5.5. Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland für den ehrenamtlichen Archäologen Karl-Heinz Münster

6. Open Access & Open Data
6.1. Relaunch "Propylaeum: Fachinformationsdienst Altertumswissenschaften"
6.2. Open Access beim Thüringischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie (TLDA)
6.3. Directory of Open Access Journals (DOAJ) will 3.300 Zeitschriften aus seinem Verzeichnis löschen

7. Bürger und Archäologie / Citizen Science
7.1. Erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit beim Crowdfunding
7.2. Beginn einer Doku-Serie: "Das Schatzregal in NRW: Tutorial"
7.3. Sonderband des "Journal of Science Communication" zu Citizen Science
7.4. Well worth reading: How citizen science could change humanities and historical research

8. Ausstellungen und Museen
8.1. Gratiseintritt ins Museum: ein erfolgreicher Anfang auf dem Weg zu mehr Publikumsbindung
8.2. Fürstinnengrab von Hülben auf Wanderausstellung (Hülben, bis 29.5.)
8.3. Gewissensfrage: Darf man als Ausstellungsbesucher einer Museumsführung zuhören, ohne dafür bezahlt zu haben?
8.4. "Hochwertige Exponate, verstaubtes Ambiente": Die Ausstellung "Die Etrusker – Von Villanova bis Rom" (München, 16.7.2015-8.1.2017)
8.5. Bedeutende Sammlungen online betrachten und dabei lernen. Ein Einblick

9. Und sonst …
9.1. Bits, Bytes, Tee und Archäologie: Vortragsvideos der CAA-UK-Konferenz 2016 online
9.2. Forderung nach "transformativer Wissenschaft", die sich aktiv in Wandlungsprozesse einbringt
9.3. Neuerscheinung "Clio-Guide. Ein Handbuch zu digitalen Ressourcen für die Geschichtswissenschaften"
9.4. Wie macht man Fundverbreitungskarten mit kostenloser GIS-Software?
9.5. Projekt zur Kommunikation von Archäologie an Schulen
9.6. Nächste Staffel der Exzellenzinitiative ab 2018/19 so gut wie beschlossen
9.7. Woher kommt eigentlich der muffige Geruch alter Bücher?
9.8. Wie macht man einen keltischen Torques? Eine Kuratorin erklärt’s
9.9. "Allein unter Archäologen" und andere Abenteuer aus dem LWL-Museum für Archäologie

10. Impressum und Redaktionshinweise


1. DGUF-Nachrichten
1.1.
Deutscher Studienpreis für Archäologie 2016 geht an Rashida Hussein-Oglü M.A.
Im Rahmen ihrer Jahrestagung zeichnete die DGUF Rashida Hussein-Oglü M.A. (Universität Münster) für ihre Masterarbeit mit dem Deutschen Studienpreis für Archäologie aus. Hussein-Oglü hat sich mit der typologischen Klassifikation und Chronologie von spätbronze- und früheisenzeitlicher Grabkeramik in Westfalen befasst. Ein herausforderndes Unterfangen: Die dominierenden Brandbestattungen zeichnen sich durch wenige Beigaben aus; Metallfunde, wie sie in den benachbarten Regionen vertreten sind und dort der zeitlichen Gliederung dienen, fehlen fast vollständig. Ausgehend von den vorliegenden, variantenreichen und teils widersprüchlichen Chronologiesystemen und auf Grundlage einer umfangreichen Datenerhebung erarbeitete Rashida Hussein-Oglü sehr konsequent eine auch statistisch begründete und mit Radiokarbondatierungen überprüfte Gliederung. Dies ist eine besondere Leistung mit nachhaltiger Wirkung für die Archäologie. Die Laudatio hielt Jutta Kneisel (Universität Kiel), sie zeigte sich vor allem vom dreifachen Gliederungsansatz für die Keramik "zutiefst beeindruckt".
Rashida Hussein-Oglü M.A.: Deutscher Studienpreis für Archäologie 2016: http://www.dguf.de/index.php?id=401
Kneisel, J. (2016). Laudatio anlässlich der Verleihung des Deutschen Studienpreises 2016 an Rashida Hussein-Oglü. Archäologische Informationen, Early View, online publiziert 25. Mai 2016: http://www.dguf.de/fileadmin/AI/ArchInf-EV_Kneisel.pdf

1.2.
Nachberichte, Videos und Social-Media-Kommentare zur DGUF-Tagung 2016 "Archäologie und Macht" (Berlin, 5.-8.5.)
Rund 70 Teilnehmer aus acht Ländern, 30 Vorträge: die diesjährige Tagung der DGUF war gut besucht und sprachlich wie thematisch international aufgestellt. In einem Debatten-Format, das alle Teilnehmer einschloss, fand auf Augenhöhe ein intensiver Austausch über die Vorträge hinaus statt. Die DGUF erhielt sehr positive Resonanz für ihre diesjährige Tagung. So lobte z. B. Felipe Criado-Boado, Präsident der EAA, die Intellektualität des Tagungsprogramms und dessen politisches Niveau. Der Spanier Jaime Almansa Sánchez, Gründer und Leiter von JAS Arqueología und Sekretär der Berufsgenossenschaft spanischer Archäologen, schrieb über die DGUF: "You might be small, but you are doing great things that will change the world of German Archaeology." Die Bergischen Historiker, ein Team ehrenamtlicher Mitarbeiter des LVR-Amtes für Bodendenkmalpflege im Rheinland, hat bisher 16 der Vorträge als Video online gestellt. Tweets, Fotos und weitere Blogposts von der Tagung sind online zu finden. Die Vorträge werden in den "Archäologischen Informationen" und damit im Open Access erscheinen.
Twitterwall der Tagung: http://dguf2016.tweetwally.com/
Zusammenfassungen bei Storify mit Tweets, Fotos etc.: https://storify.com/DGUF1969
Jaime Almansa Sánchez: "DGUF Conference 2016 - Experiencing politics in Berlin" (Online Journal in Public Archaeology, 18.5.): http://arqueologiapublica.blogspot.de/2016/05/dguf-conference-2016-experiencing.html
Geesche Wilts, Ein bisschen Balsam für die Seele – Die DGUF-Tagung 2016 (Blog Miss Jones, 9.5.): http://www.miss-jones.de/2016/05/09/ein-bisschen-balsam-fuer-die-seele-die-dguf-tagung-2016/
Pascal Geiger: "DGUF Tagung 2016 Fazit" (Bergische Historiker, 22.5.): http://www.bergische-historiker.de/blog/75-dguf-tagung-2016-fazit
Videos der Vorträge im YouTube-Kanal der Bergischen Historiker: https://www.youtube.com/watch?v=5qy_Z7aNgGA&list=PL2Qnt28snS5S2LEhMHN6lC7plr9QN9qLV
"Archäologen sind oft konfliktscheu". Machtfragen in der Altertumsforschung. Gábor Paàl im Gespräch mit Diane Scherzler, Vorsitzende der DGUF (SWR2 Campus, 7.5.; Audio, 6:34 Min.): http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/campus/swr2-campus-archaeologen-sind-oft-konfliktscheu/-/id=658620/did=17180428/nid=658620/11w7l7b/index.html

1.3.
"Tübinger Thesen zur Archäologie" als Video erklärt
Die auf der DGUF-Jahrestagung 2015 erarbeiteten "Tübinger Thesen zur Archäologie" werden vom DGUF-Team weit verbreitet: nach der Urfassung nun auch in englischer und französischer Sprache, via Facebook und Twitter, als Beitrag in den "Archäologischen Informationen", im "Blickpunkt Archäologie", auf "Archäologie Online", im Newsletter der EAA, via Academia.edu. Und nun das: ganz ohne Zutun der DGUF ist auf Anarchaeologie.de ein Video entstanden, das die Tübinger Thesen erklärt - frisch, unangestrengt heiter, einleuchtend wie selbstverständlich klingend. Sehenswert! Übrigens: man kann die Thesen weiterhin zeichnen, auch ohne DGUF-Mitgliedschaft oder Archäologie-Fachstudium.
"Tübinger Thesen zur Archäologie" bei Anarchaeologie.de (Video, 5:53 Min.): http://anarchaeologie.de/2016/05/19/tuebinger-thesen-zur-archaeologie/
"Tübinger Thesen zur Archäologie" zum Zeichnen auf DGUF.de: http://www.dguf.de/index.php?id=382

1.4.
An unsere Mitglieder: DGUF-E-Mails und Ihr Spam-Ordner
Anlässlich des Versands der Einladung zur DGUF-Mitgliederversammlung sowie zur Teilnahme an der Mitgliederbefragung haben die DGUF wieder einzelne Nachrichten der Art "unzustellbar" erreicht sowie Indizien dafür, dass unsere E-Mails bei manchen Mitgliedern in deren Spam-Fach gelandet sind. Dies kann die DGUF ihrerseits nicht abfangen, hier bedarf es der aktiven Mitwirkung der betroffenen Mitglieder. Wenn Sie in Ihrem Spam-Postfach E-Mails der DGUF vorfinden, beispielsweise von den Absenderadressen Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, markieren Sie die betreffenden E-Mails bitte als "kein Spam", damit Sie unsere Nachrichten künftig direkt in Ihrem Posteingang vorfinden.

1.5.
Hinweis: DGUF-Newsletter stets auch als PDF verfügbar
Aus Rückmeldungen der Mitgliederbefragung der DGUF im März-April 2016 lernen wir, dass manche Leser den DGUF-Newsletter zwar sehr schätzen, ihn aber zusätzlich zum E-Mail oder sogar lieber als gesetztes PDF-Dokument lesen würden. Daher nochmals der Hinweis aus dem Newsletter-Impressum, dass dies ohne Weiteres möglich ist: Den Newsletter gibt es - üblicherweise mit einer Verzögerung von wenigen Stunden bis Tagen - auch formatiert als PDF-Version in unserem Newsletter-Archiv.
http://www.dguf.de/index.php?id=249


2. Tagungen und Veranstaltungen
2.1.
"Big Men or Women? Neue interdisziplinäre Ansätze der Frauen- und Geschlechterforschung für die Eisenzeit Mitteleuropas" (Berlin, 20.-21.5.)
Die Tagung zu "Big Men or Women?" - ausgerichtet vom Institut für Prähistorische Archäologie der FU Berlin - möchte vor allem die Bestattungen von herausragenden Frauen in der Eisenzeit behandeln und das relevante Umfeld beleuchten. Neben einer kargen Tagungswebsite informiert vor allem ein Tagungsblog über Programm und aktuelle Ergänzungen. Die Tagung findet in Berlin im Topoi-Haus statt (Hittorf Str. 18). Die Tagungsteilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist anscheinend nicht erforderlich.
Tagungswebsite: http://www.geschkult.fu-berlin.de/e/praehist/termine/BigWomen.html
Blog zur Tagung: https://userblogs.fu-berlin.de/big-women/
Offizieller Hashtag: #BigWomen

