DGUF-Newsletter vom 11.01.2021

DGUF-Newsletter vom 11.01.2021

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DGUF Newsletter

vom 11. Januar 2021

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Inhalt

1  DGUF-Nachrichten

1.1  Der 100. DGUF-Newsletter: "Themen, über die man in der Archäologie spricht oder dringend sprechen sollte"

1.2  DGUF-Kommunikationskanäle auch im Jahr 2020 auf Wachstumskurs

1.3  Unter den DGUF-Rezensionsangeboten: "archeofrag: Refitting and Stratigraphic Analysis in Archeology"

2  Tagungen und Veranstaltungen

2.1  Vortrag Michaela Schauer: "Gemeinsam für eine professionelle Archäologie" (Online, 15.1., 19:00-21:00 Uhr)

2.2  Vortrag Sascha Piffko: "Vom Archäologen zum Unternehmer" (Online, 21.1., 19:00 Uhr)

2.3  Tagung des Verbandes für Feldarchäologie und Grabungstechnik e. V. (Online, 23.4.; CfP bis 30.1.)

2.4  "Climate Change and Archaeology" - EAC Heritage Symposium (Hainburg, 1.-3.7.; CfP bis 15.3.)

3  Forschung

3.1  Neu im Early View der "Archäologischen Informationen"

3.2  Aktuelle Ausgrabungen und Forschung in den Medien

3.3  Magdalénien-Schichten in der Kulna-Höhle neu datiert

3.4  Absolute Chronologie: muss es immer "Bayesian modeling" sein?

3.5  Edition Mesolithikum 5: Neue Methoden und Übersichten, aktuelle Case Studies

3.6  Aussehen der frühen Holzkirchen: St. Servatius in Maastricht im 6. Jh. n. Chr.

4  Archäoinformatik

4.1  Software "Past" nun für Nutzer auch als Gruppe in den Social Media

4.2  Sammlung von Datenquellen und Tutorials zur Visualisierung von Geodaten mit "R": das Projekt "rspatialdata"

4.3  Bloggen mit "Blogdown"?

5  Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI)

5.1  Stand NFDI4objects

6  Kulturgutschutz

6.1  Aktuelles rund um Kulturgutschutz in den Medien

6.2  Morddrohungen gegenüber "Perus berühmtester Archäologin" Ruth Shady und Gefährdung von Amerikas ältester Siedlung Caral

6.3  Antikenschmuggel aus der Ukraine nach Serbien

7  Studium, Job-Themen und Personalia

7.1  Landesarchäologie Rheinland-Pfalz: Öffentliche Empörung über menschliche Wirbelsäulen in Blumentöpfen

7.2  "Sieg Heil to you!": Eklat auf der Konferenz der Society of Historical Archaeology (Online, 6.-9.1.)

7.3  Neue Satzung reformiert die Konferenz der Internationalen NGOs am Europarat

7.4  Erreichen in der Wissenschaft schon im Jahr 2056 Frauen und Männer den gleichen Anteil an Führungspositionen?

8  Open Access & Open Data

8.1  Deutsche Wissenschaftspolitik führt Ethik des Open Access ins Scheitern

9  Bürger und Archäologie & Citizen Science

9.1  "Richtig empfehlenswerte archäologische Fernsehserie": The Detectorists

10     Ausstellungen und Museen

10.1      Umfrage: Deutsche sind uneinig über Museumsschließungen während Lockdowns

10.2      Horst Bredekamp über "Eiszeit - Kunst und Kultur" (Große Landesausstellung Baden-Württemberg 2009/10)

11     Und sonst …

11.1      Ein "Datenmanagementplan" und wie Sie diesen erstellen

11.2      "De defensione imperii Romani"

 

1         DGUF-Nachrichten

1.1        Der 100. DGUF-Newsletter: "Themen, über die man in der Archäologie spricht oder dringend sprechen sollte"

Im März 2012 erschien der erste DGUF-Newsletter. Genau neun Jahre später, im März/April 2021, werden wir glücklich und auch etwas stolz die 100. Ausgabe publizieren. Mehr als 1.800 Abonnentinnen und Abonnenten werden sie erhalten, also wie immer weit mehr Personen als die DGUF an Mitgliedern hat. Dieser Jubiläums-Newsletter wird nicht primär aktuell orientiert sein – was ist im vergangenen Monat passiert? –, sondern er soll exklusiv die Stimmen der DGUF-Mitglieder versammeln. Wir laden alle unsere Mitglieder herzlich ein, aktiv mitzuwirken und ihre Perspektiven bis zum Redaktionsschluss am 28.2. einzusenden! Was sind nach Ihrer Überzeugung und Erfahrung Themen, über die Ihre Fachkolleginnen und -kollegen sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger mehr sprechen sollten? Entweder, weil sie das Fach bzgl. Forschung, Arbeitsrealität, Rahmenbedingungen usw. gerade voranbringen, verändern oder auch behindern. Oder, weil sie bedeutsam sind, aus unterschiedlichen Gründen aber "niemand" darüber spricht und sich das ändern sollte. – Wer an dieser Jubiläumsausgabe mitwirken möchte, aber noch kein DGUF-Mitglied ist: Sie sind herzlich eingeladen, auf www.DGUF.de den Mitgliedsantrag auszufüllen und einzureichen. ;-)

Alle Informationen zur Jubiläumsausgabe und wie Sie Ihren Beitrag einreichen: https://www.dguf.de/100-newsletter

 

1.2        DGUF-Kommunikationskanäle auch im Jahr 2020 auf Wachstumskurs

Die Kommunikationskanäle der DGUF erfreuten sich auch 2020 großer Beliebtheit, die Zahl ihrer Abonnenten ist deutlich gewachsen. Der DGUF-Newsletter wuchs im Laufe des Jahres 2020 um ca. 10 % und hatte am Jahresende 1.840 Abonnenten. Die Facebook-Seite der DGUF wuchs im Jahr 2020 um ein Fünftel und überschritt im November die Zahl von 4.000 Abonnenten. Das stärkste Wachstum, nämlich ein Plus von einem Drittel verzeichnete die DGUF bei Twitter, wo sie Ende Dez. 2020 insgesamt 1.285 Follower hatte. Damit ist die DGUF die mit Abstand präsenteste deutsche archäologische Fachgesellschaft und NGO bei Facebook und Twitter.

 

1.3        Unter den DGUF-Rezensionsangeboten: "archeofrag: Refitting and Stratigraphic Analysis in Archeology"

Unter den zahlreichen Publikationen, welche die Herausgeber der "Archäologischen Informationen" zur Rezension ausschreiben, sei diesmal ein im Dezember 2020 auf CRAN veröffentlichtes R-Paket hervorgehoben. Aus der Funktionsbeschreibung: "Methods for the stratigraphic analysis of fragmented objects in archeology using 'refitting' relationships between fragments scattered in stratigraphic layers. Graphs and graph theory are used to model archaeological observations. The package is mainly based on the 'igraph' package for graph analysis. Functions enable to 1) create, manipulate, and simulate fragmentation graphs, 2) measure the cohesion and admixture of stratigraphic layers, and 3) characterise the topology of a specific set of refitting relationships. An empirical dataset is also provided as an example." Wenn Sie Interesse an einer Rezension haben, richten Sie bitte Ihre Anfrage mit Ihrer vollständigen Postanschrift sowie einer kurzen Begründung, weshalb Sie dieses Werk besprechen wollen, an: editor@dguf.de.

Alle Rezensionsangebote der "Archäologischen Informationen" mit weiteren Informationen zu Modalitäten und Ablauf: https://www.dguf.de/rezensionsangebote

Mehr zur Publikation: https://cran.r-project.org/web/packages/archeofrag/vignettes/archeofrag-vignette.html

 

2         Tagungen und Veranstaltungen

2.1        Vortrag Michaela Schauer: "Gemeinsam für eine professionelle Archäologie" (Online, 15.1., 19:00-21:00 Uhr)

Corona verändert nicht nur unser Privatleben – auch beruflich hat sich im vergangenen Jahr vieles verändert. Vieles aber auch nicht: Die berufliche Situation vieler in der Archäologie Tätiger ist kritischer denn je – ihre Arbeitsplätze bedroht durch die Pandemie. In anderen Branchen der Archäologie sind die Auftragsbücher hingegen weiterhin (über)voll, qualifiziertes Fachpersonal immer noch Mangelware. Schlecht bezahlte, befristete (Ketten-) Verträge, Verzicht auf Familienplanung und Wohneigentum, ein erschreckend niedriges Lohnniveau - all das ist seit vielen Jahren Alltag in der Archäologie. "Als Berufsverband CIfA Deutschland", schreibt die Präsidentin der deutschen Gruppe, Michaela Schauer, "sehen wir uns als Stimme des Aufbruchs. Es gilt, selbst aktiv zuzupacken, die archäologische Praxis und die Arbeitsbedingungen aller Archäolog*innen zu verbessern, aber auch selbstkritisch unseren Berufsalltag zu prüfen. Als Berufsverband für Archäologie bündeln wir die Anforderungen und Bedürfnisse der Branche und vertreten diese gegenüber der Gesellschaft. Dabei beruht unsere 'Macht' – wie die eines jeden Berufsverbandes - auf dem Rückhalt durch die Mitglieder und deren freiwillige Verpflichtung auf die fachintern gesetzten Regeln und Übereinkünfte. Regeln, die wir Expert*innen für Archäologie uns gemeinsam selbst setzen. Unser Ziel ist es, durch transparente Regeln und Verfahren mehr Vertrauen in die Archäologie zu schaffen und so zur Weiterentwicklung und Professionalisierung des Berufs sowohl zum Wohle der in der Archäologie Tätigen als auch der Allgemeinheit beizutragen." Der internationale Berufsverband "Chartered Institute for Archaeologists" (CIfA) hat in Großbritannien bereits eine 30-jährige Erfolgsgeschichte vorzuweisen und mehr als 3.000 Mitglieder, in Deutschland befindet sich CIfA seit 2017 im Aufbau. - Der Online-Vortrag mit dem Untertitel "Das CIfA, seine Ziele und warum es einen Berufsverband von Archäolog*innen für Archäolog*innen braucht" wird organisiert von der Studienrichtungsvertretung der Urgeschichte & Hist. Arch. Wien in Kollaboration mit dem Archäologischen Studierendenverband Österreich (ASVÖ). Es soll viel Platz für Diskurs und Austausch geben. Die Teilnahme ist kostenlos und ohne Anmeldung für Jede(n) möglich.

