• Aktuelle und ehemalige DGUF-Aktive bei der 50-Jahres-Feier der DGUF 2019 in Bonn, Museum Alexander König. v.l.n.r.: Rengert Elburg, Gerhard Ermischer, Henning Haßmann, Diane Scherzler, Hans-Helmut Wegner, Rudolph Kuper, Marjorie de Grooth, Winrich Schwellnus, Günther Junghans (sitzend), Martin Schmidt, Sabine Rieckhoff, Inken Jensen, Jens Lüning, Frank Siegmund, Werner Schön.
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DGUF-Newsletter vom 8.10.2015

DGUF-Newsletter vom 8.10.2015

1. DGUF-Nachrichten
1.1. Ein Desaster für den Kulturgutschutz. DGUF kommentiert Entwurf zum neuen Kulturgutschutzrecht
1.2. DGUF bei der EAA-Jahrestagung in Glasgow aktiv

2. Tagungen und Veranstaltungen
2.1. "Vom Drunter und Drüber - Techniken der archäologischen Spurensicherung" (Berlin, 13.-16.4.)
2.2. 7. Workshop der AG CAA (Hamburg, 5.-6.2.; CfP bis 8.11.)

3. Forschung
3.1. Neu im Early View der "Archäologischen Informationen"
3.2. Aktuelle Ausgrabungen in den Medien
3.3. Aktuelle Forschung in den Medien
3.4. Homo naledi: Neue Menschenart entdeckt
3.5. Überblick über das neuzeitliche Bestattungswesen
3.6. Neue Entdeckungen des "Stonehenge Hidden Landscape"-Projekts
3.7. Tagungsbericht "Genetik History" (HU Berlin, 1.-2.10.)
3.8. Wünsdorf (Brandenburg): Ausgrabung der ältesten Moschee Deutschlands

4. Kulturgutschutz
4.1. Aktuelles rund um Kulturgutschutz in den Medien
4.2. Zeitschrift "Politik & Kultur" mit Schwerpunkt zum Kulturgutschutz
4.3. Libanios' "Pro templis": Ein Beitrag aus dem 4. Jahrhundert n. Chr. zu aktuellen Debatten
4.4. Bayerischer Rundfunk bemängelt Fehlen eines Schatzregals in Bayern
4.5. Zerstörungen von Megalithen in Frankreich und Spanien
4.6. "Kulturerbe digital bewahren" - ein notwendiger Kommentar
4.7. Friederike Fless: 3D-Scans sind keine Lösung für Palmyra
4.8. Palmyra: IS sprengt Triumphbogen
4.9. Bayerns selbststolze Denkmalpflegebilanz in der Kritik

5. Ausbildung, Job-Themen und Personalia
5.1. Für einen erfolgreichen Start ins Studium: DGUF‐Handreichung für Erstsemester aktualisiert
5.2. Longchamp-Täschchen oder abgeschrammelter 4You-Rucksack? Zur Bekleidungstypologie von Studiengängen
5.3. Oberster Denkmalpfleger Baden-Württembergs Prof. Dr. Claus Wolf beklagt Stellenabbau
5.4. Promotionsförderung: "Ich verdiene eigentlich weniger als eine Verkäuferin"
5.5. "Arbeitsstelle Kleine Fächer": Archäologische Fächer an den deutschen Universitäten im Rückbau

6. Open Access & Open Data
6.1. Archäologische Informationen 12, 1989, neu im Open Access
6.2. Monopolbildung bei englischsprachigen archäologischen Fachzeitschriften
6.3. Informatiker Hilty kritisiert Springer-Verlag
6.4. Das Inventar des Museum of Modern Art (New York) als frei zugängliche Excel-Tabelle
6.5. Neue Bündelzeitschrift "Open Library of Humanities" gestartet
6.6. OECD-Bericht zu Open Science erschienen

7. Bürger und Archäologie / Citizen Science
7.1. Tagung "Detektor-Archäologie: Kooperative Modelle in Denkmalpflege und Forschung" (Hannover, 3.-5.9.)
7.2. Öffentliche Umfrage zu Citizen Science
7.3. Tagungsrückblick "Bürger – Künste – Wissenschaft: Citizen Science in Kultur und Geisteswissenschaften" (Erfurt, 21.-23.9.)
7.4. "Streitraum" der Zeitschrift Kritische Archäologie zu Citizen Science

8. Ausstellungen und Museen
8.1. Gelungen: "Die Etrusker - Von Villanova bis Rom" (München, bis 17.6.16)
8.2. Neue prähistorische Schausäle im Naturhistorischen Museum Wien
8.3. "Reicher, vielfältiger, komplexer als sonst": Zur Ausstellung "Revolution Jungsteinzeit" (bis April in Bonn, danach in Detmold und Herne)

9. Und sonst …
9.1. Statistik: Chorus line "There is no value like p-value"
9.2. Verlockt zum kreativen Stöbern: "Handbuch Digital Humanities: Anwendungen, Forschungsdaten und Projekte"
9.3. "Archäologie in der Schweiz - Resultate und Visionen": ein Rückblick auf die Abschlusstagung der Trägerplattform Horizont 2015
9.4. DFG verabschiedet Leitlinien zum Umgang mit Forschungsdaten
9.5. Genaueres digitales Höhenmodell jetzt mit weltweiter Abdeckung frei verfügbar
9.6. Sketchfab entwickelt sich zum "YouTube" für (archäologische) 3D-Modelle
9.7. The Future of the Graphics Profession in Archaeology
9.8. Neues Portal zum Denkmalrecht online

10. Impressum und Redaktionshinweise


1. DGUF-Nachrichten
1.1.
Ein Desaster für den Kulturgutschutz. DGUF kommentiert Entwurf zum neuen Kulturgutschutzrecht
Deutschland erneuert sein Kulturgutschutzrecht. Aktuell wird der vorliegende Entwurf des Gesetzestextes, der so genannte Referentenentwurf, beraten. Zur Kommentierung war auch die DGUF eingeladen. In unserer Stellungnahme an Monika Grütters vom 7.10. begrüßen wir die politischen Zielsetzungen. Doch viele der geplanten Bestimmungen sind nach unserer Überzeugung nicht zielführend. Mehrere Paragraphen lesen sich fast wie eine Gebrauchsanweisung zum Import illegaler Kulturgüter. So kritisiert die DGUF beispielsweise die so genannten Stichtagsregelungen. Mit ihnen würden alle bereits vollzogenen illegalen Einfuhren von Kulturgut nach Deutschland vor diesen Stichtagen legalisiert, auch wenn sie aus Raubgrabungen stammen. Es wäre für Antikenhändler und Sammler ein Leichtes zu behaupten, die fraglichen Stücke seien vor diesen Stichtagen importiert worden. Diese Regelung führt das eigentliche Anliegen der Gesetzesnovelle, nämlich die Stärkung des Kulturgüterschutzes, ad absurdum. Die DGUF empfiehlt daher dringlich die ersatzlose Streichung der Stichtagsregelungen. In der Begründung des Entwurfs ist zu lesen, das Gesetz solle auch der Stärkung des Kulturhandelsstandortes Deutschland dienen. Wir meinen: Es sollte prioritär um den Kulturgüterschutz und nicht um Partikularinteressen gehen. Offenbar war die seit Juli 2015 auch in den Feuilletons nachzuvollziehende Lobbyarbeit des deutschen Kunst- und Antikenhandels erfolgreich, denn ein früherer Gesetzesentwurf vom Juni 2015 sah strengere Regelungen vor. Nicht überraschend fallen jetzt erste Stellungnahmen zum Gesetzentwurf von Seiten der Organisationen, die dem Kunst- und Antikenhandel nahestehen, positiv aus - und regen weitere Aufweichungen des Gesetzes an. Auch der Deutsche Verband für Archäologie e. V. (DVA) teilt die kritische Sicht der DGUF auf die Sorgfaltspflichten beim Handel mit antikem Kulturgut und moniert dies in seiner Stellungnahme an Monika Grütters. Das grundlegende Missverständnis des Gesetzgebers liegt nach Ansicht der DGUF darin, dass Antiken weiterhin als Wertgegenstände mit einem bemessbaren und ggf. eben geringen kommerziellen Wert behandelt werden.
Einordnung der DGUF sowie unsere vollständige Stellungnahme an die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien: http://www.dguf.de/index.php?id=378
Stellungnahme des DVA: http://www.dvarch.de/rep_docs/DVA_000025_2015_2015-10-06-Stellungnahme_Referentenentwurf.pdf

1.2.
DGUF bei der EAA-Jahrestagung in Glasgow aktiv
Vertreter der DGUF haben auf der 21. Jahrestagung der European Association of Archaeologists (EAA) in Glasgow (2.-5.9.) als Ko-Organisatoren bzw. Invited Speakers zu zwei Sektionen beigetragen. Die Sektion "Rethinking archaeological communications: new approaches to publication" zeichnete sich durch eine sehr lebendige Diskussion um die Analyse und Erweiterung bisheriger Publikationsformen sowie eine bessere Erschließung bisher "grau" publizierter Materialien wie z. B. Grabungsberichte aus. Frank Siegmunds Vortrag galt der Frage, ob man die bestehenden "traditionellen" Zeitschriften mit Open Access und Peer Review zusätzlich um offenere Formen mit deutlich geringerem Aufwand und Eintrittshürden, aber einem moderierten Post-Publication-Review bereichern solle. Erneut wurden damit die Publikationsreihen der DGUF auf einer internationalen Tagung präsentiert und im Übrigen von den Teilnehmern der Session als führend wahrgenommen. Viel Beachtung und Zuspruch fand der Vortrag von Diane Scherzler über die Erfahrungen der DGUF mit ihrer Petition in NRW im Jahr 2013; der Vortrag war Teil der Sektion "Political strategies for the EAA?". Die hochrangigen Teilnehmer dieser Sektion identifizierten in einer regen Debatte bisherige Schwächen der EAA und verabredeten konkrete gemeinsame Aktivitäten zur Stärkung des politischen Profils der EAA, die auf der nächsten Jahrestagung der EAA in Vilnius vorgestellt werden sollen.
http://eaaglasgow2015.com/


2. Tagungen und Veranstaltungen
2.1.
"Vom Drunter und Drüber - Techniken der archäologischen Spurensicherung" (Berlin, 13.-16.4.)
Der Verband der Restauratoren lädt nach Berlin in die Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW). Die Tagung wendet sich an Grabungstechniker, Restauratoren, Archäologen und Naturwissenschaftler mit feldarchäologischem Arbeitsgebiet. Die Vorträge befassen sich unter anderem mit Scherbenteppichen, Prospektion über und unter Wasser, bronzezeitlichen Kultfeuern, automatisierter Vermessung, Geschichte der Grabungstechnik, Rekonstruktion antiker mechanischer Objekte, Verwaltung archäologischer Nachlässe und Programmen für 3D-Dokumentation.
http://www.restauratoren.de/fachgruppen/archaeologische-ausgrabung/aktuelles/aktuelles-details/1963-call-for-papers-7-fachtagung-der-fg-arch-ausgrabung.html

2.2. 7. Workshop der AG CAA (Hamburg, 5.-6.2.; CfP bis 8.11.)
Im Februar veranstalten die AG "Computeranwendungen und Quantitative Methoden in der Archäologie" (AG CAA) ihren nächsten Workshop, zu dem bis zum 8.11. Vorschläge für Vorträge und Poster eingereicht werden können. Nach dem 1.12. wird dann das genauere Programm auf der Tagungswebsite veröffentlicht, und Anmeldungen zur Teilnahme sind dann möglich.
http://ag-caa.de/workshop2016/