2.2.
"Kulturelle Bildung und gesellschaftliche Verantwortung im Freilichtmuseum" (Berlin, 25.-27.9.; CfP bis 1.7.)
Die Fachgruppe Freilichtmuseen im Deutschen Museumsbund ruft zu Vortragsanmeldungen für ihre Jahrestagung auf. Das diesjährige Thema lautet "Kulturelle Bildung und gesellschaftliche Verantwortung im Freilichtmuseum". Gesucht werden Vorträge zu guten Beispielen kultureller Bildung und Projektvorstellungen zu Museen, welche auf aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen reagieren, beispielsweise in der Arbeit mit Flüchtlingen. Vortragsanmeldungen sind bis zum 1.7. erbeten.
http://www.hsozkult.de/event/id/termine-30865?title=jahrestagung-der-fachgruppe-freilichtmuseen-im-deutschen-museumsbund-kulturelle-bildung-und-gesellschaftliche-verantwortung-im-freilichtmuseum

2.3.
Summer School Mosaic 2016: "Modelling Spheres of Interaction" (Kiel, 5.-9.9.; Bewerbung bis 31.5.)
Interaktion ist die treibende Kraft historischer, ökonomischer und sozialer Prozesse. Die internationale Summer School "MOSAIC - Modelling Spheres of Interaction" vermittelt vom 5.-9.9. in Kiel die Grundlagen der Modellierung unterschiedlicher Aspekte von Interaktion. Die Teilnahmegebühr beträgt 25 Euro, eine Anmeldung / Bewerbung ist bis spätestens 31.5. erforderlich. Die Summer School wendet sich insbes. an graduierte und postgraduierte Studierende, mit der Teilnahme an der Summer School können 2 ECTS-Punkte erworben werden.
https://www.ufg.uni-kiel.de/de/aktuelles/events/tagungen-ausstellungen/mosaic2016/

2.4.
Kolloquium "Gewalt und Wirtschaft in antiken Gesellschaften" (Bonn 19.-20.5.)
Das 3. Bonner Nachwuchskolloquium widmet sich dem Thema "Gewalt und Wirtschaft in antiken Gesellschaften", wobei auch Themen der Ur- und Frühgeschichte berührt werden. Promovierende und Post-Docs berichten aus ihren laufenden Forschungsvorhaben. Die Teilnahme ist kostenlos.
https://www.altegeschichte.uni-bonn.de/aktuelles/workshop-gewalt-und-wirtschaft-in-antiken-gesellschaften

2.5.
EXAR-Jahrestagung "Die Experimentelle Archäologie in Wissenschaft und Vermittlung 2016" (Mistelbach/Österreich, 29.9.–2.10; CfP bis 15.6.)
Die Jahrestagung der Europäischen Vereinigung zur Förderung der Experimentellen Archäologie e. V. (EXAR) hat in diesem Jahr als Hauptthema "Die Experimentelle Archäologie in Wissenschaft und Vermittlung 2016". Neben Ergebnissen zu Experimenten, Versuchen und Rekonstruierender Archäologie kann auch über deren Nutzung im Vermittlungsbereich referiert werden. Willkommen sind ferner Berichte zu Restaurierung und Analyseverfahren. Eine Anmeldung der Vorträge soll bis zum 15.6. erfolgen. Vortragssprachen sind Deutsch und Englisch. Die Vorträge dürfen eine Dauer von 20 Minuten nicht überschreiten. Vortragstage sind der 30.9. und 1.10.
http://www.exar.org/voorbeeld-pagina/1218-2/?lang=de.

2.6.
"Migration und Integration von der Urgeschichte bis zum Mittelalter" (Halle, 20.-22.10.; CfP bis 31.5.)
Der 9. Mitteldeutsche Archäologentag widmet sich 2016 dem Thema "Migration und Integration von der Urgeschichte bis zum Mittelalter". Der regionale Schwerpunkt liegt in Europa, dem eurasischen Steppenraum und dem Vorderen Orient. Vortragsvorschläge sind erbeten von unter Beteiligung von Archäologen, Genetikern, Anthropologen, Ethnologen, Soziologen und Historikern.
http://www.lda-lsa.de/de/tagungen/9_mitteldeutscher_archaeologentag/

2.7.
26. Winckelmann-Cup (Tübingen, 24.-26.6.)
Die Vorbereitungen zum diesjährigen Fußballturnier archäologischer Fächer nehmen festere Gestalt an. Der ausrichtende Verein "Festung Tübingen" hat eine ansehnliche Website zusammengestellt, die Liste der angemeldeten 48 Teams steht (inkl. zweier eventueller Nachrücker), und alle nötigen Informationen zu Anlass, Anreise, Regelwerk und Geschichte des Cups sind übersichtlich beisammen.
http://winckelmanncup2016.de/


3. Forschung
3.1.
Neu im Early View der "Archäologischen Informationen"
Carlà-Uhink, F. & Fiore, D. (2016). Performing Empresses and Matronae: Ancient Roman Women in Re-enactment. Archäologische Informationen, Early View, published online 20 May 2016.
Wollenberg, D. (2016). Lothar Zotz und die Archäologie im "Protektorat Böhmen-Mähren". Archäologische Informationen, Early View, online publiziert 20. Mai 2016.
Dürr, M. (2016). Die soziale Dimension von Gräbern – Ansätze und Theorien in der deutschen und britischen Ur- und Frühgeschichte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Archäologische Informationen, Early View, online publiziert 20. Mai 2016.
Frey, J. (2016). Rezension zu: Glaser, S. (Hrsg.) (2015). Keramik im Spannungsfeld zwischen Handwerk und Kunst. Beiträge des 44. Internationalen Symposiums Keramikforschung im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg, 19.–23. September 2011 (Beibände zum Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums 40). Nürnberg: Germanisches Nationalmuseum. - Archäologische Informationen, Early View, online publiziert 14. Mai 2016.
Ickerodt, U. (2016). Der Nachhaltigkeitsbegriff in der archäologischen Denkmalpflege. Versuch einer Standortbestimmung am Beispiel der denkmalpflegerischen Praxis in Schleswig-Holstein. Archäologische Informationen, Early View, online publiziert 9. Mai 2016.Möller, K. (2016).
Live und in Farbe – Bürgerbeteiligung auf archäologischen Ausgrabungen anhand eines Fallbeispiels. Archäologische Informationen, Early View, online publiziert 30. April 2016.
http://www.dguf.de/index.php?id=9

3.2.
Aktuelle Ausgrabungen in den Medien
Neuberg (Hessen): "3000 Jahre altes Grab entdeckt" (FAZ, 18.5.): http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/neuberg-3000-jahre-altes-grab-entdeckt-14240349.html
"Mittelmeer: Taucher bergen spektakulären Römerschatz" (Spiegel, 16.5.): http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/schatz-im-mittelmeer-taucher-bergen-roemerschatz-vor-israel-a-1092558.html
"Wie ein 15-Jähriger eine versunkene Mayastadt entdeckt haben will" (Spiegel, 11.5.): http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/archaeologie-15-jaehriger-will-versunkene-mayastadt-entdeckt-haben-a-1091767.html
"Kartierung des Wattenmeers: Mit Radar ins 14. Jahrhundert zurückblicken" (Deutschlandfunk, 11.5.): http://www.deutschlandfunk.de/kartierung-des-wattenmeers-mit-radar-ins-14-jahrhundert.676.de.html?dram%3Aarticle_id=353863
"Reste von Pfahlbauten im Thunersee gefunden" (NZZ, 27.4.): http://www.nzz.ch/wissenschaft/archaeologie/reste-von-pfahlbauten-im-thunersee-gefunden-1.18732410 und "Taucher entdecken im Thunersee Reste einer Pfahlbauersiedlung" (Berner Zeitung, 27.4.): http://www.bernerzeitung.ch/region/thun/taucher-entdecken-im-thunersee-reste-einer-pfahlbauersiedlung/story/24483880
" ‘Spectacular’ 300-Year-Old Jewish Ghetto Unearthed in Amsterdam" (Forward, 24.4.). http://forward.com/news/breaking-news/339303/spectacular-300-year-old-jewish-ghetto-unearthed-in-amsterdam/