Link zur Veranstaltung: https://eu.bbcollab.com/.../d5717bc8857046d0979128410d20036e

 

2.2        Vortrag Sascha Piffko: "Vom Archäologen zum Unternehmer" (Online, 21.1., 19:00 Uhr)

Faire Bezahlung in der Grabungsarchäologie? Soziale Nachhaltigkeit und angemessene Arbeitsbedingungen wie sie außerhalb der Archäologie Gang und Gäbe sind? Unbefristete Verträge? In der Archäologie? Unmöglich! So wird zumindest immer gesagt. Im Jahr 2015 gründete Sascha Piffko die Grabungsfirma SPAU mit der Idee von sozial nachhaltigen und fairen Arbeitsbedingungen für die Angestellten. Zuerst von der Konkurrenz als zum Scheitern verurteilt und belächelt, entwickelte sich SPAU schnell zu einer der größten Grabungsfirmen in Hessen. Fünf Jahre nach Gründung arbeiten fast 50 Personen in sieben Projektteams, die jährlich bis zu 50 Projekte bearbeiten. Der Erfolg der Firma begründet sich lt. dem Firmengründer auf "zufriedenen und gut geschulten Mitarbeitern, die ihre Arbeit als professionelle Dienstleistung verstehen, auf die sie stolz sind". Piffko denkt auch an die Zukunft seiner Mitarbeiter: "Die unbefristete sozialversicherte Festanstellung vereinfacht die Lebensplanung, die stetige Fortbildung verbessert die Chancen auf dem Arbeitsmarkt, und es bleibt Freiraum für eigene wissenschaftliche Projekte und individuelle Entwicklung." Inzwischen wurde SPAU in eine GmbH umgewandelt, die regional als Arbeitgeber und Steuerzahler auch öffentlich wahrgenommen wird; seit 2020 verfügt SPAU als erste deutsche Grabungsfirma über einen Betriebsrat. Andere junge Firmengründungen in der Archäologie orientieren sich an dem Vorbild der SPAU GmbH und haben ebenfalls wirtschaftlichen Erfolg. - Der Online-Vortrag wird organisiert von der Studienrichtungsvertretung der Urgeschichte & Hist. Arch. Wien in Kollaboration mit dem Archäologischen Studierendenverband Österreich (ASVÖ). Es soll viel Platz für Diskurs und Austausch geben. Die Teilnahme ist kostenlos und ohne Anmeldung für Jede(n) möglich.

Link zur Veranstaltung: https://eu.bbcollab.com/.../244b43161cc44c9896b8af251c26f9f2

 

2.3        Tagung des Verbandes für Feldarchäologie und Grabungstechnik e. V. (Online, 23.4.; CfP bis 30.1.)

Für die Tagung sind etwa zehn Vorträge von 20 Minuten mit anschließender zehnminütiger Diskussion geplant. Vorgestellt werden sollen grabungstechnisch-feldarchäologische Themen. Der Verband für Feldarchäologie und Grabungstechnik e. V. erbittet bis Ende Januar die Einreichung von Vortragsvorschlägen mit einer Zusammenfassung von max. 1.700 Zeichen inkl. Leerzeichen.

https://feldarchaeologie.de/tagungen-2/1-online-tagung/

 

2.4        "Climate Change and Archaeology" - EAC Heritage Symposium (Hainburg, 1.-3.7.; CfP bis 15.3.)

Climate change will effect changes in soil conditions, which will affect archaeological deposits. Human responses to the climate crisis can also impact archaeological sites. Papers are invited that explore the following areas: 1. The impact of the climate crisis on the conservation of archaeological sites, 2. How understanding the adaptation strategies of the past might help address the challenges of the future, 3. Using archaeological skills in spatial and environmental plans for climate adaptation and mitigation, and 4. The role archaeologist can play in communicating and engaging with climate change. The conference is planned to take place in person in Hainburg, Austria, with enhanced digital capabilities and online streaming provided.

https://www.europae-archaeologiae-consilium.org/eac-symposium-2021

 

3         Forschung

3.1        Neu im Early View der "Archäologischen Informationen"

Hofmann, D. (2020). Review of: Becker, V. (2018). Studien zum Altneolithikum in Italien. (Neolithikum und ältere Metallzeiten: Studien und Materialien, 3). Berlin: Lit Verlag. Archäologische Informationen 43, Early View, published online 8 Jan 2021.

Ickerodt, U. (2020). Archäologie der Moderne zwischen Fachlichkeit, Zuständigkeiten und fachbereichlicher Reproduktionsfähigkeit. Archäologische Informationen 43, Early View, online publiziert 6. Jan. 2021.

Röhl, C. & Schneider, P. I. (2020). Kontaminierte Fundstellen in der Archäologie der Moderne. Archäologische Informationen 43, Early View, online publiziert 22. Dez. 2020.

Veling, A. (2020). Archäologie der Gegenwart. Archäologische Informationen 43, Early View , online publiziert 21. Dez. 2020.

Lechterbeck, J. (2020). Review of: Klinkenberg, V., van Oosten, R. & van Driel-Murray, C. (eds). (2020). A Human Environment. Studies in honour of 20 years Analecta editorship by prof. dr. Corrie Bakels. (Analecta Praehistorica Leidensia, 50). Leiden: Sidestone Press. Archäologische Informationen 43, Early View, published online 17 Dec 2020.

Theune, C. (2020). Erkenntnisgewinn und Relevanz einer Archäologie des 19. bis 21. Jahrhunderts. Archäologische Informationen 43, Early View , online publiziert 12. Dez. 2020.

Jung, P. & Piffko, S. (2020). Statements von Tagungsteilnehmern. Archäologische Informationen 43, Early View, online publiziert 7. Dez. 2020.

https://www.dguf.de/early-views

 

3.2        Aktuelle Ausgrabungen und Forschung in den Medien

"Erste menschliche Kultur überdauerte 20.000 Jahre länger als bislang bekannt. Bevölkerungsgruppen im äußersten Westen Afrikas nutzten bis vor 11.000 Jahren die frühesten Steinwerkzeug-Technologien unserer Art" (MPI für Menschheitsgeschichte, 11.1.): https://www.shh.mpg.de/1938291/scerri-young-middle-stone-age

Sturm auf das US-Kapitol: "Büffelhorn und Thorshammer" (Archaeologik, 10.1.): https://archaeologik.blogspot.com/2021/01/buffelhorn-und-thorshammer.html

"Archäologisches Traumpaar. Archäologische Beschreibungen frühzeitlicher Gemeinschaften sind oft nur Klischees. Die Geschlechterrollen werden zunehmend infrage gestellt" (taz, 10.1.): https://taz.de/Familienmodell-der-Fruehgeschichte/!5738409/

"Retour sur une découverte mégalithique hors norme à Chamigny (Seine-et-Marne)" (INRAP, 8.1.): https://www.inrap.fr/retour-sur-une-decouverte-megalithique-hors-norme-chamigny-seine-et-marne-15407

"Burg Sterrenberg südlich von Koblenz: Vermutlich älteste Burgkapelle am Mittelrhein entdeckt" (SWR, 8.1.): https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/koblenz/aelteste-burgkapelle-mittelrhein-100.html

"Ice Age hunters’ leftovers may have fueled dog domestication. Ancient people tamed wolves by feeding them surplus game, researchers suggest" (Science News, 7.1.): https://www.sciencenews.org/article/ice-age-hunters-leftovers-may-have-fueled-dog-domestication

"Der verborgene Schatz im Kärntner Hafnersee. Im Hafnersee liegt eine urgeschichtliche Pfahlbausiedlung verborgen. Bislang ist über diese Fundstätte noch wenig bekannt. Jetzt will man die Forschung vorantreiben. Auch im Wörthersee könnte ein Geheimnis schlummern" (Kleine Zeitung, 7.1.): https://www.kleinezeitung.at/kaernten/5919290/Tauchgaenge-geplant_Der-verborgene-Schatz-im-Kaerntner-Hafnersee

"Urmenschen in der Oldupai-Schlucht bewältigten Umweltveränderungen. Rund 2 Mio. Jahre alte Ausgrabungsstätte zeigt, dass frühe Menschen über Fähigkeiten und Werkzeuge zur Anpassung an vielfältige Lebensräume verfügten" (MPI für Menschheitsgeschichte, 7.1.): https://www.shh.mpg.de/1936811/petraglia-oldupai-gorge

"Fish Sauces – The Food that Made Rome Great" (ASOR, 7.1.): http://www.asor.org/anetoday/2021/01/fish-sauces

"Römisches Theater in Bregenz entdeckt" (ORF, 6.1.): https://vorarlberg.orf.at/stories/3083626

