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DGUF an Außenminister Heiko Maas betr. Erinnerungskultur und Neuzeitarchäologie

Am 29. Januar 2019 schrieb die DGUF an Außenminister Heiko Maas, um ihn auf die Leistungen und Nöte neuzeitarchäologischer Forschung aufmerksam zu machen. Maas hatte sich zwei Tage zuvor in der "Welt am Sonntag" zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus geäußert und u. a. betont, Gedenkstätten sollten zu Lernorten werden.

Die DGUF begrüßte Heiko Maas' Aufforderung, die Erinnerungskultur zu stärken und Gedenkstätten zu Lernorten zu machen, und dankte ihm ausdrücklich für sein Eintreten für #WeRemember. 

Archäologie und Denkmalpflege schließen heute die Erforschung der Neuzeit ganz selbstverständlich ein und tragen dazu bei, Erinnerungs- und Lernorte zu gestalten, sie zu erhalten und sie zukunftsorientiert zu gestalten. Wenn das Erinnern in einem Museum geschieht, so ist "museal" keinesfalls ein Widerspruch zu "gegenwärtig", wie es Heiko Maas andeutete. Lebendige Museen sind vielmehr fester Teil der Gegenwart.  

Als ein Beispiel für neuzeitarchäologische Forschung nannte die DGUF in ihrem Schreiben ein Projekt am Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg zu den materiellen Spuren der Außenlager des KZ Natzweiler-Struthof in Baden-Württemberg. Dabei geht es der Forschung nicht nur um eine historisch-archäologische, fachwissenschaftliche Aufarbeitung und Denkmalsicherung, sondern auch darum, auf dieser Basis gemeinsam mit Bürgern und Bürgerinitiativen vor Ort nachhaltig Lernorte zu schaffen (Hausmair & Bollacher, 2019). Das Projekt ist ein Wettlauf gegen die Zeit, denn einige der Orte sind noch nicht archäologisch erfasst und stehen vor der Überbauung oder dem Vergessen.

Die DGUF wies den Außenminister auf die "Leitlinien zu einer Archäologie der Moderne" hin, die der  Deutsche Verband für Archäologie (DVA) Ende 2017 zur Erstarkung neuzeitarchäologischer Bemühungen  verabschiedet hatte. Die Leitlinien umreißen dieses Tätigkeitsfeld und sollen innerfachlich wie öffentlich diesen Bereich innerhalb der Archäologie stärken. "Archäologie und Denkmalpflege sind", so die DGUF, "keine toten Archive, sie bilden vielmehr die fachwissenschaftliche Basis für eine aktiv gelebte Erinnerungskultur und tragen diese an die Bürger heran." 

 

Stand: Februar 2019

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