3.3. Aktuelle Forschung in den Medien
"5000 Jahre Biertradition: Das chinesische Reinheitsgebot" (Spiegel, 24.5.): http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/bier-chinesen-brauten-schon-vor-5000-jahr-a-1093701.html
Neil T. Roach et al., "Pleistocene footprints show intensive use of lake margin habitats by Homo erectus groups" (Scientific Reports 6, Article number: 26374 (2016) doi:10.1038/srep26374: http://www.nature.com/articles/srep26374
Ägypten: "Mumie mit aufwändigen Tattoos in Deir el-Medina" (Selkets Blog, 20.5.): http://blog.selket.de/aus-der-forschung/mumie-mit-aufwaendigen-tattoos-in-deir-el-medina
"In Vulkanasche verewigt. Menschliche Fußspuren in West-Türkei 11.000 Jahre alt / Wissenschaftler nutzen neues Datierungsverfahren" (Pressemeldung Universität Münster, 18.5.): http://www.uni-muenster.de/news/view.php?cmdid=8317
"Burial sites show how Nubians, Egyptians integrated communities thousands of years ago" (Pressemeldung Purdue University, 18.5.): https://www.purdue.edu/newsroom/releases/2016/Q2/burial-sites-show-how-nubians,-egyptians-integrated-communities-thousands-of-years-ago-in-nile-river-valley-area.html
"Schwermetall im Schlick: Blei im Hafen von Neapel verrät Krisen der Römerzeit" (Spiegel, 17.5.): http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/neapel-blei-im-hafen-verraet-geschichte-der-roemer-a-1092702.html
"How London became Britain's capital has been revealed for the first time" (The Independent, 13.5.): http://www.independent.co.uk/news/science/archaeology/how-london-became-britains-capital-has-been-revealed-for-the-first-time-a7028191.html
"New archaeological method finds children were skilled ceramists during the Bronze Age" (Pressemeldung Universität Lund, 13.5.): http://www.lunduniversity.lu.se/article/new-archaeological-method-finds-children-were-skilled-ceramists-during-the-bronze-age
Florida: "Besiedlung Amerikas: Forscher finden Mammut-Schlachtplatz von Paläo-Indianern" (Spiegel, 13.5.): http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/archaeologie-mammut-schlachtplatz-der-palaeo-indianer-gefunden-a-1091766.html
Florida: "Archaeologists uncover 13,000-year-old bones of ancient, extinct species of bison" (Pressemeldung Florida Atlantic University, 11.5.): http://www.fau.edu/newsdesk/articles/ancient-bison-vero.php
"New research suggests climate change may have contributed to extinction of Neanderthals" (Pressemeldung University of Colorado Denver, 11.5.): http://www.eurekalert.org/pub_releases/2016-05/uocd-nrs051116.php
"Europäer mischten sich am Ende der Eiszeit mit Einwanderern aus dem Nahen Osten" (Archäologie Online, 6.5.): http://www.archaeologie-online.de/magazin/nachrichten/europaeer-mischten-sich-am-ende-der-eiszeit-mit-einwanderern-aus-dem-nahen-osten-40126/
"Menschen als Besitz. Unter Leitung der Universität Bonn jetzt abgeschlossen: 65 Jahre Forschung zur antiken Sklaverei" (Pressemeldung Universität Bonn, 29.4.): https://www.uni-bonn.de/Pressemitteilungen/090-2016
"Neandertaler und moderne Menschen setzten auf unterschiedliche Ernährungsstrategien" (Pressemeldung Universität Tübingen, 27.4.): http://www.uni-tuebingen.de/aktuelles/pressemitteilungen/newsfullview-pressemitteilungen/article/neandertaler-und-moderne-menschen-setzten-auf-unterschiedliche-ernaehrungsstrategien.html
"Frühmenschen bei Raubtieren auf dem Speiseplan" (Pressemeldung Max-Planck-Gesellschaft, 27.4.): https://www.mpg.de/10467404/fruehmenschen-raubtiere
"Kann Spuren von Milch enthalten – Alpkäse in der Eisenzeit" (Rückwege-Blog, 21.4.): https://silvrettahistorica.wordpress.com/2016/04/21/kann-spuren-von-milch-enthalten-alpkaese-in-der-eisenzeit/
"Stone Age artists used rock art as a billboard" (Science Nordic, 16.4.): http://sciencenordic.com/stone-age-artists-used-rock-art-billboard
"Vikings may have first taken to seas to find women, slaves" (Science Magazine, 15.4.): http://www.sciencemag.org/news/2016/04/vikings-may-have-first-taken-seas-find-women-slaves
"Radio-carbon study suggests Chauvet-Pont d'Arc cave art much older than thought" (Phys.org, 12.4.): http://phys.org/news/2016-04-radio-carbon-chauvet-pont-darc-cave-art.html
"Neanderthals may have been infected by diseases carried out of Africa by humans, say researchers" (Pressemeldung Universität Cambridge, 11.4.): http://www.cam.ac.uk/research/news/neanderthals-may-have-been-infected-by-diseases-carried-out-of-africa-by-humans-say-researchers
"DNA points to Neanderthal breeding barrier" (BBC, 8.4.): http://www.bbc.com/news/science-environment-35992612 und "Missing Y chromosome kept us apart from Neanderthals" (New Scientist, 7.4.): https://www.newscientist.com/article/2083381-missing-y-chromosome-kept-us-apart-from-neanderthals/
"Scientists seek to resurrect the aurochs, the extinct beast that inspired cave paintings" (The Washington Post, 4.4.): https://www.washingtonpost.com/national/health-science/scientists-seek-to-resurrect-the-auroch-the-extinct-beast-that-inspired-cave-paintings/2016/04/04/e1e3c38a-c5e9-11e5-a4aa-f25866ba0dc6_story.html

3.4.
Valcamonica (Italien): Projekt "3D-Pitoti" - Archäologie meets Creative Media
Bis zu 300.000 in Stein gemeißelte jahrtausendealte Figuren kann man im Tal Valcamonica in der Lombardei finden. Sie gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe, sind Tag für Tag der Verwitterung ausgesetzt, und so wollen Archäologen sie gerne dokumentieren. In dem EU-Projekt "3D Pitoti" (Pitoti ist die Bezeichnung für die Figuren, übersetzt "Püppchen") konnte das "Institut für Creative\Media/Technologies" von Prof. Markus Seidl der FH St. Pölten einen innovativen Ansatz für einen 3D-Scan entwickeln. Seidl entwickelte einen 3D-Scanner mit "machine learning"-Algorithmus. Machine Learning ist ein Begriff aus der Softwareentwicklung. Anhand von Beispielen lernt die Software in diesem Fall unbearbeiteten Stein von bearbeitetem Stein zu unterscheiden. Die unterschiedlichen Tiefen werden koloriert, so dass ein 3D-Eindruck entsteht. Der Scanner kann auch unterschiedliche Figuren klassifizieren (z. B. Tier, Mann ohne Waffe, Waffe, Mann mit Waffe etc.). Besonders beeindruckend: es gelang sogar eine automatisierte Unterscheidung der Bearbeitungsstile, so dass eine relative Chronologie für einzelne Figuren, die übereinander gearbeitet sind, vorgenommen werden konnte. Da eine 14C-Datierung bei Felsgravuren nicht in Frage kommt, ist dies äußerst hilfreich. Das entwickelte Verfahren könnte auch in industriellen Bereichen wie z. B. der Materialprüfung und Qualitätssicherung angewandt werden. Auch dort spielen unter dem Stichwort "Industrie 4.0" Automatisierungsprozesse zur Effizienzsteigerung eine sehr wichtige Rolle. Im April erhielt das Projekt einen "European Heritage Award" in der Kategorie "Forschung und Digitalisierung".
Website des Projekts: http://3d-pitoti.eu/
"Medientechnik in Archäologie und Industrie". Interview mit Prof. Markus Seidl (Campusradio der FH St. Pölten, 6.4.): https://www.fhstp.ac.at/de/newsroom/news/medientechnik-in-archaeologie-und-industrie
"Pitoti Digital Rock-Art wins an EU Prize for Cultural Heritage" (Pressemeldung Universität Cambridge, 7.4.): http://www.eurekalert.org/pub_releases/2016-04/uoc-pdr040716.php
"Rock Drawings in Valcamonica" (UNESCO, 20.5.2014; Video, 2:52 Min.): https://www.youtube.com/watch?v=cxO5Jmbr2bc

3.5.
Sehr gut erhaltene 1.500 Jahre alte Körperbestattung in mongolischem Hochgebirge entdeckt
Erstmals wurde eine vollständig erhaltene alttürkische Bestattung in einem Felsgrab im mongolischen Teil des Altai-Gebirges freigelegt. Das gleichmäßige und trockene Klima in dieser Höhenlage von 2.803 M. ü. NN. war maßgeblich verantwortlich für den guten Erhaltungszustand organischer Materialien. Hirten hatten die frühmittelalterliche Bestattung entdeckt, die Untersuchungen obliegen den Spezialisten vom Stadtmuseum Chovd in der Westmongolei. Die Beigaben deuten auf eine Bestattung aus dem 6. Jh. nach Chr. hin. Der Komplex gibt einen Einblick in die Glaubens- und Ritualvorstellungen sowie in die ausgeprägte Handwerkskunst der Alttürken der Altai-Region. Zu dem Grabinventar gehören unter anderem ein Sattel, Zaumzeug sowie Gefäße aus Ton und Holz. Ob das Fehlen des Bogens tatsächlich auf ein Frauengrab schließen lässt, wird erst die Entfernung der Filzummantelung zeigen, die zur Umwicklung des Körpers diente. Weiterhin konnte Baumwollbekleidung im Stile eines so genannten Deels dokumentiert werden. Dabei handelt es sich um ein langes Gewand oder auch eine Art Mantel, der vor allem in der Mongolei getragen wird. Zwei Arten von Wolle wurden für die Kleidungsstücke verwendet: Schaf- und Kamelwolle. Eine kunstvoll mit floralen Ornamenten verzierte Filztasche enthielt Knochen von Schafen und Ziegen. Eine Stute im Alter zwischen 4 und 8 Jahren ergänzt die bisherigen Funde. Den Beigaben zufolge handelte es sich um ein einfaches Mitglied der Gesellschaft, nicht einer Elite.
"Archeologists find ancient mummy approximately 1,500 years old in Mongolia" (The Siberian Times, 9.4.): http://siberiantimes.com/science/casestudy/news/n0638-archeologists-find-ancient-mummy-approximately-1500-years-old-in-mongolia/
"Мөнххайрхан сум, Борт баг, Үзүүр Гялангийн Түрэгийн үеийн хадны оршуулга" (Chovd Museum Website, 12.4.): https://museum.khovd.mn/мөнххайрхан-сум-борт-баг-үзүүр-гяланг/

3.6.
Macht Vorfreude auf die Tagungspublikation: Bericht zur Tagung "Theoderich der Große und das gotische Königreich in Italien" (München, 18. – 20.2.)
In einem lesenswerten Bericht fasst Henning Börm die Tagungsvorträge zu "Theoderich der Große und das gotische Königreich in Italien" zusammen. Die mit bekannten Experten und interessanten Nachwuchswissenschaftlern besetzte Rednerliste ergibt in Summe einen wertvollen, aktuellen Einblick in den Forschungsstand vor allem aus Sicht der Historiker. Besonders amüsant scheint der Vortrag von Philipp von Rummel gewesen zu sein, der zunächst getreu den Leitlinien der Freiburger Schule den archäologischen Zugriff auf die ostgotische Ethnizität leugnet, ihn dann aber - ein paar argumentative Volten später - als doch irgendwie möglich einräumt. Der Bericht Börms macht Vorfreude auf die hoffentlich geplante Tagungspublikation.
Henning Börm, "Tagungsbericht: Theoderich der Große und das gotische Königreich in Italien" (H-Soz-Kult, 14.3.): http://www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-6446

3.7.
Tagungsband "Students Archaeology Symposium of Bamberg (SABA 16)" (31.3.-3.4.) online verfügbar
19 Aufsätze in deutscher oder englischer Sprache stehen seit Mitte April als Tagungsband des "Students Archaeology Symposium of Bamberg (SABA 16)" online. Unter den Themen: Bronzezeitliche Siedlungsgeschichte in den Zentralalpen, Frauengräber mit Waffenbeigaben in der Schwarzmeerregion und Handel im 4. Jh. n. Chr. in Germanien.
https://saba2016.files.wordpress.com/2016/04/2016-04-13-note-00-07.pdf

3.8.
Spätantiker Münzschatz in Tomares, Südspanien, entdeckt
In Tomares (Prov. Sevilla, Andalusien) haben Bauarbeiter 19 Amphoren entdeckt, die insgesamt 600 Kilogramm römischer Bronzemünzen aus dem 4. Jahrhundert n. Chr. enthalten. Die Münzen werden als stempelfrisch bezeichnet und wurden wohl im Osten des Reiches geprägt. Die Deutung dieses einzigartig umfangreichen Fundes ist noch offen, möglicherwiese war das Geld für Soldzahlungen der Armee gedacht.
"Localizan en Tomares ánforas con 600 kilos de monedas de bronce romanas" (ABC de Sevilla Provincia, 28.4.): http://sevilla.abc.es/provincia/sevi-localizan-tomares-anforas-600-kilos-monedas-bronce-romanas-201604280003_noticia.html
"600 kilos de monedas romanas descubiertas en Tomares (Sevilla)" (El País, 29.4.): http://cultura.elpais.com/cultura/2016/04/28/actualidad/1461825424_636184.html
"Massive 600kg haul of ancient Roman coins unearthed in Spain" (The Guardian, 29.4.): https://www.theguardian.com/science/2016/apr/29/massive-haul-ancient-roman-coins-unearthed-spain