"Jahrhundertdürre im Mittelalter – mit Parallelen zum Klimawandel heute?" (Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa, 5.1.): https://idw-online.de/de/news760717

"How Much Did Grandmothers Influence Human Evolution? Scientists debate the evolutionary benefits of menopause" (Smithsonian Magazine, 4.1.): https://www.smithsonianmag.com/science-nature/how-much-did-grandmothers-influence-human-evolution-180976665/

"Prehistoric people developed a technique for making a playdough-like material from mammoth ivory" (The Siberian Times, 2.1.): https://siberiantimes.com/other/others/features/prehistoric-people-developed-a-technique-for-turning-woolly-mammoth-ivory-into-a-playdough-like-material/

"The Impact of Dams on Cultural Heritage in the Middle East and North Africa" (ASOR, 31.12.): http://www.asor.org/anetoday/2020/12/orientdams

"Hielt der Mensch einst Winterschlaf? Über 400.000 Jahre alte Knochen aus Nordspanien weisen Wachstumsspuren auf, die man bisher nur von Knochen winterschlafender Säugetiere kannte" (Der Standard, 29.12.): https://www.derstandard.de/story/2000122813668/hielt-der-mensch-einst-winterschlaf

"Is forearm curvature in the 'Little Foot' Australopithecus natural or pathological?" (Phys.org, 29.12.): https://phys.org/news/2020-12-forearm-curvature-foot-australopithecus-natural.html

"Unter dem Pflaster liegt das Mittelalter. Am Humboldt Forum, am Roten Rathaus und am Petriplatz sollen drei 'Archäologische Fenster' Blicke in die Berliner Stadtgeschichte ermöglichen" (Tagesspiegel, 27.12.): https://www.tagesspiegel.de/kultur/archaeologie-in-berlin-unter-dem-pflaster-liegt-das-mittelalter/26751716.html

"Außergewöhnlicher Fund: Antike Snackbar in Pompeji ausgegraben" (Tagesschau, 26.12.): https://www.tagesschau.de/ausland/pompeji-ausgrabung-imbiss-101.html

Siedlung der Goldberg-III-Gruppe Oberschwabens: "Wildschweine wühlen Reste aus der Jungsteinzeit frei" (ZEIT; 23.12.): https://www.zeit.de/news/2020-12/23/wildschweine-wuehlen-reste-aus-der-jungsteinzeit-frei

"Evidence for a massive paleo-tsunami at ancient Tel Dor, Israel. Paleo-tsunami may be the reason previous archaeological surveys found no evidence for low-lying coastal villages in the area over a 4000 year period" (PLOS, 23.12.): https://www.eurekalert.org/pub_releases/2020-12/p-efa121620.php

"Archäologie in Jerusalem: 2000 Jahre alte Mikwe und byzantinische Kirche im Garten Gethsemane entdeckt" (Tagesspiegel, 22.12.): https://www.tagesspiegel.de/wissen/archaeologie-in-jerusalem-2000-jahre-alte-mikwe-und-byzantinische-kirche-im-garten-gethsemane-entdeckt/26741800.html

"El complejo arqueológico de Aranbaltza (Barrika, Bizkaia)" (Arkeobasque, 21.12.): https://arkeobasque.wordpress.com/2020/12/21/el-complejo-arqueologico-de-aranbaltza-barrika-bizkaia/

"Early humans may have survived the harsh winters by hibernating. Seasonal damage in bone fossils in Spain suggests Neanderthals and their predecessors followed the same strategy as cave bears" (The Observer, 20.12.): https://www.theguardian.com/science/2020/dec/20/early-humans-may-have-survived-the-harsh-winters-by-hibernating

"Une nécropole à coffres du début de l’âge du Bronze à Plougonvelin (Finistère)" (INRAP, 18.12.): https://www.inrap.fr/une-necropole-coffres-du-debut-de-l-age-du-bronze-plougonvelin-finistere-15423

"Fit for a king: true glory of 1,000-year-old cross buried in Scottish field is revealed at last. Part of the Galloway Hoard, found in 2014, the piece is so spectacular it may have belonged to a monarch" (The Observer, 13.12.): https://www.theguardian.com/science/2020/dec/13/fit-for-a-king-true-glory-of-1000-year-old-cross-buried-in-scottish-field-is-revealed-at-last

"Découverte d’une 'tombe princière' de l’âge du Bronze armoricain à Giberville (Calvados) (INRAP, 12.12.): https://www.inrap.fr/decouverte-d-une-tombe-princiere-de-l-age-du-bronze-armoricain-giberville-15405

"Tower of human skulls reveals grisly scale to archaeologists in Mexico City. New sections of the tower at the capital’s Templo Mayor Aztec site include 119 skulls of men, women and children" (The Guardian, 11.12.): https://www.theguardian.com/world/2020/dec/11/mexico-templo-tower-of-skulls-archaeologists-aztec

"Britain's first known 5th century mosaic found at Chedworth Roman Villa" (National Trust, 11.12.): https://www.nationaltrust.org.uk/chedworth-roman-villa/features/britains-first-known-5th-century-mosaic-found-at-chedworth-roman-villa

"Sensationelle Eiszeit-Felsmalerei im Regenwald entdeckt. Mitten im kolumbianischen Farc-Rebellengebiet entdeckten Archäologen zehntausende Tier- und Menschenzeichnungen. Da auch ausgestorbene Tiere zu sehen sind, müssen sie mehr als 12.500 Jahre alt sein" (Deutsche Welle, 3.12.): https://www.dw.com/de/sensationelle-eiszeit-felsmalerei-im-regenwald-entdeckt/a-55810980

"Der versunkene Archipel in der Nordsee. Mitten in der Nordsee lag einst eine besiedelte Insel. Doch ein Tsunami versenkte alles Land – das war der Stand der Wissenschaft. Nun haben Forscher Spuren von Leben im Meeresboden gefunden" (Spiegel, 2.12.): https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/nordsee-doggerland-widerstand-dem-meer-laenger-als-gedacht-a-a090c3dc-b471-4ed3-92c5-7f708330c7c5

"Aus dem Zweiten Weltkrieg : Sensationsfund in der Ostsee: Taucher finden Enigma-Chiffriermaschine" (Schweringer Volkszeitung, 2.12.): https://www.svz.de/30465197

"Getreide-, Oliven- und Weinpollen belegen Marktintegration im antiken Griechenland. Eine neue interdisziplinäre Studie weist auf die Integration der Agrarmärkte Jahrhunderte vor der römischen Eroberung hin und legt nahe, dass die Mechanismen, die zum Anthropozän führten, viel früher begannen als vermutet" (MPI für Menschheitsgeschichte, 27.11.): https://www.shh.mpg.de/1914196/market-integration-in-ancient-greece

 

3.3        Magdalénien-Schichten in der Kulna-Höhle neu datiert

Die Kulna-Höhle in Mähren gilt als eine der bedeutenden Stationen des Magdalénien mit zwei Fundschichten (6 u. 5) des Magdalénien und einer Schicht (4) des Epimagdalénien. Ein internationales Team hat sich der Frage nach der absoluten Datierung erneut angenommen und umfassende naturwissenschaftliche Untersuchungen durchgeführt. Danach kann die Schicht 6 auf um 15.630-14.610 cal. BP datiert werden (Spätglazial, "GS-2.1a"), die Schicht 4 auf um 14.140-12.680 cal. BP (Frühholozän/Bölling, "Gl-1c-a"). Neu ist die Beobachtung, dass die 14C-Daten und diverse Isotopen zu Schicht 5 sehr inhomogen sind und stark dafür sprechen, dass diese im Grunde nicht existiert, sondern eine Vermischung der Inventare aus den Schichten 6 und 4 darstellt. Somit weist die Kulna-Höhle zwischen den Schichten 6 und 4 - die ihrerseits jeweils mehrere Begehungen repräsentieren - eine gut eintausendjährige Siedlungslücke auf.

Reade, H., Grimm, S. B., Tripp, J. A., Neruda, P., Nerudová, Zd., Roblíčková, M. et al. (2021). Magdalenian and Epimagdalenian chronology and palaeoenvironments at Kůlna Cave, Moravia, Czech Republic. Archaeological and Anthropological Sciences, 13, art.no 4: https://doi.org/10.1007/s12520-020-01254-4

 

3.4        Absolute Chronologie: muss es immer "Bayesian modeling" sein?

Nein, meint der ehemalige Leiter des Kölner 14C-Labors Bernhard Weninger. In einem anspruchsvollen Aufsatz erinnert er zusammen mit Co-Autor Kevan Edinborough an die physikalisch-mathematischen Eigenschaften von 14C-Daten und Kalibrationskurven sowie an das Ausgangsmodell der Bayes-Statistik, um nach Klärung dieser Grundlagen darzulegen, dass Bayes-Statistik keine wirklich notwendige und alle Probleme lösende Hilfe bei der Gruppenkalibration von 14C-Daten ist. Vielmehr sei auch klassische Statistik bestens geeignet, mit dem Problem unscharfer Daten umzugehen. Kalibration ist s. E. im Methodenbereich der Fouriertransformation besser aufgehoben, d. h. dem Auffassen der Kalibrationskurve als Wellengleichung. Dieser Ansatz führe zu richtigeren und eindeutigeren Datierungen. Während das Bayes-Modell in Kalibrationsprogrammen wie OxCal (z. T.) integriert ist, bietet das von B. Weninger angebotene Programm CalPal auch die Option, mit Fouriertransformationen zu kalibrieren.