3. Forschung
3.1. Neu im Early View der "Archäologischen Informationen"
Zerres, J. (2015). Rezension zu: Günther Wessel, Das schmutzige Geschäft mit der Antike. Der globale Handel mit illegalen Kulturgütern (Berlin 2015). Archäologische Informationen, Early View, online publiziert 21. Sep. 2015.
Hahn, H. P. (2015). Wie Archive das Denken beeinflussen. Über Materialsammlungen, fragmentierte Objektinformationen und die Erzeugung von Sinn im musealen Kontext. Archäologische Informationen, Early View, online publiziert 20. Sep. 2015
Siegmund, F. & Scherzler, D. (2015). Open Access und Open Data in der Ur- und Frühgeschichte: Bestandsaufnahme und Ausblick (Open Access and Open Data in European pre- and protohistory: present situation and outlook). Archäologische Informationen, Early View, online publiziert 6. Sep. 2015.
http://www.dguf.de/index.php?id=9

3.2.
Aktuelle Ausgrabungen in den Medien
"Der "Staatsmarkt" des antiken Ephesos in neuem Licht: Grabungen bieten Einblicke in die Entwicklung" (Pressemeldung Universität Regensburg, 1.10.): http://www.uni-regensburg.de/pressearchiv/pressemitteilung/540898.html
"Frankfurter Archäologen stoßen auf 'Römerdorf' in Gernsheim" (Pressemeldung Universität Frankfurt, 11.9.): http://www.muk.uni-frankfurt.de/58108604/237
"One more ancient civilisation found in Lake Issyk-Kul: could this be where St Matthew is buried?" (Siberian Times, 1.9.): http://siberiantimes.com/science/casestudy/features/f0147-one-more-ancient-civilisation-found-underwater-in-lake-issyk-kul-could-this-be-where-matthew-the-apostle-is-buried/

3.3.
Aktuelle Forschung in den Medien
Cramond: "Warriors from Scotland's Dark Ages revealed" (The Archaeology News Network, 8.10.): http://archaeologynewsnetwork.blogspot.de/2015/10/cramond-dig-reveals-warriors-from.html#.VhZs8SsW73V
"Aberglaube in der archäologischen Forschung - Anmerkungen zur RURALIA XI Tagung in Clervaux, Luxemburg" (Archaeologik, 5.10.): http://archaeologik.blogspot.de/2015/10/aberglaube-in-der-archaologischen.html
"Mummification was commonplace in Bronze Age Britain" (Pressemeldung Universität Sheffield, 1.10.): http://www.sheffield.ac.uk/news/nr/bronze-age-britain-mummies-study-1.511248
"Why are we the only human species still alive?" (BBC, 29.9.): http://www.bbc.com/earth/story/20150929-why-are-we-the-only-human-species-still-alive
"Forschungen am RGZM zum Massengrab in der steinzeitlichen Siedlung Schöneck-Kilianstädten" (Pressemeldung RGZM, 9.9.): http://web.rgzm.de/ueber-uns/presse/pressemitteilungen/pm/article/forschungen-am-rgzm-zum-massengrab-in-der-steinzeitlichen-siedlung-schoeneck-kilianstaedten.html

3.4.
Homo naledi: Neue Menschenart entdeckt
Die Entdeckung einer neuen Menschenart gaben am 10.9. die University of the Witwatersrand (Südafrika), die National Geographic Society und das South African Department of Science and Technology/National Research Foundation (DST/NRF) bekannt. Mehr als 1.550 Fossilienteile des Homo naledi entdeckten Wissenschaftler im Jahr 2013 in einer Höhle im Nordwesten von Johannesburg. Es handelt sich nach gegenwärtigem Wissensstand um Überreste von mindestens 15 Individuen, mutmaßlich sind noch weitaus mehr Fossilien in der Höhle. Das Alter der Fossilien ist noch unbekannt. Es wird vermutet, die Toten seien bewusst in die Höhle geschafft worden – Bestattungen hat man bisher als für den Menschen einzigartig betrachtet. Die Kammer mit den Überresten war nur über einen ca. 18 Zentimeter breiten Eingang zugänglich, so dass ein Spezialteam von besonders schlanken Personen für die Bergung zusammengestellt werden musste. "Homo naledi ähnelt den frühesten Vertretern unserer Gattung, zeigt aber auch einige überraschend menschenähnliche Eigenschaften, die ihm seinen Platz innerhalb der Gattung Homo sichern", sagt John Hawks von der University of Wisconsin. "Homo naledi hatte ein winziges Gehirn von der Größe einer Orange und einen sehr grazilen Körperbau." Er war im Durchschnitt ca. 1,50 Meter groß und wog etwa 45 Kilogramm. "Seine Hände konnten Werkzeuge benutzen", sagt Tracy Kivell, die u.a. am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig tätig ist. Seine Füße sind von denen des anatomisch modernen Menschen kaum zu unterscheiden.
"Homo naledi – ein neuer Verwandter des modernen Menschen" (Pressemeldung Max-Planck-Gesellschaft, 10.9.): http://www.mpg.de/forschung/homo-naledi
"Homo naledi: Forscher entdecken neue Menschenart" (Spiegel, 10.9.): http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/homo-naledi-forscher-entdecken-neue-menschenart-a-1052250.html
"Anthropologie: Verschlusssache Homo naledi" (Spiegel, 17.9.): http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/homo-naledi-wie-der-fund-unter-anthropologen-einen-streit-entfachte-a-1053162.html
"The foot of Homo naledi" (nature communications, 6.10.): http://www.nature.com/ncomms/2015/151006/ncomms9432/full/ncomms9432.html

3.5.
Überblick über das neuzeitliche Bestattungswesen
Nach dem Frühmittelalter mit seinen beigabenreichen Bestattungen schwindet das Interesse vieler Archäologen an Bestattungen, die beigabenlosen Gräber ab der Karolingerzeit werden oft schon bei den Grabungen stiefmütterlich behandelt. Umso mehr gilt dieser Trend für neuzeitliche Gräber, die weitgehend im Schatten von Denkmalpflege und Forschung liegen. Ein von vielen kompetenten Autoren zusammengetragener Sammelband, der auf eine Tagung in Helsinki im Jahr 2012 zurückgeht, schreibt nun gegen diesen Trend an, er fasst europaweit den aktuellen Forschungsstand zum neuzeitlichen Bestattungswesen zusammen. Der lesenwerte Band ist im Open Access erschienen.
Tarlow, Sarah (ed.) (2015): The Archaeology of Death in Post-medieval Europe. Warsaw: De Gruyter Open. http://www.degruyter.com/viewbooktoc/product/458680

3.6.
Neue Entdeckungen des "Stonehenge Hidden Landscape"-Projekts
Auf dem British Science Festival in Bradford (Yorkshire) stellten am 7.9. der Wiener Archäologen Wolfgang Neubauer und seines Teams vom Institut für Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie neue, unpublizierte Ergebnisse aus ihrem "Stonehenge Hidden Landscape"-Projekt vor. Seit vier Jahren wird die Mikroregion um den bekannten Steinkreis herum mit Bodenradar, magnetischen Sensoren und terrestrischen Laserscannern untersucht, mit denen 2D- und sogar 3D-Darstellungen der im Boden verborgenen, noch ungegrabenen Monumente möglich sind. Mehr als 17 neue Grundrisse und Steinsetzungen konnten so erkannt werden. Spektakulär ist dabei ein so genannter "Long barrow", ein monumentales Grab in einem Langhügel, der mit einem nahen und noch ungegrabenen Langhaus konnotiert ist, von dem die Pfostensetzungen in 33 m Länge und 8 m Breite dokumentiert werden konnten. Die Verbindung von Langhaus und Langhügel, also benachbarter Wohn- und Grabstruktur, ist in der Region bisher einzigartig. Weiterhin wurden in der neolithischen Siedlung Durrington Walls, ungefähr 3 km vom Steinkreis entfernt, Fundamentgruben von ungefähr 200 Menhiren entdeckt, von denen 30 bis zu 4,5 m lange Steine noch gestürzt an Ort und Stelle im Boden liegen. Dieses Monument scheint die größte und längste Steinreihe Englands zu sein. Eine TV-Dokumentation "Operation Stonehenge", die die Ergebnisse des Teams präsentiert, wird am 14. und 21.11. gegen 22.40 Uhr auf ORF 2 gesendet.
"Liegt neben Stonehenge ein 'Superhenge'?" (Tagesschau, 8.9.): https://www.tagesschau.de/ausland/superhenge-101.html
"Riesiges Steinmonument bei Stonehenge entdeckt" (Kronenzeitung, 7.9.): http://www.krone.at/Wissen/Riesiges_Steinmonument_bei_Stonehenge_entdeckt-Sensationsfund-Story-470855
" Archäologen entdecken Vorläufer von Stonehenge" (Spiegel, 7.9.): http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/steinkreise-vorlaeufer-von-stonehenge-entdeckt-a-1051765.html
"Archaeology on steroids': huge ritual arena discovered near Stonehenge" (Guardian, 7.9.): http://www.theguardian.com/uk-news/2015/sep/07/stonehenge-archaeology-ritual-arena-neolithic-monument

3.7.
Tagungsbericht "Genetik History" (HU Berlin, 1.-2.10.)
Die von Dr. Jörg Feuchter (HU Berlin) und Dr. Stefanie Samida (ZZF Potsdam) organisierte und von etwa 80 Teilnehmern besuchte internationale Tagung führte Genetiker, Historiker und Archäologen zu einem interdisziplinären Austausch zusammen. Im Kern stand das Anliegen, nicht nur neueste Forschungsergebnisse auszutauschen, sondern auch über die Voraussetzungen, Ziele, Methoden und grundsätzlichen Aussagemöglichkeiten dieses neuen und öffentlich stark beachteten Forschungsfeldes zu debattieren. Historiker und Archäologen betonten in ihren Vorträgen, dass aus Sicht der historisch orientierten Wissenschaften die untersuchten Erscheinungen wie etwa Wanderungen, Völker oder Verwandtschaft vor allem soziale Phänomene sind, deren Existenz nicht mit genetischen Methoden verifiziert oder falsifiziert werden könne. In mehreren Vorträgen stellten Genetiker ihre Projekte vor und zeigten auf, dass sich in ihrem sehr dynamisch entwickelnden Forschungsfeld die Aussagemöglichkeit in jüngster Zeit dramatisch erweitert und vertieft haben und in naher Zukunft weitere große Wissenszuwächse zu erwarten sind. Aus ihrer Sicht kann die Genetik wesentliche Beiträge zu einer interdisziplinären Geschichtsschreibung liefern, eben auch zu Gruppen, Wanderungen und Verwandtschaft. "Und wenn dann von dieser genetisch sehr einheitlichen Gruppe, die in diesen Raum eingewandert ist, alle Individuen in ihrem Grab neben dem Kopf einen schnurkeramischen Becher hatten, dann ist das doch ein klarer und eindeutiger Befund" - so Johannes Krause, Direktor am Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte, in der Diskussion zu seinem Vortrag. Die Tagungsregie hatte viel Zeit für Diskussionen vorgesehen, die rege genutzt wurde, um fruchtbar bestehende Fragen, Skepsis und Missverständnisse zwischen den Disziplinen auszuräumen. Gleichwie findet hier auch ein Ringen um Deutungshoheiten statt. "Viele Genetiker - oder ihre Pressestellen - erwecken in ihren Publikationen den Eindruck, allein anhand genetischer Ergebnisse sei Geschichtsschreibung möglich. Dies ist sachlich falsch, und einem solchen Auftreten müssen die Geisteswissenschaften entschlossen und wahrnehmbar entgegentreten. Individuelle Verwandtschaft oder soziale Gruppen wie Ethnien oder Kulturen sind zunächst einmal soziale Phänomene. Deren Existenz oder Nicht-Existenz kann nicht via Genetik verifiziert werden", bilanzierte es Frank Siegmund dem DGUF-Newsletter gegenüber. Die Schlussdiskussion in Berlin half, die zwischen den Geistes- und Naturwissenschaften bestehenden unterschiedlichen Forschungs-, Vortrags- und Publikationskulturen zu überbrücken und sich die jeweiligen fachinternen Diskurse besser zu verdeutlichen.
http://www.genetic-history.com

