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David N. Matzig M.A.

Deutscher Studienpreis für Archäologie 2020

Mit dem Deutschen Studienpreis für Archäologie wurde am 20.9.2020 David Nicolas Matzig M.A. für seine an der Universität Kiel eingereichte Masterarbeit "Zur computerbasierten Identifikation archäologischer Fundstellen auf Ackerbauflächen mittels multispektraler Satellitenbilder" ausgezeichnet.

Ziel der mit dem mittlerweile sechsten DGUF-Studienpreis prämierten Arbeit war es, anhand von frei zugänglichen multispektralen Satellitendaten archäologisch relevante Bewuchsmerkmale zu identifizieren und semiautomatisiert zu klassifizieren, um archäologische Fundstellen entdecken und eingrenzen zu können. Verwendet wurden hierfür Bilddaten der europäischen Sentinel-Satelliten, als Untersuchungsgebiet diente das stark ackerbaulich geprägte obere Žitava-Tal in der Südwestslowakei. Für diese Region liegt durch die intensive Survey-Tätigkeit der Universität Kiel ein umfassender Geomagnetik-Datensatz vor, wodurch auf den Satellitenbildern metergenau die multispektralen Signale der geophysikalisch detektierten archäologischen Befunde extrahiert werden konnten. Diese bildeten die Grundlage der weiteren statistischen Untersuchungen sowie des Trainings der Klassifikationsmodelle per maschinellem Lernen. Die technische Umsetzung erfolgte dabei in der Programmiersprache R.

Aus den modellhaft gewonnenen Klassifikationen konnten schließlich Erkenntnisse bezüglich der verschiedenen Einflussfaktoren auf die Ausprägung bzw. Erkennbarkeit von Bewuchsmerkmalen abgeleitet werden. Der in der Arbeit erarbeitete, gut dokumentierte und nachvollziehbare Workflow ist potenziell geeignet, großräumig archäologische Verdachtsflächen zu definieren und so eine halbautomatisierte Datenreduktion in der archäologischen Fernerkundung zu erreichen.

Neben einem innovativen, vielversprechenden Forschungsansatz waren es vor allem die große Sorgfalt und Transparenz sowie die ausschließliche Verwendung frei verfügbarer Daten- und Software-Ressourcen, die die Jury für diese Arbeit begeisterte.

Zum Preisträger
David N. Matzig, ursprünglich aus Nürtingen (Baden-Württemberg) stammend, hat zunächst in Tübingen Ur- und Frühgeschichte sowie Kunstgeschichte studiert. 2017 schloss er hier mit einer Bachelorarbeit zur "Dynamik der Neolithisierung entlang der Theiß" ab. Sein Masterstudium der Ur- und Frühgeschichte mit einem Schwerpunkt auf quantitativen Methoden in der Archäologie führte er anschließend in Kiel weiter. Dort entstand bis Ende 2019 die jetzt von der DGUF ausgezeichnete Masterarbeit. Derzeit forscht Matzig als Doktorand im CLIOARCH-Projekt an der Universität Aarhus (Dänemark) an einer Neubewertung der kulturellen Taxonomie des europäischen Jungpaläolithikums.

Raiko Krauß

Förmlich verliehen wurde der Preis am 20. September 2020 im Rahmen der DGUF-Tagung "Wollen und brauchen wir mehr Archäologie der Moderne?". Die Laudatio hielt Prof. Dr. Raiko Krauß (Universität Tübingen), einer von Matzigs ehemaligen akademischen Lehrern.

Die ausgezeichnete Arbeit wird 2021 in der Monografienreihe "Archäologische Berichte" publiziert werden.

 

Stand: 1. Oktober 2020

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