Weninger, B. & Edinborough, K. (2020). Bayesian 14C-rationality, Heisenberg uncertainty, and Fourier transform: the beauty of radiocarbon calibration. Documenta Praehistorica, 47, 536-559. https://revije.ff.uni-lj.si/DocumentaPraehistorica/article/view/47.31

CalPal 2020.11:  Weninger, B. (2020). History of CalPal 1984-2020, Update 7th November, Version 2020.11: https://www.academia.edu/44453206/HISTORY_OF_CALPAL_1986_2020_Version_2020_11

 

3.5        Edition Mesolithikum 5: Neue Methoden und Übersichten, aktuelle Case Studies

Der neue Band der "Edition Mesolithikum" veröffentlicht die Ausarbeitungen von Vorträgen und Postern, die während der Tagung der AG Mesolithikum im März 2017 in Wuppertal präsentiert wurden. Insgesamt 30 Autoren aus Dänemark, den Niederlanden, Österreich und Deutschland stellen in 15 Beiträgen Fundplatzanalysen, regionale und überregionale Studien sowie theoretische und methodische Aufsätze vor. Am Ende des Bandes findet sich das Schriftenverzeichnis des geehrten Berliner Mesolith-Forschers Bernhard Gramsch. Besonders bemerkenswert in diesem Band ist die Häufung von Beiträgen, die sich eingehend mit mesolithischen Befunden wie Gruben und Behausungen beschäftigen, nicht zuletzt die schon lange angekündigte, erste umfassende Zusammenstellung (samt Katalog und Kartierung) von Gehlen, Eckmeier, Gerken, Schön und Zander zu mesolithischen Gruben in Deutschland. Die typo-chronologische Studie von Gehlen, Schneid, Roth & Zander stellt den für das Mesolithikum erstmals unternommenen Versuch vor, 14C-datierte Inventare mit Hilfe einer Kanonischen Korrespondenzanalyse zeitlich zu ordnen und dann Inventare ohne 14C-Daten in diese Ordnung einzufügen; der dem Beitrag zugefügte, gut dokumentierte R-Code erlaubt es Interessierten, das Verfahren auch auf andere Komplexe und Zeiten zu übertragen.

Zander, A. & Gehlen, B. (eds) (2020). From the Early Preboreal to the Subboreal period – Current Mesolithic research in Europe. Studies in honour of Bernhard Gramsch. / Vom frühen Präboreal bis zum Subboreal – Aktuelle Forschungen zum Mesolithikum in Europa. Studien zu Ehren von Bernhard Gramsch. (Edition Mesolithikum, 5): https://www.weltunderde.com/b%C3%BCcher/edition-mesolithikum/from-the-early-preboreal-to-the-subboreal-period-current-mesolithic-research-in-europe-studies-in-honour-of-bernhard-gramsch/

 

3.6        Aussehen der frühen Holzkirchen: St. Servatius in Maastricht im 6. Jh. n. Chr.

Teilnehmer der EAA 2017 in Maastricht wird sie noch gut in Erinnerung sein: die mächtige St.-Servatius-Kirche inmitten der lebendigen Altstadt links der Maas, in wesentlichen Teilen aus dem 11. Jh. stammend. Doch wie fing hier alles an? Ähnlich wie in Bonn oder Xanten: nach Gregor von Tour löste ein Bischof ein bestehendes, halbverfallenes spätantikes Oratorium ab und ersetzte es durch einen Neubau, den jeweils ersten "richtigen" Kirchbau am Ort. In Maastricht ist es Bischof Monulphus in der Mitte des 6. Jh., in Bonn und Xanten findet dieser Prozess etwa drei Jahrzehnte später statt. Jip Barreveld hat nun in seinem Blog die Maastrichter Geschichte und vor allem das Aussehen der frühen Holzkirchen näher thematisiert, um die "darkest years of Roman towns" zu beleuchten. Eine lesenswerte, kurze aktuelle Synthese zum Thema.

Jip Barreveld: "Snatched by the wind: The wooden chapel of Saint Servatius in Maastricht" (LeidenMedievalistsBlog, 24.12.2020): https://leidenmedievalistsblog.nl/articles/snatched-by-the-wind-the-wooden-chapel-of-st-servatius-in-maastricht

 

4         Archäoinformatik

4.1        Software "Past" nun für Nutzer auch als Gruppe in den Social Media

Mitte Dezember wandte sich der Programmautor von Past, Øyvind Hammer, an die Nutzer seiner E-Mail-Liste: Solche Listen seien altbacken und umständlich, ob denn die Community etwas Moderneres wünsche? Und wenn ja, was? Fast alle Nutzer schrieben Ähnliches: Sie seien Neuem aufgeschlossen, aber die bestehende, schlichte und gut funktionierende E-Mail-Liste, über die sich Nutzer untereinander und mit dem Programmautor austauschen, wollten sie unbedingt beibehalten. Am Ende entschied Øyvind Hammer: die Liste bleibt. Zusätzlich gibt es seit Ende Dezember auch eine Past-Gruppe bei Facebook, groups.io (Google) und Reddit. Für die beiden letzteren nennt Hammer keine Adresse, man möge sich registrieren und nach der Past-Gruppe suchen.

Facebook-Gruppe "Past - data analysis for the people": www.facebook.com/groups/837497710381423/

 

4.2        Sammlung von Datenquellen und Tutorials zur Visualisierung von Geodaten mit "R": das Projekt "rspatialdata"

Mit dem neu auf GitHub zu findenden Projekt "rspatialdata" wollen drei Nicht-Archäologinnen Tutorials zur Darstellung räumlicher Daten mit Hilfe von "R" sammeln und zur Verfügung stellen. Auch wenn erst drei der angekündigten zwölf Kapitel mit Inhalt hinterfüllt sind: die drei Kapitel des Projekts lassen die Wege und Möglichkeiten gut erkennen, wie man mit "R" auch archäologische Verbreitungskarten erstellen kann. Die Beispiele sind gut erklärt und mit beispielhaftem Code hinterlegt, so dass sie gut nachvollziehbar sind. Dabei erklären die beiden Kapitel "administrative boundaries" und "Open Street Map data", wie man sich frei verfügbare Kartengrundlagen nutzbar machen kann.

Moraga, P., Seimon, D. & Kumar, V. U. V. (2020). rspatialdata is a collection of data sources and tutorials on visualising spatial data using R. https://rspatialdata.github.io/index.html

 

4.3        Bloggen mit "Blogdown"?

Der Hype um "Digital Humanities" und NFDI zieht auch vermehrte Aufmerksamkeit auf den Gedanken, mit "R" nicht nur Daten aufzubereiten und zu analysieren, sondern die (Auszeichnungs-) Sprache RMarkdown als umfassende Schreib- und Publikationsumgebung für Wissenschaftler zu nutzen. In die R-Benutzeroberfläche RStudio ist das Schreiben von code-haltigen Texten via RMarkdown feinstens eingebettet und erweist sich als praktisch, ohne allzu großen Lernaufwand. Ausgehend von solchen Texten soll "Bookdown" Autoren darin unterstützen, ganze Bücher mit RMarkdown zu schreiben, und "Blogdown" soll das Bloggen ermöglichen. Alison Hill, die ihre Bloggertätigkeit seit dreieinhalb Jahren auf dieser technischen Basis ausübt, hat nun ihre Erfahrungen in ein Tutorial zusammengefasst. In sechs Stufen erklärt sie, wie man die nötigen (kostenlosen) Programme installiert, sich auf GitHub einrichtet und seinen Blog startet. Wobei sie die Mühen dieses Wegs nicht verschweigt und zu Blogdown auch eine lange Desiderata-Liste öffentlich macht. Daher ein nützlicher Text, um einen Vergleich des Aufwands mit konventionellen Blogsystemen zu ziehen.

https://alison.rbind.io/post/new-year-new-blogdown/

 

5         Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI)

5.1        Stand NFDI4objects

Anfang Dez. 2020 "verteidigten" die Antragsteller von NFDI4objects ihren Antrag vor einer Gruppe von Fachgutachtern. Im Februar 2021 sollen dann deren Gutachten vorliegen und die Antragsteller wiederum Gelegenheit zu Stellungnahmen und Nachbesserungen haben. Da der förmliche Antrag demnach gerade erst auf den Weg gebracht ist, die Antragstellung jedoch bereits Aktive oder Gruppen inspiriert und zusammengeführt hat, die nun nicht in Untätigkeit verfallen wollen, wird der Aufgabenbereich "Governance" bereits sukzessive aktiviert. Um Aktive und Interessierte zusammenzuhalten, erarbeitet dieser Bereich ein Kommunikationskonzept, zu dem auch der Aufbau eines eigenen Newsletters gehören soll. In einer Art Neujahrsgruß an die knapp 200 Personen große Runde der Beteiligten betonte Ph. v. Rummel, dass einstweilen der Twitter-Account von NFDI4objects (@nfdi4objects), der inzwischen etwas mehr als 700 Follower hat, der aktuellste Informationskanal des Konsortiums sei. Derzeit stehe der Relaunch der Website im Vordergrund. http://www.nfdi4objects.net

 

6         Kulturgutschutz

6.1        Aktuelles rund um Kulturgutschutz in den Medien

"Gaza unable to crack down on antiquities smuggling. The antiquities that litter the ruins of Gaza are increasingly being trafficked, with the government unable to keep up" (Al-Monitor, 8.1.): https://www.al-monitor.com/pulse/originals/2020/12/gaza-hunger-tourism-antiquities-museum.html

"Covid-19 pandemic sees sharp rise in looting of antiquities in Iraq" (France 24, 7.1.): https://www.france24.com/en/tv-shows/focus/20210107-covid-19-pandemic-sees-sharp-rise-in-looting-of-antiquities-in-iraq