3.8.
Wünsdorf (Brandenburg): Ausgrabung der ältesten Moschee Deutschlands
Zur Vorbereitung einer Containersiedlung für Asylbewerber im brandenburgischen Wünsdorf (Kr. Zossen) untersuchten Archäologen der Freien Universität Berlin kürzlich den Standort der ersten auf deutschem Boden erbauten Moschee. Sie wurde vor genau 100 Jahren errichtet und geweiht, in den 1920er Jahren wieder abgerissen. Die Moschee befand sich im so genannten "Halbmondlager", in welchem ca. 16.000 muslimische Kriegsgefangene des Ersten Weltkrieges aus Indien, Marokko, Tunesien, Algerien und Afghanistan inhaftiert waren. Bemerkenswert waren das 23 Meter hohe Minarett und eine mächtige Kuppel auf dem farbig gestrichenen Holzbau. Die Moschee war dem Felsendom in Jerusalem nachgebildet und mit einer nach Mekka ausgerichteten Gebetsnische sowie einem Raum für die Totenwaschung ausgestattet. Dort wurden die fast 1.000 Tuberkulose-Toten des Lagers für die Bestattung auf dem nahen Friedhof Zehrensdorf vorbereitet. Das Gotteshaus bot bis zu 400 Gläubigen Platz und war für die Gefangenen Tag und Nacht geöffnet. Bereits in den Jahren 1925/26 wurde das Gebäude wieder abgerissen, allerdings verblieben die Fundamente im Boden. Während des Nationalsozialismus und in der DDR wurde das Gelände militärisch genutzt. An die Moschee erinnerte nur noch eine Plakette im Boden. Anlässlich der Umnutzung des Geländes wurden nun von einem Ausgrabungsteam unter der Leitung von Prof. Dr. Reinhard Bernbeck und Prof. Dr. Susan Pollok die erhaltenen Fundamente des Holzbaus sowie einzelne Verspannungsdrähte und Eisenbolzen der Kuppel entdeckt. Farbige Glasscherben scheinen von den Fenstern der Moschee zu stammen, von der nur schwarz-weiße Postkartenbilder erhalten sind. Die Funde werden gegenwärtig restauratorisch aufgearbeitet. Der Brandenburger Denkmalpfleger Thomas Kersting kündigte eine anschließende Ausstellung der Objekte im Garnisonmuseum Wünsdorf an.
"Auf der Spur von Deutschlands erster Moschee" (Berliner Morgenpost, 21.9.): http://www.morgenpost.de/brandenburg/article205773441/Auf-der-Spur-von-Deutschlands-erster-Moschee.html
"Archäologen finden Reste von Deutschlands ältester Moschee" (RBB, 31.8.):
http://www.rbb-online.de/panorama/beitrag/2015/08/Archaeologen-finden-Reste-von-Deutschlands-aeltester-Moschee-in-Wuensdorf.html
"Wo die Deutschen zum Dschihad aufriefen" (Der Tagesspiegel, 1.9.): http://www.tagesspiegel.de/berlin/wuensdorf-in-brandenburg-wo-die-deutschen-zumdschihad-aufriefen/12259438.html
"Deutschlands erste Moschee: Als das Deutsche Reich zum Dschihad rief" (Spiegel, 15.7.): http://www.spiegel.de/einestages/halbmondlager-die-erste-deutsche-moschee-in-wuensdorf-a-1043358.html
"Moschee in Wünsdorf in Brandenburg: Die Dschihad-Strategie der Deutschen" (Berliner Zeitung, 12.7.): http://www.berliner-zeitung.de/brandenburg/moschee-in-wuensdorf-in-brandenburg-die-dschihad-strategie-der-deutschen,10809312,31205100.html
"Hier wird Deutschlands älteste Moschee ausgebuddelt" (Berliner Zeitung, 29.7.): http://www.bz-berlin.de/berlin/umland/hier-wird-deutschlands-aelteste-moschee-ausgebuddelt


4. Kulturgutschutz
4.1. Aktuelles rund um Kulturgutschutz in den Medien
"Pourquoi la destruction du patrimoine yéménite passe inaperçue" (Slate, 2.10.): http://www.slate.fr/story/107111/yemen-destruction-patrimoine-inapercue
"Die Politisierung des Kulturguts (Syrien/Irak September 2015)" (Archaeologik, 1.10.): http://archaeologik.blogspot.de/2015/10/die-politisierung-des-kulturguts.html
"The International Criminal Court has dramatically increased the profile of heritage crime" (Illicit Cultural Property, 30.9.): http://illicitculturalproperty.com/the-icc-has-dramatically-increased-the-profile-of-heritage-crime/
"'Es ist wichtiger, die Händler aus dem Markt zu nehmen' - EAA-Session zum Scheitern des internationalen Kulturgutschutzes" (Archaeologik, 19.9.): http://archaeologik.blogspot.de/2015/09/es-ist-wichtiger-die-handler-aus-dem.html
"Following the trail of Syria's looted history" (CBS News, 9.9.): http://www.cbsnews.com/news/isis-looted-syrian-ancient-artifacts-black-market-us-and-europe/
Kiel/Helgoland: "Rote Karte für illegale Wracktaucher" (Kieler Nachrichten, 8.9.): http://www.kn-online.de/News/Aktuelle-Nachrichten-Kiel/Nachrichten-aus-Kiel/Florian-Huber-erstellt-Anzeige-gegen-illegale-Wracktaucher

4.2.
Zeitschrift "Politik & Kultur" mit Schwerpunkt zum Kulturgutschutz
Die Ausgabe 5/15 für September und Oktober der alle zwei Monate erscheinenden Zeitschrift "Politik & Kultur" hat den Schwerpunkt Kulturgutschutz und Antikenhandel. Auf der Titelseite grüßt als Titelfoto Indiana Jones in einer berühmten Filmszene aus dem Königreich des Kristallschädels (2008), im Leitartikel darunter begründet Hermann Parzinger die Wichtigkeit der laufenden Novellierung des Kulturgutschutzgesetzes. Der Herausgeber des Heftes, der Deutsche Kulturrat e. V., wurde 1981 als politisch unabhängige Arbeitsgemeinschaft von bundesweit tätigen kultur- und medienpolitisch tätigen Organisationen gegründet. Seine Zeitschrift möchte vor allem Entscheidungsträger in der Politik und den Medien erreichen. Im aktuellen Schwerpunkt Kulturgutschutz p. 15-23 (von insges. 28 Seiten) folgen Beiträge von Olaf Zimmermann (Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates), Günther Wessel (Journalist, Autor des Buches "Das schmutzige Geschäft mit der Antike"), Adelheid Otto (Prof. f. Vorderasiatische Archäologie an der LMU München), Walther Sallaberger (Prof. f. Assyrologie an der LMU München), Dieter Vieweger (Direktor des Deutschen Evangelischen Instituts für Altertumswissenschaften des Heiligen Landes), Joachim Marzahn (Vorsitzender der Deutschen Orientgesellschaft), Monika Grütters (Staatsministerin, Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien), Günther Schauerte (Vizepräsident Stiftung Preußischer Kulturbesitz), Markus Hilgert (Direktor des Vorderasiatischen Museums Berlin), Margarete van Ess (Direktorin Orient-Abteilung des DAI), Robert A. Kugler (Rechtsanwalt, Spezialgebiet Kulturgutschutzrecht), Karl-Heinz Preuß (Mäzen und Sammler) und ein Interview mit dem Kunsthändler Christoph Leon. Facettenreich und vielstimmig wird das Thema zu entwickeln versucht, wobei Fachleute, die es aus Interesse oder beruflichen Gründen seit längerem verfolgen, wenig neue Aussagen entdecken werden. Auch werden sie bemerken, dass der scheinbar weit gespannte Kreis der Autorinnen und Autoren recht eng um die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, das DAI und die LMU München gezogen ist und die Aussagen vor allem auf den Orient zielen, d. h. die nicht minder wichtigen Aspekte des Kulturgutschutzes in Deutschland und Europa kaum tangieren. Allenfalls der Beitrag des Sammlers Karl-Heinz Preuß fällt auf, der ganz konkrete Beispiele und Anregungen für eine neue Kooperation zwischen Sammlern und Kulturgutschützern gibt und damit eine Haltung und Bereitschaft in der Szene von Sammlern und an der Antike interessierten Wohlhabenden signalisiert, die mehr Wahrnehmung und Resonanz im Fach verdient. In Summe sind es also mehr die Massivität des Schwerpunkts und die Aktualität des Themas denn die Neuigkeit der Argumente, die hier wichtig sind. Ähnlich wie die jüngste Stellungnahme des DVA (DGUF-Newsletter vom 12.8. Punkt 1.1. und 4.2.) und die Berliner Tagung "Kulturgut in Gefahr: Raubgrabungen und illegaler Handel" vom 11./12. 12. 2014 (DGUF-Newsletter vom 19.12.2014 Punkt 4.6., nun Gersch 2015) zielt das Heft auf die Entscheidungsträger in der Politik, die sich im Herbst näher mit der anstehenden Gesetzesnovelle beschäftigen werden. Der ebenso wichtige Weg zu einer Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung in der breiten Bevölkerung einschließlich der Sammler und Sondengänger ist noch weit, und es wird anderer Formate bedürfen denn faktisch exklusive Zeitschriften und Tagungen.
Politik & Kultur, Ausgabe 05/2015 (September/Oktober): http://www.kulturrat.de/puk/puk05-15.pdf
Gersch, C. (2015). Kulturgut in Gefahr - Raubgrabungen und illegaler Handel: Tagungsbericht. Hrsg. Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Berlin: SPK. http://www.dvarch.de/rep_docs/DVA_000019_2015_Tagungsbericht.pdf

4.3.
Libanios‘ "Pro templis": Ein Beitrag aus dem 4. Jahrhundert n. Chr. zu aktuellen Debatten
Der seinerzeit berühmte griechische Redner Libanios (ca. 314-393 n. Chr.) ist heute nur mehr wenigen Spezialisten bekannt, weshalb es lohnt, auf seine Rede "Pro templis" aufmerksam zu machen, mit der er in den 380er Jahren den Kaiser Theodosius I. aufforderte, die wertvollen antiken Tempel vor der Zerstörung zu bewahren. Vor der Zerstörung durch religiöse Eiferer, nämlich die Christen.
Raphael Brendel: Rezension zu: H.-G. Nesselrath, O. Behrends, K. S. Freyberger, J. Hahn, M. Wallraff, Martin & H.-U. Wiemer (Hrsg.): Für Religionsfreiheit, Recht und Toleranz. Libanios’ Rede für den Erhalt der heidnischen Tempel. Eingeleitet, übersetzt und mit interpretierenden Essays versehen. Tübingen 2011, in: H-Soz-Kult, 16.04.2012: http://www.hsozkult.de/publicationreview/id/rezbuecher-18222
"Libanios' Rede für den Erhalt der letzten heidnischen Tempel" (Youtube, 24.6.2013; 8:13 min): https://www.youtube.com/watch?v=DtUViAhi3kM