3.9.
Wohl doch keine verborgenen Kammern im Grab von Tutanchamun
Wissenschaftlich ein üblicher, ja im Popperschen Sinne geradezu vorbildlich verlaufener Forschungsprozess: Aufgrund neuer oder bislang vernachlässigter Beobachtungen entwickelt ein anerkannter Forscher (Nicholas Reeves) eine interessante Arbeitshypothese, nämlich dass es beim bekannten Grab des Pharaos Tutanchamun (ca. 1332-1323 v. Chr.) weitere, bislang verborgene Nebenkammern geben könne, in denen eventuell auch die bis anhin unentdeckte Bestattung der Königin Nofretete liegen könne. Zugleich konkretisiert er, wie man diese These testen könne. Anschließend werden Drittmittel eingeworben, und zwei Teams arbeiten nacheinander daran, mit bewährten zerstörungsfreien Prospektionsmethoden (u. a. Georadar) nach diesen Kammern zu suchen. Ergebnis: da ist nichts, Hypothese falsifiziert. Genau so funktioniert seriöse Wissenschaft, und jede gut begründete und anschließend falsifizierte Hypothese ist ebenfalls ein Erkenntnisfortschritt. Doch leider sind die Namen Tutanchamun und Nofretete internationale Berühmtheiten und die Entdeckung der Grabkammer Nofretetes gäbe der leidenden Tourismusbranche in Ägypten einen starken Auftrieb. Weshalb der Wissenschaftsprozess mit allerlei Außerwissenschaftlichem aufgeladen wird, Intrigen und Informationszurückhaltung inklusive. Schade.
"Nefertiti Still Missing: King Tut's Tomb Shows No Hidden Chambers" (LiveScience, 11.5.): http://www.livescience.com/54708-nefertiti-missing-no-chambers-in-king-tut-tomb.html


4. Kulturgutschutz
4.1. Aktuelles rund um Kulturgutschutz in den Medien
Sarah Parcak: "Lust for Loot: Collecting Is Driving the Demand for Plunder" (National Geographic, 19.5.): http://voices.nationalgeographic.com/2016/05/19/lust-for-loot-collecting-antiquities-looting-egypt/
"Italy to spend a billion euros on restoring museums and monuments in biggest cultural heritage investment for decades" (The Telegraph, 2.5.): http://www.telegraph.co.uk/news/2016/05/02/italy-to-spend-a-billion-euros-on-restoring-museums-and-monument/
Emma Cunliffe: "Ordinary Syrians are risking their lives to protect their cultural heritage" (The Conversation, 15.4.): http://theconversation.com/ordinary-syrians-are-risking-their-lives-to-protect-their-cultural-heritage-57841
USA: "Senate Votes to Ban Imports of Syrian Art and Antiquities" (The New York Times, 13.4.): http://www.nytimes.com/2016/04/14/world/middleeast/senate-votes-to-ban-imports-of-syrian-art-and-antiquities.html?_r=0
"Wie geraubte Kunst den Terror finanziert". Interview mit Michael Müller-Karpe (Der Tagesspiegel, 11.4.): http://www.tagesspiegel.de/kultur/gestohlene-antiken-wie-geraubte-kunst-den-terror-finanziert/13427786.html

4.2.
Was wurde eigentlich aus ... der Idee, Baudenkmäler in NRW via Kreditvergabe zu erhalten?
Anlässlich der Novellierung des Denkmalschutzgesetzes in NRW im Jahr 2013 und zeitgleichen, massiven Haushaltskürzungen im Bereich Denkmalpflege wurde die bisherige staatliche Unterstützung von Eigentümern, die ein Baudenkmal sachgerecht erhalten, massiv verändert. Gab es bis dahin neben steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten auch bescheidene direkte Zuschüsse, wurden die Zuschüsse eingestellt und den Eigentümern (angeblich günstige) Kredite angeboten. Das kann nicht funktionieren - sagten damals viele Experten, u. a. die DGUF (Siegmund & Scherzler 2014, 157 f.). Dennoch wurden im Oktober 2013 zwei entsprechende Förderprogramme seitens der NRW.Bank aufgelegt. Einziger Kompromiss der Landespolitik an die (zahlreichen) Kritiker des neuen Modells war die Zusage, diese Förderprogramme nach zwei Jahren evaluieren zu lassen. Und, hat die Evaluierung auch stattgefunden? - Das frug die DGUF Mitte Januar 2016 die Parteien in NRW und den zuständigen Parlamentsausschuss an. Die Bereitwilligkeit zu antworten war, gelinde gesagt, verhalten, so dass die DGUF Anfang April erneut nachhakte. Der Befund: SPD, CDU und FDP hüllen sich in völliges Schweigen, einzig Piraten und Grüne antworteten inhaltlich. Mit betrüblichem Befund: die Evaluation hat nicht stattgefunden, im zuständigen Ausschuss hat keine der Parteien die Behandlung des Themas beantragt. Gleichwie wissen die Experten sehr wohl, dass die Idee einer Kreditfinanzierung des Denkmälererhalts gescheitert ist. Was tun? Wieder mal über "die Politiker" klagen, oder doch eher über Fachverbände, die Themen allzu schnell wieder aus den Augen verlieren und nicht nachsetzen. Ohne öffentliche Aufmerksamkeit und ohne zu gewinnende oder eben verlierende Wählerstimmen im Hintergrund bewegen sich Parteien und Politiker nicht.
DGUF-Stellungnahme 2016: Was ist aus den Versprechen zum Denkmalschutzgesetz NRW und der Umstellung der Denkmalförderung auf Darlehensprogramme im Jahr 2013 geworden? (DGUF.de, Update 22.5.2016): http://www.dguf.de/index.php?id=390
Siegmund, F. & Scherzler, D. (2014). Archäologie und Baudenkmalpflege in Nordrhein-Westfalen 2014 - ein Jahr nach dem Ringen gegen Mittelkürzungen und für eine bessere gesetzliche Grundlage. Archäologische Informationen 37, 2014, 153-180: http://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/arch-inf/article/view/18193

4.3.
Koldewey-Gesellschaft zur Rekonstruktion kriegszerstörter Monumente im Nahen Osten
Seit der Rückeroberung Palmyras, aber auch in Bezug auf andere von Kriegen betroffene archäologischen Stätten, werden immer wieder Stimmen laut, man solle die Stätte nun möglichst schnell wieder aufbauen, Zerstörtes ggf. aus dem 3D-Drucker ergänzen. Dagegen wenden sich anlässlich ihrer Jahrestagung am 5.5. in Innsbruck die versammelten Mitglieder der Koldewey-Gesellschaft, der Berufsvereinigung der Bauforscher. Verlorene Originalsubstanz lasse sich nicht einfach so ersetzen. Es sei unrichtig und schädlich, wenn man den Eindruck erwecke, digital erzeugte Kopien seien ein vollwertiger Ersatz für verlorene Originale. Im Vordergrund aller Aktivitäten müssten der Schutz und die Erhaltung der authentischen Monumente stehen.
Koldewey Gesellschaft (5.5.2016): "Stellungnahme der Koldewey-Gesellschaft angesichts aktueller Vorstöße für die Rekonstruktion kriegszerstörter Monumente im Nahen Osten": http://www.koldewey-gesellschaft.de/fileadmin/user_upload/KG-HV_2016_Statement.pdf
"Diskussion um den Wiederaufbau - und neue Zerstörungen (Syrien/Irak im April 2016)" (Archaeologik, 1.5.): http://archaeologik.blogspot.de/2016/05/diskussion-um-den-wiederaufbau-und-neue.html
"Den Bogen überspannt" (Die Welt, 20.4.): http://www.welt.de/print/die_welt/wissen/article154539113/Den-Bogen-ueberspannt.html
"Palmyra must not be fixed. History would never forgive us" (The Guardian, 11.4.): https://www.theguardian.com/artanddesign/jonathanjonesblog/2016/apr/11/palmyra-isis-syria-restored-3d-printers-vandalism
"Wiederaufbau von Palmyra: Prähistoriker warnt vor Aktionismus" (Deutschlandfunk, 29.3.): http://www.deutschlandfunk.de/wiederaufbau-von-palmyra-praehistoriker-warnt-vor.694.de.html?dram%3Aarticle_id=349553

4.4.
Gesetz zum Kulturgutschutzrecht: Zur Anhörung am 13.4.
Nachdem der Regierungsentwurf zum "Gesetz zur Neuregelung des Kulturgutschutzrechts" am 18.2. den Bundestag passiert hatte, fand am 13.4. eine Expertenanhörung durch den Bundestags-Ausschuss für Kultur und Medien statt. Dazu waren aus dem Kreis der vielen Interessensvertreter, die zuvor Stellungnahmen zum Gesetzentwurf eingereicht hatten (u. a. die DGUF), 14 Sachverständige eingeladen worden. Die DGUF war nicht eingeladen. Die geladenen Sachverständigen hatten zuvor einen längeren Fragenkatalog der Parlamentarier schriftlich beantwortet. Unter den Sachverständigen waren - rein quantitativ - Vertreter der Kunstsammler und -händler recht stark, jene der Archäologie schwach vertreten. Auffallend die starke Präsenz und Lobbyarbeit des sich als übergreifend und neutral darstellenden Deutschen Kulturrats e. V., der den Interessen der Sammler und des Kunsthandels viel Verständnis entgegenbringt, wie u. a. seine Stellungnahme vom 5.4. verdeutlicht. Die Anhörung selbst fokussierte vor allem auf den Handel mit modernen Kulturgütern und Kunst, während die Belange der Archäologie eine offenbar nachgeordnete Rolle spielten. Nach der Anhörung liegt nun der Ball wieder beim zuständigen Ausschuss und den Abgeordneten. Es heißt, dass das Gesetzgebungsverfahren noch vor der parlamentarischen Sommerpause abgeschlossen werden soll. Beobachter berichten, dass mit einem recht "moderaten" Gesetz zu rechnen ist, das die Möglichkeiten zu einem sehr starken Kulturgutschutz, welche das EU-Recht einräumt, nicht ausschöpfen wird.
Deutscher Bundestag: "Kulturgutschutzrecht bleibt umstritten" (13.4.): http://www.bundestag.de/bundestag/ausschuesse18/a22/kw15-pa-kultur-medien/416266
Zusammenstellung der schriftlichen Stellungnahmen der 14 Experten: http://www.kulturrat.de/detail.php?detail=3429&rubrik=35
Olaf Zimmermann & Gabriele Schulz: "Kulturgutschutzreform ist auf Zielgerade: Im europäischen Vergleich ist das neue deutsche Kulturgutschutzgesetz eher milde". Politik & Kultur 2016(3), S. 3: http://www.kulturrat.de/dokumente/puk/puk2016/puk03-16.pdf
Stellungnahme des Deutschen Kulturrates vom 5.4. zur gen. Anhörung: http://www.bundestag.de/blob/418296/da2646d42a6d785d4f95bf6c0ab831bd/zimmermann-data.pdf
"Ein Desaster für den Kulturgutschutz. DGUF kommentiert Entwurf zum neuen Kulturgutschutzrecht" (7.10.2015): http://www.dguf.de/index.php?id=378