"Pompeji ist ein Paradies für Plünderer. Rund ein Drittel der antiken römischen Stadt Pompeji liegt noch immer unter Schutt und Asche begraben. Das lockt ungebetene Gäste an" (SRF, 6.1.): https://www.srf.ch/kultur/wissen/archaeologie-und-kunstraub-pompeji-ist-ein-paradies-fuer-pluenderer

"In a swift post-Brexit move, UK rejects EU’s strict import rules on cultural property. The rules, aimed at preventing trafficking, have been opposed by the trade and UK government's decision not to continue may put EU art market at a disadvantage" (The Art Newspaper, 6.1.): https://www.theartnewspaper.com/news/uk-will-not-continue-eu-s-new-import-licensing-regulations-for-cultural-property

"Aus den Augen aus dem Sinn (Kulturgut in Syrien und Irak - 2. -4. Quartal 2020)" (Archaeologik, 2.1.): https://archaeologik.blogspot.com/2020/06/kulturgut-im-vorderen-orient-2-quartal.html

"Gesetzesentwurf fördert Flächenfraß - Petition des NABU" (Archaeologik, 19.12., https://archaeologik.blogspot.com/2020/12/gesetzesentwurf-fordert-flachenfra.html

"Documenting destruction of Azerbaijani cultural heritage" (AzStudies Collective, 19.12.): https://azstudies-editor.medium.com/documenting-destruction-of-azerbaijani-cultural-heritage-16cff8f3648b

"Die Narben der Antonia. Unbekannte stehlen in Spanien eine Marmorbüste. Später taucht sie in München wieder auf. Über das Versagen von Behörden, Auktionshäusern und Museen" (Süddeutsche, 19.12.): https://www.sueddeutsche.de/kultur/illegaler-antikenhandel-antonia-minor-spanien-muenchen-1.5152187

"Combatting illicit trade: identifying and returning a 4,000-year-old relief to Iraq. Curator St John Simpson reveals what happened after he saw a rare plaque from ancient Iraq on an online auction site" (British Museum, 14.12.): https://blog.britishmuseum.org/combatting-illicit-trade-identifying-and-returning-a-4000-year-old-relief-to-iraq/

"Krieg und Kulturgutzerstörung - Berg Karabach" (Archaeologik, 11.12.): https://archaeologik.blogspot.com/2020/12/krieg-und-kulturgutzerstorung-berg.html

Armenien und Aserbaidschan: "Heritage in Nagorno Karabakh" (EAA, 29.11.): https://www.e-a-a.org/EAA/Navigation_News/Nagorno_Karabakh.aspx

"Police discover large network of European auction houses selling stolen ancient Greek artifacts illegally" (Greek City Times, 28.11.): https://greekcitytimes.com/2020/11/28/auction-houses-illegally-selling-stolen-artifacts

"Why Scholars, Cultural Institutions Are Calling to Protect Armenian Heritage. After six weeks of fighting in Nagorno-Karabakh, Armenia agreed to cede control of territories in the contested region to Azerbaijan" (Smithsonian Magazine, 24.11.): https://www.smithsonianmag.com/smart-news/metropolitan-museum-scholars-call-protection-cultural-heritage-nagorno-karabakh-180976364/

 

6.2        Morddrohungen gegenüber "Perus berühmtester Archäologin" Ruth Shady und Gefährdung von Amerikas ältester Siedlung Caral

Die peruanische Archäologin und Altamerikanistin Dr. Ruth Shady (Universität San Marcos, Lima, Peru)) hat Caral erschlossen und teilweise ausgegraben, mit 5.000 Jahren die älteste Siedlung auf dem amerikanischen Kontinent und seit 2009 Teil des UNESCO-Welterbes. Im November wurde Shady von der BBC zu einer der hundert inspirierendsten und einflussreichsten Frauen der Welt erklärt. Derzeit fürchtet die 74-Jährige jedoch um ihr Leben: Schon lange habe eine weitverzweigte indigene Familie ein Areal der 626 Hektar großen Stätte Caral 200 Kilometer nördlich der Hauptstadt Lima fruchtbar gemacht und behauptet, es gehöre seit den 1970er-Jahren ihr – zu überleben sei wichtiger als Kultur und Geschichte. Shady betont, das Land gehöre dem Staat. Die liberale Zeitung "El Confidencial" erläutert, dass Peru in den 1970er-Jahren eine Agrarreform durchgeführt habe, bei der Land an regional ansässige Tagelöhner verteilt wurde. Als sich später Migranten im Tal niederließen, habe es nichts mehr zu verteilen gegeben: alle sei schon in Privatbesitz gewesen, und der Rest war die archäologische Zone. Die Motive der Besetzer könnten auch darin begründet sein, dass die Böden des Tales für Landwirtschaft und für Bergbau hochinteressant sind und dass sich die Bodenpreise in den vergangenen Jahren verzehnfacht haben, letzteres übrigens gerade weil sich dort das Weltkulturerbe Caral befindet! Während der Corona-Krise, als Staat und Polizei andere Sorgen hatten, hätten nun Obdach- und Landlose – die mutmaßlich ebenfalls zu dieser Familie gehören – neun weitere Landflächen illegal besetzt, mit Baggern Lehmziegel-Mauern von Caral niedergerissen. Sie hätten in nicht ausgegrabenen Gebieten zerbrochene Keramiken, zerstörte Textilien und Gräber zurückgelassen. Die Polizei greife nur manchmal ein, sagte Shady in peruanischen Medien: "Aber oft behaupten sie, sie hätten zu wenig Leute, und es gehöre nicht zu ihren Prioritäten, uns zu helfen." Derzeit patrouilliert wohl Tag und Nacht ein Polizeifahrzeug mit einem Polizisten auf dem Areal, schützt die Ausgräber. Aber die Polizei tue nichts, um die Besetzer zu vertreiben oder zu strafen. Bereits früher wurde Shady in Caral angeschossen, doch jetzt sei ihre Hündin vergiftet worden und ihr Anwalt bedroht: Wenn er sie bzw. die archäologische Zone weiter verträte, würde er getötet, und man werde ihn an ihrer Seite begraben, fünf Meter unter der Erde. Die Drohungen seien während der schwersten Corona-Phase Perus via Telefon und Nachrichten an mehrere Grabungsarbeiter ausgesprochen worden, nachdem sich die Archäologen Hilfe suchend an die Polizei gewandt hatten, um die Eindringlinge zu vertreiben. Peru hat weltweit die zweithöchste Pro-Kopf-Todesrate infolge der Pandemie, mehr als 1 Mio. der 32 Mio. Peruaner haben sich bereits infiziert; die Wirtschaft des Landes ist schwer getroffen. Internationale Medien berichten derzeit über die Situation in Caral, Shadys Fakultät hat in einem Statement ihr Entsetzen ausgedrückt. Eine am 5.1. gestartete Petition des Altamerikanisten Prof. Charles Stanish (UCLA) möchte die Besorgnis unterstreichen und auf die Sache aufmerksam machen. Auch wenn die Petition handwerklich eher mittelmäßig gemacht ist (so wendet sie sich z. B. an alle Archäologen, statt an die zuständige Politik in Peru) und derzeit noch nicht erklärt wird, was Stanish tun wird, um der Petition reale Wirkung zu verschaffen, legen wir Ihnen nahe, die Petition zu unterzeichnen und sie in Ihren Netzwerken weiterzureichen! (Bestellen Sie die nervigen Change.org-Mails, die Ihrer Unterschrift folgen werden, einfach alle ab.) Es ist nach unserer Erfahrung durchaus möglich, dass viele Unterschriften aus aller Welt Ruth Shady und dem Erhalt von Caral eine echte Hilfe sind. Die DGUF hat am 11.1. die Deutsche UNESCO-Kommission gebeten, international tätig zu werden und auf Verantwortliche in Peru Druck auszuüben, die Welterbestätte zu schützen – dazu haben sie sich 2009 schließlich ausdrücklich verpflichtet. Außerdem haben wir unsere Partnerin EAA und den World Archaeological Congress auf die Situation aufmerksam gemacht und beide Verbände gebeten, ihrerseits politisch aktiv zu werden.

"Squatters issue death threats to archaeologist who discovered oldest city in the Americas. Squatters reportedly belonging to one family claim site of 5,000 year-old ruins was given to them in the 1970s" (The Guardian, 3.1.): https://www.theguardian.com/world/2021/jan/03/squatters-ancient-ruins-peru-death-threats-archeologist-caral

"Morddrohungen und ein toter Hund: Perus berühmteste Archäologin fürchtet um ihr Leben" (Der Bund, 7.1.): https://www.derbund.ch/morddrohungen-und-ein-toter-hund-163573452969

"Amenazan de muerte a una arqueóloga por cuidar de un yacimiento de hace 5.000 años. Una civilización tan antigua como los sumerios o las primeras sociedades chinas se encuentra en peligro por la especulación de los terrenos sobre los que se asienta" (El Confidencial, 7.1.): https://www.elconfidencial.com/cultura/2021-01-07/arqueologia-caral-peru-amenazas-muerte_2897508

Petition "Expression of concern for Dr. Ruth Shady and the site of Caral" (Change.org): https://www.change.org/p/archaeologists-expression-of-concern-for-dr-ruth-shady-and-the-site-of-caral

"Sacred City of Caral-Supe" (UNESCO World Heritage Centre): https://whc.unesco.org/en/list/1269/

"BBC 100 Women 2020: Who is on the list this year?" (BBC, 23.11.): https://www.bbc.com/news/world-55042935

 

6.3        Antikenschmuggel aus der Ukraine nach Serbien

Bei einer Grenzkontrolle haben serbische Zöllner in einem rumänischen LKW insgesamt 2.113 Antiken gefunden, die aus der Ukraine stammen. Das Konvolut umfasst Objekte aus der Bronzezeit, der Byzantinischen Epoche und dem Mittelalter, zudem einzelne Objekte, die man der keltischen und slawischen Epoche zuschreiben kann. Inzwischen hat die Ukraine um Rückgabe dieser Kulturgüter gebeten. Der Blogger Paul Barford hält die Masse der Objekte für Funde von Sondengängern, meint aber auf den verfügbaren Fotos auch Fälschungen identifiziert zu haben. Der Fall erinnert schlaglichtartig an den Umfang der Kulturgutzerstörungen und auch daran, dass nicht allein der Vordere Orient betroffen ist.