4.4.
Bayerischer Rundfunk bemängelt Fehlen eines Schatzregals in Bayern
Eine Novelle des Denkmalschutzgesetzes in Bayern ruht seit Jahren in den amtlichen Schubladen resp. wird zwischen den Ministerien hin- und hergeschoben: Will man - als nunmehr letztes Bundesland - das Schatzregal einführen, oder doch nicht? In einem Beitrag für BR5 hat nun der Journalist Dr. Georg Bayerle ("Spezialist des BR für Berge und Umwelt") das Thema aufgegriffen und die Gesetzesnovelle als Desiderat benannt. Ohne Schatzregal gehe der Allgemeinheit in Bayern viel Wissen um die Vergangenheit verloren. Zudem gebe es einen Fundtourismus aus anderen Bundesländern nach Bayern mit falschen Fundortzuschreibungen, so dass ein Schaden auch weit über Bayern hinaus entstehe. Abschließend zitiert der Beitrag den amtierenden Kultusminister Ludwig Spaenle, der ein Schatzregal für Bayern ablehnt.
"Gesetzeslücke: Warum Bayern ein Paradies für Raubgräber ist" (Bayerischer Rundfunk, 27.9.): http://www.br.de/radio/b5-aktuell/sendungen/der-funkstreifzug/schatzsucher-archaeologie-bayern-100.html

4.5.
Zerstörungen von Megalithen in Frankreich und Spanien
Die Vernichtung von neolithischen Denkmälern in Westeuropa aus Ignoranz oder sogar Mutwilligkeit hört nicht auf. Bereits 2013 wurde ein Langhügel nahe der Steinreihen von Carnac (Bretagne) zerstört: Ein Einfamilienhaus wurde darauf erbaut, obwohl der Hügel in der Bewerbung der Region zur Eintragung als UNESCO-Weltkulturerbe gelistet war. Im September wurde nun erneut ein Monument unwiederbringlich beseitigt: Ein Landwirt in Plémy (Côtes-d'Armor, Bretagne) entfernte mit einem Bagger zwei stehende Steine von seinem Feld. Obwohl sie als neolithische Menhire von der Denkmalschutzbehörde registriert waren, sagte der Bauer, dass es sich dabei nicht um Menhire gehandelt habe, es seien einfach nur zwei bei der Feldarbeit störende Steine gewesen. Die Parzelle, zu der das Feld gehört, wird seit der Erstellung des Napoleonischen Katasters "Les champs des Roches-Longues" ("Felder der Langen Steine") genannt. Bis Oktober soll entschieden werden, ob die Menhire wieder in ihren Fundamenten aufgerichtet werden. Dem Landwirt sind die Presseberichte sichtlich unangenehm. Er ist bereit, die Menhire im Fall einer Rekonstruktion wieder auf seinem Feld zu dulden. Schlimmer noch als in diesem Fall wurde im August ein unter Denkmalschutz stehender Dolmen in San Cristovo de Cea (Ourense, Spanien) vollständig vernichtet. An seiner Stelle ist ein Picknick-Sitzplatz aus Betonmöbeln errichtet worden. Das spanische Ministerium für Kultur untersucht derzeit, wie es zu diesem "Missgeschick" kommen konnte.
"Un Breton fait scandale en retirant des menhirs de son champ" (Metro News, 8.9.): http://www.metronews.fr/info/plemy-cotes-d-armor-il-deplace-deux-menhirs-qui-genaient-dans-son-champ/moih!CbLogz59xvGM/
"Denuncian la construcción de un merendero sobre un yacimiento arqueológico de más de 6.000 años" (Huffington Post, 24.8.): http://www.huffingtonpost.es/2015/08/24/yacimiento-arqueologico-merendero_n_8031478.html?utm_hp_ref=spain&ncid=tweetlnkushpmg00000067

4.6.
"Kulturerbe digital bewahren" - ein notwendiger Kommentar
Am 22. 9. wandte sich die Fraunhofer Gesellschaft mit einer Pressemeldung an die Öffentlichkeit: "Kulturerbe digital bewahren: Fraunhofer-3D-Scantechnologie ermöglicht vollautomatisierten Dauerbetrieb". Im Fettgedruckten heißt es weiter: "Kulturschätze werden weltweit durch Terror und andere Gefahren bedroht. Eine Möglichkeit, das Erbe der Menschheit zu bewahren, sind 3D-Scantechnologien. Mit CultLab3D hat das Fraunhofer IGD eine Lösung, die Ende September in Granada der Weltöffentlichkeit präsentiert wird." Das ist - mit Verlaub - übler Unfug! Gewiss, sorgfältiges Dokumentieren ist eine in der Archäologie wichtige und aller Ehren werte Aufgabe, und die modernen Scan-Technologie bereichern das Spektrum unserer diesbezüglichen Möglichkeiten sehr. Und ebenso gewiss ist es begrüßenswert, wenn man 3D-Scans z. B. von später bedauerlicherweise zerstörten Objekten im Archiv findet und wenigstens mit diesen elektronischen Überbleibseln arbeiten kann. Und ebenso gewiss ist es ein blühender Unfug, wenn hier der Eindruck erweckt wird, 3D-Scans seien eine adäquate Art, wertvolles Kulturgut zu erhalten. Alles Engagement muss dem Erhalt der Originale dienen! Die hier vorgenommene Verknüpfung von wertvoller Grundlagenarbeit mit aktuellem politischem Geschehen ist Trittbrettfahrerei.
"Kulturerbe digital bewahren" (Pressemeldung Fraunhofer IDG, 22.9.): http://www.igd.fraunhofer.de/Presse/Presseinformationen/Kulturerbe-digital-bewahren
http://www.cultlab3d.de/

4.7.
Friederike Fless: 3D-Scans sind keine Lösung für Palmyra
Virtuelle 3D-Modelle und 3D-Drucke sind in aller Munde, und das syrische Elend und Palmyra ebenso. Was liegt da näher, als beides zu verknüpfen: Antiken scannen, um sie auf diese Weise zu retten, wie es etwa die Fraunhofer IDG am 22. 9. (vgl. Punkt 4.6. in diesem Newsletter) meldete. In einem gut verständlichen Artikel in der "Welt" hat die Präsidentin des DAI, Prof. Dr. Friederike Fless, dargelegt, weshalb dies keine Lösung für die Antiken und für Palmyra ist - weil eben Digitales und ein Plastik-Ausdruck kein Ersatz sein können für die Originale. Lesenswert, und ein Beispiel für gute Öffentlichkeitsarbeit.
Friederike Fless: "Für Palmyras Ruinen gibt es nur eine Chance" (Welt, 5.10.): http://www.welt.de/geschichte/article147213778/Fuer-Palmyras-Ruinen-gibt-es-nur-eine-Chance.html

4.8.
Palmyra: IS sprengt Triumphbogen
Anfang der Woche wurde es zur Gewissheit: Nach der bereits vor einigen Wochen erfolgten Vernichtung des Baal-Tempels, des Baalschmin-Tempels sowie dem Löwen der Athena in der vom IS besetzten Wüstenstadt Palmyra (Syrien) wurde an vergangenen Wochenende nun der antike Triumphbogen gesprengt. Der Direktor der syrischen Antikenverwaltung, Maamoun Abdelkarim, bezeichnete die Stadt als eine "Geisel des IS". Glücklicherweise konnten die bedeutenden Kleinfunde aus Palmyra bereits im vergangenen Jahr ins Nationalmuseum in Damaskus in Sicherheit gebracht werden. Maamoun Abdelkarim kündigte an, sein Nationalmuseum nicht im Stich zu lassen, sollte der IS Damaskus erobern. Weitere Hiobsbotschaften betreffen vermeintlich russische Bombardements in und um Palmyra. Diese wurden allerdings am Montag bereits aus Moskau dementiert: Russische Kampfflieger würden keine bewohnten Gegenden oder Regionen mit antiken Baudenkmalen in Syrien angreifen. Augenzeugenberichte widersprechen dem Dementi.
"Palmyra ist wie eine Geisel des IS" (Tagesschau, 5.10.): http://www.tagesschau.de/ausland/palmyra-is-105.html
"ISIL blows up Arch of Triumph in Syria's Palmyra" (Al-Jazeera, 5.10.): http://www.aljazeera.com/news/2015/10/isil-blows-arch-triumph-syria-palmyra-151005033238445.html
Moskau: "Berichte über Angriffe auf Palmyra absolute Lügen" (Tagesspiegel, 6.10.): http://www.tagesspiegel.de/politik/russische-luftschlaege-in-syrien-moskau-berichte-ueber-angriffe-auf-palmyra-absolute-luegen/12412662.html

4.9.
Bayerns selbststolze Denkmalpflegebilanz in der Kritik
Im Juli hatten der Bayerische Staatsminister für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst und der Generalkonservator des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege eine recht zufriedene und stolze Bilanzbroschüre publiziert: "Denkmalschutz und Denkmalpflege 2020: Bewahren durch Erklären und Unterstützen". Nun hat Das Denkmalnetz Bayern über seinen Newsletter eine Analyse des Bandes durch den Ltd. Akad. Direktor i.R. Dr. Dieter Martin, ehemals Direktoriumsmitglied der Landesamts für Denkmalpflege, verbreitet, in der er eben jene Broschüre heftig kritisiert. Sie verschweige wesentliche Probleme, verschweige den schleichenden Personalabbau im Denkmalamt, stelle die Lage der Bodendenkmalpflege zu zuversichtlich dar und stelle die Belange der Baudenkmalpflege zurück. Man wird dem Verfasser nicht in allen Punkten zustimmen (Verursacherprinzip, Schatzregal), aber der kenntnisreich und in ungewöhnlich klarer Sprache formulierte Text lässt aufhorchen. Möge er die notwendige öffentliche Debatte dieses Themas in Bayern beflügeln.
"Auf dem Prüfstand: das neue Denkmalschutzkonzept des Freistaates" (Denkmalnetz Bayern, 6.8.): http://www.denkmalnetzbayern.de/index.php/menueeintrag/index/id/17/seite_id/1623
"Denkmalschutz und Denkmalpflege in Bayern 2020: Bewahren durch Erklären und Unterstützen. Standortbestimmung und Maßnahmen." Hrsg. v. Bayerischen Landesmat für Denkmalpflege (München 2015). http://www.denkmal.netzwerk-heimat.de/uploads/753c0217a89652adc797920a95a30fec.pdf
Dieter Martin: "Bilanz 2015 zum Konzept Denkmalschutz und Denkmalpflege 2020 in Bayern" (25.5.): http://www.denkmal.netzwerk-heimat.de/uploads/b6bdc3af394b40d1252ef1f6b2d3ea19.pdf


5. Ausbildung, Job-Themen und Personalia
5.1.
Für einen erfolgreichen Start ins Studium: DGUF‐Handreichung für Erstsemester aktualisiert
Wie plane ich mein Semester realistisch? Welche einführende Literatur ist empfehlenswert? Woran er‐ kennt man einen guten Dozenten? Und was braucht es für ein gutes Referat? Für Erstis der Ur‐ und Frühgeschichte und weiterer archäologischer Studiengänge haben wir unsere Ersti-Handreichung aktualisiert und erweitert. Sie richtet sich mit ihren zahlreichen Aspekten selbstverständlich auch an höhere Semester. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg!
http://www.dguf.de/fileadmin/user_upload/Studierende/DGUF-Dok_Handreichung_fuer_Erstsemester.pdf