4.5.
"Vienna Statement 2016": Stellungnahme für Kulturgutschutz in Nahem Osten und Nordafrika
Die 10. Internationale Konferenz zur Archäologie des Nahen Ostens (ICAANE) hat am 27.4. in Wien eine kollektive Stellungnahme für den Kulturgutschutz im Nahen Osten und in Nordafrika herausgegeben. In elf Punkten fordern die Unterzeichner mehr international unterstützte Fürsorge um das Kulturgut im Nahen Osten. In seinem Blog weist Rainer Schreg darauf hin, dass das Statement einseitig Maßnahmen im Nahen Osten fordert und die andere tragende Säule der Kulturgutzerstörung unberücksichtigt lässt: das Vienna Statement 2016 enthält keinerlei Forderungen zur Dämmung des Antikenhandels in Europa und den USA.
"Statement about the threat to Cultural Heritage in the Near East and North Africa" (ICAANE 27.4.): http://www.orea.oeaw.ac.at/fileadmin/user_upload/veranstaltungen/2016/ICAANE_Allgemein/Vienna_Statement_Online.pdf
Rainer Schreg: "Vienna Statement about the Threat to Cultural Heritage in the Near East and North Afrika" (Archaeologik, 9.5.): http://archaeologik.blogspot.de/2016/05/vienna-statement-about-threat-to.html

4.6.
Statue der Sekhemka wird nach USA ausgeführt?
Die Statue der Sekhemka wurde trotz erheblicher internationaler Proteste 2014 aus öffentlichem Besitz - der Northampton Museum and Art Gallery - über das Auktionshaus Christies' verkauft, für einen Erlös von ca. 20 Millionen Euro (DGUF-Newsletter vom 13.7.2014 Punkt 4.3.; 28.8.2014 Punkt 4.2.). Bislang blieb der Käufer unbekannt. Nun berichtet der Independent, dass dem weiterhin anonymen, vermutlich privaten Käufer förmlich die Ausfuhrgenehmigung erteilt wurde. Man erwartet, dass die Statue demnächst in die USA wandert.
"Ancient Egyptian statue of Sekhemka disappears into private collection in 'moral crime against world heritage" (The Independent, 9.5.): http://www.independent.co.uk/news/uk/home-news/ancient-egyptian-statue-of-sekhemka-disappears-into-private-collection-in-moral-crime-against-world-a7019946.html

4.7.
Erstes Projekt des "Archaeological Heritage Network": "Stunde Null – Eine Zukunft für die Zeit nach der Krise"
In seiner konstituierenden Sitzung 2015 hatte sich das "Archaeological Heritage Network" auf ein erstes gemeinsames Projekt geeinigt. Das Projekt "Stunde Null – Eine Zukunft für die Zeit nach der Krise" will syrische Fachleute, Studierende und zukünftige Entscheidungsträger zusammenbringen sowie aus- und weiterzubilden, um die Zukunft Syriens planen und gestalten zu können. Kernthema: Was soll Syrien, was soll z. B. Aleppo tun, wenn seine "Stunde Null" naht, wenn also das Leben dort wieder halbwegs gefahrlos möglich ist? Wie soll man in den zerstörten Städten wieder in Frieden leben, wie seine Kulturdenkmäler rekonstruieren? Soll man das Straßenraster beibehalten oder verändern? Sollen Ausgrabungen stattfinden, oder soll rasch bebaut werden? Ausgebildet werden sollen Handwerker, Architekten, Archäologen, Restauratoren, Bauforscher, Stadtplaner etc. Gründungsmitglieder des Netzwerks sind u. a. die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, der Verband der Landesarchäologen, das RGZM, der DAAD und die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit.
"Jahresempfang des Deutschen Archäologischen Instituts mit Bundesaußenminster Frank-Walter Steinmeier" (Pressemeldung DAI, 29.4.): http://www.dainst.org/dai/presse/pressemitteilung/-/asset_publisher/nZcCAiLqg1db/content/jahresempfang-des-deutschen-archaologischen-instituts-mit-bundesau%C3%9Fenminster-frank-walter-steinmeier
"ArcHerNet - Archaeological Heritage Network: Ein Netzwerk zum Erhalt des kulturellen Erbes" (Auswärtiges Amt, 27.4.): http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/KulturDialog/05_Wissenschaft/ArcHerNet.html?nn=382590
"Kulturgüter in Syrien: Die Stunde Null beginnt jetzt" (Salzburger Nachrichten, 2.5.): http://www.salzburg.com/nachrichten/dossier/syrien/sn/artikel/kulturgueter-in-syrien-die-stunde-null-beginnt-jetzt-194386/
"‘Stunde Null‘. Bereit für den Wiederaufbau in Syrien" (Der Tagesspiegel, 8.4.): http://www.tagesspiegel.de/kultur/stunde-null-bereit-fuer-den-wiederaufbau-in-syrien/13423980.html

4.8.
Außenminister Frank-Walter Steinmeier bezeichnet Händler und Käufer von illegalen Antiken als "gewissenlos"
Das kulturelle Erbe ist in vielen Ländern bedroht, sein Schutz eine politische Aufgabe. In einem Zeitungsbeitrag für die FAZ anlässlich der Gründung des "Archeological Heritage Network" und seines ersten Projekts "Stunde Null" hat Außenminister Frank-Walter Steinmeier überaus deutliche Worte für alle Händler und alle Käufer illegal gehandelter Antiken gefunden. Die Feinde der Kultur wollten Länder und Völker ihrer Identität berauben, schreibt Steinmeier. Sie wüteten "deshalb in Mossul, in Nimrud, Ninive oder Hatra. Die Überreste verkaufen sie an gewissenlose Händler und über diese an noch viel gewissenlosere Käufer, die das Auslöschen von Kultur als perversen Ausgangspunkt für privates Sammeln von Kultur akzeptieren. Sie vernichten und versetzen Objekte, die für die Menschen dort Quellen ihrer Identität sind." An dieser Stelle erneut die dringende Bitte der DGUF an Sie: Die Legalität von Antiken kann nur in wenigen Fällen bewiesen werden, illegal arbeitende Antikenhändler sind vor allem für Einzelpersonen kaum zu erkennen. Daher kaufen Sie bitte keine Antiken. Niemals. Nirgendwo.
Frank-Walter Steinmeier: "Was müssen wir tun, wenn Kultur zerstört wird?" (FAZ, 15.5.): http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/frank-walter-steinmeier-ueber-kulturgueter-13592803.html
Antike Objekte im Internet kaufen? Ein Wegweiser des DGUF-Arbeitskreises Kulturgutschutz: http://www.dguf.de/fileadmin/user_upload/Arbeitskreise/Kulturgutschutz/Handreichungen/DGUF-Dok_Handreichung_Antikenkauf_im_Internet.pdf

4.9.
Reiches Multimedia-Angebot als Nachklapp der Tagung "Kunst in Zeiten des Krieges" (Tutzing, 15.-17.4.)
Mit den Auswirkungen aktueller Kriege auf Kunst und Kultur befasste sich die interdisziplinäre Tagung "Kunst in Zeiten des Krieges" in der Evangelischen Akademie Tutzing. Bemerkenswert ist von Journalisten erstelltes ein umfangreiches multimediales Angebot mit Infografiken, interaktiven Elementen, Videos und Texten zum eigenständigen Erschließen der Tagungsthemen und Vorträge.
"Unesco-Kulturerbe schützen - Die Fakten": http://www.ev-akademie-tutzing.de/tutzinger_thesen/kulturerbe-schuetzen/
"Unesco-Weltkulturerbe - Die Interviews": http://www.ev-akademie-tutzing.de/tutzinger_thesen/unesco-kulturerbe-schuetzen-die-interviews/
"Unesco-Kulturerbe schützen - Die KünstlerInnen": http://www.ev-akademie-tutzing.de/tutzinger_thesen/kunst-gegen-den-krieg/


5. Ausbildung, Job-Themen und Personalia
5.1.
"Wissenschaftsprekariat: Erst Ivy League, nun Hartz IV"
... titelt der Tagesspiegel vom 19.4. und gibt den Bericht eines akademisch erfolgreichen, d. h. drittmittelstarken Forschers wider, der nach erfolgreichem Auslandaufenthalt wieder nach Deutschland zurückkehren möchte. Kaum möglich - so seine Erfahrung, weil es kaum unbefristete Stellen gibt, das Wissenschaftszeitvertragsgesetz zuschlägt oder droht, und auch, weil es gerade Heimkehrern nach längerem Auslandsaufenthalt oft an gut funktionierenden persönlichen Netzwerken fehlt. Ein wertvoller Einblick in eine seit Jahren bekannte Problemzone, welche von der Politik weiterhin wissentlich ignoriert wird.
http://www.tagesspiegel.de/wissen/wissenschaftsprekariat-erst-ivy-league-nun-hartz-iv/13465194.html

5.2.
Dr. Kerstin P. Hofmann zur Zweiten Direktorin der RGK gewählt
Ende April wurde die Prähistorikerin Dr. Kerstin P. Hofmann zur Zweiten Direktorin der Römisch-Germanischen Kommission (RGK) gewählt. Hofmann wurde 2006 in Kiel mit einer Arbeit zum rituellen Umgang mit dem Tod über bronze- und früheisenzeitliche Brandbestattungen im Elbe-Weser-Dreieck promoviert. Sie ist Expertin für Theorien in der Archäologie und derzeit u. a. stv. Sprecherin der AG Theorien in der Archäologie. Kerstin Hofmann ist die Nachfolgerin von Prof. Dr. Susanne Sievers, die innerhalb der RGK eng mit dem Projekt Manching verbunden war.
"Jahressitzung der Zentraldirektion des Deutschen Archäologischen Instituts" (Pressemeldung der RGK, 29.4.): http://www.dainst.org/dai/presse/pressemitteilung/-/asset_publisher/nZcCAiLqg1db/content/jahressitzung-der-zentraldirektion-des-deutschen-archaologischen-instituts
Mehr zu Kerstin P. Hofmann auf der Website von Topoi: https://www.topoi.org/person/hofmann-kerstin-p/
Publikationen von Kerstin P. Hofmann: https://topoi.academia.edu/KerstinPHofmann