"Serbian Customs find 2,000 historic artefacts hidden in truck" (News Network Archaeology, 29.12.2020): https://archaeologynewsnetwork.blogspot.com/2020/12/serbian-customs-find-2000-historic.html
"Ukraine asks Serbia to provide official data on seized archeological collection" (UKRINFORM, 30.12.2020): https://www.ukrinform.net/rubric-society/3163795-ukraine-asks-serbia-to-provide-official-data-on-seized-archeological-collection.html

Paul Barford: "Lockdown Looting: Massive Hoard of Stolen Ukrainian Artifacts Seized" (Blog Paul Barford, 7.1.): http://paul-barford.blogspot.com/2021/01/lockdown-looting-massive-hoard-of.html

 

7         Studium, Job-Themen und Personalia

7.1        Landesarchäologie Rheinland-Pfalz: Öffentliche Empörung über menschliche Wirbelsäulen in Blumentöpfen

Die "Landesarchäologie Koblenz" - Teil der Landesarchäologie Rheinland-Pfalz und damit der Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE) - wurde kurz vor Heiligabend zum Inhalt eines exklusiven Beitrags des Fernsehjournalisten Ahmet Şenyurt (https://twitter.com/asenyurt5) im SWR. Dieser wiederum wurde deutschlandweit aufgegriffen. Was war passiert? Dem SWR hatten mehrere Mitarbeiter der Landesarchäologie Koblenz berichtet und mit Fotos belegt, dass sich in zwei Diensträumen "Wirbelsäulen-Töpfe" befänden. Was so viel heißt wie: In mehreren Blumentöpfen steckten Arrangements von je vier menschlichen Wirbelsäulen aus dem Mittelalter, jeweils geschmückt mit grüner Pflanzendekoration. Auf SWR-Anfrage an das Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur (MWWK) in Mainz bestätigte dieses die Existenz der Wirbelsäulen in Blumentöpfen. Sie seien im Mai 2019 von einer ehemaligen Mitarbeiterin erstellt worden, welche "die unglückliche Idee" gehabt habe, zu ihrem Abschied die Blumentöpfe zu "gestalten" (die Deutsche Presseagentur erfuhr vom Ministerium, es habe sich um eine junge Frau im Freiwilligendienst mit dem Studienwunsch Anthropologie gehandelt). Außerdem teilte das Ministerium dem SWR mit: "Die größere Installation wurde bereits vor längerer Zeit wieder zurückgebaut, die kleinere wird aktuell zurückgebaut." Hier urteilt der SWR kritisch: "Seit 20 Monaten, von Mai 2019 bis Dezember 2020, stehen die Wirbelsäulen-Töpfe in den Diensträumen. Niemand scheint bislang Anstoß daran genommen zu haben, auch die Behördenleitung nicht." Vielleicht fand man das amtsintern alles recht lustig, denn dem SWR wurde auch das Foto eines Comics aus einem der Diensträume zugesteckt – gezeichnet im Sommer 2019 von einer anderen Mitarbeiterin der Behörde: Die Szene zeigt vier Personen in einem Büro. Auf einem Tisch, um den drei Frauen sitzen, sind Wirbel zu erkennen, außerdem ein Blumentopf mit Wirbelsäulen darin. Ein Mann sagt: "Ich möchte auch so eine Verterbra [sic!]-Pflanze!" Eine der Frauen antwortet: "Toll, oder?" – Worum geht es in dieser Geschichte? Um eine im beruflich engen Umfeld eben vorkommende, wenngleich fragwürdige Präsentation von Knochen? Jener Aspekte wurde im Nachklapp des SWR-Beitrags jedenfalls intensiv diskutiert, Tenor: Was rechtlich eine Grauzone sei, sei dennoch höchstgradig unethisch. Auf Facebook gibt es Meinungen wie: "Reliquien kugeln auch massenweise rum ... aber halt nicht einfach im Blumentopf"; "Vielleicht passt ja ein Lampenschirm aus Menschenhaut noch schön ins Büro?"; "Zwar schräg, aber ok ... "; "Wer stets darauf pocht, dass BürgerInnen ohne Archäologie-Studienabschluss nicht nach Funden suchen oder sonstwie 'unsachgemäß' mit Archäologie umgehen dürfen, weil sie die Archäologie sonst kaputt machen, der sollte nicht selbst im Büro 'Wirbelsäulengestecke' bauen." Dringend erforderlich sei nun eine öffentliche Reaktion aus dem Fach: "Es wird spannend sein zu sehen, wie Fachorganisationen wie der Deutsche Museumsbund, der WAC und auch der DVA darauf reagieren, und ob sie das Landesamt öffentlich rügen werden. Gleichermaßen wird die Reaktion des Verbands der Landesarchäologen der BRD sehr spannend sein." Die Deutsche Sondengänger Union (DSU) macht das Tor rein, das sich ihr bietet: "Was ist da nur los – bei der GDKE in Koblenz? […] Darüber können wir nur den Kopf schütteln und dringend eine Aufklärung der Vorfälle fordern." – Das ist der eine Aspekt der Geschichte. Der andere ist folgender: Mehrere Mitarbeiter der Landesarchäologie Koblenz gingen von sich aus auf den SWR zu, um als Whistleblower die zweitgrößte und für das Berichtsgebiet Rheinland-Pfalz zuständige ARD-Anstalt auf die Sache aufmerksam zu machen. Oder auch, um damit an den Strukturen ihrer Behörde zu rütteln. Die Hintergründe für diesen Schritt der Mitarbeiter bleiben offen, aber ein weiterer Sachverhalt, über welchen der SWR gleich mitberichtet, weist die Richtung: Der Sender erfuhr, dass "seit einigen Wochen im Koblenzer Landesamt ein lautloser Streit zwischen Mitarbeitern und Behördenleitung" tobe. Auf der Sachebene zeigt sich das am Bild eines völkischen Malers, das Ende November wohl unreflektiert im Eingangsbereich der Landesbehörde aufgehängt wurde, wogegen dann Mitarbeiter der Landesarchäologie protestierten. Das Bild sei nach einer Woche (Schilderung Ministerium) oder auch fast vier Wochen (Schilderung Besucher und Mitarbeiter) abgehängt wurde. - Puuh! Was sagt eigentlich die Landesarchäologie Koblenz dazu in ihrer öffentlichen Kommunikation? Bis zum Redaktionsschluss des Newsletters gar nichts, kein Wort auf der Website, keine Verlautbarung. Die Kommunikation von SWR und DPA lief bemerkenswerterweise ja auch über das Ministerium. Über dieses und nur über dieses wird dann auch der öffentlich erwartete Kotau geliefert: "Die Landesarchäologie bedauert sehr", schreibt das Ministerium an die DPA, "dass es hier zu einem pietätlosen Umgang mit menschlichen Überresten gekommen ist und dass die nicht angemessene Präsentation der Rekonstruktionen nicht zeitnah abgebaut wurde." Die Landesarchäologie werde künftig in praktischen Übungen mit menschlichen Überresten "noch stärker auf den pietätvollen und ethisch angemessenen Umgang ausdrücklich hinweisen", und sie werde einen Verhaltenskodex formulieren. Zuwiderhandlungen würden dienstrechtlich geahndet.

Ahmet Şenyurt (https://twitter.com/asenyurt5): "Skandal in der Landesarchäologie Koblenz. Wirbel um menschliche Knochen in Blumentöpfen" (SWR Aktuell, 23.12.): https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/koblenz/wirbel-in-blumentoepfen-landesarchaeologie-koblenz-100.html

"Installationen aus menschlichen Wirbelsäulen in Blumentöpfen" (Süddeutsche/DPA, 23.12.): https://www.sueddeutsche.de/wissen/archaeologie-koblenz-installationen-aus-menschlichen-wirbelsaeulen-in-blumentoepfen-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-201223-99-799697

"Empfehlungen zum Umgang mit menschlichen Überresten in Museen und Sammlungen, 2013 (Deutscher Museumsbund): https://www.museumsbund.de/publikationen/empfehlungen-zum-umgang-mit-menschlichen-ueberresten-in-museen-und-sammlungen

World Archaeological Congress (WAC) - Code of Ethics: https://worldarch.org/code-of-ethics/

 

7.2        "Sieg Heil to you!": Eklat auf der Konferenz der Society of Historical Archaeology (Online, 6.-9.1.)