5.2.
Longchamp-Täschchen oder abgeschrammelter 4You-Rucksack? Zur Bekleidungstypologie von Studiengängen
Kann man Ur- und Frühgeschichte mit einer Handtasche, statt mit geräumigem Rucksack, studieren? Ja, denn mehr als einen Block zum Mitschreiben braucht man wirklich nicht. Das glaubt Tabea Mußgnug, die in Heidelberg u. a. Kunstgeschichte studiert hat und Autorin das Buchs "Nächstes Semester wird alles anders..." ist. An der Bekleidung von Studenten lässt sich ihr Studiengang ablesen, behauptet Mußgnug. Ur- und Frühgeschichtler, jedenfalls männliche, seien die, die mit dem abgeschrammelten 4You-Rucksack, der dem Träger schon seit der 5. Klasse ein treuer Freund sei, durchs Institut gingen. Kunstgeschichtlerinnen setzten dagegen mehr auf Blogger-Dutt und einen Shabby-Strickpullover in creme von Urban Outfitters.
"Studenten-Outfits: Zeig mir, was du trägst, und ich sag dir, was du studierst" (Spiegel online, 17.8.): http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/studenten-outfits-studienfaecher-und-kleiderordnung-a-1047974.html

5.3.
Oberster Denkmalpfleger Baden-Württembergs Prof. Dr. Claus Wolf beklagt Stellenabbau
Die baden-württembergischen Denkmalpfleger nutzten den "Tag des offenen Denkmals" am 13.9. auch, um ihre gravierenden Personalprobleme in die Öffentlichkeit zu tragen. Zwar habe die vorgenommene Reform der Struktur des Landesdenkmalamtes und der Einsatz moderner Technologien die Effizienz der Arbeit erheblich gesteigert und z. B. in der Archäologie spannende neue Erkenntnisse erbracht. Aber der weiterhin geltende Wiederbesetzungs-Stopp führt dazu, dass das Amt jährlich ca. zehn bis 15 Mitarbeiter verliert, aber nur zwei Stellen neu ausgeschrieben werden durften - so Claus Wolf, der oberste Denkmalpfleger Baden-Württembergs nach einem Bericht der Stuttgarter Zeitung. Auch die finanziellen Möglichkeiten zur Förderung des Denkmalerhalts in der Baudenkmalpflege stagnierten seit 1997. Der Zeitungsbericht verdeutlicht durch die Fülle der angeführten Zitate, dass die baden-württembergischen Denkmalpfleger den Tag des offenen Denkmals nutzen, um ihre Sorgen koordiniert und vielstimmig in die Öffentlichkeit zu bringen.
"Geschichte: Denkmalschutz im Dilemma" (Stuttgarter Zeitung, 8.9.): http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.geschichte-denkmalschutz-im-dilemma.883fde27-4266-40a7-b03c-0e0e039120c6.html

5.4.
Promotionsförderung: "Ich verdiene eigentlich weniger als eine Verkäuferin"
So bilanziert ein Tübinger Promovend in den Neurowissenschaften. Im Interview mit dem Deutschlandfunk legt der Doktorand Albrecht Vorster, der eines der wenigen begehrten Promotionsstipendien der Begabtenförderwerke erhalten hat, die ökonomischen Fakten dar. Nach Abzug der unvermeidlichen Krankenkasse und der Miete für eine bescheidene Wohnung bleibe ein verfügbares Einkommen nahe am Hartz-IV-Satz. Es gebe seit einiger Zeit mehr Geld im System Forschung, aber die Stipendien seien nicht wie nötig angepasst worden. Wenn nicht mehr Geld hereinkomme, sei es realistischer, weniger Stipendien besser auszustatten als dass es für alle Geförderten nicht reiche.
"Promotionsförderung: 'Ich verdiene eigentlich weniger als eine Verkäuferin'" (Deutschlandfunk, 25.9.): http://www.deutschlandfunk.de/promotionsfoerderung-ich-verdiene-eigentlich-weniger-als.680.de.html?dram:article_id=332163

5.5.
"Arbeitsstelle Kleine Fächer": Archäologische Fächer an den deutschen Universitäten im Rückbau
Die 2005 gegründete und 2012 an die Universität Mainz umgezogene "Arbeitsstelle Kleine Fächer" verfolgt Flächen deckend die quantitative Entwicklung der kleinen Fächer in der deutschen Universitätslandschaft. Am 12.8. hat sie ihren jüngsten Bericht vorgelegt, der das Stichjahr 2015 bilanziert und mit den Erhebungen zu den Jahren 1997 und 2011 vergleicht. Danach ist die Zahl der Professuren in den Kleinen Fächern an deutschen Universitäten weitgehend stabil, innerhalb dieser Fächer sind jedoch Umverteilungen zu beobachten, d. h. einem Wachstum einiger Fächer steht der Schwund anderer gegenüber. Hinsichtlich der Archäologie ist das Bild eindeutig: seit 1997 haben archäologische Fächer an deutschen Universitäten 5,5 Professuren verloren (i.e. minus 4,5 %; UFG: minus 1,5 Professuren, 3,4 %) und sind an 9 Standorten (minus 10 %) geschlossen worden (UFG: minus 3 Professuren, 11 %). Noch stärker ist der Schwund im Bereich "Alte Kulturen", wo mit der Ägyptologie (minus 14 %) und Altamerikanistik (minus 33 %) schwindende Fächer gelistet sind, die aus Sicht des DGUF-Newsletters ebenfalls bei den Archäologie subsummiert werden könnten. Unter den insgesamt wachsenden kleinen naturwissenschaftlichen Fächern ragt die Anthropologie heraus, die seit 1997 5,5 ihrer ehedem 16,5 Professuren verloren hat (minus 33 %) und 4 ihrer ehedem 11 Standorte (minus 36 %).
"Professuren- und Standortentwicklung der kleinen Fächer verlaufen insgesamt weitgehend stabil" (PM Univ. Mainz, 12.8.): https://www.uni-mainz.de/presse/72158.php
"Entwicklung der Professuren- und Standortzahlen in den kleinen Fächern" (Arbeitsstelle Kleine Fächer, 12.8.): https://www.kleinefaecher.de/entwicklung-der-professuren-und-standortzahlen-in-den-kleinen-faechern/
Zum Abbau der Lehrstühle für die archäologischen Fächer vgl. DGUF-Newsletter 38 vom 4.7.2015 Punkt 9.2.: http://www.dguf.de/fileadmin/user_upload/Newsletter-Archiv/DGUF-Dok_38_DGUF-Newsletter_2015-07-04.pdf


6. Open Access & Open Data
6.1.
Archäologische Informationen 12, 1989, neu im Open Access
Der erste Band publiziert die Vorträge der DGUF-Jahrestagung in Regensburg zum Thema "Archäologie und Tourismus". Eine interessante Bilanz von Jürgen Spitzner-von der Haar gilt den Unruhen in der westdeutschen Studierendenschaft der Jahre 1988 und -89, in der er die Aktivitäten und Themen an allen Instituten für Ur-und Frühgeschichte resp. Archäologie systematisch zusammenstellt und vom Studierendentreffen in Kiel berichtet. Bettina Schmidt und Christina Ahr machen auf die Gründung des World Archaeological Congress (WAC) im Jahr 1987 aufmerksam und stellen den Verband vor, der aus einer Sezession von der etablierten UISPP hervorging. Der zweite Band der Arch. Inf. publiziert die Vorträge der DGUF-Jahrestagung 1988 in Tönning zum Thema "Archäozoologie". Sehr lesenswert hier z. B. der methodenorientierte Beitrag von Hans Reichstein, der die Probleme der Quantifizierung diskutiert: zählt man Knochen, wiegt man sie, erarbeitet man die Mindest-Individuenzahl? - und was bedeutet was? Ulrich Stodiek berichtet im Rückblick über die ersten, 1987 einsetzenden Speerschleuderwettbewerbe und arbeitet deren wissenschaftlichen Nutzen heraus - eine Tradition, die bis heute weiter fortlebt.
Arch. Inf. 12, 1989 (1): http://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/arch-inf/issue/view/2370
Arch. Inf. 12, 1989 (2): http://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/arch-inf/issue/view/2371

6.2.
Monopolbildung bei englischsprachigen archäologischen Fachzeitschriften
Der britische Verlag Maney Publishing hatte zuletzt innerhalb weniger Jahre massiv expandiert, indem er neue archäologische Zeitschriften gründete, vor allem aber bestehende Zeitschriften übernahm. Maney verfolgte offenbar das Ziel, im englischsprachigen Raum "der" Verlag für archäologische Zeitschriften zu werden. Am 22.6. gab das Verlagskonsortium Taylor & Francis bekannt, Maney Publishing gekauft zu haben. In Summe publiziert Taylor & Francis nun mehr als 45 englischsprachige archäologische Zeitschriften. Die anderen großen kommerziellen Verlage kommen zusammengenommen in etwa auf die gleiche Zahl: Springer (9), Elsevier (11), Wiley-Blackwell (12) und Cambridge University Press (11). Der Archäologe und Blogger Doug Rocks-Macqueen analysiert diese ansonsten bislang kaum beachtete Meldung und begrüßt ernsthaft - ironisch diese neue Monopolbildung in der archäologischen Publikationslandschaft. Denn käme es in Zukunft zu nicht lösbaren Auseinandersetzungen beispielsweise um Lizenz- und Abonnements-Kosten, so wie es aktuell in den Niederlanden mit Elsevier der Fall ist, dann könnten schlagartig alle Kollegen in betroffenen Staaten den Zugriff auf 45 wichtige Fachzeitschriften verlieren. Warum begrüßt Rocks-Macqueen den Trend zum Monopol? Weil an den damit allzu offensichtlich werdenden Gefahren deutlich werde, dass aus Sicht der Archäologie der einzig vernünftige Ausweg aus dem laufenden Konzentrationsprozess im wissenschaftlichen Publikationswesen der konsequente Schritt in das Open-Access-Publizieren sei.
"I, for One, Welcome Our New Archaeology Publishing Overlords" (Doug's Archaeology, 25.8.): https://dougsarchaeology.wordpress.com/2015/08/25/i-for-one-welcome-our-new-archaeology-publishing-overlords/

6.3.
Informatiker Hilty kritisiert Springer-Verlag
"Was leisten Wissenschaftsverlage heute eigentlich noch?", fragt der Züricher Informatiker Prof. L. M. Hilty nach einschlägigen Erfahrungen mit der Publikation eines Kongressbandes beim Springer-Verlag. Seine Antwort: eigentlich nichts, was Autoren und Herausgeber nicht selbst tun könnten - und im vorliegenden Fall auch selbst zu tun gezwungen waren. Sein lesenswerter Erfahrungsbericht verdeutlicht, dass zumindest manche Wissenschaftsverlage mit großem Namen die ihnen eingeräumte Bedeutung und das Prestige nicht mehr verdienen. Soll man über solche Verlage klagen, die ein offenbar ihre Ziele befriedigendes Geschäftsmodell verfolgen? Wohl kaum. Den Fehler macht das System Wissenschaft selbst, indem es weiterhin zulässt, dass Reputation mit (ehedem) bedeutenden Verlagsnamen verknüpft wird, und das eine Publikation in einem unbekannten Verlag, im Open Access, auf einem Uni-Server oder bei einem Self-Publisher als minderwertig betrachtet.
Hilty, L. M. Was leisten Wissenschaftsverlage heute eigentlich noch? (netzpolitik.org, 26.8.): https://netzpolitik.org/2015/was-leisten-wissenschaftsverlage-heute-eigentlich-noch/