5.3.
Wie umgehen mit Attacken aus den Social Media?
Überall da, wo Kommentare leicht möglich und gewollt sind, zum Beispiel bei Facebook, Online-Zeitungen u. a., geschieht es immer wieder, dass Wellen von Kommentaren losgetreten werden, die sich gegen den Autor oder bestimmte Inhalte eines Artikels richten. Das kann auch Archäologen betreffen. Wie damit umgehen, sich gegen "hate speech" und "hater" wehren? Oder ist das Kopf-in-den-Sand-stecken und Abwarten, bis der Sturm vorüber ist, die bessere Technik? In ihrem Blog fasst Kristin Oswald die diesbezügliche Debatte auf der diesjährigen re:publica zusammen und führt auch die bisherigen Erfahrungen aus der Archäologie dazu an.
"Wie umgehen mit Hatespeech gegen Historiker und Archäologen im Netz?" (Krosworldia, 15.5.): http://kristinoswald.hypotheses.org/1804

5.4.
Eine "Wall of Shame" - Sammlung der unanständigsten Stellenangebote
Die Einrichtung einer "Wall of Shame" wurde von einigen Teilnehmern der DGUF-Jahrestagung 2016 angeregt, nachdem Betroffene erschütternde Berichte aus ihrem Leben und ihrem näheren Umfeld zur Situation des Nachwuchses in der Archäologie skizziert hatten. Gibt es schon! Auf der Plattform "Thanks, but no thanks!" kann man Stellenangebote, auf die man sich nicht bewerben möchte, einreichen.
https://generationpraktikum.tumblr.com/

5.5.
Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland für den ehrenamtlichen Archäologen Karl-Heinz Münster
Karl-Heinz Münster, ehrenamtlicher Beauftragter für die archäologische Denkmalpflege im Raum Holzgerlingen (Baden-Württemberg), hat für sein herausragendes ehrenamtliches Engagement im April den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland erhalten. Verkehrsstaatssekretärin Gisela Splett hob in ihrer Rede den Spürsinn und das vorausschauende Handeln des ehemaligen Vertriebsleiters hervor und sagte: "Mit ihrem Engagement leisten Sie einen wichtigen Beitrag zur Archäologie und Geschichtsforschung in Baden-Württemberg." Der 85-jährige Karl-Heinz Münster schloss im Jahr 2000 sein Seniorstudium der Klassischen Archäologie, Kunstgeschichte sowie Vor- und Frühgeschichte an der Universität Tübingen ab und ist bis heute ehrenamtlich archäologisch tätig.
"Karl-Heinz Münster erhält Bundesverdienstmedaille" (Pressemeldung Land Baden-Württemberg, 3.4.): https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/karl-heinz-muenster-erhaelt-verdienstorden-der-bundesrepublik-deutschland-1/
"Holzgerlingen: Der ehrenamtliche Archäologe, Karl-Heinz Münster, bekommt den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland" (Sindelfinger Zeitung/Böblinger Zeitung, 4.4.): http://www.szbz.de/nachrichten/artikel/detail/auf-den-spuren-der-toepferstadt-4-4-2016/


6. Open Access & Open Data
6.1.
Relaunch "Propylaeum: Fachinformationsdienst Altertumswissenschaften"
Anfang April wurde das bei der UB Heidelberg angesiedelte Webportal "Propylaeum: Fachinformationsdienst Altertumswissenschaften" umfassend erneuert. "Propylaeum" ist der von der UB Heidelberg (Online-Aktivitäten) und der Bayer. Staatsbibliothek München (papierne Aktivitäten) betriebene zentrale Fachinformationsdienst für die Altertumswissenschaften. Das Projekt der UB Heidelberg wird als forschungsunterstützende Dienstleistung von der DFG gefördert, u. a. die Aufgaben "Suchtechnologie", "E-Publishing / Open Access", "Digitalisierung / Onlinepräsentation forschungsrelevanter Bestände" sowie "Wissenschaftskommunikation". In Propylaeum eingebettet sind auch Webhosting und die Archivierung der Open-Access-Schriftenreihe der DGUF "Archäologische Berichte". Auch ihr Webauftritt bei Propylaeum wurde nun runderneuert.
Propylaeum: https://www.propylaeum.de/home/
Archäologische Berichte: http://books.ub.uni-heidelberg.de/propylaeum/series/archber_info

6.2.
Open Access beim Thüringischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie (TLDA)
Vergleichsweise früh und vergleichsweise still setzte das TLDA auf Open Access, stellte aktuelle gedruckte Publikationen auch frei online zur Verfügung und begann, Älteres zu retro-digitalisieren (vgl. DGUF-Newsletter vom 23.3.2015 Punkt 7.5). Mit einer Medieninformation vom 24.3./6.4. berichtete das TLDA über den inzwischen erreichten, weit fortgeschrittenen Stand und seine Absicht, dieses Vorhaben fortzuführen, damit alle wesentlichen Zeitschriften, Schriften und Schriftenreihe zur thüringischen Archäologie Interessierten auch frei online zugänglich sind.
"TLDA setzt Digitalisierung archäologischer Publikationen fort" (Pressemeldung TLDA, 24.3.): http://www.thueringen.de/th1/tsk/kultur/denkmalpflege/landesamt/archaeologischedenkmalpflege/aktuelles/presse/data/90003/index.aspx
Online Publikationen des TLDA mit Volltextzugriff: https://lhwei.gbv.de/DB=5.4/SET=9/TTL=1/TLDA_DIGIMEDIEN

6.3.
Directory of Open Access Journals (DOAJ) will 3.300 Zeitschriften aus seinem Verzeichnis löschen
Das Directory of Open Access Journals (DOAJ) meldete am 9.5., dass es 3.300 Zeitschriften aus dem Verzeichnis löschen werde (das sind etwas mehr als 37% der bislang gelisteten 8.795 Zeitschriften), und zwar einschließlich aller ggf. dort ebenfalls erfassten Einzeltitel (Aufsätze) innerhalb dieser Zeitschriften. Laut DOAJ liegt es daran, dass im Rahmen eines notwendigen Projekts der Datenpflege für die Bestätigung der vorhandenen Einträge viele angefragte Zeitschriften nicht hinreichend geantwortet hätten. Nun denn. Aus eigener Erfahrung kann die DGUF berichten, dass das DOAJ bei Anfragen extrem asymmetrisch operiert, d. h. seinerseits lange nicht reagiert, aber selbst äußerst knappe Termine setzt. Gleich, wo genau die Ursache für diesen Schritt liegen mag: das Verzeichnis nach Mai 2016 wird nicht mehr vergleichbar sein mit der Liste vor Mai 2016, sondern einen erheblich veränderten Datenbestand aufweisen.
"DOAJ to remove approximately 3300 journals" (DOAJ, 9.5.): https://doajournals.wordpress.com/2016/05/09/doaj-to-remove-approximately-3300-journals/


7. Bürger und Archäologie / Citizen Science
7.1.
Erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit beim Crowdfunding
Ihre Kampagne ist online, alles ist prima vorbereitet – aber woher weiß das die Crowd, die Sie bei Ihrem Projekt unterstützen soll? Im SciencestarterLab #6 erfahren Sie, wie Sie gute Öffentlichkeitsarbeit machen. Mit Ihrem bisherigen Netzwerk auf Facebook, Twitter, im Kollegen- und Freundeskreis anzufangen, bringt erste Aufmerksamkeit und funktioniert sehr gut. Klein anfangen und dann immer größere Kreise ziehen, ist eine Grundregel auf dem knapp neunminütigen Video von "Sciencestarter". An jedem letzten Donnerstag im Monat gibt es ein weiteres Video mit gutem Tipps.
"SciencestarterLab #6 – Öffentlichkeitsarbeit beim Crowdfunding " (31.3.): https://www.sciencestarter.de/Blog/Blog-Detailseite/b/SciencestarterLab-6-Oeffentlichkeitsarbeit-be-1135
Die Reihe "SciencestarterLab": https://www.sciencestarter.de/Infos/sciencestarterlab.html

7.2.
Beginn einer Doku-Serie: "Das Schatzregal in NRW: Tutorial"
Carsten Konze hat in seinem YouTube-Kanal "The German Treasure Hunter" eine spannende Dokumentation gestartet: Anhand eines echten, aus seiner Sicht sehr wertvollen, archäologischen Fundes möchte er das Schatzregal in NRW studieren. Im ersten Teil seiner Dokumentation stellt er den Fund vor: einen Schlüssel, vermutlich aus römischer Zeit, mit einem besonderen bronzenen Griff. Den Fund hat er nun ordnungsgemäß der zuständigen Außenstelle der rheinische Denkmalpflege gemeldet. Fällt er, weil tatsächlich außergewöhnlich, unter die Bestimmungen des Schatzregals? Erhält Konze als Finder dann die gesetzlich vorgesehene Belohnung? Und was ist das dann konkret: eine "angemessene" Belohnung? Das sind die Fragen, die in den folgenden Teilen der als Tutorial gedachten Dokumentation beleuchtet werden sollen.
"Das Schatzregal in NRW - Tutorial 1" (The German Treasure Hunter, 18.4.; Video, 5:22 Min.): https://www.youtube.com/watch?v=_rJXSRi8xGE

7.3.
Sonderband des "Journal of Science Communication" zu Citizen Science
Das "Journal of Science Communication" (JCOM) hat zwei Sonderhefte mit jeweils acht Aufsätzen dem Thema Citizen gewidmet. Die Texte drehen sich um drei Kernthemen: Was ist die Motivation von Citizen Scientists? Wie ist das Verhältnis von Citizen Science mit Bildung? Was sind die Implikationen der Teilhabe für ein demokratisches Engagement bei wissenschaftsnahen Themen? Die Beiträge sind im Open Access verfügbar.
JCOM Special Issue: Citizen Science, Part I, 21.1.2016: http://jcom.sissa.it/archive/15/01
JCOM Special Issue: Citizen Science, Part II, 20.4. 2016: http://jcom.sissa.it/archive/15/03

7.4.
Well worth reading: How citizen science could change humanities and historical research
"The methods of citizen science are now starting to be used for humanities projects", writes "The Guardian". But who gets to participate in researching history, and what does it mean to be an expert? The basic conditions of becoming an expert in academia and the conditions necessary for becoming a professional have become conflated. "For academia a professional/expert is anyone paid by an institution", writes author Geoffrey Belknap, a historian at the University of Leicester, "yet this ignores the conditions that are required to create expertise." Now the potential of the web 2.0 allows to start questioning what it means to participate in knowledge production. "While the current scaffolding of citizen science/humanities is still built around the structures of the professional academic", Belknap predicts that "these structures are likely to change. While this hopefully won’t mean the end of the professional historian, it may mean that we need to redefine what it means to be an expert."
Geoffrey Belknap, "People power: how citizen science could change historical research" (The Guardian, 26.4.): https://www.theguardian.com/science/the-h-word/2016/apr/26/how-citizen-science-could-change-historical-research-crowdsourcing?CMP=Share_iOSApp_Other