Bei der Jahrestagung der Society of Historical Archaeology (SHA) vom 6. bis 9.1. kam es zu einem Eklat: Die Eröffnungs-Session am 6.1. – nur wenige Stunden nach der Erstürmung des US-Kapitols – wurde von Liz Quinlan (University of York) moderiert, die bekennend queer und körperlich eingeschränkt ist. Die Doktorandin war auch eine der Plenar-Rednerinnen. Eine Wortmeldung dazu kam von Prof. Robert Schuyler (University of Pennsylvania), von 1981-1983 Präsident der SHA und bis heute eine zentrale, vielfach gefeierte Figur in der modernen Historischen Archäologie. Laut Teilnehmerin Dr. Kristina Killgrove waren Schuylers Anmerkungen nicht relevant für Quinlans Vortrag und das Session-Thema. Als Quinlan ihm dies sagte, unterbrach Schuyler die junge Frau: "I'm sorry, but I have freedom of speech, and you're not going to tell me it's not the place for me to bring this up." Quinlan sagte, sie wolle jetzt für ihr eigentliches Vortragsthema die Plattform nutzen, welche die SHA ihr als eingeladene Rednerin biete. Darauf zeigte Schuyler den Hitlergruß und sagte "Sieg Heil to you!". "Das virtuelle Auditorium reagierte nicht gleich, weil alles so schnell ging", sagte Teilnehmerin und SHA- Gremiumsmitglied Prof. Natascha Mehler der DGUF-Newsletter-Redaktion. Laut "Philadelphia Inquirer" war Quinlan darüber auch enttäuscht. Aber das Video wurde aufgezeichnet und findet seit dem Wochenende in der Community und in den Medien rasche Verbreitung. Schuyler sagte gegenüber "The Daily Pennsylvanian", er bereue seine Wortwahl und glaube, er schulde Quinlan eine Entschuldigung. Er habe den Gruß verwendet, um auf die fehlende Redefreiheit im Nazi-Deutschland zu verweisen. Außerdem gab er eine Erklärung ab: "I am not a Nazi nor is the person I was criticizing. My point was that too many people are acting like that group in trying to silence people and 'cancel' them out of existence." Kristina Killgrove urteilte auf Twitter: "There is no excuse for these intimidation tactics, and the fact that [Robert Schuyler] used them on January 6 against a colleague who had just laid bare her precarious identity in this field is horrific." Neben Empörung dominiert Fassungslosigkeit die Reaktionen aus dem Fach. So schreibt Prof. Timothy J. Scarlett: "It is heartbreaking because [Schuyler's] decision reflects so poorly on his long history of supporting the archaeological study of underrepresented communities in archaeology." Er kenne Schuyler seit Jahrzehnten und wisse, dass dieser kein Nazi sei. Die SHA hat einen ausdrücklichen Verhaltenskodex für Tagungen, sie wünscht "a harassment-free experience for everyone, regardless of gender, gender identity and expression, age, sexual orientation, disability, physical appearance, race, ethnicity, religion (or lack thereof), or any other category. The SHA will not tolerate harassment in any form at any SHA-sponsored events." Die SHA untersucht derzeit den Vorfall, laut Natascha Mehler steht aber bereits fest, dass der frühere SHA-Präsident Schuyler nicht mehr im Organisationskomitee für die Tagung 2022ist und die nächsten drei Jahre nicht an einer SHA-Konferenz teilnehmen darf. Die University of Pennsylvania hat ebenfalls mit der Untersuchung des Vorfalls begonnen. Schuyler hingegen denkt, er sollte nicht bestraft werden; so teilte er dem Daily Pennsylvanian mit: "I think I should be yelled at, but I think there’s a very fine line between that and suddenly we’ve all lost our freedom of speech." Derweil hat Liz Quinlan beim Archäologie-Berufsverband RPA eine offizielle Beschwerde über Schuyler eingereicht.

Kristina Killgrove (9.1.): Twitter-Thread zum Sachverhalt mit zahlreichen Kommentaren der Fach-Community: https://twitter.com/DrKillgrove/status/1347966553485160448

"Penn professor uses Nazi phrase and salute at archaeology conference, sparking outrage" (The Daily Pennsylvanian, 10.1.): https://www.thedp.com/article/2021/01/nazi-salute-phrase-archaeology-conference-penn-professor-robert-schuyler

"Penn professor using Nazi rhetoric, gesture during virtual conference leads to calls for ouster" (The Philadelphia Inquirer, 10.1.): https://www.inquirer.com/news/university-of-pennsylvania-nazi-professor-conference-20210110.html

"More of a 'Sieg Heil' Than a Question… Audience member interrupts panelist at last week's historical archaeology conference -- and gives her the Nazi salute when she tries to redirect the conversation" (Inside Higher Ed, 11.1.): https://www.insidehighered.com/news/2021/01/11/controversy-breaks-out-over-nazi-salute-scholarly-meeting

Tagungswebsite der SHA mit Conference Code of Conduct: https://sha.org/conferences/

 

7.3        Neue Satzung reformiert die Konferenz der Internationalen NGOs am Europarat

Die Konferenz der internationalen Nichtregierungsorganisationen (INGOs) hat beratenden Status beim Europarat in Strasbourg und hat wesentlich zu archäologie-relevanten Konventionen wie der von Malta (1992, Schutz des archäologischen Erbes) oder der von Florenz (2000, Landschaftsübereinkommen) beigetragen. Seit dieser Zeit hat die DGUF-Partnerin European Association of Archaeologists (EAA) zusammen mit derzeit etwas mehr als 300 internationalen Organisationen partizipatorischen Status bei der Konferenz. An der jüngsten Sitzung der Konferenz der INGOs am 16.12. fand sich knapp die nötige Zweidrittelmehrheit für eine grundlegende Reform der Statuten. Gegen die Reform hatte sich massiver interner Widerstand formiert, denn die ständige Kommission, das Führungsgremium, wird nun zahlenmäßig mehr als halbiert, und die bisherigen thematischen Komitees werden aufgelöst. Die Befürworter erhoffen sich, dass man künftig enger und thematisch flexibler mit dem Europarat, aber auch mit den angeschlossenen Organisationen wird zusammenarbeiten können. Aus der Sicht des Europarats und aber auch aus Sicht vieler INGOs war die Zusammenarbeit in jüngster Zeit nicht effektiv genug. Über zwei Jahre hatte deshalb eine "Drafting Group" an neuen Statuten gearbeitet, die nun mit 76 Ja- und 24 Nein-Stimmen bei 4 Enthaltungen angenommen worden sind. Mitglied dieser Gruppe war auch der ehemalige DGUF-Vorsitzende Gerhard Ermischer, der Civilscape, einen Zusammenschluss von Vereinigungen aus dem Bereich des Landschaftsschutzes, in der Konferenz vertritt. Seit 2017 ist Ermischer zudem Vizepräsident des Demokratie-Komitees an der Konferenz der INGOs. Die Gegner der Änderungen hatten die Notwendigkeit einer Reform zwar zugestanden, aber den Zeitpunkt und die Sicherheit einer Online-Abstimmung unter Covid19-Bedingungen scharf kritisiert. Unter den Gegnern befanden sich u. a. die Präsidenten zweier thematischer Komitees, deren Posten es nun bei den Neuwahlen im April nicht mehr geben wird. Die Befürworter hingegen verwiesen auf die Gefahr der finanziellen Abwendung des Europarats im Fall eines Scheiterns der Reform. Sie sehen nun die Chance, auch die Zusammensetzung der INGO-Vertretenden zu reformieren: Es handelt sich derzeit ganz überwiegend um französisch-sprachige wohlhabende Intellektuelle sehr fortgeschrittenen Alters aus der weiteren Umgebung von Strasbourg. Mit der neuen Satzung wird es nach den Vorstandwahlen im April möglich sein, neue thematische Komitees zu beantragen. Dazu müssen sich mindestens sieben INGOs zusammenfinden. EAA und Civilscape, deren Vertreter beide für die Reform gestimmt haben, denken etwa an ein Komitee aus den Themenbereichen Umwelt, Landschaft und Menschenrechte.

Aufruf "Together – let’s make change happen – VOTE" und Video "Reform of rules of procedures" (Conference of INGOs, 25.11.) https://www.coe.int/en/web/ingo/-/rules-of-procedure-of-the-conference-of-ingos

Datenbank der internationalen NGOs mit partizipatorischem Status (Conference of INGOs, 29.11.) http://coe-ngo.org/#/ingos

 

7.4        Erreichen in der Wissenschaft schon im Jahr 2056 Frauen und Männer den gleichen Anteil an Führungspositionen?

Die Frage ist bewusst provokant gestellt, aber reflektiert womöglich die traurige Realität: Ende November veröffentlichte die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) ihren jährlichen Bericht zu "Frauen in Hochschulen und außerhochschulischen Forschungseinrichtungen". Der Journalist Jan-Martin Wiarda hat den Bericht durchgesehen und resümiert: "Es fällt schwer, ihn optimistisch zu lesen." Teilweise enorme Wachstumsraten lägen vor allem am jämmerlichen Ausgangsniveau. Gehe es linear in dem Tempo weiter, dauere es bei den Professorinnen und Professoren bis zur Parität noch bis ins Jahr 2053, bei den Außeruniversitären sogar bis 2056. Und das sei das Tempo ohne Berücksichtigung von Corona ...