6.4.
Das Inventar des Museum of Modern Art (New York) als frei zugängliche Excel-Tabelle
Das Museum of Modern Art (MoMA) in New York hat das vereinfachte Inventar seiner Sammlung ins Netz gestellt, knappe Beschreibungen zu insgesamt 123.919 Objekten. Veröffentlicht als Excel-Datei unter einer CC-Lizenz. Oliver Roeder hat die Einladung angenommen und ein paar statistische Analysen dieses Schatzes an Informationen vorgenommen, Betrachtungsweisen, die man so noch nicht an das MoMA herangetragen hatte. So zeigt Roeder im Blog FiveThirtyEight, dass 47,5 % der Gemälde in der Technik "Öl auf Leinwand" ausgeführt sind, die übrigen in anderen Techniken. Am Unterschied zwischen der Datierung des Gemäldes und seines Erwerbsdatum durch das MoMa lässt sich nachvollziehen, wie zeitgenössisch das Museum sammelt. Roeder untersucht die übliche Größe der Gemälde und analysiert die Frage Hoch- oder Querformat. Ja, das sind keine weltbewegenden und sensationellen Erkenntnisse, aber Roeder zeigt auf, was geschehen könnte, wenn solche Institutionen ihre Informationen nicht horten, sondern an die Öffentlichkeit herschenken, so dass Interessierte darin stöbern und damit weiterarbeiten können. Anregend!
O. Roeder, "A nerd’s guide to the 2,229 paintings at MoMA" (FiveThirtyEightLife, 28.8.): http://fivethirtyeight.com/features/a-nerds-guide-to-the-2229-paintings-at-moma/
The Museum of Modern Art (MoMA) collection data (GitHub): https://github.com/MuseumofModernArt

6.5.
Neue Bündelzeitschrift "Open Library of Humanities" gestartet
Im Bereich Medizin und Naturwissenschaften hat sich die erst 2001 gegründete Public Library of Science (PLoS) und deren Bündelzeitschrift PLoS One schnell als international attraktive Publikationsmöglichkeit etabliert: Alle Artikel erscheinen im (Goldenen) Open Access, und dank guter Artikel sowie einer strikten Qualitätskontrolle hat sich dieser Newcomer zwischen den etablierten Großen wie Science, Nature oder PNAS inzwischen ein hohes Ansehen erarbeitet. Dieses Konzept soll nun für die Geisteswissenschaften wiederholt werden, mit erfreulichen Veränderungen. Ähnlich wie PLoS One soll die am 28.9. gegründete Open-Access-Zeitschrift "Open Library of Humanities" (OLH) nicht auf ein spezielles Thema oder ein Fach fokussiert sein, sondern breit alle attraktiven und qualitätsgeprüften Inhalte aus dem Themenfeld der Geisteswissenschaften annehmen. "Classics" und "Anthropology" werden in der kurzen Selbstdarstellung der Zeitschrift ausdrücklich erwähnt, auch nicht-englischsprachige Beiträge sind willkommen. "Erfreuliche Veränderungen"? PLoS One finanziert sich durch (nicht geringe) Publikationsgebühren (sog. APCs), d. h. die Autoren bezahlen für das Publiziert-Werden. Genau dies wollen die Gründer der OLH anders machen und ihre Zeitschrift ohne APCs führen. Das Projekt wird von mehreren Stiftungen finanziert, die Gründer hoffen, die Zahl der Co-Finanzierer ausweiten zu können.
https://olh.openlibhums.org/
"Open Library of Humanities: Open Access Megajournal für Geistes- und Sozialwissenschaften gestartet" (netzpolitik.org, 4.10.): https://netzpolitik.org/2015/open-library-of-humanities-open-access-megajournal-fuer-geiste-und-sozialwissenschaften-gestartet/

6.6.
OECD-Bericht zu Open Science erschienen
Die Entwicklung öffentlich finanzierter Forschung in Richtung "Open Science" (Paul David, 2003) fasst Ende September erschienener, 112 Seiten starker Bericht der OECD (Organisation for Economic Cooperation and Development) mit dem Titel "Making Open Science a Reality" zusammen. Ein Ideal moderner Wissenschaft sei der Gedanke des gemeinsamen Eigentums an wissenschaftlichen Entdeckungen, der Zusammenarbeit für das Erreichen von Erkenntnissen. In der Zusammenfassung schreibt die OECD: "Greater access to scientific inputs and outputs can improve the effectiveness and productivity of the scientific and research system, by: reducing duplication costs in collecting, creating, transferring and reusing data and scientific material; allowing more research from the same data; and multiplying opportunities for domestic and global participation in the research process. Scientific advice can also benefit from the greater scrutiny offered by open science, as it allows a more accurate verification of research results." Das Papier gibt weiterhin eine gute Zusammenfassung zu Open Science, z. B. zu den Stakeholdern, zu politischen Entwicklungen etc., außerdem zu den aktuellen Herausforderungen bei der Realisierung von Open Science. Wertvoll!
OECD, Making Open Science a Reality (September 2015): https://www.innovationpolicyplatform.org/sites/default/files/DSTI-STP-TIP%282014%299-REV2-for%20declassification%20-%20US%20and%20other%20comments%20addressed-numbers-removed.pdf


7. Bürger und Archäologie / Citizen Science
7.1.
Tagung "Detektor-Archäologie: Kooperative Modelle in Denkmalpflege und Forschung" (Hannover, 3.-5.9.)
An der 82. Tagung des Nordwestdeutschen Verbandes für Altertumsforschung e. V. nahmen ca. 70 Vortragende und Gäste teil, darunter etwa zehn Sondengänger und ein Autor des DGUF-Newsletters. Bei den Vorträgen zum Themenschwerpunkt am 4.9. standen die Erfahrungen und Möglichkeiten einer Zusammenarbeit zwischen Sondengängern und Profi-Archäologen im Vordergrund. Im ersten Block wurden die aktuellen amtlichen Strategien der Zusammenarbeit in den Bundesländern Schleswig-Holstein, Niedersachen und Westfalen vorgestellt. Bei allen Beiträgen zeigte sich eine Neigung der Amtsarchäologie, Entschuldigungen zu suchen, die Zusammenarbeit so lange verwehrt zu haben. So wurde das "Aussterben" der alten Feldbegeher angesprochen, das Versäumnis, frühzeitig mit Detektorgängern zusammengearbeitet zu haben, und von Grabenkämpfen und mangelndem Verständnis auf beiden Seiten berichtet. Auch ein gewisser Standesdünkel war spürbar. Die alten Feldbegeher waren oft auch Akademiker, beispielsweise Apotheker, Lehrer oder Ärzte. Die Sondengänger kommen aus den unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten. Gleichwie: Die Profi-Archäologie habe das Versäumnis erkannt und gehe nun auf die Sondengänger zu. Genaue Informationen über die Zahl der aktiven Sondengänger in Deutschland gibt es nicht, die Schätzungen liegen bei 10.000 bis 50.000. Das Verhältnis der Sondengänger, die mit den Ämtern kooperieren wollen und jenen, die kein Interesse daran haben, wird auf 1:5 geschätzt. Beim Blick ins Ausland wurde für Dänemark von einer guten Zusammenarbeit berichtet. Dort fühlen Sondengänger sich geehrt, wenn sie einen Brief bekommen, dass sie DANEFE, also Kulturgut für ihr Land, gefunden haben. Für die dänische Archäologie biete die Zusammenarbeit große Erfolge bei der Landesaufnahme und dem Verständnis der (prä-) historischen Siedlungsstrukturen. England sei von einer schwierigen Gesetzeslage geprägt. Dort dürften Grundbesitzer selbst Ausgrabungen durchführen (was auch geschehe) und die Ergebnisse veröffentlichen. Eine wichtige Gesetzesänderung (Treasure Act) geschah 1997 und 2003, letztlich infolge des Fundes eines römischen Tempels durch einen Sondengänger, wobei die Fundstelle nach Bekanntgabe ihrer Lage komplett von Dritten geplündert wurde. Allerdings müssen in England weiterhin nur "Schätze" und Edelmetall gemeldet werden, eine römische oder keltische Fibel aus Bronze, beispielsweise, nicht. Sondengänger und Eigentümer teilen sich in England die Funde 50:50. In einem weiteren Themenblock wurden Projekte von Sondengängern vorgestellt. Hier war gut erkennbar, welche Aussagen durch ein genaues Einmessen der einzelnen Funde gewonnen werden können. So wurde am Beispiel von Bardowick (bei Lüneburg) aufgezeigt, wie die Zusammenarbeit bei Grabungen funktioniert und welche Fundverteilungen auf Ackerflächen vorliegen. Bei der Schlachtfeldarchäologie können anhand der Fundverteilungen auch Schlachtlinien und Lageraufbauten herausgearbeitet werden und Sondengänger-Befunde mit historischen Schlachtberichten verglichen werden. Ein dritter Themenblock beleuchtete Projekte von Profi-Archäologen mit Sonden und Sondengängern. Dabei ging es im Wesentlichen um das Erkunden von neuen oder bekannten Fundstellen sowie um die Auswertung von Fibeln und Sondengänger-Funden von der Römischen Kaiserzeit bis zur Völkerwanderungszeit in Schleswig-Holstein, mit z. T. völlig überraschenden Ergebnissen. "Alles in allem war es eine sehr gute Tagung, die neue Wege der Zusammenarbeit aufgezeigt hat", so bilanzierte es der schleswig-holsteinische Sondengänger Jochim Weise dem DGUF-Newsletter gegenüber.
Tagungswebsite mit Programm: http://www.denkmalpflege.niedersachsen.de/portal/live.php?navigation_id=36655&article_id=134690&_psmand=45

7.2.
Öffentliche Umfrage zu Citizen Science
Das laufende Projekt "GEWISS - Bürger schaffen Wissen" führt eine öffentliche "Konsultation" zum Thema Citizen Science durch, an der man sich noch bis 19.10. beteiligen kann. Warum die Anführungszeichen? Weil hinter dem Begriff Konsultation weniger eine Meinungsumfrage steckt, sondern vielmehr die Möglichkeit, sich inhaltlich recht tiefgreifend einzubringen. GEWISS plant die Veröffentlichung eines Rahmenpapiers / Leitfadens zum Thema Citizen Science. Dieses Rahmenpapier soll als Wiki angelegt sein, das Autoren und Versionierungen kennt und allmählich wächst. Eine erste Gliederung existiert als Vorschlag, Texte und Textfragmente sind geschrieben, doch sie können verändert werden, und an offenen Baustellen kann man überhaupt grundlegend erste Texte einbringen. Unbezahlt für andere die Arbeit machen? Ja, das auch, aber eben auch eine Chance der inhaltlichen Mitwirkung, die man als Archäologe möglicherweise nicht verstreichen lassen sollte. Denn in der bisherigen (Forschungs- und Förderungs-) Politik in Deutschland wird Citizien Science stark naturwissenschaftlich aufgesetzt und vor allem mit Crowdsourcing-Aktivitäten verbunden, Projekten also, bei denen Bürger die Wissenschaft in deren Fragestellungen und Zielen unterstützen. Wer daran mitwirken möchte, den Begriff inhaltlich auszuweiten, die Bürger noch ernster zu nehmen, die Geisteswissenschaften konsequenter in dieses Feld zu integrieren, und auch zu zeigen, dass gerade die Archäologie traditionell nah am Thema Bürgerforschung gearbeitet hat und arbeitet, kann die Konsultation dazu nutzen. Im Hintergrund von GEWISS steckt u. a. das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Man darf durchaus vermuten, dass das resultierende Rahmenpapier u. a. künftig die Projektförderungen des BMBF im Bereich Citizen Science beeinflusst.
Zur "Konsultation": http://www.konsultation.buergerschaffenwissen.de/
Zum Projekt GEWISS: http://www.buergerschaffenwissen.de/