8. Ausstellungen und Museen
8.1.
Gratiseintritt ins Museum: ein erfolgreicher Anfang auf dem Weg zu mehr Publikumsbindung
Die Leitung des Essener Folkwang Museums freut sich über ein gelungenes Experiment: Seit Juni 2015 ist der Eintritt frei, seitdem sind die Besucherzahlen kräftig gestiegen. Zuvor fanden zwar die großen Sonderausstellungen des Museums viel Zuspruch beim Publikum, in den Zeiten dazwischen jedoch blieb die Dauerausstellung leer. Der freie Eintritt hat dies geändert, die Dauerausstellung hat nun über ein Jahr hinweg nachhaltig drei Mal so viele Besucher wie zuvor. Der Deutschlandfunk wendet kommentierend ein, dass freier Eintritt nach Untersuchungen in anderen Museen jedoch weniger ein neues Publikum ins Haus zieht, sondern vor allem das bisherige Publikum häufiger anzieht, zu "Wiederholungstätern" macht. Dabei möchte der Leiter des Folkwang Museums, Tobia Bezzola, den Freiraum des auf fünf Jahre finanzierten Feldversuchs „Gratis-Eintritt“ auch nutzen, neue Publikumsschichten ins Haus zu holen. So experimentiert das Museum mit Formen verstärkter Partizipation, z. B. mit einem "Museum im Museum", wo sich selbst organisierende Gruppen Raum erhalten, eigene Ausstellungen zu gestalten.
"Essener Museum Folkwang: Mehr Besucher durch freien Eintritt" (Deutschlandfunk, 5.5.): http://www.deutschlandfunk.de/essener-museum-folkwang-mehr-besucher-durch-freien-eintritt.1148.de.html?dram:article_id=353398
"Kostenlose Kunst füllt das Folkwang-Museum" (WDR, 26.2.): http://www1.wdr.de/nachrichten/ruhrgebiet/folkwang-freier-eintritt-100.html

8.2.
Fürstinnengrab von Hülben auf Wanderausstellung (Hülben, bis 29.5.)
Das 2010 nahe der Heuneburg entdeckte Grab einer späthallstattzeitlichen Fürstin, oft auch "Fürstinnengrab von Hülben" genannt, wird nach seiner ersten Teilpräsentation im Kontext der Stuttgarter Keltenausstellung 2012 aktuell erstmals im Rahmen einer Wanderausstellung für die Einwohner nahe am Fundort ausgestellt. Nach Ende der nur drei Wochen währenden Sonderausstellung am 29.5. soll am Ort ein Informationszentrum errichtet werden, in dem Repliken gezeigt werden. Die mit ihren goldenen Kahnfibeln relativchronologisch nach Hallstatt D1 zu datierende Bestattung konnte inzwischen auch dendrochronologisch datiert werden; das Datum 583 v. Chr. fällt in den für D1 erwarteten Zeitrahmen.
"Hülben: Keltenfürstin gastiert am Heidengraben" (rtf.1, 11.5.): http://www.rtf1.de/news.php?id=13428
"»Das Geheimnis der Keltenfürstin« entdecken" (Reutlinger Generalanzeiger, 29.3.): http://www.gea.de/region+reutlingen/neckar+erms/+das+geheimnis+der+keltenfuerstin+entdecken.4726703.htm
"Hülben: 'Keltenfürstin' kommt auf die Alb" (Südwestpresse, 16.3.): http://www.swp.de/metzingen/lokales/alb-neckar/Keltenfuerstin-kommt-auf-die-Alb;art5684,3736858
"Pressemitteilung: Pressegespräch zur Ausstellungseröffnung „Das Geheimnis der Keltenfürstin“ am 12. Mai 2016 in Hülben" (): http://www.denkmalpflege-bw.de/no_cache/service/presseoeffentlichkeitsarbeit/pressemitteilungen/pressemitteilungen/article/pressegespraech-zur-ausstellungseroeffnung-das-geheimnis-der-keltenfuerstin-am-12-mai-2016-in-huelben.html

8.3.
Gewissensfrage: Darf man als Ausstellungsbesucher einer Museumsführung zuhören, ohne dafür bezahlt zu haben?
Jeder Besucher von Museen kennt die Situation: Man steht vor einer Vitrine, vor einem Gemälde, und dann baut sich nebenan eine Besuchergruppe mit Führer(in) auf. Unwillkürlich hört man mit. Ist das in Ordnung? Dr. Rainer Erlinger widmet sich in der aktuellen "Gewissensfrage" der "Süddeutschen" dieses Themas.
Rainer Erlinger, "Kleiner Lauschangriff" (Süddeutsche, 18.4.): http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/44464/Kleiner-Lauschangriff

8.4.
"Hochwertige Exponate, verstaubtes Ambiente": Die Ausstellung "Die Etrusker – Von Villanova bis Rom" (München, 16.7.2015-8.1.2017)
"Sehr archaisch" mutet in den Augen von Iris Kaufmann, einer Archäologin und Kulturvermittlerin, die Sonderausstellung an. Die hochwertigen Exponate würden mit spärlicher Beschriftung in schlichten Vitrinen präsentiert, schreibt Kaufmann in ihrem Blog "Kultur.digital". Sie seien fast schon etwas lieblos angeordnet. Auf Grafiken, Schautafeln oder erläuternde Karten verzichte die Ausstellung mit zwei Ausnahmen vollständig. Wenn man sich bereits mit den Etruskern beschäftigt habe oder sich des Media Guides bediene, gebe die Ausstellung einen guten Einblick in die Kultur der Etrusker – aber eben nur dann.
https://mikarissima.wordpress.com/2016/04/29/die-etrusker-von-villanova-bis-rom/

8.5.
Bedeutende Sammlungen online betrachten und dabei lernen. Ein Einblick
Digitale Kataloge, virtuell Rundgänge, Online-Kurse: Das Städel und das MoMa sind zwei große Kunstmuseen, die es vormachen, den Schritt ins Digitale. Im Städel gebe es "keine auf witzig getrimmte Ranschmeißer-Veranstaltung für Kunstverächter", schreibt Ursula Scheer in der FAZ, "aber auch keine High-Brow-Soirée für elitäre Kreise". Informativ zu sein wie eine Vorlesung, aber nicht so trocken: das ist nicht ganz einfach. Scheer gibt in ihrem Artikel einen guten Einblick über die Arbeit der im Digitalen federführenden Kunstmuseen, reißt auch die Arbeit des Google Cultural Institute an. Hilfreich für jeden, der sich etwas einlesen möchte.
Ursula Scheer, "Willkommen im digitalen Museum" (FAZ, 2.5.): http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kunst/online-kurse-zur-kunst-willkommen-im-digitalen-museum-14206341.html


9. Und sonst …
9.1.
Bits, Bytes, Tee und Archäologie: Vortragsvideos der CAA-UK-Konferenz 2016 online
Anfang März fand im englischen Leicester die jährliche Konferenz der CAA-Sektion des Vereinigten Königreichs statt - das Akronym "CAA" steht dabei für "Computer Applications and Quantitative Methods in Archaeology". Eine Selbsthilfegruppe für Computer-Nerds mit Archäologie-Spleen also? Oder eine spannende Fachtagung mit stilecht-britischen "Tea Breaks"? Das Tee-, pardon, Themenspektrum der Tagung reichte dabei von der guten alten Harris Matrix und den ebenso alten Problemen bei der Archivierung digitaler Daten über klassische GIS-Anwendungen und jeder Menge Modellierungen aller Art (vor allem 3D, aber nicht nur) bis hin zu den neusten Hypes der Szene. Wer mit Schlagwörtern wie "pXRF", "Drone", "Virtual Reality" oder "Structure from Motion" nichts anfangen kann, kann sich jetzt auf den neuesten Stand der Computer-Archäologie bringen. Denn einmal mehr hatte der britische Kollege Doug Rocks-Macqueen seine Kamera dabei - die Mitschnitte (fast aller) Vorträge sind mitsamt Abstracts auf seinem Blog frei zugänglich bereitgestellt. Die Newsletter-Redaktion empfiehlt eine kräftige Assam-Mischung. Mit Kluntjes natürlich.
"Computer Applications and Quantitative Methods in Archaeology (UK Chapter) 2016" (Doug's Archaeology, 8.4.): https://dougsarchaeology.wordpress.com/2016/04/08/computer-applications-and-quantitative-methods-in-archaeology-uk-chapter-2016/
Tagungsprogramm mit Abstracts: http://caa-uk.org/timetable/

9.2.
Forderung nach "transformativer Wissenschaft", die sich aktiv in Wandlungsprozesse einbringt
Der Wirtschaftswissenschaftler und multiple Wissenschaftsfunktionär und -berater Prof. Uwe Schneidewind kritisiert die absehbaren Nebenwirkungen der soeben politisch erneut beschlossenen Exzellenzinitiative. Er fordert eine "transformative Wissenschaft", die sich aktiv in gesellschaftliche Transformationsprozesse einbringt und ihre Fragestellungen und ihre Wissensproduktion in enger Kooperation mit gesellschaftlichen Akteuren entwickelt. Eine enge Verknüpfung mit der Praxis sei schon im Studium notwendig, eine konsequent inter- oder transdisziplinäre Ausrichtung gerade in der Promotionsphase verhindere Scheuklappen und eine allzu hohe Spezialisierung des Nachwuchses in rein wissenschaftsimmanent relevante Nischen, was nicht selten nach zwölf Jahren "exzellenter" Forschung ins berufliche Aus führt. Da denkt sich mancher: "Praxisorientiert schon im Studium, und interdisziplinär in der Forschung - waren wir Archäologen doch schon immer!" Ja, schon, aber macht die universitäre Archäologie aus diesem ihrem großen Potenzial auch etwas? Wirkt sie - nicht zuletzt im Interesse ihrer Studierenden und Absolventen - voran mit als transformative Wissenschaft, auch bei der intellektuellen Weiterentwicklung solcher Konzepte?
Uwe Schneidwind: "Die 'Co-Benefits' einer transformativen Wissenschaft" (Merton, Onlinemagazin des Stifterverbandes, 11.5.): https://merton-magazin.de/die-%E2%80%9Eco-benefits%E2%80%9C-einer-transformativen-wissenschaft

9.3.
Neuerscheinung "Clio-Guide. Ein Handbuch zu digitalen Ressourcen für die Geschichtswissenschaften"
Die Geschichtswissenschaften haben es nun: ein Handbuch zu den digitalen Ressourcen des Faches, zusammengestellt von den 50 führenden Expertinnen und Experten zum Thema. Wie es sich gehört, ist das Handbuch gedruckt und in einer Open-Access-Ausgabe verfügbar, wobei letztere mit aktiven Links direkt zu den Ressourcen führt. Da wichtige Schnittstellen zur Archäologie wie Alte Geschichte und Mittelalter mit eigenen Kapiteln in dem Band vertreten sind, ist das Buch auch für Prähistoriker relevant. Vor allem aber zeigt es, was der Archäologie dringlich fehlt: ein ähnliches Werk fürs eigene Fach.
Clio-Guide - Ein Handbuch zu digitalen Ressourcen für die Geschichtswissenschaften, hrsg. von Laura Busse, Wilfried Enderle, Rüdiger Hohls, Gregor Horstkemper, Thomas Meyer, Jens Prellwitz und Annette Schuhmann (=Historisches Forum, Bd. 19) Berlin 2016. http://guides.clio-online.de/sites/default/files/clio/guides/2016/histfor-19--clio-guide-ein-handbuch-zu-digitalen-ressourcen-fuer-die-geschichtswissenschaften_978-3-86004-318-9.pdf
Wilfried Enderle, Rezension zu: Clio-Guide. Ein Handbuch zu digitalen Ressourcen für die Geschichtswissenschaften. H-Soz-Kult, 19.04.2016: http://www.hsozkult.de/webnews/id/websites-548