"Wiarda will’s wissen: Frauen weiterhin im Nachteil. Der jährliche GWK-Bericht zu 'Frauen in Hochschulen und Forschung' zeigt nur langsame Fortschritte bei der Gleichstellung" (Der Tagesspiegel, 11.1.): https://www.tagesspiegel.de/wissen/kolumne-wiarda-wills-wissen-frauen-weiterhin-im-nachteil/26784846.html

 

8         Open Access & Open Data

8.1        Deutsche Wissenschaftspolitik führt Ethik des Open Access ins Scheitern

Ulrich Herb, Open Access-Experte und für die DGUF im Jahr 2019 Laudator bei der Vergabe des Deutschen Archäologiepreises an Maria Effinger und Katrin Bemmann, zog im Rahmen der Ringvorlesung "Offenheit in der Wissenschaft. Wissenschaft und digitale Kultur – Open Science in der Praxis" an der Univ. Hamburg am 2.12. eine skeptische Zwischenbilanz zum Ist-Zustand. In seinem Vortrag, dessen Folien auf Zenodo publiziert sind, erinnert er eingangs an den Beginn des Open-Access-Gedankens: die Budapester Erklärung aus dem Jahr 2002. Wie sieht für Herb die aktuelle Wirklichkeit aus? Zwar nehme die Anzahl der Open-Access-Zeitschriften zu, jedoch weniger stark als erwartbar. Der Anteil der Open-Access-Publikation von deutschen Forschungseinrichtungen scheine sich bei derzeit knapp 52 % zu stabilisieren. In Deutschland habe DEAL das Trend-Setzen übernommen: Statt Open Access für Alle kauften sich die Forschungseinrichtungen bei den großen, etablierten Wissenschaftsverlagen ein und erreichten open-access-ähnliche Vereinbarungen für sich, d. h. für ihre Mitarbeiter, und bestenfalls für die Academia. Statt der ursprünglich angestrebten Transformation des wiss. Publikationswesens stabilisiere dies die bestehenden Zeitschriften und Verlage. "Reputationsbildende Marken verbleiben bei den kommerziellen Akteuren" - so Herb. Gewinner dieser DEAL-Politik seien vor allem die Wissenschaftsverlage, die für ihr Tun noch höher als bisher gut bezahlt würden: Die Beträge pro Aufsatz, die gemäß der neuen Rahmenverträge an diese fließen, sind höher als deren zuvor öffentlich ausgewiesenen APCs. "Wer zahlt dem Preis?", fragt Herb, und fährt fort: "(a) diejenigen, die keinen Zugriff auf All-Inclusive-Open-Access Konsortien haben, (b) die nicht-kommerziellen Open Access Anbieter, (c) die Hochschulen, da keine Kostenersparnis eintritt, (d) die Hochschulen, da eine kostensteigernde Marktkonzentration zu erwarten ist."

Ulrich Herb: "Stimulus Packages für Open Access: DEAL & die Open Access Transformation" (zenodo.org, 2.12.): https://zenodo.org/record/4302352

 

9         Bürger und Archäologie & Citizen Science

9.1        "Richtig empfehlenswerte archäologische Fernsehserie": The Detectorists

Karl Banghard hat die drei Staffeln der britischen Serie "The Detectorists", die seit 20.11. in der ARTE-Mediathek frei verfügbar ist, angeschaut und in einem sehr lesenswerten und liebevollen Blogpost rezensiert. Wir wollen der Lektüre seiner Kritik nicht vorweggreifen. Nur so viel zur Anregung: "Mit hoher Sachkenntnis, leiser Poesie und viel Humor wird die Hobbyarchäologie-Szene beschrieben. Und das wie noch nie zuvor: Liebevoll, sehr präzise und mit hoher Charakterdynamik baut die Serie Stück für Stück die Welt eines Metallsondenclubs in der englischen Provinz auf." Also keine Serie mit dem erhobenen Zeigefinger des archäologischen Establishments. "Mit Worten", schreibt Banghard, "kann man den Zauber des Suchen und Findens, den The Detectorists einfängt, nur unzureichend beschreiben. Deshalb meine Empfehlung, gerade in Coronazeiten: Einfach Reinklicken!"

Karl Banghard: " The Detectorists. Ein größtenteils ungehobener TV-Schatz" (Blog des AFM Oerlinghausen, 6.12.): https://blog.afm-oerlinghausen.de/the-detectorists-ein-groesstenteils-ungehobener-tv-schatz.html

The Detectorists (ARTE-Mediathek): https://www.arte.tv/de/videos/RC-020165/detectorists/

 

10    Ausstellungen und Museen

10.1    Umfrage: Deutsche sind uneinig über Museumsschließungen während Lockdowns

Das monatliche Periodikum "Monopol - Magazin für Kunst und Leben" hatte das Meinungsforschungsinstitut Civey beauftragt, Ende Oktober die Haltung in Deutschland zu den Museumsschließungen zu untersuchen, die mit dem am 2.11. beginnenden Teil-Lockdown verordnet wurden; die Art und Größe der Museen wurden in der Umfrage nicht weiter differenziert. Die ob der großen Stichprobe verwendbare Umfrage zeigt die Unentschiedenheit der Bevölkerung in dieser Frage auf: 44 % halten die Schließung für richtig, 47 % für falsch. Dabei war die Zustimmung zur Schließung der Museen bei Jüngeren (18-29 J.) und Älteren (+ 65 J.) höher, in den mittleren Altersklassen, vor allem 40-49 J., geringer. Ein klarer Trend ergibt sich entlang der Zuordnung zu politischen Parteien: die Zustimmung zur Schließung schwankt zwischen 57 % und 21 %, und zwar in absteigender Folge nach Parteien: CDU/CSU, SPD, Grüne, Linke, FDP und AfD.

"Corona-Krise - Umfrage: Deutsche sind uneinig über Sinn von Museumsschließungen" (Monopol, 2.11.): https://www.monopol-magazin.de/umfrage-deutsche-sind-uneinig-ueber-sinn-von-museumsschliessungen

"'Falsche Entscheidung': Museumsdirektoren kritisieren Schließung ihrer Häuser" (Monopol, 30.10.): https://www.monopol-magazin.de/museumsdirektoren-kritisieren-schliessung-ihrer-haeuser

"Hier geht mehr verloren als eine Art der Freizeitgestaltung. Die coronabedingte Schließung von Kulturorten wird deren Bedeutung nicht gerecht. Wer Kultur mit Freizeit gleichsetzt, zerstört die Fundamente der offenen Gesellschaft" (ZEIT, 2.11.): https://www.zeit.de/kultur/2020-11/kultur-corona-krise-beschluesse-lockdown-kunst-pandemie-beschraenkung

"Museen müssen die besseren sozialen Medien werden. In der Debatte um die erneute Schließung der Kunstorte stehen sich Verteidiger des realen Raums und Promoter des Digitalen gegenüber. Vielleicht ist es Zeit, sich in der Mitte zu treffen" (Monopol, 2.11.): https://www.monopol-magazin.de/museen-muessen-die-besseren-sozialen-medien-werden

 

10.2    Horst Bredekamp über "Eiszeit - Kunst und Kultur" (Große Landesausstellung Baden-Württemberg 2009/10)

In der im November 2020 in der FAZ begonnenen Serie "Meine liebste Ausstellung" schreiben "Künstler, Kunstkritiker und Kuratoren über die Ausstellung, die sich ihnen besonders eingeprägt hat" (FAZ, 16.11.2020). Der Kunsthistoriker Horst Bredekamp, u. a. 2015-2018 Mitglied der Gründungsintendanz des Humboldt-Forums, hat nun als die ihn besonders prägende Ausstellung "Eiszeit - Kunst und Kultur" gewählt, die 2009/10 als Große Landesausstellung im Kunstgebäude in Stuttgart gezeigt wurde. Ihn, den Kunstgeschichtler, beeindruckten die an den Objekten ablesbare Gestaltungskraft und das Abstraktionsvermögen früher Menschen, die Zeugnisse "der Distanzierung, des Denkens in Gegensätzen und der Dialektik". Unausgesprochen, aber sehr wichtig dürfte auch der ausstellungsdidaktische Aspekt der warmherzigen Erinnerung Bredekamps sein: Es waren der Augenschein und die Auseinandersetzung mit den Originalen, die ihn faszinierten und über das Staunen ins Denken führten; es waren nicht langatmige wissenschaftliche Texte, nicht digitale Rekonstruktionen und 3D-Welten.

Horst Bredekamp: "'Meine liebste Ausstellung': Bildhauer mit Axt und Beil" (FAZ, 5.1.): https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kunst/meine-liebste-ausstellung-eiszeit-kunst-und-kultur-17130439.html

 

11    Und sonst …

11.1    Ein "Datenmanagementplan" und wie Sie diesen erstellen

Wer Daten erhebt und dies drittmittelgefördert tun will, begegnet seit einiger Zeit dem Wunsch der Drittmittelgeber, einen "Datenmanagementplan" vorzulegen. Solch ein Plan soll zeigen, wie während der Laufzeit und nach dem Ende eines wissenschaftlichen Projekts mit den erhobenen und verwendeten Daten verfahren wird. Wer jetzt betroffen ist und über die Frage "Wie sieht so etwas denn aus?" grübelt, findet kompakte Hilfe z. B. auf der Website der HU Berlin, die alle nötigen Regeln, Hilfen und Mustervorlagen zusammengestellt hat.

"Anleitung zur Erstellung eines Datenmanagementplans (DMP)" (HU Berlin): https://www.cms.hu-berlin.de/de/dl/dataman/arbeiten/dmp_erstellen

 

11.2    "De defensione imperii Romani"

... lautet der Titel eines von SWR und WDR produzierten, ca. 15 Minuten langen Videos über die römische Flotte als Element der römischen Grenzverteidigung. Bis auf einen kurzen O-Ton ist der komplette Sprechertext in lateinischer Sprache gehalten. Ein ungewohnter Genuss! Den Sie auch auf weiteren sieben Videos von "Planet Schule" geboten bekommen. Übrigens: Die Sendungen können für den Einsatz im Unterricht heruntergeladen oder direkt von planet-schule.de gestreamt werden.

"De defensione imperii Romani" (SWR, Planet Schule): https://www.planet-schule.de/sf/filme-online.php?reihe=1185&film=8835

 

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