7.3.
Tagungsrückblick "Bürger – Künste – Wissenschaft: Citizen Science in Kultur und Geisteswissenschaften" (Erfurt, 21.-23.9.)
Unter dem Titel "Bürger – Künste – Wissenschaft: Citizen Science in Kultur und Geisteswissenschaften" (#bkw15) veranstalteten Kristin Oswald und René Smolarski eine u. a. von der DGUF geförderte Tagung, die den aktuellen Sachstand zum immer mehr in den Fokus rückenden Thema "Citizen Science" auslotete. Nach der Tagungseröffnung durch den Rektor der Universität Erfurt führten 13 Vorträge aus sehr unterschiedlichen Wissens- und Interessensbereichen und ein themenreiches Barcamp zu einem anregend vielfältigen Austausch unter den gut 40 Teilnehmern. Einige Eindrücke aus der Sicht eines DGUF-Teilnehmers: Bevor Begriffe ein unglückliches Eigenleben entwickeln und evtl. eine exkludierende Wirkung entfalten, sollte man z. B. mit dem Begriff "Bürgerforschung" dem unglücklichen Eindruck entgegenwirken, es gehe bei Citizen Science vor allem um Naturwissenschaften. Obwohl das Internet viele spannende Projekte überhaupt erst ermöglicht (z. B. ARTigo oder Tag.Check.Score), ist Bürgerforschung auch (fast) ganz ohne WWW denkbar, weshalb z. B. die gedankliche Fokussierung auf Crowdsourcing-Projekte eine unglückliche Engführung bedeuten würde. Immer wieder erinnerten sich die Tagungsteilnehmer selbst daran, mit Bürgerforschung nicht nur Projekte zu meinen, bei denen möglichst viele Bürger als Helfer für rein profi-wissenschaftliche Projekte gewonnen werden, sondern dass die Fragestellungen und Wünsche auch von den Bürgern selbst ausgehen können (und sollen), deren Mitwirkung durchaus anspruchsvoller sein kann als irgendwelche Objekte zu sammeln oder zu klassifizieren, und dass die professionelle Wissenschaft dann ggf. auch eine eher unterstützende denn eine führende Rolle einnehmen kann (auch: Auflösung der starren Rollen: Lehrender / Lernender). Wie u. a. die Vorträge des ehemaligen DGUF-Vorsitzenden G. Ermischer sowie von S. Mayer und R. Obst darlegten, verfügt gerade die Archäologie bereits jetzt über einen reichen Erfahrungsschatz und eine hohe Affinität zum Thema Bürgerforschung (auch zu möglichen Irrwegen und Konflikten). Das könnte sie befähigen, im laufenden Diskurs innerhalb der Geisteswissenschaften glaubhaft als Pionier und Impulsgeber aufzutreten. Einig waren sich die Tagungsteilnehmer in einem zentralen Aspekt: Bei Bürgerforschung wie auch Profi-Wissenschaft sind Seriosität und Spaß kein Gegensatz, vielmehr sollten alle Projekte den Beteiligten auch Spaß machen. Auf der Tagung wurde viel getwittert, ein Storify von K. Oswald stellt die zahlreichen Social-Media-Aktivitäten auf und im Umfeld der Tagung zusammen.
Tagungswebsite "Bürger Künste Wissenschaft: Citizen Science in Kultur und Geisteswissenschaften": http://193.175.204.68/projekte/buerger_kuenste_wissenschaft/
Finke, P. (2014). Citizen Science: Das unterschätzte Wissen der Laien. München: oekom Verlag.
K. Oswald: "#bkw15 - Citizen Science in Kultur und Geisteswissenschaften" (25.9.): https://storify.com/krosworldia/bkw15-citizen-science-in-kultur-und-geisteswissens

7.4.
"Streitraum" der Zeitschrift Kritische Archäologie zu Citizen Science
Das im vergangenen Jahr erschienene Buch des Wissenschaftstheoretikers Peter Finke "Citizen Science. Das unterschätzte Wissen der Laien" ist Nukleus einiger Aufsätze zum Thema in der Zeitschrift "Kritische Archäologie" (4/2015). Während Finke den Grundgedanken einer Kontinuität des Handelns von Laien zu dem von Fachwissenschaftlern dargestellt hat, geht es im Beitrag von Matthias Jung (Goethe-Universität Frankfurt) kritisch um Aspekte der Diskontinuität, die es zu berücksichtigen gelte, wenn man von der Wichtigkeit von Citizen Science überzeugt sei. Jungs Aufsatz wird wiederum kommentiert von Maria Theresia Starzmann (McGill University, Montréal) und von Cornelius Holtorf (Linnéuniversität Kalmar, Schweden). Thomas Kersting vom Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum stellt schließlich "Citizen Science" als erfolgreiche Partnerschaft in Brandenburg vor. Alle Aufsätze sind als Reader frei online verfügbar.
http://www.kritischearchaeologie.de/repositorium/fka/Forum_Kritische_Archaeologie_2015_4_Reader_Streitraum_Citizen_Science.pdf


8. Ausstellungen und Museen
8.1.
Gelungen: "Die Etrusker - Von Villanova bis Rom" (München, bis 17.6.16)
Der Titel der Ausstellung erscheint ambitioniert, doch löst ihn die Ausstellung ein, nicht zuletzt dank der reichen Münchner Bestände, ergänzt durch hochwertige Leihgaben und ein durchdachtes Ausstellungskonzept. Bereits auf den Stufen der Antikensammlung am Münchner Königsplatz empfängt die Chimäre von Arezzo die Besucher. Es handelt sich um eine extra für Ausstellung erstellte Kopie, die mit ihrem neuen Bronzeglanz eine der Ambitionen diese Ausstellung repräsentiert: die Etrusker sind uns trotz allem nah. Auch die Rekonstruktion des Zeremonialwagens mit Repliken der Loeb-Bronzen und die Aufstellung der drei großen Kessel samt Dreifüßen sowie die Reproduktion des Triklinium-Grabes aus Tarquinia zeigen die Etrusker auf Augenhöhe und machen sie erlebbar. Dafür wurde die Antikensammlung bis auf den Vasen-Saal komplett umgestaltet. Didaktisch gelungene Einführungstexte zu jedem Aspekt in den Räumen machen die Ausstellung auch für Nicht-Archäologen lohnenswert. Der Durchgang u.a. mit den Texten zur Götterwelt und mit Stühlen bestückt ist gelungen, als ein Ort zum Pausieren und Reflektieren. Neben den großen Stücken sind es vor allem die gut ausgewählten, qualitativ hochwertigen Einzelstücke, die den Besuch auch den Fachbesuchern lohnenswert machen. Dazu zählen Goldgranulationen auf diversen Schmuckstücken wie auch Urnen aus Chiusi und hochwertige Bucchero-Vasen.
Website zur Ausstellung: http://www.antike-am-koenigsplatz.mwn.de/de/staatliche-antiken-sammlungen-muenchen/sonderausstellungen/die-etrusker-von-villanova-bis-rom.html
„Etrurien-Ausstellung: Zeugnisse von bereichernder Migration“ (FAZ, 18.7.): http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kunst/etrurien-ausstellung-in-muenchen-eklektikerkultur-13704678.html

8.2.
Neue prähistorische Schausäle im Naturhistorischen Museum Wien
Ende September wurden im Naturhistorischen Museum (NHM) Wien die renovierten Räume und die neu gestaltete Dauerausstellung zur Vorgeschichte eröffnet. Gezeigt werden neben der "Venus von Willendorf" und der 36.000 Jahre alten "Fanny von Stratzing" (bis Januar 2016 noch als Replik) u. a. bronzezeitliche Metallobjekte und Funde aus der Geschichte des Hallstätter Salzabbaus. Liebevoll würden die Funde präsentiert, urteilt die Presse, und klug. Es sei erstaunlich, wie viele State-of-the-art-Präsentationen man nun bedienen könne, ohne sich modisch geschulmeistert zu fühlen. In der Eingangshalle des Museums steht bis März 2016 die "Balloon Venus (Orange)" von Jeff Koons, eine durch die "Venus von Willendorf" inspirierte Skulptur.
"NHM: Venus, Fanny und all die anderen alten Idole" (Die Presse, 29.9.): http://diepresse.com/home/kultur/kunst/4832026/NHM_Venus-Fanny-und-all-die-anderen-alten-Idole
"NHM zeigt Entwicklung des Menschen" (ORF, 29.9.): http://wien.orf.at/news/stories/2734234/
Website des NHM: http://www.nhm-wien.ac.at/

8.3.
"Reicher, vielfältiger, komplexer als sonst": Zur Ausstellung "Revolution Jungsteinzeit" (bis April in Bonn, danach in Detmold und Herne)
Die Linienbandkeramik in der rheinischen Lößbörde, bandkeramische Brunnen, Rohmaterial-Gewinnung und Bergbau: Nach Möglichkeit erzählen die Kuratoren der Ausstellung alle Themen und Geschichten anhand von Grabungen der zurückliegenden Jahre. Frank Siegmund hat die Ausstellung besucht und sie auf Archäologie Online ausführlich besprochen. Siegmund ist angetan von den Gestaltungsideen, von den Schautafeln, Lebensbildern und Modellen und Nachbildungen. Auch schwierige fachpolitische Themen hätten die Kuratoren nicht ausgeklammert. Der Audioguide ist nicht nach Siegmunds persönlichem Geschmack, umso mehr aber der Ausstellungskatalog. Das Bonner Team zeige überzeugend, wie facettenreich, verständlich und spannend es Geschichte entlang der Zeit als rotem Faden erzählen kann.
Frank Siegmund, "'Revolution Jungsteinzeit. Archäologische Landesausstellung Nordrhein-Westfalen' Ein Ausstellungsbesuch" (Archäologie Online, 2.10.): http://www.archaeologie-online.de/magazin/fundpunkt/ausstellungen/2015/revolution-jungsteinzeit/


9. Und sonst …
9.1.
Statistik: Chorus line "There is no value like p-value"
Michael Greenacre, unter Archäologen bekannt als Autor zweier grundlegender Bücher über die Korrespondenzanalyse, geht neue Wege in der Didaktik der Statistik und versucht es als Song-Writer. Professionell eingesungen und instrumentiert: eindrucksvoll! Übriges: Youtube schlägt in der rechten Leiste weitere feine Entdeckungen zum Thema Statistik vor...
Michael Greenacre: "The p-value song" (Youtube, 14.7.; Video, 4:43 Min.): https://www.youtube.com/watch?v=yy4nsEvKh2E&feature=youtu.be