9.4.
Wie macht man Fundverbreitungskarten mit kostenloser GIS-Software?
Ulrich Werz beschreibt in einer kostenlos verbreiteten Anleitung, wie man mit Hilfe der weit verbreiteten, kostenlosen Open-Source-Software gvSIG Fundverbreitungskarten erstellt. Nach einer gelungenen Einleitung in gvSIG geht der Text Schritt für Schritt vor und verdeutlicht das zu Tuende mit vielen Screenshots. Auch ein GIS-Anfänger dürfte damit gut zurechtkommen. Den konkreten Übungsbeispielen liegen frei verfügbare Karten zu Grunde sowie Beispieldatensätze, die ebenfalls frei heruntergeladen werden können. Die Anleitung kann auch auf der Academia.edu-Seite von Ulrich Werz heruntergeladen werden.
Werz, U. (2016). Kurzanleitung für die Erstellung von Fundverteilungskarten mit gvSIG 2.2. Lörrach: Selbstverlag. 112 Seiten, CC BY NC SA: http://downloads.gvsig.org/download/documents/books/gvSIG-Kurzanleitung_fur_die_Erstellung_von_Fun.pdf

9.5.
Projekt zur Kommunikation von Archäologie an Schulen
Archäologie an den Mann/die Frau zu bringen ist schwer, an den Schüler/die Schülerin aber noch schwerer: Seit Jahren gibt es Kritik an veralteten Lehrmaterialien und ungenügendem Platz im Lehrplan. Vor allem von musealer Seite wird gegengesteuert - aber können Universitäten auch einen Beitrag leisten? Ein Pilotprojekt aus Wales, vorgestellt in der neuen Ausgabe von PAST, liefert Anregungen.
Rhiannon Philp, "The SHARE with Schools outreach initiative" (PAST 82, April 2016, S. 11f)
http://www.prehistoricsociety.org/files/PAST_82_for_web.pdf

9.6.
Nächste Staffel der Exzellenzinitiative ab 2018/19 so gut wie beschlossen
Kultur und Bildung sind in Deutschland Sache der Bundesländer. Angesichts unterfinanzierter Universitäten und chronisch knapper Länderfinanzen hatte der Bund 2005 die "Exzellenzinitiative" ins Leben gerufen, bei der es im Kern darum ging, mit zusätzlichen Bundesmitteln Forschung und Nachwuchsförderung an deutschen Universitäten direkt zu finanzieren. Während derzeit die dritte Runde der Exzellenzinitiative ihrem Ende entgegensieht, erfolgte eine längere und heftige Debatte um die Fortsetzung des Programms ab 2018/19. Dabei drehten sich die (hochschul-)politischen Diskussionen weniger um das Ob einer Fortführung oder - bemerkenswerterweise - um das finanzielle Gesamtvolumen des Programms (533 Mio. Euro /Jahr), sondern vor allem um die Prinzipien der Mittelverteilung. Eine Schlüsselrolle spielt dabei die neunköpfige "Imboden-Kommission" (2014-2016), in der unter der Leitung des Schweizer Physikers und Wissenschaftsmanagers Dieter Imboden (u. a. 2005-2012 Präsident des Schweizerischen Nationalfonds) die bisherigen Programme evaluiert wurden und Vorschläge für das Regelwerk des künftigen Programms erarbeitet wurden. Die Imboden-Kommission empfahl, neben - wie bisher - rein kompetitiven Elementen auch eine Verstetigung der Bundesförderung vorzusehen, sprich: ausgewählte Universitäten sollten per se als exzellent gefördert werden. Kritiker wie z. B. die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) sahen darin den Beginn einer dauerhaften Spaltung der deutschen Forschungs- und Universitätslandschaft. Nun soll ein Mix die Lösung bringen: Etwa drei Viertel der Mittel werden wie bisher im Wettbewerb vergeben ("Exzellenzcluster"), während ein Viertel der Mittel nach einer Ausschreibung letztlich in eine stetige Förderung überführt werden kann ("Exzellenzuniversitäten"). Weiterhin lehnen viele namhafte Wissenschaftler wie z. B. die Gruppe "Exzellenzkritik" das Konzept Exzellenzinitiative per se ab und fordern statt der ihres Erachtens schädlichen Wettbewerbsorientierung eine bessere und stabile Grundfinanzierung der deutschen Universitäten. In der nun weitgehend beschlossenen nächsten Runde der Exzellenzinitiative soll es keine Graduiertenschulen mehr geben, ein Förderinstrument, von der bislang auch Archäologen z. B. an der Uni Kiel profitiert hatten.
"Nachfolge der Exzellenzinitiative: GWK bringt neue Bund-Länder-Vereinbarung zur Förderung der Spitzenforschung auf den Weg" (Pressemitteilung GWK - Gemeinsame Wissenschaftskommission, 22.4.): http://www.gwk-bonn.de/fileadmin/Pressemitteilungen/pm2016-04.pdf
" HRK zu Nachfolge Exzellenzinitiative: Richtige Grundsatzentscheidungen, Veränderungsbedarf bei Verfahren" (Pressemitteilung HRK, 11.5.): https://www.hrk.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung/meldung/hrk-zu-nachfolge-exzellenzinitiative-richtige-grundsatzentscheidungen-veraenderungsbedarf-bei-verfahren-3951/
"Für gute Forschung und Lehre - Argumente gegen die Exzellenzinitiative" (Exzellenzkritik, 27.4.): https://exzellenzkritik.wordpress.com/2016/04/27/petition-exzellenzkritik/

9.7.
Woher kommt eigentlich der muffige Geruch alter Bücher?
Klar, dass Archäologen sich Jahre lang durch alte Bücher arbeiten, ist ein Klischee. Aber tatsächlich haben wir immer wieder mit alter Forschungsliteratur zu tun. Und den Geruch dieser Bücher vergessen wir nie wieder. Doch warum riechen die Bücher so? "wissenschaft im dialog" erklärt gut verständlich, dass es einsetze Verrottung ist, welche die alten Literatur so müffeln lässt.
http://www.wissenschaft-im-dialog.de/projekte/wieso/artikel/beitrag/woher-kommt-der-muffige-geruch-alter-buecher/

9.8.
Wie macht man einen keltischen Torques? Eine Kuratorin erklärt‘s
Julia Farley –Kuratorin für die Sammlungen zur europäischen Eisenzeit im British Museum – erklärt in einem knapp zehnminütigen Video, wie man die Replik eines keltischen Torques, also eines Halsrings, selbst machen kann. Besonders neben einigen interessanten handwerklichen Aspekten sind Farleys Erläuterungen zu Fundsituationen und Interpretationen solcher Objekte. Ihre Erzählhaltung ist streckenweise eine persönliche. Bemerkenswert ist auch, dass das British Museum auf Fragen der YouTube-User unter dem Video antwortet.
"How to make a Celtic torc: Curator’s Corner" (The British Museum, 11.5.; Video, 9:29 Min.): https://m.youtube.com/watch?v=pBu6cixcaxI

9.9.
"Allein unter Archäologen" und andere Abenteuer aus dem LWL-Museum für Archäologie
Sie kennen nicht den Unterschied zwischen Befund und Fund, eine Urne ist für Sie eine Vase und eine Fibel ein Kinderbuch? Da sind Sie nicht alleine. Stefanie Aufderhaar, Verwaltungsmitarbeiterin der LWL-Archäologie kennt sämtliche Fettnäpfchen in der Kommunikation zwischen Verwaltung und Fachwelt. Sie schweigt aber nicht betreten, sondern schreibt über ihren Alltag "allein unter Archäologen". In einem Beitrag im Blog des LWL-Landesmuseums Herne berichtet sie über ihren Fachbereich, der auch für die Museen in Haltern und in der Kaiserpfalz Paderborn, für die Bodendenkmalpflege mitsamt der Restaurierungswerkstatt und dem Magazin zuständig ist. Sie beschreibt freundlich-ironisch, wie sie oftmals erstaunten und überforderten Archäologen den Weg durch den Dschungel der gesetzlichen Vorgaben, des Finanzmanagements und der überbordenden Bürokratie bahnt. Der Bericht beleuchtet die wenig beachtete Perspektive der Verwaltung einer archäologischen Einrichtung. Er ist einer von zahlreichen wöchentlichen Blogposts des LWL-Museum für Archäologie, das auch die Arbeit von ehrenamtlichen Mitarbeitern oder naturkundliche Betrachtungen thematisiert. Prädikat: Lesenswert!
http://www.lwl-landesmuseum-herne.de/blog/allein-unter-archaeologen


10. Impressum und Redaktionshinweise
Sie erhalten diesen Newsletter, weil Sie auf der Verteilerliste der DGUF eingetragen sind. Wollen Sie den Newsletter nicht länger erhalten, klicken Sie zum Abmelden bitte auf den Link am Ende dieses Newsletters.

Der Newsletter wird herausgegeben von der Deutschen Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte (DGUF). Verantwortlich für den Inhalt des Newsletters: Diane Scherzler.

Wenn Ihnen der Newsletter gefällt und Sie ihn weiterempfehlen möchten: gerne! Auch wer nicht Mitglied der DGUF ist, kann den Newsletter beziehen. Dort geht es zur Anmeldung: http://www.dguf.de/index.php?id=49

Den Newsletter gibt es - üblicherweise mit einer Verzögerung von wenigen Stunden bis Tagen - auch formatiert als PDF-Version mit klickbaren Links in unserem Archiv. Dort finden Sie auch alle bisherigen Newsletter: http://www.dguf.de/index.php?id=249

Wir freuen uns über Ihre Hinweise auf Veranstaltungen, Tagungen etc. Bitte schicken Sie dazu eine E-Mail an die Redaktion: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Die DGUF nimmt eine Auswahl und ggf. eine redaktionelle Überarbeitung eingesandter Hinweise und Beiträge vor. Anhänge (z. B. PDFs mit weiterführenden Informationen) können im DGUF-Newsletter nicht aufgenommen werden. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung.
Keine Gewähr auf Angaben, die nicht aus der DGUF selbst kommen. Für den Inhalt von Websites, auf die in diesem Newsletter ein Link gesetzt ist, ist die DGUF nicht verantwortlich.