9.2.
Verlockt zum kreativen Stöbern: "Handbuch Digital Humanities: Anwendungen, Forschungsdaten und Projekte"
Auf Initiative der Open Knowledge Foundation Deutschland e. V. wurde Mitte August ein Handbuch über Digital Humanities zusammengestellt und im Open Access veröffentlicht. Das Handbuch gibt einen breiten Überblick über den aktuellen Stand und die debattierten Themen. Das Buch ist als "living book" geplant und soll fortlaufend aktualisiert werden. Das Inhaltsverzeichnis führt viele spannende Projekte und Themen auf, es verlockt zum kreativen Stöbern. Wer jedoch hinter das Inhaltsverzeichnis in die Artikel hineinschaut, erlebt neben Spannendem und Interessantem bisweilen auch Enttäuschungen. Denn zentral wichtige Inhalte wie etwa CC-Lizensierung oder das Thema "Nachnutzung fremder Inhalte in der wissenschaftlichen Arbeit" werden in leider nur sehr knappen Artikeln behandelt. Gleichwie: ein guter Start.
http://handbuch.io/w/DH-Handbuch

9.3.
"Archäologie in der Schweiz - Resultate und Visionen": ein Rückblick auf die Abschlusstagung der Trägerplattform Horizont 2015
Am 11.9. tagte in Zürich der sich als übergreifende Diskussionsplattform für die schweizerische Archäologie verstehende Verein "Horizont 2015" unter dem Titel "Archäologie in der Schweiz - Resultate und Visionen. (Abschluss?) Tagung der Trägerplattform Horizont 2015" (vgl. DGUF-Newsletter vom 31.7. Punkt 1.1.). Neben einem Überblick über neue technische und methodische Entwicklungen (u. a. zu den Themen aDNA, Datenbanken und Structure-from-Motion-Photogrammetrie) waren es vor allem fachpolitische und gesellschaftliche Themen, welche die Tagung prägten: Von der mangelnden Web-Präsenz der schweizerischen Archäologie über die mangelnde Zusammenarbeit ihrer einzelnen Akteure zur Frage nach dem Einbeziehen oder eben Nichteinbeziehen der Öffentlichkeit, von schwindenden Finanzbudgets bis zur Notwendigkeit politischer Lobbyarbeit - alles Themen, die in der gesamten (nicht nur) deutschsprachigen Archäologie momentan intensiv diskutiert werden, nicht zuletzt auch auf der DGUF-Tagung im vergangenen Mai in Tübingen. Trotz vieler guter und anregender Vorträge: Eine Blick nach außen war nicht festzustellen, der Fokus blieb auf die Schweiz beschränkt. Auch sind echte Lösungen für die drängenden Probleme nach wie vor Mangelware, nicht nur in der Schweiz! Besonders schade: Die sich entwickelnde Diskussion mit einem im Publikum anwesenden "interessierten Laien", u. a. zur Frage, warum die Publikationen der Kantonsarchäologien nicht im Open Access, downloadbar auf den jeweiligen Homepages, erscheinen, wurde (symptomatisch?) zu Gunsten der Mittagspause abgebrochen. In der Abschlussdiskussion schließlich wurde, der Mehrheitsmeinung der Trägervereine folgend, dafür votiert, das Projekt "Horizont 2015" satzungsgemäß aufzulösen - das offensichtlich nur noch geringe Interesse an dieser Plattform wurde nicht zuletzt auch durch die mäßige Zahl an Tagungsteilnehmern reflektiert. "Horizont 2015" ist nun also Geschichte - die Aufgabenstellungen der einzelnen Arbeitsgruppen sind jedoch nur zu einem geringen Teil zufriedenstellend gelöst. Einzelne AGs führen ihre Arbeit autonom fort, andere Arbeitsschwerpunkte sollen an "Archäologie Schweiz", die ehemalige Gesellschaft für Schweizer Ur- und Frühgeschichte, weitergegeben werden. Es ist zu hoffen, dass die wichtige Debatte über die partiell existenziellen fachpolitischen Probleme nicht versandet.
Die (noch nicht aktualisierte) Webseite des Vereins "Horizont 2015": http://www.horizont2015.ch/

9.4.
DFG verabschiedet Leitlinien zum Umgang mit Forschungsdaten
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - der größte Forschungsförderer in Deutschland - hat am 30.9. bemerkenswert kurze "Leitlinien zum Umgang mit Forschungsdaten" verabschiedet. Zusammengefasst fordert die DFG, dass Forschungsdaten publiziert und für eine Weiternutzung durch Dritte bereitgestellt werden sollen, dass diese Daten langfristig zu sichern sind, und dass Projekte schon bei der Antragstellung offen legen sollen, wie sie diesen Forderungen nachkommen werden. Die DFG sichert verschiedene Unterstützungsangebote zu. Doch sie setzt ausdrücklich nur einen allgemeinen Rahmen, denn sie respektiert die sehr unterschiedlichen fachlichen Bedingungen, Bedürfnisse und Fachkulturen. Daher fordert die DFG die Disziplinen resp. deren Vereine und Verbände auf, fachspezifische Regularien zu entwickeln. Damit positioniert sich die DFG ganz ähnlich wie zuvor auch der Europäische Forschungsrat, der ebenfalls die Disziplinen zur Entwicklung ihnen angemessen erscheinender Regeln und Verfahren aufforderte (Canny, 2015). Damit ist zwar ein liberaler Weg vorgezeichnet, der indes viel Ressourcen und Koordinationsaufwand innerhalb der Disziplinen erfordern kann. Der Ball liegt also auch im Feld der Archäologie, die sich zusammenfinden muss, um gemeinsam Leitlinien zu entwickeln. Doch wer macht's, wer macht den Anfang, und denken wir dabei vordringlich an Fotos (und Bildrechte), oder mehr an digitale Materialien wie Pläne und Daten im engeren Sinne?
Pressemeldung "DFG verabschiedet Leitlinien zum Umgang mit Forschungsdaten. Konsistente Zusammenführung geltender Regeln." (Information für die Wissenschaft 66, 6.10.): http://www.dfg.de/foerderung/info_wissenschaft/allgemeine_informationen/info_wissenschaft_15_66/index.html
Die Leitlinien: http://www.dfg.de/download/pdf/foerderung/antragstellung/forschungsdaten/richtlinien_forschungsdaten.pdf
Canny, N. (2015). Opening Access to Archaeology. Archäologische Informationen, Early View, published online 6 Febr. 2015: http://www.dguf.de/index.php?id=9

9.5.
Genaueres digitales Höhenmodell jetzt mit weltweiter Abdeckung frei verfügbar
Bislang klafften noch große Lücken in den so genannten SRTM-1-Daten, einem (fast) globalen digitalen Höhenmodell mit einer Auflösung von 30 m, d. h. alle 30 m der Erdoberfläche liegt ein gemessener Höhenwert vor. Die NASA hatte die Daten im Jahr 2000 mit der "Shuttle Radar Topography Mission" (SRTM) aufgenommen und später sukzessive frei zur Verfügung gestellt (vgl. DGUF-Newsletter vom 23.3.2015 Punkt 9.5.). Zunächst fehlten z. B. noch die Daten für den Nahen Osten. Jetzt sind die Löcher gestopft: Die SRTM-1-Daten sind (bis auf die technisch bedingt fehlenden Polkappen) für alle Landflächen der Erde nach einer Registrierung kostenlos verfügbar! Sie liegen u. a. als GeoTIFFs vor und können somit problemlos in alle gängigen CAD- und GIS-Umgebungen eingebunden werden. Damit steht jetzt u. a. der Vorderasiatischen Archäologie ein hochaufgelöstes digitales Höhenmodell zur Verfügung - sei es zu illustrativen Zwecken oder für ausgefeilte, GIS-gestützte Landschaftsanalysen.
Downloadquelle: http://earthexplorer.usgs.gov/
Blogbeitrag mit weiterführenden Informationen, "Short Announcement: SRTM 1 Data Worldwide" (Digital Geography, 7.10.): http://www.digital-geography.com/short-announcement-srtm-1-data-worldwide/#.VhVu4Sspm9U

9.6.
Sketchfab entwickelt sich zum "YouTube" für (archäologische) 3D-Modelle
Die 2012 gegründete Online-Plattform "Sketchfab" ermöglicht das Publizieren von 3D-Modellen im Internet (vgl. DGUF- Newsletter vom 28.8.2014 Punkt 7.6). Die hochgeladenen Modelle können in einem aktuellen Browser ohne die Installation weiterer Plugins o. ä. betrachtet oder auch in eigene Webseiten eingebunden werden - Sketchfab funktioniert damit für 3D-Modelle vergleichbar so, wie es YouTube für Videos tut. Ein aktuelles Beispiel für die von Sketchfab gebotenen Möglichkeiten ist etwa das eindrucksvolle 3D-Modell der diesjährigen Grabung des DEIHAL auf dem Zionsberg in Jerusalem, das Jochen Reinhard -übrigens einer der Redakteure im Team der "Archäologischen Informationen" - nun ins Netz gestellt hat: Die Grabungssituation ist im 3D-Modell auch für Nicht-Archäologen nachvollziehbar dargestellt, zusätzlich sind Marker in das Modell eingebunden, die eine "geführte Tour" ermöglichen! Weitere sehenswerte auf Sketchfab gehostete 3D-Modell-Sammlungen finden sich etwa auf den Profilseiten von Dr. Hugo Anderson-Whymark (mit einem Schwerpunkt auf Ness of Brodgar) oder der österreichischen Firma Crazy Eye.
Bericht zur Grabung auf dem Jerusalemer Zionsberg mit eingebundenem 3D-Modell: http://www.deiahl.de/zionsberg-jerusalem.html
"Mount Zion Excavation, Jerusalem, Israel" (Sketchfab, "archaebotics"): https://skfb.ly/H8pX
Sketchfab-Profil von H. Anderson-Whymark: https://sketchfab.com/hugoandersonwhymark
Sketchfab-Profil von Crazy Eye: https://sketchfab.com/crazyeye

9.7.
The Future of the Graphics Profession in Archaeology
Auf der Jahreskonferenz des Chartered Institut for Archaeologists (CIfA, ehemals IfA) über die Zukunft des Berufs fand u. a. eine Session über Grafik in der Archäologie statt. Bisher habe man nach "surveyors" und "illustrators" unterschieden, doch so einfach sei es heute nicht mehr. Entsprechendes Können müssen an Wert gewinnen und als vollwertiger Beitrag für Projekte angesehen werden. Hochwertige 3D-Szenerien, der Einsatz von Lidar-Daten etc.: Doug Rocks MacQueen hat die Session aufgezeichnet und vier Videos, verwoben mit den Powerpoint-Präsentationen online gestellt.
https://dougsarchaeology.wordpress.com/2015/08/17/we-do-not-do-that-anymore-the-future-of-the-graphics-profession-in-archaeology/

9.8.
Neues Portal zum Denkmalrecht online
Das Denkmalnetz Bayern hat ein "Portal zum Denkmalrecht" in Netz gestellt, das sich "allen rechtlichen und administrativen Fragen der Bau- und Bodendenkmäler in ganz Deutschland" widmet. Hierzu gehören u. a. Beiträge und Aufsätze zum Denkmalrecht, eine Urteilssammlung, Beispiele und Muster, Links zu Institutionen und Gerichten. Kuratiert wird das Portal von drei ausgewiesenen Experten: (1) Dr. Dieter J. Martin, ehemals Direktoriumsmitglied des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege und Fachvertreter für Management und Recht der Denkmalpflege an der Universität Bamberg, (2) Dr. Jörg Spennemann, Oberregierungsrat am Landratsamt München und ehemals Mitarbeiter im zuständigen Referat des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, und (3) Dr. Dr. Dimitrij Davidov, Justiziar des LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur des Landschaftsverbandes Westfalen. Eine begrüßenswerte Initiative!
"Portal zum Denkmalrecht": http://recht.denkmalnetzbayern.de/


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